Dax fällt tief
Schwindende Hoffnungen auf einen Frieden zwischen den USA und dem Iran haben den deutschen Aktienmarkt auf Talfahrt geschickt. An der Frankfurter Börse zeigten sich Anleger nervös, nachdem US-Präsident Donald Trump die jüngsten Forderungen aus Teheran als "Müll" zurückgewiesen hatte und warnte, die seit Anfang April geltende Waffenruhe werde nur noch künstlich am Leben gehalten. So verlor der Dax 1,6 Prozent und ging mit 23.955 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 1,5 Prozent tiefer bei 5806 Zählern.
"Im Konflikt mit dem Iran scheint sich der Ton wieder zu verschärfen", konstatierte Commerzbank-Analyst Michael Pfister. "Entscheidend ist, dass die Straße von Hormus ohne eine wie auch immer geartete Einigung weiter geschlossen bleibt, mit all den dazugehörigen Auswirkungen auf die Inflation und die Zentralbankentscheidungen." Mit jedem Tag, der vergehe, dürften die Konsequenzen dieser Schließung gravierender werden.
Bei den Einzelwerten gewannen Bayer 3,7 Prozent. Ein starkes Agrargeschäft hat dem Pharma- und Agrarkonzern zum Jahresstart überraschend viel Rückenwind verliehen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) lag im ersten Quartal mit 4,45 Milliarden Euro mehr als 500 Millionen Euro über den Vorhersagen der Analysten. "Ergebnis Crop Science war stark, vor allem Soja und Maissaatgut, sowie Kostensenkungen", kommentierten die Analysten der DZ Bank.
Dagegen brachen Munich Re um 6,1 Prozent ein und sackten damit auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer hat angesichts bröckelnder Preise sein Geschäft in den Verhandlungen mit den Erstversicherern deutlich zurückgefahren. In der April-Erneuerungsrunde, in der es vor allem um Geschäft in Asien geht, habe man 18,5 Prozent weniger Geschäft gezeichnet.
Investieren statt spekulieren
Bitcoin bleibt die wichtigste Kryptowährung, doch die starken Kursschwankungen verunsichern weiterhin. Nach dem Rekordhoch folgte ein massiver Rücksetzer, beeinflusst von geopolitischen Krisen, Zinspolitik und Inflation. Wie Anleger die Schwankungen mit Sparplänen langfristig reduzieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Nazli Visne von der Kryptobörse Kraken.
Silber verliert nach starkem Anstieg wieder
Der aktivste Silber-Future fällt um 1,4 Prozent, nachdem er am Montag einen kräftigen Sprung von über sechs Prozent verzeichnet hatte. Die Befürchtung einer Pattsituation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran stärkt den US-Dollar, und auch die Rohöl-Futures notieren höher, was Edelmetalle für heute zu einer weniger gefragten Anlage macht.
Längerfristig jedoch dürfte die industrielle Nutzung von Silber zusätzlich zu seinem Status als sicherer Hafen die Preise weiter stützen, schreibt Bas Kooijman von DHF Capital in einer Research Note. "Die Nachfrage aus den Bereichen Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Elektronik, KI-Infrastruktur und Automobilproduktion könnte dazu beitragen, den Abwärtsdruck zu begrenzen," so Kooijman.
Mahle macht Werk dicht
Der Autozulieferer Mahle will seinen Standort im bayerischen Neustadt an der Donau mit rund 350 Beschäftigten schließen. Als Gründe nennt das Stuttgarter Unternehmen auslaufende Kundenaufträge, gleichzeitig rückläufige Marktentwicklungen sowie einen gestiegenen Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa, weshalb Mahle sein Umsatzniveau nicht mehr halten könne. "Das macht einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich", heißt es laut Mitteilung. IG Metall und Betriebsrat widersprechen.
Ab Ende 2026 sollen die Produktionslinien schrittweise heruntergefahren und die Belegschaft entsprechend reduziert werden. Vollständig geschlossen werden soll der Standort dann im ersten Halbjahr 2027. Das Unternehmen spreche mit Arbeitnehmervertretern über sozialverträgliche Lösungen, hieß es. In dem seit 1987 bestehenden Werk werden Firmenangaben zufolge hauptsächlich Klimageräte für Premium-Pkw produziert.
Bitcoin leidet unter US-iranischer Pattsituation
Bitcoin bleibt unter Druck, da die Bemühungen um eine Beilegung des Iran-Krieges kaum Fortschritte zeigen und die jüngste Rallye bei Technologieaktien eine Pause einlegt. Präsident Trump hat am Montag gesagt, der Waffenstillstand mit dem Iran sei auf "life support", und die Antwort Teherans auf das jüngste Friedensangebot der USA zurückgewiesen. Sollte der Waffenstillstand scheitern, könnten Kryptowährungen entweder zusammen mit anderen risikoreichen Vermögenswerten fallen oder für Anleger zu einem "Flucht in die Sicherheit"-Geschäft werden, schreibt David Morrison von Trade Nation in einer Research Note. Bitcoin fällt laut Daten von LSEG um 1,3 Prozent auf 80.641 US-Dollar. Die Marke von 80.000 US-Dollar "könnte im weiteren Verlauf dieser Woche zu einem wichtigen Bereich werden, insbesondere wenn die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen", schreibt Morrison.
