Wirtschaft

Alle Flüge betroffen Warnstreiks bei Ryanair vor Weihnachten

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(Foto: dpa)

Noch vor Weihnachten ruft die Pilotenvereinigung Cockpit zu Warnstreiks bei der Billig-Airline Ryanair auf. Betroffen sind alle Flugverbindungen von deutschen Flughäfen.

Streiks vor Weihnachten bei der Billig-Airline Ryanair: Nachdem die Verhandlungen zwischen der Vereinigung Cockpit (VC) und der Fluggesellschaft gescheitert sind, sollen morgen zwischen 05:01 Uhr und 08:59 Uhr an mehreren deutschen Flughäfen erste Warnstreiks stattfinden. Das erfuhr n-tv von der Gewerkschaft. Betroffen sind demnach alle Flugverbindungen.

Die anberaumten Gespräche zwischen VC und dem irischen Unternehmen seien von Seiten des Arbeitgebers abgesagt worden, heißt es in einer Mitteilung, die n-tv vorliegt. Für die Gespräche waren Vertreter der VC extra nach Dublin geflogen. Ihre Mitglieder durften laut Aussage von Schulz aber noch nicht einmal den Konferenzraum betreten, denn Ryanair lehnte zwei der fünf anwesenden Mitglieder der VC-Tarifkommission am Verhandlungstisch ab.

Dabei handele es sich um zwei Piloten, denen von Ryanair gekündigt worden sei, sagte Schulz. Beide befänden sich in Kündungsschutzprogrozessen. Einer der beiden Piloten sei festangestellt, einer ein sogenannte Contractor-Pilot, der als Auftragnehmer für Ryanair fliegt. Zudem lehne die Airline Verhandlungen mit Contractor-Piloten als Vertreter ihrer Flugzeugführer ab. "Die Mitglieder der Ryanair-Kommission haben den Raum nicht mal betreten", sagte VC-Präsident Ilja Schulz.

"Weiterer PR-Gag"

"Ryanairs öffentlichkeitswirksame Offerte, Verhandlungen mit der VC führen zu wollen, kann nur als weiterer PR-Gag eingestuft werden", so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC. "In der Geschichte der VC hat es noch nicht einen Fall gegeben, bei dem die tarifpolitische Autonomie von einem Arbeitgeber so mit Füßen getreten worden ist., wie es jetzt bei Ryanair der Fall ist".

Die Gewerkschaft VC drückte allen betroffenen Passagieren und Mitarbeitern ihr Bedauern angesichts der möglicherweise ausfallenden Flüge aus. Wer ein Ticket für einen Ryanair-Flug am Freitag habe, solle sich direkt an die Airline wenden, riet die Gewerkschaft.

Das irische Unternehmen führt in diesen Tagen erstmals in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte überhaupt Gespräche mit Gewerkschaften, nachdem Piloten mit Streiks zur Weihnachtszeit gedroht hatten. Zudem kündigte Ryanair an, auch die Gewerkschaften für Flugbegleiter anerkennen zu wollen. Während Ryanair die Gespräche als "positiv und erfolgreich" bezeichnete, äußerten sich Gewerkschaftsvertreter jedoch enttäuscht und warnten Ryanair-Chef Michael O'Leary vor einer Hinhaltetaktik, um unbeschadet über die Feiertage zu kommen.

Bei der Airline aus Dublin rumort es schon seit geraumer Zeit, Arbeitnehmervertreter werfen der ihr vor, das Personal im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften deutlich schlechter zu bezahlen.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts/AFP/DJ