Wirtschaft

Niedrigster Stand seit 2011 Weniger Steuersünder zeigen sich selbst an

In den vergangenen zwei Jahren gab es einen regelrechten Boom an Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung. 2016 sind die Zahlen einem Medienbericht zufolge deutlich zurückgegangen. Das könnte an einer Regeländerung liegen.

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Deutlich weniger Menschen stellten 2016 eine Anzeige gegen sich selbst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Das hat eine Umfrage des "Handelsblattes" bei den 16 Länderfinanzministerien ergeben. Danach zeigten sich bislang nur 4373 Steuerhinterzieher selbst beim Finanzamt an. Im vergangenen Jahr gab es noch 15.120 Selbstanzeigen, 2014 waren es sogar rund 40.000.

Die Zahl könnte damit dieses Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2011 fallen. Damals hatten sich 4835 Menschen gemeldet. Ein Grund für die Entwicklung dürften die seit Januar 2015 stark verschärften Regeln für Steuersünder sein. Für sie ist es seither deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Die Neuregelung hatte 2014 nach Überzeugung der Finanzbehörden zu einem Vorzieh-Effekt geführt.

In einigen Ländern wie Schleswig-Holstein sind die Selbstanzeigen dem Bericht zufolge im laufenden Jahr um fast 80 Prozent gegenüber 2015 zurückgegangen. "Es scheint so, als habe durch das anhaltend hohe Entdeckungsrisiko das meiste Geld aus den Schweizer Tresoren und den Briefkästen Panamas schon den langen Weg in die schleswig-holsteinische Steuerkasse zurückgefunden", sagte Landesfinanzministerin Monika Heinold (Grüne) dem "Handelsblatt".

Die meisten Selbstanzeigen gab es der Umfrage zufolge 2016 mit bislang 1151 in Baden-Württemberg, gefolgt von Niedersachsen mit 926 und Nordrhein-Westfalen mit 655. In Bayern zeigten sich demnach 379 Personen selbst an. In Schleswig-Holstein seien die Selbstanzeigen teils um fast 80 Prozent gegenüber 2015 zurückgegangen. Allerdings könnten die Zahlen noch steigen, da Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen Selbstanzeigen nur quartalsweise erfassen. Inklusive 2016 haben sich seit 2010 fast 128.000 Deutsche beim Finanzamt gemeldet, Einnahmen nicht korrekt versteuert zu haben.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa/rts