Wirtschaft

Empfang bei Trump im Weißen Haus Zuckerberg lehnt Facebook-Zerschlagung ab

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Termine in der US-Hauptstadt: Mark Zuckerberg bemüht sich, eine Regulierung von Facebook zu verhindern.

(Foto: REUTERS)

Wie geht die US-Politik mit der Marktmacht des weltgrößten Online-Netzwerks um? In Washington wehrt sich Facebook-Chef Zuckerberg gegen Pläne, den Digitalkonzern in kleinere Teile aufzuspalten. Persönlich spricht er bei Trump vor.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bei Gesprächen in Washington Forderungen nach einer Aufspaltung seines Internetkonzerns zurückgewiesen. Bei seiner Tour durch die US-Hauptstadt traf er unter anderem auch mit US-Präsident Donald Trump zusammen. Der 73-Jährige empfing den jungen Multimilliardär zum persönlichen Gespräch im Weißen Haus.

Das Treffen mit dem Chef des Online-Netzwerks im Oval Office beschrieb Trump anschließend auf Twitter als "nett" (wörtlich: "nice"). Facebook wiederum teilte mit, das Gespräch sei "gut und konstruktiv" verlaufen.

Zuckerberg hat "nein gesagt"

Zuvor war Zuckerberg in Washington mit mehreren US-Senatoren zusammengekommen, um Fragen einer möglichen Regulierung zu besprechen. Dabei traf er unter anderem den demokratischen Senator Mark Warner und den republikanischen Senator Josh Hawley. Zuckerberg habe zu dem von ihm geforderten Verkauf von Whatsapp und Instagram "nein gesagt", erklärte Hawley anschließend auf Twitter.

Der Umgang mit Facebook und anderen Plattformen der neuen digitalen Öffentlichkeit ist für die US-Demokratie von enormer Bedeutung. Mit Blick auf den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf fürchten Kritiker, dass es erneut zu einer unzulässigen Einflussnahme und einer Verzerrung des Wahlergebnisses kommen könnte. Facebook-Chef Zuckerberg hatte bei der Untersuchung des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 vor dem US-Kongress Fehler eingeräumt.

Im Mittelpunkt der aktuellen Gespräche standen daneben auch Fragen rund um Sicherheit und den Umgang mit fragwürdigen Inhalten von Online-Netzwerken. Facebook steht von verschiedenen Seiten für das Löschen von Inhalten in der Kritik. Damit, so heißt es, könne der Konzern ungewollt zu einer Art Zensurinstanz in der öffentlichen Meinungsbildung werden, wenn er etwa politische Minderheitenmeinungen aus der allgemeinen Debatte herausfiltere.

Bedenken der Kartellwächter

Um solche Vorwürfe zu entkräften, will Facebook ein unabhängiges Entscheidungsgremium schaffen, das den Umgang mit Inhalten überwacht. Als Mitglieder dieses Gremiums kann sich Zuckerberg unter anderem Juristen, Verleger oder Journalisten vorstellen. Die genaue Ausgestaltung ist allerdings noch offen.

Das Angebot von Facebook erreicht über verschiedene Dienste mehr als 2,7 Milliarden Nutzer. Neben dem sozialen Netzwerk gehören zu Zuckerbergs Digitalimperium etwa der Facebook Messenger, Whatsapp und auch Instagram. Mehr als ein Dutzend US-Bundesstaaten leiteten kürzlich eine gemeinsame Untersuchung wegen möglicher Kartellrechtsverstöße durch Facebook ein.

Dabei soll herausgefunden werden, ob der Internetgigant die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher eingeschränkt und die Preise für Werbeanzeigen hochgetrieben hat. Auch der Umgang des Onlinenetzwerks mit den Daten seiner Nutzer soll dabei geprüft werden.

Quelle: n-tv.de

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