Wirtschaft

"Maximal 40 Millionen Euro" Vonovia rechnet mit hohen Mietausfällen

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Die Vonovia sieht sich finanziell gut ausgestattet.

(Foto: imago images / Jürgen Ritter)

Die Dividende fürs vergangene Jahr haben die Vonovia-Aktionäre sicher, erklärt Vorstand Buch. Für 2020 sieht es nicht mehr so rosig aus: Der Konzern geht davon aus, dass viele Mieter ihre Mieten wegen der Corona-Krise erstmal schuldig bleiben.

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia rechnet wegen der Corona-Krise mit vorläufigen Mietausfällen in zweistelliger Millionenhöhe. Er erwarte "maximal 40 Millionen Euro" an gestundeten Mieten, sagte der Vorstandsvorsitzende von Vonovia, Rolf Buch, der "Welt". "Allerdings vorläufig im Ergebnis, nicht insgesamt, weil wir davon ausgehen, dass die gestundeten Mieten irgendwann nachgezahlt werden, so wie es das Gesetz vorsieht."

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Normalerweise können Mieter fristlos gekündigt werden, wenn sie zwei Monatsmieten im Rückstand sind oder ihre Miete zwei Monate hintereinander nicht vollständig bezahlen. Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni gilt eine Ausnahmeregelung wegen der Covid-19-Pandemie. Um Mieter mit Einkommensausfällen zu schützen, wurde das Mietrecht kurzfristig geändert. Zahlen müssen sie für den Zeitraum aber dennoch – nur später. Es können auch Verzugszinsen entstehen.

Ob es finanzschwachen Haushalten tatsächlich gelingt, nach dem Ende der Krise Mietrückstände von mehreren Monaten aufzuholen, sei "schwer zu sagen", sagte Buch. Der Manager bekräftigte deshalb die Forderung von Immobilienwirtschaft und Deutschem Mieterbund nach einem staatlichen "Sicher-Wohnen-Fonds", der Mieter und teilweise auch Vermieter finanziell unterstützen solle. "Wir als großes Unternehmen sind finanziell gut ausgestattet, aber bei den Kleinen wird das Liquiditätsproblem einfach verlagert, vom Mieter auf den Vermieter", sagte Buch.

An der für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagenen Dividende hält die Vonovia fest: "Wir haben im Moment die Liquidität, die vorgeschlagene Dividende zu leisten", sagte Buch. "Es gibt keinen Grund den Vorschlag zu ändern, der ja auf dem Ergebnis 2019 basiert."

Quelle: ntv.de, ino/AFP/rts