Wirtschaft

Deutliches Wachstum nach Krise Welthandel erholt sich schneller als gedacht

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Der Warenhandel hat laut WTO schon im zweiten Halbjahr 2020 zugenommen.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der weltweite Warenhandel kann die Krise aus dem vergangenen Jahr überwinden: Er wird 2021 um 8,8 Prozent zulegen, so die WTO. Damit übertrifft der globale Handel die bisherigen Prognosen. Die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus spielt dabei wohl eine große Rolle.

Die Welthandelsorganisation (WTO) setzt auf eine rasche Erholung nach der Corona-Krise. In diesem Jahr werde der Welthandel um 8,8 Prozent zulegen, teilte WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala mit. Schon seit Mitte vergangenen Jahres erhole sich der Handel vom "Schlag" der Corona-Pandemie und habe so geholfen, die Folgen für Menschen, Unternehmen und Volkswirtschaften abzumildern.

Die WTO setzte ihre Prognose herauf - im Oktober war sie noch von einem Wachstum des Welthandels um 7,2 Prozent ausgegangen. Im Corona-Jahr 2020 war der Welthandel deutlich geschrumpft - aber letzten Endes nicht so stark wie befürchtet. Das Minus betrug 5,3 Prozent. "Die Aussichten auf eine rasche Erholung im Welthandel haben sich verbessert", erklärte die WTO.

Der Warenhandel habe im zweiten Halbjahr 2020 stärker zugelegt als angenommen. Grund für die unerwartet positive Entwicklung sei die Ankündigung effektiver Corona-Impfstoffe im November gewesen, dazu große Konjunkturpakete in vielen Ländern. Die Nachfrage dürfte in diesem Jahr vor allem von Nordamerika angekurbelt werden, so die WTO.

Gefahr durch dritte Welle noch nicht gebannt

Europäische Exporte könnten nach der Prognose um 8,3 Prozent zulegen. Im kommenden Jahr geht es dann nach der aktuellen Schätzung etwas langsamer voran: Für das Jahr 2022 prognostiziert die Welthandelsorganisation ein Abflauen auf ein Wachstum von 4,0 Prozent. Okonjo-Iweala warnte zudem, dass neue Wellen der Corona-Pandemie "jede Hoffnung auf Erholung" untergraben könnten.

Auf Konjunktureinbrüche mit Protektionismus zu reagieren, hielte sie für einen schlechten Plan. Sie rief dazu auf, die Impfungen gegen das Virus voranzutreiben und auch auf eine faire Verteilung weltweit zu achten. Das sei der beste Plan für die wirtschaftliche Erholung weltweit, "die wir alle brauchen".

Solange eine große Zahl von Menschen und Ländern vom Zugang zu Corona-Impfstoffen ausgeschlossen sei, werde dies das Wirtschaftswachstum hemmen - das Risiko bestehe, dass dies die gesundheitliche und wirtschaftliche Erholung weltweit sogar umkehre.

Die Krise hat vor allem den Nahen Osten, Südamerika und Afrika getroffen, mit Import-Rückgängen um fast 9 Prozent und mehr. In Europa gingen Importe um 7,6 Prozent zurück, in Nordamerika um 6,1 Prozent. Den geringsten Rückgang verzeichnete Asien: 1,3 Prozent.

Quelle: ntv.de, spl/AFP/dpa

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