Wirtschaft

Deutsche-Wohnen-Kauf geplatzt Vonovia: Hedgefonds schuld an Fusions-Aus

242898732.jpg

Vonovia-Chef Buch (l.) und Deutsche-Wohnen-Chef Zahn bleiben vorerst getrennt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es sollte ein Beben auf dem deutschen Wohnungsmarkt werden, doch die Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia scheitert - erneut. Das Annahmeziel für die Aktie wird verfehlt. Vonovia-Chef Buch sieht dahinter ein grundsätzliches Problem wachsen. Einen neuen Anlauf schließt er aber nicht aus.

Nach dem vorläufigen Scheitern der milliardenschweren Übernahme des Rivalen Deutsche Wohnen hat Vonovia-Chef Rolf Buch einen neuen Anlauf für die Übernahme des Dax-Rivalen nicht ausgeschlossen. "Die Zeit spielt eher für uns", sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch dem "Handelsblatt". Viele Investoren müssten sich jetzt überlegen, wie sie sich verhalten. "Man sollte im Leben nie etwas ausschließen, aber man sollte auch nicht immer von einem Happy End träumen." Am gestrigen Freitagnachmittag hatte der Bochumer Dax-Konzern mitgeteilt, dass die beabsichtigte Übernahme der Deutschen Wohnen voraussichtlich scheitern wird, da die notwendige Annahmeschwelle von 50 Prozent und einer Aktie nicht erreicht worden sei.

Für das Scheitern des Deals machte Buch vor allem verantwortlich, dass manche Hedgefonds zu hoch spekuliert hätten. "Man kann es so interpretieren, dass wir an den Hedgefonds gescheitert sind", sagte er. Es sei wohl wirklich so, dass sich einige verspekuliert haben. Zudem würde der zunehmende Anteil von passiven Investoren bei den Konzernen ein Problem darstellen. "Es ist schon erkennbar, dass der zunehmende Anteil von passiven Investoren solche Transaktionen einfach deutlich schwerer macht", sagte Buch.

"Wird schwieriger, solche Übernahmen durchzuführen"

Bei Deutsche Wohnen seien rund 20 Prozent der Investoren passive Indexfonds gewesen, die ihre Aktien erst anbieten dürfen, wenn das Angebot keiner Bedingung mehr unterliegt. "Dies zeigt, dass es tatsächlich umso schwieriger wird, je mehr passives Geld unter den Anteilseignern verteilt ist", sagte Buch. "Die Diskussion, ob das für große Deals zunehmend zur Hürde wird, ist es sicher wert zu führen. Es wird einfach schwieriger, solche Übernahmen noch erfolgreich durchzuführen".

Ende Mai hatte Vonovia zusammen mit Deutsche Wohnen verkündet, die Kräfte bündeln zu wollen. 52 Euro je Aktie bot der Bochumer Konzern den Aktionären des Berliner Unternehmens und warb mit den Vorzügen eines Zusammenschlusses: Neben "erheblichen Kostenvorteilen" wolle man sich gemeinsam den Herausforderungen des Wohnungsmarktes stellen, "mit Milliardeninvestitionen in den Bau neuer Wohnungen, in energieeffiziente Modernisierungen und in altersgerechten Umbau". Die Pläne sind nun gescheitert.

Vonovia vertritt aber auch weiterhin die Auffassung, dass ein Zusammenschluss mit der Deutsche Wohnen strategisch sinnvoll sei und Mehrwert für die Aktionäre beider Unternehmen schaffe, hieß es nun. "Wir werden die möglichen Optionen, wie zum Beispiel einen Verkauf der derzeit von Vonovia gehaltenen Aktien an der Deutsche Wohnen, ein erneutes öffentliches Angebot oder den Erwerb weiterer Aktien nun sorgfältig prüfen", so Rolf Buch. Er sehe auch keinen Anlass, nun von seinem Posten zurückzutreten.

Quelle: ntv.de, mra/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen