Wirtschaft

"Eine große Chance für uns" Volkswagen plant neue Werke in Afrika

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Arbeitsplätze in Afrika: Volkswagen und die deutsche Wirtschaft entdecken die Potenziale der europäischen Nachbarn im Süden.

(Foto: REUTERS)

Europas größten Automobilkonzern zieht es nach Afrika: Volkswagen kündigt Pläne für die Auto-Produktion südlich der Sahara an. In Ghana und Nigeria sollen bald schon lokale Fachkräfte vorproduzierte Fahrzeuge zusammenbauen.

Europas größter Automobilkonzern Volkswagen will in der Region südlich der Sahara eine eigene Fahrzeugproduktion aufbauen. Volkswagen-Manager unterzeichneten am Rande der Afrika-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine entsprechende Absichtserklärung mit der Regierung von Nigeria. Mit Ghana war eine solche Vereinbarung bereits am Vortag geschlossen worden. Erklärtes Ziel sei, in beiden Ländern Montagewerke zu errichten, teilte Volkswagen mit.

Die beiden Abkommen zeigten, dass die Wolfsburger es ernst meinten mit ihrem Engagement in Afrika, erklärte Thomas Schäfer, der bei Volkswagen für die Sub-Sahara-Region zuständig ist. Die Lage auf dem Kontinent stabilisiere sich, sagte er. "Das ist eine große Chance für uns."

Die Vereinbarung mit Nigeria sehe vor, die Montage von vorproduzierten Fahrzeugen stufenweise aufzubauen. Das Land solle langfristig zu einer Drehscheibe an der Westküste Afrikas entwickelt werden. Dazu gehöre der Aufbau einer Ausbildungsakademie gemeinsam mit der deutschen Regierung, in der die ersten Mitarbeiter geschult werden. Bei entsprechender Ertragslage will Volkswagen auch ein Fahrzeug- und Service-Netzwerk aufbauen.

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Im Gegenzug verpflichtete sich die nigerianische Regierung, die bereits beschlossenen Reformen der Automobilpolitik zu beschleunigen. Dadurch soll erreicht werden, dass sich Nigeria stufenweise vom reinen Importeur von Gebrauchtwagen zum Hersteller und Vertriebspartner von Neufahrzeugen entwickelt.

Die nigerianische Regierung habe zugesagt, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Herstellung von Fahrzeugen in dem Land zu unterstützen, sagte Schäfer. Damit könnte die Senkung von Importzöllen auf Autoteile gemeint sein.

Car-Sharing für Ghana

Für Ghana sollten zudem neue Mobilitätslösungen geprüft werden. Dabei gehe es unter anderem um die Einführung von Car-Sharing, Mitfahrdiensten sowie Miet- oder Shuttle-Diensten. Im Gegenzug soll sich auch die Regierung von Ghana verpflichtet haben, den heimischen Automobilsektor zu reformieren und auszubauen. Dazu zählt offenbar auch eine bevorzugte Beschaffungspolitik für Fahrzeuge, die vor Ort in Ghana montiert werden.

Volkswagen unterhält bereits seit Mitte der 1950er Jahre ein großes Produktionswerk in Südafrika und montiert Fahrzeuge in Kenia sowie seit kurzem auch in Ruanda. Der afrikanische Automobilmarkt ist derzeit zwar vergleichsweise klein. Experten gehen aber davon aus, dass der Absatz auf dem afrikanischen Kontinent mit seinen jetzt schon rund 1,2 Milliarden Einwohnern künftig rasant wachsen wird.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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