Wirtschaft

ADAC erwartet viel Stau Warnstreiks legen kommunalen Nahverkehr vielerorts lahm

02.02.2026, 04:23 Uhr
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Die Verhandlungen laufen seit November. Verdi will nun den Druck erhöhen. (Foto: picture alliance/dpa)

Viele Pendler müssen zum Start in die Arbeitswoche umplanen. Bei 150 städtischen Verkehrsunternehmen bleiben die Busse und Stadtbahnen auf dem Betriebsgelände. Verdi beharrt auf kürzeren Wochenarbeitszeiten, die Arbeitgeber kritisieren die Streiks als unverhältnismäßig.

Auf den Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hin haben am frühen Morgen die Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr begonnen. Beschäftigte legten mit Beginn der Frühschicht vielerorts die Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher bestätigte. Damit will die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen.

In den seit November laufenden Verhandlungen, die meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Die Arbeitgeber kritisieren die Streiks als unverhältnismäßig.

Private Subunternehmen sind nicht von den Warnstreiks betroffen. Auch die Deutsche Bahn erklärte, dass deren Züge ohne Einschränkungen fahren. Bei früheren Warnstreiks waren S-Bahnen teils eine häufig genutzte Möglichkeit, auch innerhalb der Großstädte zumindest eine Etappe weit voranzukommen.

"Auf den Hauptstrecken wird es zur Rushhour noch voller werden", warnte ADAC-Sprecher Thomas Müther. Wer mit dem Auto unterwegs sein müsse, sollte zumindest die Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr meiden und sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren, rät der ADAC. "Es lohnt sich, sehr früh loszufahren. Auch Fahrgemeinschaften können eine Option sein", erklärte der ADAC-Sprecher. Wie stark sich der Warnstreik im Nahverkehr auf die Verkehrslage auswirken wird, hänge entscheidend davon ab, wie viele Arbeitnehmer sich auf den Streik einstellen oder im Homeoffice arbeiten.

"Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin", erklärte das NRW-Schulministerium bei Facebook. Eltern müssten demnach dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte einer Schülerin oder einem Schüler der Schulweg im Einzelfall nicht zumutbar sein, handele es sich um entschuldigte Fehlzeiten.

Quelle: ntv.de, bho/AFP/dpa

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