"Goldmarkt wird in Richtung 5000 gehen"
Wall Street leicht im Plus
Wegen schwindender Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges sind US-Anleger nur mit angezogener Handbremse unterwegs. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung jeweils knapp im Plus bei 54.067 beziehungsweise 7758 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte kaum verändert bei 26.600 Zählern.
Die Titel von Rocket Lab verloren nach einer pessimistischen Margenprognose rund vier Prozent. Hohe Kosten für den Ausbau der Startdienste und der Produktion von Raumfahrtsystemen belasten die Profitabilität des Raumfahrtunternehmens. Aus den Depots flogen auch die Papiere des Telemedizinanbieters Hims & Hers, die zwei Prozent einbüßten. Gestiegene Kosten für die Umstellung auf Markenmedikamente zur Gewichtsreduktion sorgten bei dem Unternehmen im zweiten Quartal für einen überraschend großen Verlust.
Oman-Iran-Gespräche im Blick - Ölpreise fallen
Anzeichen für Fortschritte bei den Gesprächen zwischen dem Oman und dem Iran haben die Ölpreise ins Minus gedrückt und dem Dax einen neuen Rekord beschert. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und das US-Leichtöl WTI, die zuvor um bis zu drei Prozent angezogen hatten, verbilligen sich um jeweils fast ein Prozent auf 87,00 und 81,56 Dollar je Fass (159 Liter). Der Dax sprang auf Rekordhoch.
Die Gespräche zwischen dem Oman und dem Iran über die Zukunft der Schifffahrt in der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums. "Jegliche Anzeichen einer Deeskalation oder einer Einigung sind eine gute Nachricht für Risikoanlagen und eine schlechte für den Ölpreis", sagte Analyst Fawad Razaqzada vom Broker City Index.
Dax nach US-Handelseröffnung mit neuem Rekord
Nach einem zunächst lahmen Handelsverlauf hat der Dax am Nachmittag die zweite Luft bekommen. Nach Eröffnung des Handels an der Wall Street erreichte der deutsche Leitindex mit 26.464 Punkten ein neues Allzeithoch, das bedeutete ein Plus von 0,5 Prozent. Der EuroStoxx50 stieg um 0,5 Prozent auf 6569 Stellen.
Klöckner & Co müssen SDax verlassen - OHB steigen auf
Die Aktien von Klöckner & Co müssen den SDax verlassen und werden durch OHB ersetzt. Dies teilte der Index-Betreiber Stoxx mit. Grund dafür sei das Delisting nach der Übernahme des Stahlhändlers durch das US-Unternehmen Worthington Steel. Die Änderungen treten mit Handelsbeginn am Donnerstag in Kraft.
Bitcoin steigt
Mit dem Bitcoin-Kurs geht es am Nachmittag nach oben, nachdem die wichtigste Kryptowährung zuvor leicht verloren hatte. Grund waren schwindende Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus schwinden, was Anleger dazu veranlasste, riskante Anlagen zu meiden. Der Bitcoin steigt nun um 0,6 Prozent auf 64.315,86 US-Dollar.
Umstieg auf Marken-Abnehmmedikamente setzt Aktie von Hims & Hers zu
Ein unerwartet hoher Quartalsverlust hat die Aktie des US-Telemedizinanbieters Hims & Hers auf Talfahrt geschickt. Die Papiere verlieren im vorbörslichen Handel an der Wall Street 5,4 Prozent. Hims & Hers verzeichnete im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 37 Cent je Aktie, während Analysten laut LSEG-Daten lediglich mit einem Verlust von einem Cent gerechnet hatten. Als Grund nannte das Unternehmen gestiegene Kosten für die Umstellung auf Markenmedikamente zur Gewichtsreduktion. Dieser Schritt, der eine Reaktion auf strenge regulatorische Auflagen für Rezepturarzneimittel ist, führte im zweiten Quartal zu Kosten von 4,6 Millionen Dollar. Hims & Hers erwartet, im Jahr 2027 in die Gewinnzone zurückzukehren.
