Wirtschaft

Bafin-Chef: "Totales Desaster" Wirecard-Werte taumeln weiter am Abgrund

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Bafin-Chef Hufeld bezeichnete die Vorgänge um Wirecard als "Schande".

(Foto: picture alliance/dpa)

Die neue Woche geht für Wirecard so weiter, wie die alte geendet hat. Nach einer Horrorwoche infolge des Bilanzskandals brechen die Aktien weiter ein. Derweil räumt Bafin-Chef Hufeld Fehler bei der Aufsicht über das Dax-Unternehmen ein.

Der von einem Bilanzskandal erschütterte Finanzdienstleister Wirecard kämpft weiter gegen existenzbedrohenden Absturz. Zu Beginn der neuen Handelswoche stürzten die Papiere des Dax-Unternehmens erneut ab. Nach dem Börsenstart büßte die Aktie fast weitere 50 Prozent auf rund 13 Euro ein. Zum Mittag erholte sie sich minimal und stieg zwischenzeitlich auf knapp 17 Euro - was immer noch einem Einbruch um knapp 35 Prozent entspricht.

Damit knüpften die Wirecard-Anteile an die immensen Verluste der vergangenen beiden Handelstage an. Der Börsenwert war bereits am Donnerstag und Freitag um insgesamt 75 Prozent auf etwas mehr als drei Milliarden Euro eingebrochen, nachdem Wirecard eingestehen musste, dass der Konzern 1,9 Milliarden Euro nicht auffinden kann. Das Unternehmen ist bereits seit mehr als einem Jahr in Bedrängnis, seit die Londoner "Financial Times" dem Management in einer Serie von Artikeln Bilanzmanipulationen vorwarf. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Münchner Staatsanwaltschaft untersuchen verschiedene Aspekte im Fall Wirecard.

Bafin-Chef Felix Hufeld räumte nun bei der Aufsicht über Wirecard Fehler ein. Was dort passiert sei, sei ein "totales Desaster", sagte der Präsident der Finanzaufsicht BaFin bei einer Bankenkonferenz in Frankfurt. "Es ist eine Schande, dass so etwas passiert ist." Private und öffentliche Institutionen, inklusive seiner eigenen Behörde, hätten versagt. "Wir sind nicht effektiv genug gewesen, einen solchen Fall zu verhindern. Ich nehme die öffentliche Kritik voll und ganz an." Zugleich verwies Hufeld darauf, dass die Bafin jedoch nur für die Aufsicht der Wirecard Bank zuständig gewesen sei, nicht für die gesamte Wirecard AG.

Wirecard hatte in der Nacht zu Montag eingeräumt, dass die verschwundenen Milliarden auf Treuhandkonten in Asien mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" nicht existierten. Die Gesellschaft war bisher von der Existenz dieser Konten ausgegangen und hatte sie als Aktivposten ausgewiesen. Wegen des anzunehmenden Milliardenbetrugs bekommt Wirecard kein Testat für die Jahreszahlen 2019.

Seit Donnerstag vergangener Woche haben sich die Ereignisse im Bilanzskandal um Wirecard dramatisch zugespitzt. Auch der umstrittene Vorstandschef Markus Braun musste seinen Posten räumen. Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit von Wirecard auf "Ramsch" herab.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/rts

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