Sportartikelhersteller-Aktie stürzt ab
Nach dem US-Inflationsbericht für April zeigen sich die Anleger an der Wall Street pessimistisch. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung jeweils knapp ein halbes Prozent tiefer bei 49.584 und 7416 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor gut ein halbes Prozent auf 26.119 Zähler. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat.
Bei den Einzelwerten brachen die Aktien des Sportartikelherstellers Under Armour um 16 Prozent ein. Wegen der trüben Konsumstimmung in Nordamerika rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang und einem Gewinn deutlich unter den Analystenerwartungen.
Qiagen will höhere Dividende zahlen
Der Diagnostikkonzern Qiagen plant eine deutliche Anhebung seiner Dividende sowie weitere Aktienrückkäufe. Auf der Hauptversammlung am 24. Juni solle eine Erhöhung der jährlichen Ausschüttung um 40 Prozent auf 0,35 Dollar je Aktie vorgeschlagen werden, teilte das Dax-Unternehmen mit. Qiagen hatte erst im vergangenen Jahr erstmals seit dem Börsengang vor rund 30 Jahren überhaupt eine Dividende gezahlt. Zudem bittet das Management die Anteilseigner um grünes Licht für einen sogenannten synthetischen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 200 Millionen US-Dollar sowie für reguläre Rückkäufe am Markt von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals.
Nach US-Inflationsdaten: "Neuer Fed-Chef Warsh wird Trump wohl enttäuschen"
Hier eine Stimme zu den US-Verbraucherpreisen: "Die Inflationsrate macht wegen der erneut kräftig gestiegenen Benzinpreise große Sprünge nach oben. Der Druck in der Inflationspipeline bleibt stark", meine Bastian Hepperle von Hauck Aufhäuser Lampe. "Läuft es ungünstig, springt die Inflationsrate noch über 4,0 Prozent. Bislang halten sich die Zweitrundeneffekte höherer Energiepreise noch in Grenzen. Die Kernrate dürfte in den nächsten Monaten noch knapp an der 3,0 Prozent vorbeischrammen. An eine Rückkehr der Inflationsraten nahe 2,0 Prozent ist für dieses Jahr nicht zu denken. Angesichts der aufwärtsgerichteten Inflationsrisiken wird der neue Fed-Chef Warsh Trumps Zinssenkungswünsche wohl enttäuschen."
US-Inflation bei fast vier Prozent
Der Inflationsdruck in den USA hat sich im April verstärkt, primär getrieben durch die kriegsbedingt gestiegenen Energiekosten infolge des Konflikts mit dem Iran. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent und lagen um 3,8 (Vormonat: 3,3) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Ökonomen hatten mit einem monatlichen Preisanstieg von 0,6 Prozent und einer Jahresteuerung von 3,8 Prozent gerechnet.
Die Kernverbraucherpreise (ohne Energie und Lebensmittel) stiegen um 0,4 Prozent auf Monats- und um 2,8 (Vormonat: 2,6) Prozent auf Jahressicht. Die befragten Ökonomen hatten eine monatliche Rate von 0,3 Prozent und eine Jahresrate von 2,7 Prozent erwartet. Die durch den Iran-Krieg bedingten höheren Energiepreise könnten sich in den kommenden Monaten auf viele andere Waren auswirken. So treiben beispielsweise höhere Benzinpreise die Transportkosten in die Höhe, was wiederum zu einem Anstieg der Preise für Lebensmittel und Kleidung führen könnte.
Neues vom Geldmarkt
Die Sätze am europäischen Geldmarkt ziehen am Ende der Kurve leicht an, damit wird sie etwas steiler. Den Impuls liefern die britischen Anleihen, die deutlich unter Druck stehen. Hier ist es einmal mehr die Politik, die Anleger vorsichtiger werden lässt - sie fordern eine höhere Risikoprämie. Der britische Premierminister Keir Starmer steht unter massivem Rücktrittsdruck. Fast 80 Labour-Abgeordnete haben den Premier zum Rückzug aufgefordert. Für britische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren geht es um acht Basispunkte auf 4,57 Prozent nach oben.
