Wirtschaft

"Das geht auf unsere Kappe" Whatsapp gibt sich zerknirscht

Dass Nutzer von Whatsapp künftig einen Datentransfer zu Facebook dulden müssen, hat dem Messenger viel Ärger eingehandelt. Der Chef zeigt sich nun einsichtig und gibt dem Unternehmen die Schuld an dem "Missverständnis". Eine Werbekampagne soll es richten.

Whatsapp macht nach der Kontroverse um seine neuen Nutzungsregeln Werbung für die Komplett-Verschlüsselung bei dem Chatdienst. Die zu Facebook gehörende Firma startet am Montag eine Anzeigenkampagne in Deutschland und Großbritannien, die zu ihren wichtigsten Märkten gehören. Die kurzen Werbevideos heben hervor, dass bei Whatsapp verschickte Inhalte dank der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung grundsätzlich nur für die beteiligten Nutzer im Klartext sichtbar sind.

Whatsapp hatte in den vergangenen Monaten nach der Ankündigung neuer Nutzungsregeln mit Kritik und einer Abwanderung von Nutzern zu kämpfen. Auslöser war die Einschätzung, dass mit dem Mitte Mai in Kraft getretenen Update mehr Daten mit der Konzernmutter Facebook geteilt werden sollen. Whatsapp wies dies als Missverständnis zurück und betonte wiederholt, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der auch der Dienst selbst keinen Zugang zu Inhalten habe, nicht aufgeweicht werde.

Mehrheit der Nutzer hat neue Regeln angeblich gebilligt

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Die Chats sind komplett verschlüsselt: Mit dieser Nachricht will Whatapp den Ärger um die neuen Nutzungsregeln besänftigen.

(Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Whatsapp-Chef Will Cathcart räumte Fehler bei der Ankündigung der neuen Regeln ein. "Wir müssen klar kommunizieren, was wir machen und warum." Dies habe Whatsapp verpasst. "Wir wurden erst klarer, als wir die Verwirrung sahen. Das geht auf unsere Kappe", sagte Cathcart. Eine Werbekampagne für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung habe Whatsapp zwar schon vorher geplant. Aber nach der Kontroverse der vergangenen Monate habe Whatsapp noch mehr Gründe, darüber zu sprechen. Inzwischen habe ein überwiegender Großteil der Nutzer, die bereits nach ihrer Zustimmung zu den neuen Regeln gefragt wurden, sie akzeptiert, sagte Cathcart. Genaue Zahlen nannte er nicht.

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Ursprünglich sollten Nutzer, die den neuen Regeln nicht zustimmen, mit der Zeit den Zugriff auf Grund-Funktionen verlieren. Inzwischen drohen ihnen keine Konsequenzen mehr. Nur die neuen Funktionen zur Kommunikation mit Unternehmen wird man lediglich nach Zustimmung zum Update nutzen können. Whatsapp zufolge waren sie der zentrale Grund für die Änderung der Nutzungsbedingungen.

Whatsapp hatte schon bei der Ankündigung im Januar zurückgewiesen, dass man mehr Daten mit der Mutter teilen werde. Die Einführung der neuen Bestimmungen wurde aber nach Kritik und einer Abwanderung von Nutzern um mehr als drei Monate auf den 15. Mai verschoben. Zugleich betonte Whatsapp selbst, dass der Nachrichtenaustausch mit Unternehmen anders laufe als mit Familie oder Freunden.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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