Wirtschaft

Grillhersteller enttäuscht Weber erlebt Börsen-Debakel

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Die Weber-Eigentümer wollten, dass die Firma mit rund acht Milliarden Dollar bewertet ist. Doch daraus wurde nichts.

(Foto: REUTERS)

Das haben sich die Finanzinvestoren und Eigentümer von Weber anders vorgestellt. Die Aktien des Grillherstellers stoßen nicht gerade auf überragendes Interesse. Der Börsengang fällt deshalb ein paar Nummern kleiner aus als erhofft.

Weber wird bei seinem Börsengang viel weniger Geld einnehmen als geplant. Das Interesse an den Papieren ist überschaubarer als erhofft.

Der Grill-Anbieter teilt seine Aktien heute zu 14 Dollar zu und damit unterhalb der ursprünglichen Angebotsspanne von 15 bis 17 Dollar. Außerdem verringert die für ihre Kugelgrills bekannte Firma die Zahl der verkauften Anteilsscheine deutlich auf 17,9 Millionen - eigentlich sollten fast 47 Millionen Aktien zum Börsenstart an Anleger gehen. Damit liegt das Emissionsvolumen bei nur 250 Millionen Dollar. Ursprünglich hatten Weber und seine Anteilseigner Einnahmen von bis zu 797 Millionen Dollar angepeilt.

Der traditionsreiche US-Grillhersteller ist seit 2010 mehrheitlich im Besitz der Investmentgesellschaft BDT Capital Partners aus Chicago. Und der will nach den starken Geschäftszuwächsen in der Corona-Krise die Gunst der Stunde nutzen und die Firma teuer an die Börse bringen. Bei der letzten Finanzierungsrunde im vergangenen November wurde Weber noch mit 2,4 Milliarden Dollar bewertet. Wäre BDT die ausgegebenen Aktien zum Preis von jeweils 17 Dollar losgeworden, hätte das einer Bewertung von mehr als acht Milliarden Dollar entsprochen. Nun liegt sie bei rund sechs Milliarden Dollar - und damit immer noch deutlich höher als Ende vergangenen Jahres.

Weber hatte mit seinen mitunter Tausende Dollar oder Euro teuren Kohle-, Gas- und Elektrogrills in der Pandemie stark von einer erhöhten Nachfrage profitiert. In den sechs Monaten bis Ende März hatte das 1952 gegründete Unternehmen den Umsatz im Jahresvergleich um mehr als 60 Prozent auf 963 Millionen Dollar (811 Millionen Euro) gesteigert. Der Gewinn stieg sogar um mehr als das Dreifache auf knapp 74 Millionen Dollar. Wie nachhaltig der Grill-Boom ist, bleibt fraglich. 2019 - also vor der Pandemie - waren Umsatz und Gewinn zurückgegangen.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa

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