Wirtschaft

US-Wirtschaft unter Volldampf Yellen deutet nächste Zinsanhebung an

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Janet Yellen tritt im Februar als Fed-Chefin ab.

(Foto: AP)

Die US-Wirtschaft brummt. Das Wachstum erreicht im dritten Quartal einen deutlich höheren Wert als vorher geschätzt. Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Fed-Zinsanhebung erheblich zu.

Angesichts überraschend guter Wachstumsdaten in den USA ist der Weg für eine dritte Zinserhöhung im laufenden Jahr wohl frei. Zwischen Juli und September legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent zu - das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Das Handelsministerium revidierte mit den Daten eine frühere Schätzung von 3,0 Prozent. Im Frühjahr hatte die Wirtschaft um 3,1 Prozent zugelegt.

Die scheidende Notenbankchefin Janet Yellen sieht angesichts der rund laufenden Konjunktur Bedarf für weitere Zinserhöhungen, äußerte sich in einem Redetext für einen Auftritt im US-Kongress jedoch nicht zum Zeitplan. Investoren rechnen damit, dass es bereits Mitte Dezember den nächsten Schritt nach oben geben wird.

Dies dürfte die letzte große Entscheidung unter Yellen werden, der im Februar der langjährige Direktor Jerome Powell nachfolgen dürfte. Dieser hat bereits signalisiert, dass er weitere schrittweise Zinserhöhungen für den besten Weg hält, um nachhaltiges Wachstum zu sichern.

Zugleich signalisierte er bereits für Dezember den nächsten Schritt, da auch wegen der im Land herrschenden Vollbeschäftigung die Argumente für eine Erhöhung "immer zwingender" würden. Er geht davon aus, dass dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent drin ist. Für nächstes Jahr veranschlagt er ein Plus von 2,0 bis 2,5 Prozent.

Aufschwung im achten Jahr in Folge

"Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass die größte Volkswirtschaft der Welt unter Volldampf steht", sagte Ökonom Jacob Deppe von der Online-Handelsplattform Infinox. Der Aufschwung in den USA hält nun bereits im achten Jahr in Folge an, nachdem die Wirtschaft im Sog der Weltfinanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 in die Rezession abgerutscht war.

Zuletzt hatte die Zentralbank Federal Reserve angesichts der guten Konjunkturentwicklung den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken im Juni auf das aktuell gültige Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent erhöht. Einen ersten Schritt nach oben im laufenden Jahr hatte sie im März gewagt.

Quelle: ntv.de, wne/rts