US-Börsen gebremst
Die US-Börsen dürften zum Start in den heutigen Handel zunächst auf der Stelle treten. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich kaum verändert. Steigende Ölpreise und Anleiherenditen dämpfen die Kauflust, wie Marktteilnehmer sagen. Ein Ende des Iran-Kriegs ist noch immer nicht in Sicht, zumal US-Präsident Donald Trump die iranischen Forderungen nach Reparationsleistungen zurückgewiesen hat. Der Brentölpreis steigt daraufhin um etwa 2,5 Prozent auf rund 90 Dollar.
Am Anleihemarkt ziehen die Renditen weiter an. Die Zehnjahresrendite klettert um drei Basispunkte auf 4,73 Prozent. Der Dollar tendiert gut behauptet. Konjunkturdaten kommen vom Immobilienmarkt mit den Verkäufen bestehender Häuser aus dem Juli.
Sportschuhersteller-Aktie tiefrot
Der Schweizer Sportartikelhersteller On hat im zweiten Quartal wegen höherer Kosten und eines mauen Konsumumfelds die Markterwartungen verfehlt. Die Aktie des von Tennis-Star Roger Federer unterstützten Unternehmens stürzte daraufhin im vorbörslichen US-Handel um 15 Prozent ab. Der Umsatz lag bei 850,3 Millionen Franken, während Analysten im Schnitt mit knapp 880 Millionen Franken gerechnet hatten. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 0,35 Franken knapp die Schätzungen von 0,34 Franken.
Experte: Nvidia droht "Damoklesschwert" Zinserhöhung
Der Chiphersteller Nvidia will mit sechs großen Finanzinstituten mehr als 500 Milliarden US-Dollar für den Ausbau von KI-Infrastruktur mobilisieren. Finanzmarktexperte Martin Utschneider sieht diesen Schritt grundsätzlich positiv, warnt aber auch vor möglichen Risiken.
Neues vom Geldmarkt
Ruhig zeigt sich der Euro-Geldmarkt in Frankfurt. Die Sätze bewegen sich nur jeweils nach Liquiditätsbedarf. An einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der September-Sitzung gibt es weiter nur wenig Zweifel. Stärker diskutiert wird die Situation bei den US-Zinsen. Dort zeigen steigende Renditen bei gleichzeitige stabilem Euro-Dollar-Kurs, dass die Laufzeitprämien weiter steigen. Die Unsicherheiten gehen auf den neuen Fed-Chef Kevin Warsh zurück, der eine Forward Guidance verweigert. Klar im Fokus stehen daher die US-Inflationsdaten am Mittwoch. Sie werden als Wegweiser für die kommende US-Notenbank-Sitzung gesehen.
Tagesgeld: 2,13 - 2,38 (2,15 - 2,30), Wochengeld: 2,13 - 2,37 (2,15 - 2,31), 1-Monats-Geld: 2,27 - 2,47 (2,20 - 2,40), 3-Monats-Geld: 2,23 - 2,45 (2,40 - 2,65), 6-Monats-Geld: 2,68 - 2,77 (2,62 - 2,81), 12-Monats-Geld: 2,70 - 2,86 (2,66 - 2,90), Euribors: 10.08. 07.08. 3 Monate: 2,4750 2,4740, 6 Monate: 2,6620 2,6830, 12 Monate: 2,9050 2,8980
Warum Gold das Potenzial hat, "wieder durchzustarten"
Gold könnte bald wieder die Marke von 4500 US-Dollar je Feinunze durchbrechen. Denn die Zentralbanken von China und Südkorea kaufen Goldreserven. Außerdem machen Zinsen und Krieg das Edelmetall auch für andere Anleger wieder attraktiv, erklärt ntv-Börsenreporterin Corinna Wohlfeil.
Schutz vor Cyberkriminalität schafft Riesenmarkt
Künstliche Intelligenz schafft viele neue Möglichkeiten - allerdings auch für Betrüger und Datendiebe. Entsprechend ist auch der Bedarf an entsprechenden Sicherheitslösungen gestiegen. Welche neuen Möglichkeiten das für Anleger bietet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anja Schneider von der Société Générale.
