Wirtschaft

Keine Produkte mehr aus Xinjiang Walmart wird in China Zielscheibe des Zorns

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Ein Walmart-Sprecher lehnte eine Stellungnahme dazu ab. 

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Erst vor Kurzem unterzeichnet US-Präsident Biden ein Gesetz, das den Import vieler Produkte aus dem geopolitischen Brennpunkt Xinjiang verbietet. Als chinesischen Walmart-Kunden auffällt, dass der US-Konzern keine Produkte von dort mehr führt, wächst in den sozialen Medien der Unmut.

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart hat am Wochenende in den sozialen Medien Chinas für Unmut gesorgt, nachdem Internetnutzer darauf hingewiesen hatten, dass der US-Konzern in seinen chinesischen Walmart- und Sam's-Club-Filialen keine Produkte aus der Region Xinjiang mehr vorrätig hat. Einige gaben an, sie hätten ihre Mitgliedschaft im Sam's Club gekündigt, Social-Media-Accounts, die mit der kommunistischen Partei verbunden sind, kritisierten das Unternehmen. Sam's Club ist die Großhandelskette von Walmart, die nur für Mitglieder zugänglich ist.

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Die nordwestchinesische Region Xinjiang, in der überwiegend muslimische Minderheiten leben, ist zu einem geopolitischen Brennpunkt geworden - und zu einem ethischen Dilemma für multinationale US-Konzerne, die in China Geschäfte machen.

Die US-Regierung hat China des Völkermordes an den religiösen Minderheiten in der Region beschuldigt und US-Präsident Joe Biden hat vergangene Woche ein Gesetz unterzeichnet, das den Import von zahlreichen Produkten aus Xinjiang verbietet - es sei denn, die Unternehmen können nachweisen, dass die Produkte nicht mit Zwangsarbeit hergestellt wurden, was als schwierig gilt. China hat den Vorwurf des Völkermords und der Zwangsarbeit zurückgewiesen und erklärt, seine Politik in der Region diene der Terrorismusbekämpfung und dem Schutz der nationalen Sicherheit.

Auch andere westliche Unternehmen wie der Fast-Fashion-Händler H&M und der Sportartikelhersteller Nike waren in letzter Zeit Zielscheibe des Zorns chinesischer Verbraucher. Die Online-Präsenz von H&M wurde in diesem Frühjahr aus dem chinesischen Internet gelöscht, nachdem das schwedische Unternehmen angekündigt hatte, keine Waren mehr aus Xinjiang zu beziehen. Am vergangenen Donnerstag entschuldigte sich Intel bei chinesischen Verbrauchern, Partnern und der Öffentlichkeit, nachdem es in den chinesischen sozialen Medien zu einem Aufschrei gegen den Konzern gekommen war.

Bilder von Vertragskündigungen auf Social Media

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Der US-Chipgigant hatte auf seiner Website einen Brief an Zulieferer veröffentlicht, in dem er diese mit Verweis auf ein US-Gesetz aufforderte, keine Waren aus Xinjiang zu beziehen. Walmart seinerseits wurde am Freitag in die Kontroverse hineingezogen, nachdem Nutzer auf inländischen Social-Media-Plattformen schrieben, dass sie in den von Walmart und Sam's Club China betriebenen Online-Shops keine Produkte finden konnten, die typischerweise aus Xinjiang stammten.

Ein Nutzer des Microbloggingdienstes Weibo beschuldigte Walmart, "Chinas Reis zu essen und uns trotzdem ins Gesicht zu schlagen". Andere erklärten, sie würden ihre Mitgliedschaft bei Sam's Club kündigen, und teilten Fotos von ihren Gesprächen mit Kundendienstmitarbeitern, die sie bei der Kündigung ihrer Verträge zeigten. Andere schrieben, sie würden die Walmart-Läden boykottieren. Einige Nutzer berichteten, der Online-Kundendienst habe ihnen mitgeteilt, die betreffenden Produkte seien nicht mehr vorrätig. Ein Walmart-Sprecher lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Quelle: ntv.de, jki/DJ

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