Wirtschaft

Nachricht wohl nicht unerwartet Werft Pella Sietas wird Insolvenzantrag stellen

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In der Pella Sitas Werft wird derzeit ein Eisbrecher gefertigt.

(Foto: dpa)

Nach fast 400 Jahren in Familienbesitz erwirbt 2014 eine russische Werftengruppe die traditionsreiche Schiffbau-Firma Sietas-Werft. Zuletzt geriet das Unternehmen aber in schwieriges Fahrwasser. Nun steht der Weg zum Amtsgericht an - Mitarbeiter wurden bereits seit Monaten nicht bezahlt.

Die traditionsreiche Hamburger Werft Pella Sietas ist pleite. Am morgigen Donnerstag soll ein Insolvenzantrag gestellt werden, sagte Prokuristin Natallia Dean. Damit bestätigte sie Informationen der IG Metall in Hamburg. Nach Angaben der Gewerkschaft hat die Geschäftsleitung die Belegschaft in einer Betriebsversammlung über den bevorstehenden Insolvenzantrag informiert.

"Die Mitarbeiter warten bereits seit Monaten auf ihre Entgelte und bekommen teilweise seit Anfang Juli Unterstützung von der Agentur für Arbeit", sagte der Zweite Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Emanuel Glass. "Die Nachricht von der Insolvenz kommt deshalb nicht unerwartet, sie löste dennoch bei den Mitarbeitern tiefe Betroffenheit aus."

Die für Spezialschiffe bekannte Werft im Hamburger Hafen zählt zu den ältesten Schiffbaubetrieben weltweit. Erstmals 1635 urkundlich erwähnt blieb sie über neun Generationen hinweg in Familienbesitz. Seit 2014 gehört sie zur in St. Petersburg sitzenden russischen Pella Shipyard, die die Werft aus einer früheren Insolvenz heraus übernommen hatte. Seitdem firmiert als Pella Sietas GmbH. Am Südufer der Elbe an der Mündung des Nebenflüsschens Este im Stadtteil Neuenfelde arbeiten nach früheren Angaben rund 350 Menschen. Hinzu kommen bis zu 800 Leih- und Werkvertragsarbeiter.

Die Werft leidet regelmäßig unter großen Problemen wegen der Verschlickung des Hafenbeckens: Ohne Baggerarbeiten oder regelmäßige Spülungen können fertige Schiffe die Werft nicht verlassen. Die Werft arbeitet derzeit unter anderem an einem Eisbrecher, der im Herbst 2020 auf Kiel gelegt wurde. Das 28 Meter breite Schiff soll voraussichtlich 2023 vom Stapel laufen.

Quelle: jwu/dpa

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