Gewinnsprung bei Salzgitter
Salzgitter hat dank eines hohen Beitrags seiner Beteiligung am Kupferproduzenten Aurubis im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung verbucht und seine Jahresziele angehoben. Der bereinigte Gewinn vor Steuern (Ebt) kletterte auf 257,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 83,8 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte, wie der Stahlkonzern mitteilte. Für das Gesamtjahr rechnet Salzgitter nun mit einem bereinigten Vorsteuergewinn zwischen 325 und 425 Millionen Euro. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr mit 4,6 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahresniveau.
"Trotz anhaltend herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und geopolitischer Unsicherheiten haben wir ein erfreuliches Ergebnis erzielt", sagte Konzernchef Gunnar Groebler. Maßgeblich dafür war ein Ergebnisbeitrag der Aurubis-Beteiligung von 193 Millionen Euro. Zudem hätten sich die Geschäftsbereiche Stahlerzeugung, Handel und Technologie deutlich verbessert. Auch das Sparprogramm P28 trug mit Einsparungen von 97 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 43,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 88,9 Millionen Euro im Vorjahr.
Dax leicht rötlich
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax tut sich mangels wichtiger Daten auch heute schwer. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,2 Prozent tiefer bei 26.271 Punkten. Der EuroStoxx50 lag kaum verändert bei 6537 Stellen. Der Euro präsentierte sich mit 1,1536 US-Dollar etwas weicher.
Experte Dudenhöffer: E-Auto-Prämie hilft den Falschen
Die staatliche E-Auto-Prämie hat die Nachfrage nach E-Autos kräftig gesteigert. Doch auch die Kritik von Experten wächst. Die Förderung sei überflüssig und helfe vor allem chinesischen Herstellern, kritisiert Ferdinand Dudenhöffer.
PNE-Kurs stürzt ab
Das Fragezeichen hinter einen Verkauf des Unternehmens belastet die Aktien von PNE. Die Titel des Wind- und Solarparkentwicklers verlieren rund 19 Prozent. Die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber lägen unterhalb des Börsenkurses der PNE-Aktie, hatte das Unternehmen am Montagabend mitgeteilt. Daher sei ungewiss, ob es zu einer Transaktion kommen werde.
Insider: Shein will kommende Woche Startschuss für Börsengang geben
Der chinesische Online-Modehändler Shein will Insidern zufolge bereits am Mittwoch nächster Woche seinen Börsengang in Hongkong einleiten. Das Unternehmen werbe in dieser Woche bei Investoren für die Aktien, hieß es. Eine Stellungnahme von Shein lag zunächst nicht vor. Der Fast-Fashion-Anbieter mit Sitz in Singapur strebt dabei eine Bewertung zwischen 30 und 40 Milliarden US-Dollar an, wie Reuters in der vergangenen Woche berichtete.
Die angestrebte Bewertung wäre ein deutlicher Abschlag im Vergleich zu früheren Finanzierungsrunden. 2022 wurde Shein noch mit 98,2 Milliarden Dollar bewertet, bei Kapitalerhöhungen in den Jahren 2023 und 2024 dann mit 64 Milliarden Dollar. Die niedrigere Bewertung spiegele wachsende geschäftliche Herausforderungen wider, hieß es.
Rheinmetall-Aktienkurs mit Aufwärtspotenzial
Um 0,5 Prozent geht es im Dax mit der Rheinmetall-Aktie nach oben. Eine durchschnittliche jährliche Ebita-Wachstumsrate von 35 Prozent bis 2030 spiegele das attraktive Engagement der Düsseldorfer in wichtigen europäischen Wiederbewaffnungsthemen sowie eine starke geografische Positionierung wider, heißt es von RBC. Hier liege der RBC Euro Defence-Durchschnitt bei 16 Prozent. Ein wachsender freier Chasflow biete zudem M&A-Optionalität. Obwohl ein gewisses Risiko fortbestehe, schätzen die Analysten, dass der aktuelle Aktienkurs nur 50 Prozent des erwarteten Ebita-Wachstums für den Zeitraum 2026 bis 2030 impliziert.
