Besonders EinfamilienhäuserZahl der Baugenehmigungen steigt deutlich

Allein im November 2025 wird für über 20.000 Wohnungen eine Baugenehmigung erteilt - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch geben sich Experten pessimistisch.
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im November deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 20.100 Wohnungen genehmigt und damit 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit zeichnet sich auch für das Gesamtjahr 2025 ein spürbares Wachstum in Deutschland ab: Von Januar bis November gab es grünes Licht für den Bau von 215.500 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden. Das waren 11,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings reicht das vielen Experten zufolge nicht aus, um für eine echte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen.
Ein Bündnis aus Gewerkschaftern, Sozialverbänden und Bauwirtschaft hatte angesichts eines Rekorddefizits an Wohnungen vor einem "Sozialdrama" gewarnt. Insbesondere jüngere und ältere Menschen seien die großen Verlierer, hieß es in einer Untersuchung, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bündnisses "Soziales Wohnen" vorstellte. Den Autoren zufolge fehlen in Deutschland 1,4 Millionen Wohnungen. Um das Defizit bis 2030 abzubauen, wäre demnach der Neubau von gut 400.000 Wohnungen jährlich erforderlich. Der Bauindustrieverband HDB rechnete zuletzt für 2026 mit weniger als 200.000.
In den ersten elf Monaten des Jahres wuchs die Zahl der Baugenehmigungen für neue Einfamilienhäuser mit 17 Prozent auf 40.700 besonders stark. Bei den Zweifamilienhäusern sank sie dagegen um 1,6 Prozent auf 11.500. In Mehrfamilienhäusern genehmigten die Behörden 114.800 Neubauwohnungen. Das waren 13,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Stimmung im Wohnungsbau trübte sich vor der Jahreswende leicht ein. Der Geschäftsklimaindex fiel im Dezember von minus 19,3 auf minus 20,6 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut ermittelte. Die Unternehmen schätzten die Lage und die Erwartungen für die kommenden Monate negativer ein. "Der Wohnungsbau kommt nicht so recht vom Fleck", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.