Wirtschaft

Profitables Wattenmeer Windräder bringen Queen Rekordzahlungen

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Rund 3200 offizielle Termine absolvierten die Mitglieder der königlichen Familie laut ihrem Haushaltsbericht im abgelaufenen Finanzjahr.

(Foto: REUTERS)

Die britische Regierung überweist der Queen so viel Geld wie noch nie. Das hat sie vor allem ihrem ausgedehnten Besitz an Meeresgrund vor der Küste zu verdanken. Das riesige Immobilienportfolio in London und anderen Städten brockt der Krone dagegen Verluste ein.

Der königliche Haushalt kann sich über Rekordzuwendungen der britischen Steuerzahler freuen. Gut 82 Millionen Pfund (92 Millionen Euro) überwies der Finanzminister im Finanzjahr 2018/2019 an die Queen. Im Vorjahr waren es noch rund 76 Millionen Pfund. Diesen deutlichen Anstieg verdankt die Monarchin vor allem ihrer Investition in Windkraftanlagen vor der britischen Küste.

Die jährliche Zahlung der britischen Regierung an die Königin richtet sich nach den Erträgen des Crown Estate, der gigantischen Ländereien und Immobilien, die die Monarchin in ihrer Eigenschaft als Souverän formell besitzt. Die Einnahmen daraus fließen zwar an die Regierung. Die Königin erhält aber jährlich Zahlungen aus der Staatskasse in Höhe von 15 Prozent des Gewinns dieses Besitzes, um die Kosten für ihre offiziellen Aufgaben zu decken. Dazu kommen weitere 10 Prozent, mit denen der marode Buckingham Palast renoviert werden soll.

Im vergangen Finanzjahr warf der Crown Estate so viel Gewinn ab wie noch nie. Als gewinnbringend erwies sich dabei vor allem, dass die Krone mehr als die Hälfte des Wattenmeers vor der britischen Küste besitzt. Dort stehen Windkraftanlagen, die inzwischen genug Elektrizität für 6,6 Millionen Haushalte produzieren. Das habe eine "Schlüsselrolle" bei der Steigerung des Wertes des Estates um 1,7 Prozent auf gut 14 Milliarden Pfund gespielt, wie Geschäftsführer Alison Nimmo mitteilte.

Millionen für Renovierungen

Der Meeresgrund erwies sich damit als deutlich profitabler als die exklusiven Immobilien, die die Königin im Zentrum von London und anderen britischen Städten besitzt. Die Krise des britischen Einzelhandels riss gleich mehrere Geschäfte in die Pleite und führte zu erheblichen Mietausfällen.

Zeitgleich mit der Bilanz des Crown Estate legte die Queen auch den jährlichen Finanzbericht des königlichen Haushalts vor. Für Aufsehen sorgte in Großbritannien vor allem der 2,4 Millionen Pfund teure Umbau von Frogmore Cottage, der neuen Residenz von Prinz Harry und Herzogin Meghan in Windsor, der aus den staatlichen Zuwendungen bezahlt wurde. Auch in den Wohnsitz von Prinz William und Herzogin Kate floss eine beträchtliche Summe: Die Zufahrt zum Kensington Palast in London bekam für rund eine Million Pfund einen neuen Fahrbahnbelag.

Neben anderen millionenschweren Renovierungen schlugen vor allem die offiziellen Reisen der Royals im Namen ihrer Majestät zu Buche. Der teuerste Trip war dabei die Karibik-Reise von Prinz Charles und Camilla im März dieses Jahres, die rund 416.000 Pfund kostete. Mehr als zwei Milliarden Pfund ließ sich die königliche Familie die Bewirtung von insgesamt 160.000 Gästen bei fast 500 offiziellen Empfängen, Essen oder Gartenpartys kosten. Dass diese Anlässe, bei denen allein 400.000 Pfund für Wein und andere alkoholische Getränke  ausgegeben wurden, keineswegs dem privaten Vergnügen der Royals diente, zeigt ein Blick auf eine Aufstellung der Events im königlichen Finanzbericht: Darunter etwa ein Treffen aller Staatsoberhäupter des Commonwealth im Buckingham Palast und der Empfang von US-Präsident Donald Trump im Schloss Windsor.

Quelle: n-tv.de, mbo

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