Lufthansa und Pilotengewerkschaft in Schlichtung - kein Streik
Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wollen die schwelenden Tarifkonflikte nach den kostspieligen Streiks im Frühjahr mit Schlichtungen lösen. Wie die VC in einem Rundschreiben an die Mitglieder mitteilte, wurden Schlichtungsverfahren für die Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und den Ferienflieger Eurowings vereinbart. Diese seien wesentlicher Bestandteil einer Verfahrensvereinbarung, die zudem eine Mediation über "weitere Themen unserer Tarifbeziehungen" umfassen soll. Die Lufthansa bestätigte heute die Einigung mit der VC. Weitere Streiks der Pilotinnen und Piloten drohen damit vorerst nicht.
RTL gleicht Werbeflaute mit Streaming aus - Ausblick um Sky angepasst
Die RTL Group hat im ersten Halbjahr trotz der Werbeflaute im TV-Geschäft Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Senderkette, zu der auch ntv gehört, profitierte dabei von ihrem mittlerweile profitablen Streaming-Geschäft und der zum 1. Juni abgeschlossenen Übernahme von Sky Deutschland. Der Ausblick 2026 wurde um den Zukauf angepasst, der dieses Jahr einen Umsatzbeitrag von etwa einer Milliarde Euro leisten dürfte. Der Ausblick für den operativen Gewinn bleibt unverändert. Für das Streaming-Geschäft wird die Bertelsmann-Tochter zuversichtlicher.
Für das laufende Jahr erwartet die RTL Group nun einen Umsatz von 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro nach sechs Milliarden im Vorjahr, und damit rund eine Milliarde mehr als vor dem Sky-Zukauf. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) wird weiterhin bei 725 Millionen Euro mit einer möglichen Abweichung von drei Prozent nach oben oder unten gesehen. Im Vorjahr hatte RTL 661 Millionen verdient. Ein höherer Ergebnisbeitrag aus dem Streaming-Geschäft, der nun bei rund 100 Millionen Euro statt 25 bis 50 Millionen Euro gesehen wird, soll das schwächere lineare TV-Geschäft ausgleichen.
Ölpreise ziehen erneut an
Am Rohstoffmarkt ziehen die Ölpreise weiter an. So verteuert sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent auf 88,00 Dollar. Der Preis für das US-Öl WTI steigt auf 82,45 Dollar. Beide Sorten erreichen damit den höchsten Stand seit dem 31. Juli.
Gold-Rally nimmt Fahrt auf
Gold verteuert sich weiter. Eine Feinunze notiert aktiell 0,5 Prozent höher bei 4412,50 Dollar. Das Edelmetall werde anscheinend von einem schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht gestützt, kommentiert Inki Cho von Exness. Die Daten hätten die geldpolitischen Erwartungen belastet, wobei die Märkte nun bei der nächsten Sitzung der Federal Reserve mit keiner Zinsänderung rechneten, was das Edelmetall stütze, so der Stratege.
Ein Umfeld höherer Zinsen belastet in der Regel unverzinsliche Anlagen wie Gold. Die Käufe der Zentralbanken stützten Gold längerfristig weiterhin, sagt er und verweist darauf, dass China seine Reserven weiter aufgestockt und im Juli 20 Tonnen hinzugefügt habe.
Tippelschritte sind das neue Dax-Motto
Der Dax startet kaum verändert in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 26.340 Punkten, nachdem er bereits zum gestrigen Wochenstart sich kaum bewegt und mit 26.323 Zählern geschlossen hatte. Marktteilnehmern zufolge haben die Börsianer bereits die zur Wochenmitte anstehenden US-Inflationsdaten im Blick und erhoffen sich daraus Hinweise auf die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
Hohe Kosten belasten SpaceX-Rivalen
Hohe Kosten für den Ausbau der Startdienste und der Produktion von Raumfahrtsystemen belasten die Profitabilität von Rocket Lab. Das US-Raumfahrtunternehmen stellte für das dritte Quartal eine Bruttomarge zwischen 29 und 31 Prozent in Aussicht. Damit verfehlte der Konzern die durchschnittliche Schätzung der Analysten von 37,6 Prozent, wie aus Daten der LSEG hervorgeht. Die Aktie des im kalifornischen Long Beach ansässigen Unternehmens gab im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent nach. Beim Umsatz rechnet Rocket Lab im laufenden Vierteljahr dagegen mit 250 bis 265 Millionen Dollar und übertrifft damit die Erwartungen von 238,5 Millionen Dollar.
