Wirtschaft

Aufwärtstrend nach Dieselskandal Volkswagen kann Gewinn kräftig steigern

85230631.jpg

Vermutlich möchte Volkswagen wieder einfach nur Autos bauen, statt ständig wegen des Diesel-Skandals oder Absprache-Vorwürfen in die Schlagzeilen zu geraten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Beim Blick auf die Zahlen entsteht der Eindruck, Volkswagen hätte den Abgasskandal überwunden. Immerhin kann der Konzern beim Gewinn ordentlich zulegen. Doch das scheint eher nebensächlich. Denn der Kartellvorwurf steht unumstößlich im Raum.

Volkswagen hat auch im zweiten Quartal dank guter Autoverkäufe in Europa sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Rückenwind verspürte der Konzern auch von seiner Kernmarke, bei der die Sanierungsschritte zunehmend greifen. Beim Ausblick für das Gesamtjahr zeigte sich Volkswagen beim Umsatz etwas optimistischer, die Margenprognose wurde bestätigt.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 171,02

In den drei Monaten von April bis Ende Juni steigerte VW die Erlöse um knapp 5 Prozent auf 59,67 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um fast 4 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro. Nach Steuern verdiente der Konzern mit 3,2 (Vorjahr 1,2) Milliarden Euro deutlich mehr. Im Vorjahr hatten allerdings auch erhebliche Aufwendungen für den Abgasskandal belastet.

Analysten hatten mit einem Betriebsgewinn etwa in dieser Größenordnung gerechnet. Sie hatten der Volkswagen AG Umsätze von 59,7 Milliarden Euro zugetraut. Beim bereinigten operativen Ergebnis wurde 4,61 Milliarden prognostiziert.

VW schweigt beharrlich zu Kartellvorwürfen

Für das Gesamtjahr stellen die Wolfsburger weiterhin eine operative Marge von 6,0 Prozent bis 7,0 Prozent in Aussicht. Diverse Analysten hatten erwartet, dass der Konzern die Bandbreite nach einem guten ersten Halbjahr etwas erhöht. Das Umsatzplus sieht VW nun bei über 4 Prozent, bisher wurden lediglich bis zu 4 Prozent erwartet.

Zu den Kartellvorwürfen gab es wie erwartet keine neuen Informationen. VW hatte am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats grundsätzlich Absprachen mit anderen Autoherstellern verteidigt, aber keine Details zu den Spekulationen über mögliche Kartellverstöße genannt.

Nach Berechnung des NordLB-Analysten Frank Schwope könnte der finanzielle Schaden für die Konzerne in die Milliarden gehen, sollte sich der Kartell-Vorwurf bestätigen. Er verwies in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf mögliche Strafzahlungen, Schadenersatzforderungen und einen noch nicht abzuschätzenden Imageschaden, der Auswirkungen auf die Verkäufe haben könne.

Quelle: n-tv.de, kpi/DJ/dpa

Mehr zum Thema