Rechtssreit um GlyphosatZweifel an Milliarden-Vergleich lassen Bayer-Aktie abstürzen

Im milliardenschweren US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat steht Bayer vor einer neuen Hürde. Die juristische Hängepartie belastete die Aktie am Mittag schwer. Mit einem Minus von rund fünf Prozent führt das Unternehmen die Verliererliste im Dax mit Abstand an.
Wegen des Rechtsstreits um den Unkrautvernichter Glyphosat kommt die Bayer-Aktie erneut unter Druck. Das Papier notiert am Mittag rund 5 Prozent im Minus und ist schwächster Wert im Dax, nachdem einzelne Klägeranwälte versucht haben, den im Frühjahr ausgehandelten 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Sammelvergleich von einem Gericht in Missouri an ein Gericht in Kalifornien zu verlegen. Dessen Richter gilt als kritisch gegenüber Bayer und hat vor Jahren schon einmal einen Sammelvergleich des Monsanto-Mutterkonzerns platzen lassen.
Ein Bayer-Sprecher kündigte an, gegen die vom Judicial Panel on Multidistrict Litigation verhängte bedingte Anordnung vorzugehen, um die Rückverlegung des Verfahrens zu erreichen. "Wir sind zuversichtlich, dass unsere Argumente dafür sprechen, dass der Fall des Sammelvergleichs an das Staatsgericht von Missouri zurückverwiesen werden sollte", sagte er.
Bayer hatte sich im Februar mit den großen Schadensersatzkanzleien in den USA auf einen Vergleich im Gesamtvolumen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar geeinigt, der sämtliche bisherigen und künftigen Klagen abdeckt, bei denen eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom auf den Einsatz von Roundup zurückgeführt wird. Das zuständige Gericht in Missouri hatte den Vergleich Anfang März vorläufig gebilligt, endgültig steht die Zustimmung aber noch aus.
Bayer-Chef Bill Anderson hat den Investoren versprochen, die vielen Rechtsrisiken, unter denen der Pharma- und Agrarchemiekonzern seit Jahren leidet, 2026 deutlich einzudämmen. Ein erfolgreicher Sammelvergleich ist dazu ein wesentlicher Baustein. Sollte der Vergleich scheitern, wäre dies ein massiver Rückschlag für Bayer und Anderson und sein Versprechen wohl nicht mehr zu halten.