Die Sparte für Raumfahrtsysteme, die unter anderem Satellitenbauteile und Solarzellen anbietet, ist die größte Einnahmequelle des Unternehmens. Rocket Lab will sich damit breiter aufstellen und nicht nur auf die Starts seiner "Electron"-Rakete verlassen. Derzeit entwickelt der Konzern zudem die teilweise wiederverwendbare Trägerrakete "Neutron", die dem Unternehmen einen größeren Anteil an kommerziellen und zivilen Missionen sowie an Aufträgen der US-Regierung im Bereich der nationalen Sicherheit einbringen soll.
Aufschläge in Südkorea - Abgaben in China
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich uneinheitlich: Deutliche Aufschläge in Südkorea stehen Verlusten in China gegenüber. In Japan ruht der Handel wegen eines Feiertages. Bei der Einschätzung zum Fortgang des Iran-Krieges mit Inflationsrisiken wegen der Ölpreisentwicklung und den Unsicherheiten hinsichtlich des Ausblicks für die US-Leitzinsen kämen Anleger der Region zu unterschiedlichen Einschätzungen, heißt es.
Der südkoreanische Kospi verharrt in seinem extremen Volatilitätsmodus, er steigt um 1,5 Prozent, nach einer Eröffnung 0,9 Prozent im Minus. Schwächere US-Arbeitsmarktdaten hatten zuletzt Zinserhöhungssorgen in den USA gedämpft und den Markt gestützt. Nun hoffen Anleger, dass die am Mittwoch anstehenden US-Inflationsdaten diese Hoffnung bestätigen werden. Die Anlegerstimmung im zinssensiblen Technologiesektor bleibe weiterhin relativ optimistisch, heißt es. Schlagzeilen rund um die KI-Nachfrage helfen.
Chinesische Aktien zeigen sich hingegen verhaltener. Der Shanghai Composite verliert 0,1 Prozent und der HSI in Hongkong 0,6 Prozent. Nach zuletzt schwachen Daten hofften Anleger auf mehr staatliche Stimuli, die jedoch bislang ausgeblieben seien, heißt es.
Uniper setzt auf Rechenzentren
Uniper hat nach Zuwächsen im ersten Halbjahr seine Erwartungen für 2026 leicht angehoben und will das Geschäft mit Rechenzentren deutlich ausbauen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted Ebitda) sei auf 711 Millionen Euro gestiegen nach 379 Millionen im Vorjahreszeitraum, teilte der verstaatlichte Energiekonzern mit. Im Gesamtjahr peilt Uniper nun ein Ergebnis in einer Bandbreite von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro nach bislang 1,0 bis 1,3 Milliarden an. Für das Geschäft mit der Stromversorgung für Rechenzentren würden noch in diesem Jahr weitere Investitionsentscheidungen getroffen.
Wohin zieht es den Dax?
Der Dax wird wenig verändert in den Handel starten. Bereits zum Wochenanfang hatte sich der deutsche Leitindex nach der jüngsten Rally kaum vom Fleck bewegt und war stabil bei 26.323 Punkten aus dem Handel gegangen. Schwindende Hoffnungen auf eine Öffnung der Straße von Hormus und anziehende Ölpreise belasteten auch die drei wichtigsten Indizes an der Wall Street.
Neben der Lage in Nahost haben Anleger vor allem eine Reihe Firmenbilanzen im Blick. Im Fokus stehen die Immobilienkonzerne Deutsche Wohnen und TAG Immobilien. Auch der verstaatlichte Energiekonzern Uniper legt Zahlen vor. Mit Interesse blicken Anleger zudem auf Aussagen zum Stand der Privatisierung. Der Bund hatte Uniper in der Energiekrise 2022 übernommen und damit eine drohende Pleite abgewendet. Die EU-Wettbewerbshüter hatten den Bund verpflichtet, bis 2028 seinen Anteil an Uniper bis auf 25 Prozent plus eine Aktie abzubauen.