Tagesgeld: 1,90 - 2,10 (1,90 - 2,10), Wochengeld: 1,91 - 2,11 (1,91 - 2,11), 1-Monats-Geld: 2,00 - 2,20 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,20 - 2,40 (2,23 - 2,39), 6-Monats-Geld: 2,25 - 2,40 (2,42 - 2,58), 12-Monats-Geld: 2,68 - 2,81 (2,64 - 2,75), Euribors: 11.05. 08.05. 3 Monate: 2,2540 2,2340, 6 Monate: 2,4920 2,4720, 12 Monate: 2,7780 2,7080
Gamestop erntet Korb von Ebay - Aktie fällt kräftig
Ebay will sich nicht von Gamestop übernehmen lassen. Wie der Betreiber des gleichnamigen Online-Marktplatzes mitteilte, hat das Board die Offerte im Volumen von 56 Milliarden US-Dollar abgelehnt. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Ihr Vorschlag weder glaubwürdig noch attraktiv ist", schrieb Ebay in einem Brief an Gamestop-CEO Ryan Cohen. Das Unternehmen verwies auf die Unsicherheit bezüglich des Vorschlags von Gamestop, einschließlich der Finanzierung und der operativen Risiken eines kombinierten Unternehmens.
Weiter hieß es, der Konzern sei zuversichtlich, dass sein derzeitiges Managementteam gut aufgestellt sei, um das Geschäft weiterhin zu führen und das Wachstum voranzutreiben. Die Gamestop-Titel geben im vorbörslichen US-Handel um 4,6 Prozent nach.
Delivery Hero gibt Aktionärsdruck nach - Chef Östberg tritt ab
Delivery Hero beugt sich dem Druck des Großaktionärs Aspex und kündigt einen Führungswechsel an. Niklas Östberg werde zum 31. März 2027 sein Amt aufgeben, teilte der Essenslieferant mit. In der Übergangsphase werde er die angekündigte "Prüfung strategischer Optionen" leiten. Der Aufsichtsrat wolle bis Ende des Jahres einen Nachfolger bestimmen. Die Aktie des Unternehmens verringerte ihre Verluste und notierte zuletzt 0,7 Prozent im Minus.
Aspex begrüßte den geplanten Vorstandswechsel und die mögliche Neuausrichtung. Dem Vermögensverwalter ist die im Branchenvergleich geringe Ertragskraft von Delivery Hero ein Dorn im Auge. Er hat daher neben der Ablösung des Mitgründers Östberg auch den Rückzug aus ganzen Regionen gefordert. Den Verkauf der Tochter Foodpanda Taiwan an den Rivalen Grab betrachtet er als nicht ausreichend.
Thyssenkrupp Nucera zeigt Licht und Schatten
Thyssenkrupp Nucera hat im zweiten Quartal dank mehrerer Großprojekte deutlich mehr Aufträge an Land gezogen. Der Auftragseingang habe sich auf 316 Millionen Euro nahezu vervierfacht, teilte der Wasserstoffspezialist mit. Treiber seien unter anderem der Bau einer Anlage für das spanische Unternehmen Moeve sowie ein Rekordauftrag im Bereich Chlor-Alkali im Nahen Osten gewesen.
Umsatz und Ergebnis brachen dagegen wegen Sonderlasten ein. Die Erlöse schrumpften um 77 Prozent auf 50 Millionen Euro, während der operative Verlust (Ebit) auf 65 Millionen Euro von vier Millionen Euro wuchs. Grund waren höhere Kosten bei laufenden Projekten sowie die Vertragsauflösung für ein US-Pilotprojekt. Deshalb hatte Nucera schon seine Prognose im März gekappt. Operativ erwartet die Thyssenkrupp-Tochter einen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro.
Bafin sieht Gefahr für Aktienmärkte - Warnung vor Turbulenzen
Die Finanzaufsicht Bafin warnt vor Börsenturbulenzen angesichts von Kursrekorden inmitten weltweiter Krisen wie dem Iran-Krieg. Das Potenzial für plötzliche Markt- und Preiskorrekturen bleibe hoch, sagte der Präsident der Behörde, Mark Branson, in Frankfurt am Main. "Auch, weil die Kursentwicklungen die hohen Risiken anscheinend nicht widerspiegeln."
So notiere der Dax derzeit nur wenige Prozentpunkte unter seinem Höchststand von Januar. Der breite US-Aktienindex S&P 500 bewege sich sogar auf Rekordniveau, mehr als acht Prozent höher als zu Anfang des Jahres. Und die Risikoaufschläge bei riskanten Anleihen seien so niedrig wie zu Jahresbeginn – "alles deutet auf eine optimistische Stimmung an den Märkten".
Objektiv betrachtet habe sich die ökonomische Lage seit Anfang 2026 aber nicht verbessert, sagte Branson. "Die Märkte bewegen sich zudem sehr gleichförmig. Sie kennen nur zwei Modi, ohne große Differenzierung dazwischen: risk-on oder risk-off." In Deutschland stiegen zudem die Risiken im Finanzsystem, da wegen der schlechten Konjunktur vermehrt Kredite ausfallen könnten.
