Wirtschaft

"Über Jahre keine Dividende" Vonovia droht Deutsche-Wohnen-Aktionären

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Die Vorstandsvorsitzenden Buch (l.) und Zahn sind sich einig. Doch die Aktionäre spielten bislang nicht mit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beim letzten Übernahmeversuch hatten die Aktionäre der Deutschen Wohnen den Marktführer Vonovia abblitzen lassen. Daraus hat deren Chef nach eigenen Angaben gelernt. Er lockt mit einem leicht verbesserten Angebot - und droht denjenigen, die es nicht annehmen.

Der Wohnungskonzern Vonovia warnt Anteilseigner seines Übernahmeziels Deutsche Wohnen vor einer langen Durststrecke bei den Dividenden. "Für die Kleinaktionäre ist auch wichtig zu wissen, dass die Vonovia als Mehrheitsaktionär der Deutschen Wohnen sich dafür einsetzen wird, dass die Deutsche Wohnen keine Dividenden mehr auszahlt", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch Reuters. Zuvor hatte er seine neue Übernahmeofferte für die Deutsche Wohnen vorgelegt, mit der er die Schwelle von 50 Prozent der Anteile endlich überspringen und den Berliner Konkurrenten übernehmen will.

Zuletzt war Vonovia an dieser Hürde gescheitert. Jetzt hat Buch aber nachgebessert und bietet mit 53 Euro einen Euro mehr je Anteilsschein der Deutschen Wohnen. Spekulationen auf eine bessere Offerte wischte er vom Tisch: "Wir haben verbindlich, klar und unwiderruflich erklärt, dass dies das letzte Angebot ist."

Die Bochumer hatten am Morgen ihr neues freiwilliges Übernahmeangebot an die Aktionäre des Berliner Konzerns vorgelegt. Die Angebotsfrist ende voraussichtlich am 20. September 2021 um Mitternacht. Vonovia bietet nun insgesamt rund 19 Milliarden Euro für die vor allem in Berlin aktive Deutsche Wohnen. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn und seine Vorstandskollegen haben sich hinter die neue Offerte gestellt.

Der letzte Übernahme-Anlauf Ende Juli war daran gescheitert, dass Vonovia nur 47,6 Prozent statt der erforderlichen 50 Prozent der Deutsche Wohnen-Aktien einsammeln konnte. Viele Hedgefonds hatten auf mehr Geld spekuliert und ihre Aktien zurückgehalten. Solchen Hoffnungen will Buch nun einen Riegel vorschieben.

"Dieses Angebot oder keines mehr"

Der Vonovia-Chef zeigte sich optimistisch, dass der neue Anlauf Erfolg haben wird. "Ich bin zuversichtlich, dass es jetzt klappen kann", sagte Buch Reuters. Vonovia habe die Lehren aus dem Scheitern des vergangenen Übernahmeangebots an die Deutsche-Wohnen-Aktionäre gezogen und spreche sie nun auch besser an. Vonovia habe dazu mehr Banken eingespannt. Morgan Stanley, Perella Weinberg, Bank of America Merrill Lynch und Parkview Partners unterstützten die Bochumer. "Die Gespräche mit den Investoren (..) werden in dieser Woche intensiviert", kündigte Buch an. Dazu habe Vonovia auch gemeinsame Teams mit der Deutsche Wohnen gebildet.

"Wir haben gelernt, dass ein Deal, der eigentlich selbstverständlich ist, trotzdem scheitern kann", räumte Buch ein: "Deshalb bemühen wir uns, möglichst viele Investoren zu erreichen." Anteilseignern der Deutsche Wohnen müsse aber auch klar sein, dass es keine verbesserte Offerte und bei einem Scheitern des aktuellen Anlaufs kein Pflichtangebot geben werde. "Es ist dieses Angebot oder keines mehr", unterstrich Buch.

Buch hat diesmal zudem einen Trumpf im Ärmel - denn Vonovia hat sich Optionen auf 0,93 Prozent der Anteile des Berliner Konkurrenten gesichert. "Diese Aktien können am Ende des Prozesses genutzt werden, um uns über die Schwelle von 50 Prozent zu heben", sagte Buch. "Wer die Transaktion will - und ich glaube, dass der Markt sie will -, sollte möglichst schnell möglichst viel andienen, damit wir die 50 Prozent erreichen", appellierte er an die Investoren. Und warnte zugleich: "Wer die Aktie nicht andient, sitzt auf einer Aktie, die über Jahre keine Dividende ausschütten wird."

Den beiden im Leitindex Dax gelisteten Immobilienriesen gehören zusammen 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland. "Gemeinsam können die beiden Unternehmen die erforderlichen Investitionen in Klimaschutz, bedarfsgerechtes Wohnen und bezahlbaren Wohnraum besser schultern", hatten beide Vermieter für die Fusion geworben.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

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