Wirtschaft

Minus 25 Milliarden Dollar Warren Buffett meldet gigantischen Quartalsverlust

Als "wild und unvorhersehbar" bezeichnet Warren Buffet selbst die Schwankungen in der Bilanz seiner Holding Berkshire Hathaway. Schuld daran seien allerdings neue Bilanzierungsregeln. Das operative Geschäft laufe gut. Unzufrieden ist Buffett dagegen mit seinem wachsenden Berg aus Barmitteln.

Berkshire Hathaway, die Holdinggesellschaft von Investmentlegende Warren Buffett, hat im Schlussquartal des vergangenen Jahres einen der höchsten Verluste in ihrer Geschichte erlitten. Für den Dreimonatszeitraum verzeichnete der Konzern in der Bilanz ein Minus von 25,4 Milliarden Dollar. Hauptgrund dafür war der massive Kurseinbruch an den US-Börsen in dieser Zeit. Berkshire hält Aktien an Dutzenden Unternehmen, deren Wert ebenfalls einbrach.

Berkshire Hathaway B-Aktien
Berkshire Hathaway B-Aktien 176,90

Für das Gesamtjahr meldete Berkshire einen Bilanzgewinn von vier Milliarden Dollar - im Jahr zuvor waren es noch fast 45 Milliarden gewesen. Nach Verlusten im ersten Quartal, verbuchte der Konzern im zweiten und dritten Quartal jeweils zweistellige Milliardengewinne.

Buffett wies in seinem traditionellen Brief an die Aktionäre darauf hin, dass diese "wilden und unvorhersehbaren" Ergebnisschwankungen von Quartal zu Quartal vor allem auf eine Änderung in den Bilanzierungsregeln zurückzuführen sei. Erstmal musste Berkshire Kursgewinne und -verluste seiner Aktienbeteiligungen zugrunde legen. In der Vergangenheit wurden diese nur berücksichtigt, wenn Aktien verkauft wurden. Den neuen Regeln zufolge habe Berkshire im abgelaufenen Quartal aufgrund von Kursschwankungen an den Börsen mehrfach Gewinne und Verluste von mehr als drei Milliarden Dollar innerhalb eines Tages gemacht.

Zuletzt hatte Buffett einen Milliardenverlust durch die Turbulenzen bei Kraft Heinz erlitten. Berkshire hält mehr als ein Viertel der Anteile an dem Lebensmittelhersteller, dessen Börsenwert aufgrund von einer massiven Abschreibung auf den Wert der eigenen Marken am vergangenen Freitag um 27 Prozent einbrach. 

Buffett forderte seine Aktionäre auf, ihren Fokus auf den Ertrag der zu Berkshire gehörenden Unternehmen zu richten statt auf die Kursschwankungen bei reinen Aktienbeteiligungen. Der operativer Gewinn der Tochterunternehmen stieg im vierten Quartal 2018 um 70 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.

Als "enttäuschend" bezeichnete Buffett die Tatsache, dass er auch im vergangenen Jahr keine Objekte für größere Übernahmen finden konnte. Der Konzern, der traditionell alle Gewinne investiert und keine Dividenden ausschüttet, sitzt deswegen inzwischen auf einem Geldvermögen von 112 Milliarden Dollar. "In den kommenden Jahren hoffen wir, viel von der überschüssigen Liquidität für Unternehmen auszugeben, die Berkshire dauerhaft besitzen wird", schreibt Buffett. "Die unmittelbaren Aussichten dafür sind allerdings nicht gut: Die Preise für Unternehmen mit guten langfristigen Aussichten sind schwindelerregend hoch."

In Ermangelung möglicher Übernahmen in "Elephanten-Größe", wie Buffett es formuliert, hatte Berkshire gegen die langjährige Überzeugung des 88-Jahre alten Chefs und Großaktionärs damit begonnen, mit einem Teil der überschüssigen Barmittel eigene Aktien zurückzukaufen. Aktienrückkäufe sind neben der Dividende ein Weg für Konzerne, Geld an die eigenen Aktionäre auszuschütten, denn der Wert der auf dem Markt verbleibenden steigt dadurch.

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Quelle: n-tv.de

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