Wirtschaft

Bus, Bahn, Flugzeug, Pkw Wie sicher sind unsere Verkehrsmittel?

Ein Flugzeug landet am Helmut-Schmidt-Airport. Foto: Daniel Bockwoldt/Archivbild

Der Spitzenreiter auf der Fürchte-Dich-Skala: Jeder vierte Deutsche hat Angst vorm Fliegen.

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Reisen sind mit Risiken verbunden. Schwere Busunglücke wie auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira oder der Boeing-Absturz in Äthiopien im März mit vielen Toten gehen nicht nur nahe, sie schrecken auch ab. Grund zur Panik gibt es aber nicht.

Um es vorwegzunehmen: Die Angst vorm Fliegen ist am wenigsten berechtigt. Nimmt man die nackten Zahlen als Grundlage, schneidet das Flugzeug im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln am besten ab. Auch Bahnfahren und Busfahren ist vergleichsweise sicher. Am gefährlichsten reist es sich dagegen im Auto. Hier ein Überblick:

Flugzeug

Auch wenn die Zahl der Opfer bei einem einzelnen Flugzeugabsturz meistens hoch ist, ist das Risiko, bei einem solchen Unglück ums Leben zu kommen, insgesamt extrem gering. Nach Angaben der UN-Luftfahrtorganisation ICAO gab es im vergangenen Jahr weltweit gut 500 Todesopfer bei Flugunfällen - die Statistik bezieht allerdings keine Kleinflugzeuge mit ein. Das Risiko eines Absturzes lag damit pro eine Million Starts bei 1,75 Unfällen - das entspricht einer Quote von nahezu null.

Bahn

Nach einer Aufstellung der Allianz pro Schiene, die sich auf Daten des Statistischen Bundesamts beruft, steht die Bahn als sicherstes Verkehrsmittel in ganz Europa vor Bussen und vor allem dem Auto. Demnach kamen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2017 in Deutschland pro einer Milliarde Personenkilometer 0,035 Menschen ums Leben, bei den Verletzten lag die Quote bei 1,81. Damit sei das Todesrisiko beim Bahnfahren 56 mal geringer als im Auto und fünf Mal geringer als im Bus. Im EU-Durchschnitt ergibt sich der Allianz pro Schiene zufolge auf der Basis von Daten der EU-Kommission für die Jahre 2007 bis 2016 ein Quote von 0,13 Toten.

Bus

Für Busse gibt die Allianz pro Schiene folgende Quoten an: Pro einer Milliarde Personenkilometer starben in Deutschland in dem genannten Zeitraum 0,17 Menschen, allerdings wurden über 83 verletzt. Das Statistische Bundesamt hat Zahlen für das Jahr 2017 veröffentlicht. Demnach gab es in dem Jahr 5873 Unfälle, dabei starben 22 Menschen und gut 6100 Insassen wurden verletzt. Allerdings saßen die allermeisten Menschen in einem Linienbus - nur 3,7 Prozent in einem Reisebus. Die Reisebusbranche macht daher eine eigene Rechnung auf: Das Portal sicherheit-im-reisebus, das sich unter anderem auf die Mitwirkung von Automobilclubs und den Omnibusverband stützt, hält den Reisebus für das sicherste Verkehrsmittel auf der Straße.

Auto

Der Pkw schneidet beim Vergleich der genannten Verkehrsmittel am schlechtesten ab. Laut Allianz pro Schiene starben pro einer Milliarde Personenkilometer im Schnitt der vergangenen Jahre in Deutschland 1,97 Menschen, 240 wurden verletzt. Damit war es 56 Mal wahrscheinlicher, in einem Auto zu sterben als in der Bahn. Das Risiko, sich zu verletzen, war demnach 133 Mal höher. Im EU-weiten Durchschnitt starben pro Milliarde Personenkilometer in den vergangenen Jahren 3,03 Auto-Insassen - im Vergleich zur Bahn mit 0,13 Menschen. Am gefährlichsten war Autofahren in Rumänien: Dort kamen fast 11,6 Menschen pro Milliarde Personenkilometer ums Leben.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP

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