Private Firmen erobern das All
Die Raumfahrt wird zum Milliardenmarkt - vor allem in den Bereichen Kommunikation, Navigation und Dateninfrastruktur sehen Experten enormes Wachstumspotenzial. Warum die Branche damit auch für Investoren immer attraktiver wird und wo die größten Chancen liegen, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anja Schneider von der Société Générale.
Dax dick im Minus - Ölpreise deutlich über wichtiger Marke
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat bereits den ganzen tief in der Verlustzone verbracht. Der deutsche Leitindex verlor am Mittag 1,0 Prozent auf 24.112 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um ebenfalls 1,0 Prozent auf 5835 Zähler ab. Der Euro lag 0,3 Prozent leichter bei 1,1748 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um 2,4 beziehungsweise 2,7 Prozent auf 107,10 beziehungsweise 100,97 Dollar.
Munich Re profitiert von ausgebliebenen Katastrophen
Ein Jahresauftakt ohne große Waldbrände, Erdbeben oder einen verheerenden Sturm hat dem Rückversicherer Munich Re einen Gewinnsprung beschert: Im ersten Quartal stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um über die Hälfte auf 1,7 Milliarden Euro. Ursache waren ausgebliebene Großschäden, wie der Dax-Konzern mitteilte. Vor einem Jahr waren die wochenlangen Brände in und um Los Angeles das Unternehmen teuer zu stehen gekommen.
Da es in den ersten drei Monaten dieses Jahres keine vergleichbaren Katastrophen gab, sanken die Zahlungen an die Kunden für Großschäden von einer Milliarde auf 130 Millionen Euro - "zufallsbedingt", wie das Unternehmen in seiner Quartalsmitteilung schrieb. Nicht nur die Zahlungen für Naturkatastrophen lagen mit 55 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 757 Millionen Euro. Auch die Kosten menschengemachter Großschäden sanken von 251 auf 75 Millionen Euro. Kunden von Rückversicherern sind Erstversicherungen wie die Allianz oder die französische Axa, die sich ihrerseits gegen Risiken absichern wollen.
Mäc Geiz ist insolvent
Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Dies wurde auf der amtlichen Internetseite Insolvenzbekanntmachungen.de mitgeteilt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen.
Rheinmetall stellt Kamikaze-Drohnen her
Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall ist in die Produktion von Kamikaze-Drohnen eingestiegen. Firmenchef Armin Papperger sagte bei der Online-Hauptversammlung der Waffenschmiede: "Mit diesem System gehen wir am Standort Neuss jetzt in die Serienproduktion." Dabei bezog er sich auf eine Drohne, die bis zu 70 Minuten in der Luft herumfliegen kann und sich spätestens dann auf ein Ziel stürzt, um zu explodieren.
Ein Rheinmetall-Sprecher sagte, dass man das Modell bereits an einem Standort in Braunschweig herstelle und kurz davor sei, diese Fertigung auf den Standort in Neuss bei Düsseldorf auszuweiten. Am Neusser Standort wurden früher Autoteile gefertigt, seine schwächelnde Sparte als Autozulieferer gibt Rheinmetall ab.
ZEW-Index steigt überraschend - Lagewert aber unterirdisch
Finanzexperten schauen im Mai nicht mehr ganz so pessimistisch auf die deutsche Wirtschaft. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate stieg überraschend um 7,0 Punkte auf minus 10,2 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 188 Investoren und Analysten mitteilte. Der Anstieg nach zuvor drei Rückgängen in Folge kommt unerwartet: Ökonomen hatten ein weiteres Abrutschen auf minus 19,8 Punkte erwartet. Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im Mai erneut schlechter ein: Dieses Barometer fiel um 4,1 Punkte und verharrte mit minus 77,8 Zählern tief im negativen Bereich.
"Das ist kein Anfang, der weiter laufende Iran-Krieg schlägt unvermindert aufs Gemüt. Irgendwie fühlt es sich so an, als liege eine Eskalation näher als ein Abkommen", meinte dagegen Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Zu den gestiegenen Energiepreisen kommen jetzt noch Sorgen um die Versorgungslage hinzu. Wenn die Schmierstoffe für die Wirtschaft aber nicht bereitstehen, wird nur verhalten produziert. An Kapazitätsausweitungen ist in diesem Umfeld nicht zu denken. Der Iran-Krieg konterkariert die positiven Impulse des Fiskalpakets. In der Folge wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nicht nennenswert zunehmen. Die Konfrontation dauert auch schon zu lange an, um die Uhren nach Kriegsende wieder auf null zu stellen. Wegen des vom Iran-Krieg ausgehenden Inflationsdrucks bestehen Gefahren für höhere Zinsen."
