Der Börsen-TagDax im Rheinmetall-Schock
Der Dax enttäuscht im internationalen Vergleich an diesem Mittwoch. Der deutsche Leitindex geht mit einem Abschlag von 0,62 Prozent bei 24.6740 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich notierte er sogar 1,1 Prozent im Minus. Für den Euro-Stoxx-50 geht es dagegen nur um knapp 0,3 Prozent Punkte nach unten, der eher defensiv aufgestellte SMI in der Schweiz legt sogar deutlich mehr als ein Prozent zu und notiert auf einem Allzeithoch. Auch die Wall Street verzeichnet am Nachmittag nach den gestrigen Verlusten eine deutliche Erholung.
Die große Belastung für den Dax heute hat einen Namen: Rheinmetall. Deutschlands Rüstungsprimus verzeichnet einen historischen Kurssturz um 19 Prozent. Das hat diese Aktie seit dem Ende des Kalten Kriegs nicht mehr erlebt. Sie hat seit dem Hoch im vergangenen Jahr nun über 50 Prozent an Wert verloren. Grund für den Einbruch ist, dass Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius laut übereinstimmenden Medienberichten das Marine-Projekt zum Bau von F126-Fregatten beendet hat. Wie zuerst der Spiegel berichtete, sollen statt der sechs geplanten Kriegsschiffe nun acht der kleineren Fregatten des Typs "Meko-200" des deutschen Herstellers TKMS angeschafft werden. TKMS steigen daraufhin um 11,5 Prozent.
Als ein Hoffnungssignal wertet Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment den Ifo-Anstieg im Juni. Er liefere aber noch keinen konjunkturellen Befreiungsschlag. Die Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Konflikt mit einer raschen Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus dürfte zur besseren Stimmung beigetragen haben.