Wirtschaft

Elektro-Aktie geht an die Börse Voltabox summt aufs Parkett

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"Trendthema Elektromobilität": Der Straßenverkehr ist längst nicht das einzige Anwendungsfeld für leistungsstarke Stromspeicher.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Elektrowende im Autobau erreicht den deutschen Aktienmarkt: Noch in dieser Woche kommt mit Voltabox eine neue Batterie-Aktie an die Börse. Voltabox liefert unter anderem auch Stromspeicher für Elektrobusse, Hubwagen und Gabelstapler.

Der Ende der Woche anstehende Börsengang des Batteriesystem-Anbieters Voltabox bringt insgesamt rund 152 Millionen Euro ein. Die Aktien wurden mit 24 Euro am oberen Ende der Preisspanne zugeteilt, wie die Tochter des Autozulieferers Paragon mitteilte. Inklusive der Platzierungsreserve werden 6,33 Millionen Aktien bei Anlegern untergebracht.

Die Aktien sollen am Freitag erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Die Voltabox-Titel werden im Prime Standard notiert. Mit knapp 140 Millionen Euro fließt der Großteil der Erlöse Voltabox selbst zu. Das Geld aus dem Börsengang will das Unternehmen in den Ausbau des Geschäfts und für die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens verwenden.

"Trendthema E-Mobilität"

Voltabox entwickelt und baut Batteriesysteme für Fahrzeuge aller Art. Zum Einsatz kommen die Voltabox-Antriebe etwa in elektrisch betriebenen Bussen für den öffentlichen Nahverkehr, in Hubwagen für Lagerarbeiter in der Industrie, im Inneren explosionsgeschützter Bergbaumaschinen, in Landfahrzeugen, bei Gabelstaplern, im Vorfeldbereich von Flughäfen sowie in verschiedenen kommunalen Sonderfahrzeugen.

Das Unternehmen könne Anleger mit dem "Trendthema E-Mobilität" und einem schnellen Wachstum locken, meinte ein Marktbeobachter. Zum Platzierungspreis seien zehn Mal mehr Aktien nachgefragt worden als angeboten wurden, erklärte Voltabox.

Anleger machen sich offenbar Hoffnungen auf eine ähnlich furiose Entwicklung wie beim Maschinenbauer Aumann, der die Investoren mit dem Boom von Elektromotoren anzog. Die Aktien haben ihren Wert seit dem Börsendebüt im März mehr als verdoppelt und kosten inzwischen 88 Euro.

Standbeine in NRW und Texas

Die 2011 gegründete Voltabox beschäftigt an den Produktionsstandorten im ostwestfälischen Delbrück und im texanischen Austin insgesamt rund 90 Mitarbeiter. In Aachen betreibt Voltabox im Umfeld der Technik-Hochschule RWTH eine eigene Entwicklungsabteilung. Das Unternehmen sitzt auf gut gefüllten Auftragsbüchern und will 2019 einen Umsatz von etwa 100 Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 14,5 Millionen.

Nach dem Börsengang liegt der Streubesitz von Voltabox vorerst bei 40 Prozent. Theoretisch könnte der Anteil der frei gehandelten Anteile noch steigen. Der Mutterkonzern Paragon hat allerdings bereits angekündigt, langfristig die Mehrheit behalten zu wollen.

Quelle: ntv.de, mmo/rts