Vodafone kehrt in die Gewinnzone zurück
Die Vodafone Group ist im Geschäftsjahr 2026 nach der Meldung höherer Service-Umsätze wieder in die Gewinnzone vor Steuern zurückgekehrt. Unterstützt wurde dies durch Wachstum in allen wichtigen Regionen mit Ausnahme von Deutschland. Das britische Telekommunikationsunternehmen teilte mit, dass der Vorsteuergewinn für das am 31. März beendete Geschäftsjahr 1,86 Milliarden Euro (2,19 Milliarden US-Dollar) betragen habe. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte noch ein Verlust von 1,48 Milliarden Euro zu Buche geschlagen, als das Unternehmen nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen für Deutschland und Rumänien in Höhe von 4,5 Milliarden Euro verbucht hatte.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingkosten (Ebitdaal) stieg auf 11,35 Milliarden Euro von 10,93 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg auf 40,46 Milliarden Euro von 37,45 Milliarden Euro. Dies sei auf ein starkes Wachstum der Service-Umsätze und die Konsolidierung von Three UK zurückzuführen, was teilweise durch Wechselkursbewegungen ausgeglichen wurde, so das Unternehmen.
"Bayer stürmt Dax" - nicht nur wegen sehenswerter Zahlen
Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer überrascht mit guten Zahlen, besonders im Agrargeschäft. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die Aktie heute so stark läuft, erklärt ntv-Börsenexpertin Corinna Wohlfeil.
Jenoptik profitiert von Halbleiter-Boom
Ein florierendes Geschäft mit der Halbleiterindustrie hat Jenoptik zum Jahresauftakt einen kräftigen Gewinnsprung und volle Auftragsbücher beschert. Der Auftragseingang schnellte im ersten Quartal um fast 75 Prozent auf 357 Millionen Euro in die Höhe, wie der Thüringer Technologiekonzern mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte dank eines besseren Produktmixes und wegfallender Sonderkosten um 22,5 Prozent auf 44,4 Millionen Euro. Der Umsatz ging dagegen leicht auf 241,2 Millionen Euro zurück. Finanzchefin Prisca Havranek-Kosicek sprach von einer dynamischen Nachfrage vor allem aus der Halbleiterausrüstungsindustrie: "Auch wenn sich diese sehr hohe Dynamik voraussichtlich so nicht fortsetzen wird, haben wir damit eine gute Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026."
Im vergangenen Jahr hatte eine schwache Nachfrage in den Sparten Chipausrüstung und Autozulieferung noch zu einem Umsatzrückgang geführt. Im zweiten Halbjahr habe sich das Geschäft aber stabilisiert. Für 2026 bekräftigte Jenoptik seine Prognose. Demnach rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich sowie einer Ebitda-Marge zwischen 19,0 und 21,0 Prozent.
1&1 bremst United Internet aus - Aktien kurzzeitig tiefrot
Ein schrumpfendes Geschäft der Mobilfunktochter 1&1 trübt die Bilanz von United Internet. Der Internetanbieter gab für das erste Quartal zwar einen Umsatz- und Gewinnanstieg bekannt. Doch ein nur leichter Umsatzanstieg bei der Tochter 1&1, bei der die Kundenzahl erneut stagnierte, bremste die Entwicklung bei United Internet. Freude bereitete dagegen die ebenfalls börsennotierte Webhosting- und Cloud-Sparte Ionos, die von der Nachfrage nach KI-Angeboten profitierte.
Bei 1&1 sanken die wichtigen Service-Erlöse um 1,2 Prozent auf knapp 900 Millionen Euro, auch wenn der Konzernumsatz insgesamt um 1,1 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro kletterte. Der operative Gewinn stagnierte bei 192 Millionen Euro, wobei das Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen um 9,4 Prozent schrumpfte. Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktien von United Internet und 1&1 rutschten zeitweise um sechs beziehungsweise 2,7 Prozent ab, erholten sich aber schnell wieder. Die durchschnittlichen Gewinnerwartungen für 1&1 seien unrealistisch hoch gewesen, kommentierte DZ Bank-Analyst Karsten Oblinger. Die Titel von Ionos gewannen dagegen in der Spitze fünf Prozent.
Thyssenkrupp kürzt Prognose
Thyssenkrupp hat nach Einbußen im zweiten Quartal seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 leicht gekürzt. Die Umsatzerwartung werde um einen Prozentpunkt auf minus drei bis zu einem Null-Wachstum gegenüber dem Vorjahr angepasst, teilte der Industriekonzern mit. Zuvor hatte Thyssenkrupp einen Rückgang von zwei Prozent bis hin zu einem Plus von einem Prozent in Aussicht gestellt. "Bei der Umsatzerwartung sind wir etwas zurückhaltender, auch angesichts der verschärften geopolitischen Unsicherheiten und der Auswirkungen auf die internationalen Märkte", sagte Finanzchef Axel Hamann. Die übrigen Ziele für Gewinn und Cashflow bekräftigte er indes.
