Wirtschaft

Mitten in Hochkonjunkturphase "Wirtschaftsweise" heben Prognose an

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In der Wirtschaft herrscht in etlichen Branchen inzwischen Fachkräftemangel.

(Foto: picture alliance / Bodo Schackow)

Synchrone Expansionsphase der Weltwirtschaft: Was kompliziert klingt, bedeutet schlicht, dass die Wirtschaft rund um den Globus wächst. Als Exportnation profitiert Deutschland davon besonders. Doch die Wirtschaftsexperten warnen auch vor Gefahren.

Angetrieben vom weltweiten Konjunkturaufschwung wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung führender Ökonomen ihr Tempo in diesem Jahr noch einmal erhöhen. Deutschland befinde sich in einer Hochkonjunkturphase, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.  "Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort." Zugleich warnten die Ökonomen vor wachsenden Risiken: Für die Fortsetzung des globalen Aufschwungs sei ein reibungslos funktionierender Welthandel von zentraler Bedeutung.

Das Beratergremium der Bundesregierung erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,3 Prozent in diesem Jahr. Im Herbst hatten die Ökonomen - besser bekannt als die fünf "Wirtschaftsweisen" - ein Plus von 2,2 Prozent vorhergesagt. Die Zuwachsraten bedeuteten wohl auch, "dass die Überauslastung der deutschen Wirtschaft weiter zunimmt". Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sowie die angenommene Umsetzung der GroKo-Vorhaben sorgten für zusätzliche Wachstumsimpulse.

Weiter glänzend in Form ist auch der Arbeitsmarkt. Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen sei auf dem niedrigsten Stand seit einem Vierteljahrhundert, hieß es. Die Arbeitslosenzahl soll 2018 auf 2,373 Millionen und im kommenden Jahr dann auf 2,275 Millionen sinken. Die Knappheit an Arbeitskräften dürfte die Wachstumsdynamik zunehmend bremsen, erwarteten die Ökonomen.

Weltwirtschaft brummt

Als Hauptgrund für die Korrektur nach oben nannten die "Wirtschaftsweisen" das verbesserte außenwirtschaftliche Umfeld. "Die Weltwirtschaft erlebt derzeit die erste synchrone Expansionsphase seit Ausbruch der Finanzkrise vor rund zehn Jahren." Und so soll der Export in diesem Jahr um 6,6 Prozent und 2019 dann um 4,3 Prozent zulegen. Die Einfuhren steigen dagegen um 6,4 und 5,2 Prozent. Der private Konsum wird nach der Prognose um 1,3 und um 1,7 Prozent zulegen.

Der Sachverständigenrat hob auch seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr leicht auf 3,4 Prozent an und erwartete für 2019 einen Anstieg von 3,1 Prozent. Für den Euroraum prognostizierte das Gremium Zuwachsraten des BIP von 2,3 Prozent in diesem und 1,9 Prozent im kommenden Jahr.

Zu den drohenden Gefahren zählen die Experten vor allem die angekündigte Zollerhöhung auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump. Für die Fortsetzung des globalen Aufschwungs sei ein reibungslos funktionierender Welthandel von zentraler Bedeutung, argumentierten die Experten. "Eine Spirale aus protektionistischen Maßnahmen hätte deutliche negative Auswirkungen auf die globale und die deutsche Wirtschaft", warnten die Wirtschaftsweisen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/DJ

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