Wirtschaft

Deutsche Post wird degradiertWas bedeutet das Kürzel DHL?

05.05.2026, 18:56 Uhr DSCF1383-2Von Jan Gänger
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Für die Postboten und die anderen Angestellten der Post ändert sich Firmenangaben zufolge nichts.

Die Post hat im Laufe der Jahrzehnte mehrere Namen getragen - von Bundespost über Deutsche Post World Net bis zu Deutsche Post DHL. Künftig heißt das Unternehmen DHL AG. Die Wandlung zum globalen Logistikkonzern ist nun auch formell sichtbar.

Der Konzernname Deutsche Post ist so gut wie Geschichte. Mehr als drei Jahrzehnte nach Einführung dieses Firmennamens hat die Hauptversammlung des Logistikers beschlossen, den Namen auf Konzernebene abzulegen und an der Börse künftig DHL AG zu heißen. Die Eintragung ins Handelsregister soll in der zweiten Jahreshälfte geschehen.

2002 hatte die Deutsche Post den US-Logistiker DHL gekauft. Das Kürzel DHL steht für deren Firmengründer. Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn hatten das Unternehmen 1969 in San Francisco gegründet. Ihre Geschäftsidee: die Frachtpapiere von Schiffen auf dem Weg von Kalifornien nach Honolulu auf Hawaii mit dem Flugzeug zu transportieren. Die Bürokratie konnte deshalb schon vor dem Eintreffen des Schiffes erledigt werden, sodass sie sofort nach dem Eintreffen entladen werden konnten. Die Wartezeit im Hafen wurde so erheblich verkürzt.

DHL ist damit ein Pionier des Expressdienstes. Das Unternehmen expandierte aggressiv, auch international, und wandelte sich vom Dokumenten-Kurier zum globalen Logistiker. DHL war schon in den 80er Jahren in der Sowjetunion und in China aktiv. Ab 1998 kaufte die Deutsche Post Anteile und übernahm DHL bis 2002 vollständig - es war ein großer Schritt für die einst urdeutsche Post, denn dadurch wurde das Auslandsgeschäft wesentlich wichtiger.

Die Post hat eine Reihe von Namensänderungen hinter sich. Ab 1950 hieß sie Bundespost. Im Zuge der Privatisierung änderte sie 1995 ihren Namen zu Deutsche Post und 1998 zu Deutsche Post World Net. 2009 wurde der Name in Deutsche Post DHL geändert. Später kam der Zusatz "Group" hinzu.

"Sollte draufstehen, was drin ist"

Inzwischen entfällt nur noch etwa ein Fünftel des Konzernumsatzes auf das inländische Stammgeschäft, also den Versand von Paketen und Briefen. Andere Bereiche wie die Beförderung von Waren im Expressgeschäft sowie das Frachtgeschäft und andere Dienstleistungen haben dem historischen Stammgeschäft, das bis auf die Thurn-und-Taxis-Post des 15. Jahrhunderts zurückgeht, den Rang abgelaufen.

Es sollte auch draufstehen, was drin ist, begründete Konzernchef Tobias Meyer die Umbenennung. International könne man mit DHL stärker punkten als mit dem Namen Deutsche Post. Außerhalb Deutschlands werde "fast nur die Marke DHL verwendet, die auch im Inland immer weiter an Bedeutung gewinnt".

Den Firmennamen Deutsche Post AG wird es aber auch künftig geben: Er wandert eine Etage nach unten und steht künftig für die inländische Tochterfirma, die das Geschäft mit Paketen und Briefen verantwortet. Auf den Transportern werden aber weiterhin die Buchstaben DHL stehen.

Bislang war das Stammgeschäft in die übergeordnete Holding eingebettet. Dieses rechtlich kuriose Konstrukt lag gewissermaßen an historischen Altlasten als ehemaliges Staatsunternehmen Bundespost. Künftig steht das Brief- und Paketgeschäft in der Konzernstruktur nicht mehr übergeordnet über den anderen Konzernbereichen, sondern gleichrangig neben ihnen. 

Quelle: ntv.de, mit dpa

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