Der Umsatz sank im Quartal um zwei Prozent auf rund 8,4 Milliarden Euro und damit weniger stark als von Experten erwartet. Analysten hatten im Mittel mit 8,2 Milliarden Euro gerechnet. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) legte auch dank des von Lopez eingeleiteten Sparprogramms um 179 Millionen Euro auf 198 Millionen Euro zu, hier rechneten Analysten mit 167 Millionen Euro. Den größten Ergebnisbeitrag leistete hier ausgerechnet die lange kriselnde Stahlsparte. Unter dem Strich und nach Anteilen dritter schrieb Thyssenkrupp einen kleinen Gewinn von einer Millionen Euro.
Solo-Reisen boomen
Allein in den Urlaub: Was lange als Nische galt, wird für Reiseveranstalter immer wichtiger. Beim Branchenzweiten Dertour wurde im vergangenen Winter fast jede fünfte Reise ohne Begleitung unternommen. "Solo-Reisen sind ein fester Bestandteil des Reisemarkts", sagte Dertour-Geschäftsführer Sven Schikarsky.
Nach Angaben des Veranstalters waren zwei Drittel der Alleinreisenden 50 Jahre oder älter. Viele von ihnen überwinterten in sonnigen Ländern wie Tunesien oder Thailand, das wegen seiner guten medizinischen Versorgung als Ziel für Langzeiturlauber geschätzt werde. Jüngere Urlauber verreisten dagegen häufig nach Schul- oder Studienabschluss allein, um größere Reisen etwa nach Australien oder Indien zu unternehmen.
Insgesamt blieb das Wintergeschäft des Reiseveranstalters stabil. Die Gästezahlen lagen laut Dertour auf dem Niveau des Vorjahres. "Trotz insgesamt verhaltener Konsumstimmung blieb der Winterurlaub für viele Menschen eine hohe Priorität", sagte Dertour-Deutschland-Chef Boris Raoul. Viele Reisende hätten ihren Urlaub demnach nicht gestrichen, sondern bewusster geplant, früher gebucht und stärker auf Preis-Leistung geachtet.
Es droht die 24.000
Der Dax bewegt sich wieder zusehends Richtung 24.000er-Marke. Zwar hatte der deutsche Börsenleitindex zum gestrigen Wochenstart leichte Gewinne auf 24.350 Punkte verbucht, aktuell notiert er aber im Bereich von 24.085 Zählern.
"Die Anleger müssen heute ihren Blick schärfen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Am Nachmittag gibt es frische US-Inflationsdaten. Hierzulande hat Bayer Geschäftszahlen geliefert", erläutert sie. "Und die ZEW-Konjunkturerwartungen stehen ebenfalls an."
Ölpreis-Anstieg dauert an
Die Ölpreise ziehen weiter an. Grund dafür sind die stockenden Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, der Waffenstillstand mit dem Iran stehe "auf der Kippe". Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 1,0 Prozent auf 105,29 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,1 Prozent fester bei 99,17 Dollar.
Die teilweise Schließung der Straße von Hormus hat die Produzenten veranlasst, ihre Ölexporte zu drosseln. Laut einer aktuellen Umfrage ist die OPEC-Ölförderung im April auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten gefallen. Der Chef von Saudi Aramco, Amin Nasser, warnte, die Unterbrechungen der Ölexporte durch die Meerenge könnten eine Rückkehr zur Marktstabilität bis 2027 verzögern. Dies entspreche einem Verlust von etwa 100 Millionen Barrel Öl pro Woche. "Solange die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ergebnislos bleiben und die physischen Ströme durch die Straße von Hormus eingeschränkt sind, dürften sich die Ölpreise über 100 Dollar halten", so Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. "Ein echter Durchbruch zu einem Friedensabkommen könnte eine scharfe Korrektur von acht bis zwölf Dollar auslösen, während jede Eskalation oder erneute Blockadedrohungen Brent schnell wieder in Richtung 115 Dollar und mehr treiben würden".
Spannung im Investorenprozess zur VW-Affäre
Im milliardenschweren Anlegerprozess zur VW-Dieselaffäre soll nach einer langen Pause weiter verhandelt werden. Für das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig sind in dieser Woche zwei Termine, heute und morgen, (jeweils 10.00 Uhr) geplant.
Alle Beteiligen erhoffen sich eine Einschätzung des Senats, was die Beweisaufnahme bisher erbracht hat und wie es im Prozess weitergehen soll. Aktionäre fordern in dem Musterverfahren seit 2018 Schadenersatz in Milliardenhöhe. Sie wollen für Verluste entschädigt werden, weil sie zu spät über die Auswirkungen des Dieselbetrugs informiert worden seien.
