Wirtschaft

3,4 Prozent Inflation erwartet Wall Street steckt in der Warteschleife

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Es ist paradox: Weil sich die US-Wirtschaft schnell erholt, fürchten Anleger die Zinswende.

(Foto: AP)

In zwei Tagen stehen neue Inflationsdaten auf dem Programm: So lange üben sich die Anleger in vornehmer Zurückhaltung. Zumal die Indizes an der New Yorker Börse weiter im Bereich ihrer Rekordhochs bleiben. Einen Absturz erleben allerdings die Impfstoffhersteller.

Die US-Börsen haben sich bis zum Handelsschluss kaum vom Fleck bewegt. Experten zufolge werden die Märkte derzeit weiterhin gestützt durch die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft sowie die geldpolitische Zurückhaltung der US-Notenbank. Das Umfeld bleibe daher vorerst risikofreundlich. Zugleich aber seien Inflationssorgen, hohe Bewertungen und Ungleichheiten in der weltweiten Einführung von Impfstoffen vorhandene Gefahren, die jederzeit wieder in den Vordergrund rücken könnten, hieß es warnend. Für Donnerstag werden neue Inflationsdaten erwartet, ein Anstieg auf 3,4 Prozent gilt als möglich. Der Dow Jones Industrial gab um 0,09 Prozent auf 34.599,8 Punkte nach. Sein vor rund einem Monat erreichtes Rekordhoch bei knapp 35.092 Punkten befindet sich nach wie vor in Reichweite. Der S&P 500 legte um 0,02 Prozent auf 4227,2 Zähler zu. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,06 Prozent auf 13.810,8 Zähler.

Unter den Einzelwerten waren im Dow die Aktien von Chevron Spitzenreiter mit plus 0,9 Prozent. Die wieder steigenden Ölpreise dürften dem Ölförderer in die Karten gespielt haben, denn auch ExxonMobil im S&P 100 legten zu und zwar um 1,8 Prozent und ConocoPhillips stiegen um 1,1 Prozent. Apple-Aktien legten um 0,7 Prozent zu. Die Anteile des iPhone-Herstellers profitierten nach der Worldwide Developer Conference (WWDC) von positiven Analystenkommentaren.

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Boeing-Aktien schlossen nahezu unverändert mit plus 0,04 Prozent. Der Flugzeughersteller meldete Bestellungen über 73 Flugzeuge im Monat Mai, von denen mit 61 der Großteil auf Max-Modelle entfiel. Unter Berücksichtigung von Stornierungen und Umbuchungen holte Boeing im vergangenen Monat 20 neue Aufträge herein. Tesla gaben im Nasdaq 100 nach anfänglichen Gewinnen um 0,3 Prozent nach. Der Elektroautopionier konnte im Mai in dem für ihn zuletzt problematischen chinesischen Markt wieder spürbar Boden gutmachen. Ob sich die Erholung aber verstetigen lässt, wird sich erst noch zeigen müssen. Tesla umgeht mit seinem Vertriebsmodell lokale Autohäuser vor Ort und setzt auf Online-Bestellungen von Kunden. Wegen längerer Lieferzeiten bilden die Auslieferungen daher die Nachfrage von womöglich einigen Monaten zuvor ab.

Impfstoffaktien schwächeln

Curevac
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Im Fokus standen zudem erneut die Aktien von Corona-Impfstoffherstellern. Curevac büßten an der Nasdaq nach deutlichen Vortagesgewinnen 12,6 Prozent ein. Die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma dauert länger als gedacht. Nun heißt es, vor August werde es wohl kein Vakzin von Curevac geben. Zuletzt wurde mit einer Zulassung im Juni gerechnet. Auch die Papiere anderer Corona-Impfstoffhersteller schwächelten. So sanken Biontech-Aktien um 7,4 Prozent und Moderna-Aktien um 3,0 Prozent. Johnson & Johnson verloren 0,9 Prozent und Pfizer 0,4 Prozent.

Die am Vortag stark gelaufenen Aktien von Fastly zogen um weitere knapp 11 Prozent an. Der Web-Dienstleister teilte mit, er habe die Probleme beheben können, nachdem zahlreiche Websites weltweit an diesem Dienstag wegen der Störung bei Fastly zeitweise nicht erreichbar gewesen waren. Betroffen waren unter anderem die Seite der britischen Regierung sowie die Nachrichtenportale des "Guardian", der "New York Times", der "Financial Times" und der französischen Zeitung "Le Monde".

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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