Wirtschaft

Daumen hoch an der Börse ZEW-Index zieht kräftig an

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Von der Bundestagswahl geht "keine besondere Unsicherheit" aus, sagt ZEW-Chef Achim Wambach.

(Foto: dpa)

Mit der deutschen Wirtschaft dürfte es in den kommenden Monaten nach Einschätzung von Börsenprofis weiter bergauf gehen: Das viel beachtete Konjunkturbarometer, das auf einer Umfrage unter Experten basiert, fällt im September besser aus als erwartet.

Wenige Tage vor der Bundestagswahl blicken Anlageprofis deutlich optimistischer als zuletzt in die nahe Zukunft: Der ZEW-Index zu den Konjunktureinschätzungen der Finanzmarktexperten in Deutschland zieht unerwartet kräftig an.

Das Barometer für die Konjunkturerwartungen steigt um sieben Zähler von 10,0 auf aktuell 17,0 Punkte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten hier im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 12,7 Punkte gerechnet. Der Indexstand liegt aber weiter deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert von 23,8 Punkten.

Der Teilindex mit den Einschätzungen zur Konjunkturlage stieg dagegen von 86,7 Punkten im August auf 87,9 Punkte. Hier hatten sich die Volkswirte im Schnitt sogar auf einen leichten Rückgang eingestellt.

Der vom Mannheimer Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Monat für Monat erhobene Index zu den Konjunktureinschätzungen hatte sich im August leicht eingetrübt. Beobachter hatten auf schwache Exporte und die laufende Diesel-Affäre als mögliche Konjunkturdämpfer verwiesen.

"Deutlich positiverer Ausblick"

Einen Monat später stellen sich die Aussichten ganz anders dar: Solide Wachstumszahlen im zweiten Quartal, ein zuletzt kräftiger Anstieg im Kreditgeschäft der Banken und anziehende Investitionen von Staat und Unternehmen dürften die Finanzmarktfachleute "zu einem deutlich positiveren Ausblick als noch im Vormonat bewogen haben", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach die Entwicklung im September. "Auch die stabile weltwirtschaftliche Entwicklung stützt die Erwartungen."

Von der Bundestagswahl scheine "ebenfalls keine besondere Unsicherheit auszugehen", meinte Wambach. Auch die Sorge um das jüngste Erstarken des Euro trete vorerst in den Hintergrund.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verbesserten sich im September ebenfalls. Der entsprechende Indikator stieg um 2,4 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 31,7. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechterte sich aber um 2,9 auf 35,5 Zähler.

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Quelle: n-tv.de, mmo/DJ

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