Für die beiden Termine werden weitere Zeugenbefragungen erwartet. Spannend könnte dabei werden, was der mittlerweile rechtskräftig verurteilte ehemalige Audi-Motorenchef Wolfgang Hatz aussagt.
Halbleitersektor heiß gelaufen
An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich im späten Geschäft kein klarer Trend durch. Allerdings zeigen einige Börsen wie jene in Südkorea eine starke Volatilität auf, der Kospi dreht von deutlichen Aufschlägen stark ins Minus. Insgesamt lässt sich in der Region beobachten, dass die von Halbleiterwerten getriebene Rally an Schwung verliert. Dazu rückt der Iran-Krieg wieder stärker ins Bewusstsein, dessen Ende nicht absehbar ist. Der iranische Botschafter in China hat erklärt, sein Land sei bereit, einen Vier-Punkte-Vorschlag des chinesischen Staatschefs Xi Jinping zu unterstützen.
Doch zugleich droht eine Ausweitung des Krieges. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen heimlich militärische Angriffe auf den Iran durchgeführt und sich damit als aktiver Kriegsteilnehmer positioniert, in dem sie selbst das Hauptziel Irans waren. Die Risiken im Nahen Osten blieben hoch, urteilt der leitende NAB-Devisenstratege Rodrigo Catril. Die brüske Zurückweisung des iranischen Vorschlags zum Kriegsende durch US-Präsident Donald Trump habe die Zweifel an einem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran erneuert.
Nach einem erneuten Allzeithoch und Aufschlägen von rund 1,7 Prozent dreht der südkoreanische Kospi 2,6 Prozent nach unten ab - zwischenzeitlich waren es sogar knapp 4 Prozent. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, insbesondere im heiß gelaufenen Halbleitersektor. Samsung Electronics büßen 2,7 Prozent ein, SK Hynix bezeichnen starke Kursschwankungen und halten sich aktuell 0,3 Prozent im Plus. Samsung droht ab 21. Mai ein Streik, sollte mit den Gewerkschaften keine Einigung erzielt werden. Die globale Speicherchipproduktion könnte erheblich beeinträchtigt werden.
Anleger brauchen Weitsicht
Händler rechnen weiter mit einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung an Europas Börsen. Während es im Irankrieg und auch im Ukrainekrieg keine relevanten neuen Entwicklungen gibt, warten die Akteure mit Spannung auf die US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Sollten sie als Folge des Energiepreisschocks noch stärker gestiegen sein als erwartet, könnten Zinssenkungshoffnungen vollkommen entweichen. Erwartet wird ein Anstieg von 3,8 Prozent auf Jahressicht, verglichen mit 3,3 Prozent im Monat zuvor. Bei der Kernrate wird ein Anstieg von 2,7 nach 2,6 Prozent prognostiziert. "Zur Erinnerung: Die Fed will eine Rate um 2 Prozent sehen", sagt ein Händler.
Mit Spannung wird auch nach Großbritannien geblickt, unter anderem mit der Sorge möglicherweise steigender Zinsen. Nach dem Einbruch bei den Kommunalwahlen steht Premierminister Keir Starmer zunehmendem Unmut in seiner eigenen Labour-Partei gegenüber. Anleger preisten nun Monate potenzieller Unsicherheiten über die künftige Ausrichtung des Landes ein, sagt Moyeen Islam, Fixed-Income-Stratege bei Barclays und weiter: "Die Hürde für den Verkauf britischer Staatsanleihen wird immer niedriger".
Aus Deutschland werden die ZEW-Konjunkturerwartungen berichtet. Unternehmensseitig nimmt die Berichtssaison noch einmal stark Fahrt auf. Zahlen gibt es unter anderem von Munich Re, Bayer, Vodafone, Imperial Brands und vielen weiteren Unternehmen.
Bayers Agrargeschäft treibt Ergebnis
Ein starkes Agrargeschäft hat Bayer zum Jahresstart überraschend viel Rückenwind verliehen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf 4,45 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarkonzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 3,93 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz sank um mehr als zwei Prozent auf 13,41 Milliarden Euro, währungsbereinigt wuchs Bayer aber um gut vier Prozent.
Die Agrarsparte profitierte von der Beilegung eines Lizenzstreits mit dem US-Konkurrenten Corteva und einer Erholung bei bestimmten Unkrautvernichtern in den USA. Im Pharmageschäft bekam Bayer dagegen die Patentabläufe von bisherigen Blockbuster-Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmittel Eylea zu spüren. Den währungsbereinigten Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte der Konzern.
Yen drängt in den Fokus
Am Devisenmarkt steigt der Dollar auf 157,60 Yen. Es wird vermutet, dass Japan zuletzt mit Interventionen im Wert von fast zehn Billionen Yen (63,5 Milliarden Dollar) die eigene Währung gestützt hat.
