Wirtschaft

"Wird einige Tage dauern"Tui startet Rückholung von Urlaubern aus dem Nahen Osten

03.03.2026, 08:52 Uhr
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Die Rückholung deutscher Urlauber aus dem Nahen Osten werde einige Tage dauern, sagt Tui-Chef Sebastian Ebel bei ntv. Heute sollen die ersten Flüge mit Partner-Airlines durchgeführt werden. Der Reisebranche bringt der Krieg große Unsicherheit.

Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Frühstart von ntv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht.

"Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können", sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von TuiFly bereit. Diese seien "Stand-by, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen".

Rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter sitzen fest

"Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt", sagte Ebel bei ntv. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. "Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen." Er gehe jedoch davon aus, dass es "etwas ist, was einige Tage dauern wird".

Wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran sitzen seit dem Wochenende Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies "eine einigermaßen verlässliche Größe".

"Große Unsicherheit" in der Reisebranche

Das Thema dürfte auch die diesjährige Tourismusmesse ITB in Berlin prägen, die am heutigen Dienstag beginnt. Die Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, Anke Budde, sagte im RBB-Inforadio, derzeit werde ein großer Aufwand betrieben, um Flugzeuge in die betroffene Region zu schicken und Reisende wieder nach Hause zu holen.

Der Krieg verschärfe für die Branche auch die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, betonte Budde. "Sicherlich wird uns das wirtschaftlich, finanziell treffen, weil jetzt auf absehbare Zeit ein wichtiges Drehkreuz möglicherweise wegfallen wird", sagte die Verbandschefin mit Blick auf die Flughäfen in Dubai und Doha. "Es herrscht eine große Unsicherheit."

Die Lage könnte sich auch auf künftige Reisekosten auswirken. Zwar setze die Branche alles daran, Reisen weiterhin für jeden erschwinglich zu halten. Doch es sei mit steigenden Kosten für die Unternehmen aufgrund von höheren Ölpreisen und einem gestiegenen Beratungsaufwand zu rechnen.

Viele internationale Besucherinnen und Besucher der Fachmesse können derzeit nicht anreisen, weil am BER keine Flugzeuge aus dem Nahen Osten landen. Israel hat seine Teilnahme bereits abgesagt, ebenso die Fluggesellschaft Emirates.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

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