Wirtschaft

Immobilienpreise im Aufschwung Wohnraum auf dem Land wird auch teurer

Seit Jahren klettern die Immobilienpreise in Deutschland nach oben, so auch im letzten Jahr. Den rasantesten Preisanstieg verbucht dabei aber keineswegs eine der Metropolen, sondern eine Stadt im Süden Thüringens.

Die Nachfrage nach Immobilien ist in Deutschland auch abseits der Metropolen ungebrochen. 2018 wurden in mehr als 90 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte höhere Verkaufspreise als im Vorjahr verzeichnet. Das geht aus dem diesjährigen "Wohnatlas" der Postbank hervor.

Demnach stiegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in 365 von 401 Kreisen und Städten an, während im Jahr 2017 lediglich 242 Kreise einen Preisanstieg verbuchten. Im bundesweiten Mittel lag das Plus inflationsbereinigt bei 7,2 Prozent und fiel damit noch stärker aus als im Vorjahr. "Die Immobilienpreise kennen derzeit nur eine Richtung, nämlich aufwärts", erklärte Eva Grunwald, die das Immobiliengeschäft der Postbank leitet. Solange die Niedrigzinsphase anhalte und Baukredite günstig seien, sei eine "Trendwende nicht zu erwarten".

Frankfurt am Main hängt Hamburg ab

Mit Abstand am teuersten ist und bleibt dabei München. Im vergangenen Jahr wurde dort die 7000-Euro-Schwelle beim Quadratmeterpreis durchbrochen; der Durchschnittswert für Bestandsbauten in der bayerischen Landeshauptstadt lag bei 7509 Euro. Das sind 8,7 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Auf Platz zwei der teuersten Städte Deutschlands rangiert weiterhin Frankfurt am Main mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5058 Euro. Der starke Anstieg um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sorgt dafür, dass sich die deutsche Bankenmetropole spürbar von der Hansestadt Hamburg absetzt, die mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4587 Euro auf Platz drei liegt.

Berlin - im Ranking auf Platz fünf - verzeichnete im letzten Jahr den steilsten Preisanstieg unter den sieben größten Metropolen. Hier kletterten die Quadratmeterpreise um 11,4 Prozent auf im Schnitt 4166 Euro.

Rasanter Preisanstieg in Süd-Thüringen

Die stärksten Steigerungen betreffen dem "Wohnatlas" zufolge allerdings nicht die klassischen Speckgürtel der Metropolen. Von der großen Nachfrage nach Wohneigentum und dem knappen Bestand in den Großstädten profitiert demnach auch der ländliche Raum. "Die Menschen suchen im Wohneigentum eine sichere Geldanlage, in und um die Metropolen wird es zunehmend eng und teuer, deshalb weichen Kaufinteressierte verstärkt in den ländlichen Raum aus", erklärte Grunwald.

Den mit Abstand rasantesten Preisanstieg verzeichnet so auch Suhl im Süden Thüringens. Dort wurden Wohnungen und Häuser um knapp die Hälfte teurer. In den Landkreisen Kronach in Oberfranken nahe der thüringischen Grenze und im nordthüringischen Kyffhäuserkreis stiegen die Preise um mehr als 40 Prozent. Trotz dieses Anstiegs bleiben die Immobilien dort mit Quadratmeterpreisen von 1655 Euro in Suhl, 1729 Euro in Kronach und 893 Euro im Kyffhäuserkreis allerdings weiter erschwinglich.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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