Das ist Deutschlands beliebteste E-Auto-Marke
Der Anstieg der Kraftstoffpreise seit Ausbruch des Iran-Krieges lässt für Autofahrer den Umstieg auf das Elektroauto attraktiver erscheinen. Laut einer Umfrage der Kfz-Versicherung HUK-Coburg gaben 24 Prozent der Befragten an, deshalb erstmals die Anschaffung eines E-Autos in Betracht zu ziehen oder einen solchen Plan jetzt rascher umzusetzen. "Der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hat eine neue Dimension erreicht, auch angetrieben durch stark gestiegene Spritpreise", sagte der für Kfz-Versicherungen zuständige HUK-Vorstand Jörg Rheinländer.
Seit Beginn des Krieges der USA gegen Iran haben sich Benzin und Diesel stark verteuert – zuletzt kostete ein Liter Super E10 nach Angaben des ADAC im Schnitt 2,14 Euro, rund 30 Cent mehr als vor dem Militärkonflikt, der die Ölpreise in die Höhe treibt. Die Nachfrage nach neuen Elektroautos und Plug-in-Hybriden wird außerdem durch die staatliche Förderung für Privathaushalte mit kleinen und mittleren Einkommen angekurbelt.
Im zweiten Quartal stieg jeder achte Versicherte der HUK von einem Auto mit Verbrennungsmotor auf ein reines Elektroauto um, so viele wie nie zuvor. Dabei entschieden sich Vielfahrer, die von hohen Kraftstoffpreisen stärker getroffen werden, häufiger als Wenigfahrer für den Abschied vom Verbrennungsmotor. Elektroautos boomen: Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) stiegen die Neuzulassungen im ersten Halbjahr sprunghaft um 48 Prozent auf 368.000, ihr Marktanteil erreichte knapp 25 Prozent. Die Auswertung der HUK, der größten deutschen Autoversicherung für Privatkunden, ergab zudem, dass Tesla derzeit mit einem Anteil von zwölf Prozent die beliebteste E-Auto-Marke ist.
Windparkentwickler zweifelt an Verkauf des Unternehmens
PNE setzt mit Blick auf die vorliegenden Gebote ein Fragezeichen hinter einen Verkauf des Unternehmens. Die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber lägen unterhalb des Börsenkurses der PNE-Aktie, teilte der Wind- und Solarparkentwickler mit. "Vor diesem Hintergrund ist aktuell unsicher, ob es zu einer Transaktion kommen wird und wie deren Bedingungen aussehen würden." PNE wird an der Börse mit gut 750 Millionen Euro bewertet, gestern verlor die Aktie 4,7 Prozent.
PNE reagierte damit auf einen Bericht des "Handelsblatts", das unter Berufung auf Insider berichtet hatte, dass PNE bei einem Verkauf mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet würde - "sollte sich ein Käufer finden". Vorläufige Gebote für PNE waren im Juni fällig. PNE hatte einen Verkaufsprozess aufgesetzt, nachdem der Mehrheitsaktionär, ein Infrastruktur-Fonds der Bank Morgan Stanley (50,06 Prozent), nach einem Käufer Ausschau gehalten hatte. Reuters hatte erfahren, dass auch andere PNE-Aktionäre verkaufswillig wären. Zweitgrößter Anteilseigner ist der aktivistische Investor Active Ownership (AOC, 12,05 Prozent), gefolgt von Samson Rock Capital (9,92 Prozent).
Tausende Klagen gegen Meta und TikTok zugelassen
Ein US-Berufungsgericht hat den Weg für Tausende Klagen gegen Meta Platforms, die Google-Mutter Alphabet, die zu ByteDance gehörende Plattform TikTok und Snap geebnet. In den Klagen wird den Konzernen vorgeworfen, ihre Produkte so gestaltet zu haben, dass sie junge Nutzer süchtig machen. Das Gericht in San Francisco wies eine Berufung von Meta und TikTok zurück, mit der die Konzerne eine frühere Gerichtsentscheidung kippen wollten.
Die Unternehmen hatten argumentiert, dass ein Gesetz aus dem Jahr 1996, das Online-Firmen in der Regel vor Klagen wegen von Nutzern veröffentlichter Inhalte schützt, auch für die aktuellen Vorwürfe gelte. Das Berufungsgericht entschied jedoch, dass das Gesetz zwar eine Verteidigung gegen eine Haftung biete, aber keine Immunität gegen Klagen an sich. Daher sei die Berufung verfrüht.
Das Gericht lehnte zudem einen Antrag von Meta ab, einen für Mittwoch angesetzten Prozessbeginn zu verschieben. In diesem Verfahren werfen 29 US-Bundesstaaten dem Konzern vor, illegal Daten von Kindern gesammelt, seine Plattformen süchtig machend gestaltet und die Nutzer über deren Sicherheit getäuscht zu haben.
Zins-Wette bewegt Anleger
Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran treiben die Ölpreise in die Höhe und sorgen für eine uneinheitliche Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. US-Präsident Donald Trump hatte als neue Bedingung für ein Friedensabkommen Reparationszahlungen des Irans gefordert. Dies erschwert die Bemühungen um eine Wiedereröffnung der wichtigen Schifffahrtsstraße von Hormus. "Wir befinden uns jetzt in einer Art Patt-Situation, in der es darum geht, wer zuerst nachgibt", sagt Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans tendiert seitwärts. Die Anleger blicken nun auf die am Mittwoch anstehenden US-Inflationsdaten. Ein unerwartet starker Anstieg könnte die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im nächsten Monat neu entfachen.
Pfund rückt in den Fokus
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,29 Yen und legt leicht auf 6,7443 Yuan zu. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1541 Dollar. Das Pfund Sterling gibt nach dem gestern erreichten Monatshoch nach und notiert bei 1,3512 Dollar.
Nvidia will halbe Billion mobilisieren
Nvidia will gemeinsam mit sechs großen Finanzinstituten mehr als 500 Milliarden Dollar an Kapital von Dritten für den Ausbau von KI-Infrastruktur mobilisieren. Dazu habe Nvidia Absichtserklärungen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterzeichnet, teilte das Unternehmen mit. Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte, der Konzern habe die Option, bis zu 125 Milliarden Dollar, oder 25 Prozent der potenziellen Geschäfte, abzusichern.
Die Initiative unterstreicht die stark steigende Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz (KI). Ziel sei es, den Zugang zu auf Nvidia-Technik basierender Infrastruktur für führende KI-Entwickler, Unternehmen, Regierungen und Cloud-Anbieter zu erweitern. "Diese Finanzierungsplattformen werden den Kunden helfen, in großem Umfang auf knappe Rechenleistung zuzugreifen und die KI-Fabriken zu bauen, die in der Ära der KI jede Branche und jedes Land antreiben werden", sagte Huang. Finanzielle Details oder einen Zeitplan nannte Nvidia nicht.
Ein Bericht muss es reißen
Der Dax lässt nach dem Vorwochenplus von 2,7 Prozent für den Rest dieser Handelswoche noch deutlich Luft nach oben. Zum gestrigen Wochenauftakt schloss der deutsche Börsenleitindex mit einem Stand von 26.324 Punkten nahezu unverändert. Er liegt damit aber weiter in Reichweite seines in der Vorwoche aufgestellten Allzeithochs von 26.445 Zählern. Die Ölpreise hatten wieder zugelegt, weil eine Öffnung der Straße von Hormus erneut in weite Ferne gerückt war aufgrund umfangreicher Forderungen des Iran an die USA.
Heute könnte ein weiterer ruhiger Handelstag anstehen, denn die Agenda ist alles andere als prall gefüllt: Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper legt seinen Bericht für das erste Halbjahr vor. Neben den Ergebnissen und Prognosen dürfte sich das Interesse vor allem auf Aussagen zum Stand der Privatisierung richten. Der Bund hatte Uniper in der Energiekrise 2022 übernommen und damit eine drohende Pleite abgewendet. Die EU-Wettbewerbshüter hatten den Bund verpflichtet, bis 2028 seinen Anteil an Uniper bis auf 25 Prozent plus eine Aktie abzubauen. Interessenten sollten sich bis Mitte Juni melden. Neben einem Verkauf ist auch ein Börsengang möglich.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.