Vor diesem Hintergrund traf sich US-Finanzminister Scott Bessent mit seiner japanischen Amtskollegin Satsuki Katayama in Tokio. Japanische Politiker hoffen, dass eine Unterstützung Bessents ihren Interventionen mehr Gewicht verleihen und den Verfall des Yen verlangsamen könnte. Katayama äußerte sich heute gegenüber Reportern jedoch nicht explizit zu einer Unterstützung der USA für die japanischen Währungsinterventionen. "Wir sind uns einig, dass wir uns bei den jüngsten Marktbewegungen, einschließlich der Wechselkurse, sehr gut abstimmen", sagte die japanische Finanzministerin.
Siemens Energy zieht Aktienrückkauf vor
Angesichts der glänzend laufenden Geschäfte kauft der Energietechnik-Konzern Siemens Energy bis zum Herbst mehr eigene Aktien zurück als bisher geplant. Wegen des unerwartet hohen operativen Mittelzuflusses werde der Konzern im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende September) bis zu einer Milliarde Euro mehr für Aktienrückkäufe ausgeben, teilte Siemens Energy mit. Den für 2025/26 in Aussicht gestellten Aktienrückkauf über zwei Milliarden Euro hat das Unternehmen bis auf 200 Millionen bereits ausgeschöpft. Am Gesamtvolumen des bis 2028 geplanten Rückkaufprogramms von sechs Milliarden Euro ändere sich nichts.
Der Mittelzufluss (Cash-flow) vor Steuern war im zweiten Quartal (Januar bis März) um 42 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro nach oben geschnellt. Dazu hätten auch Anzahlungen für Aufträge beigetragen, erklärte Siemens Energy. Der Boom bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und der Ausbau der Hochspannungsnetze hatten dem Konzern einen Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro beschert, wie das Unternehmen bereits Ende April mitgeteilt hatte. Bis Ende September soll der Cash-flow demnach auf acht Milliarden Euro steigen, vorher hatte Siemens Energy vier bis fünf Milliarden angepeilt.
BGH entscheidet zu Sammelklage bei LKW-Kartell
Im millionenschweren Schadenersatzprozess gegen ein LKW-Kartell will der Bundesgerichtshof (BGH) heute eine Entscheidung verkünden. Im Fokus stand die Frage, ob die Ersatzansprüche wegen kartellbedingter Schäden gebündelt durch ein Inkassounternehmen geltend gemacht werden können. Der Rechtsdienstleister Financialright Claims tritt in dem Verfahren als alleiniger Kläger auf.
Die EU-Kommission hatte gegen die LKW-Konzerne DAF, Daimler, Iveco, Scania und Volvo/Renault Bußgelder von fast vier Milliarden Euro verhängt, weil sie von 1997 bis 2011 Verkaufspreise ausgetauscht hatten. MAN war als Kronzeuge straffrei ausgegangen. Die Käufer von etwa 70.000 angeblich überteuert verkauften Lastwagen fordern von den Herstellern rund 500 Millionen Euro Schadenersatz. Ihre Ansprüche haben sie dazu an Financialright Claims abgetreten. Das Unternehmen erhält im Erfolgsfall 33 Prozent Provision.
Rally bei Chip-Aktien läuft aus
Schwindende Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt treiben die Ölpreise in Asien hoch und stützen den Dollar. Gleichzeitig kühlt sich der jüngste Höhenflug bei Chip-Aktien ab. Die Anleger blicken nun auf die kommenden US-Inflationsdaten. In Tokio legt der Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 62.805,44 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 0,6 Prozent höher bei 3865,67 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 4227,76 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,3 Prozent auf 4968,44 Punkte.
"Anleger verkauften Chip-Aktien, nachdem sie einen starken Einbruch am südkoreanischen Markt gesehen hatten, der von Kursverlusten bei Chip-Werten angeführt wurde", sagt Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities. Die Aktien von Advantest und Tokyo Electron fallen um jeweils 0,3 Prozent. Die Papiere des Uniqlo-Eigentümers Fast Retailing geben um 3,2 Prozent nach.
Russland streicht Prognosen zusammen
Russland hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der kommenden Zeit deutlich gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2026 voraussichtlich nur noch um 0,4 Prozent wachsen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak der Zeitung "Wedomosti". Zuvor war die Regierung in Moskau von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 nahm Nowak die Erwartungen zurück: Die Wirtschaft werde dann voraussichtlich noch um 1,4 Prozent zulegen, nach zuvor prognostizierten 2,8 Prozent. Für 2029 rechne die Regierung mit einem Wachstum von 2,4 Prozent. Die der Haushaltsplanung zugrunde liegende Prognose für den Ölpreis bleibe für 2026 unverändert bei 59 Dollar pro Barrel. Für die Jahre 2027 bis 2029 sei sie auf 50 Dollar gesenkt worden.
Texas verklagt Netflix
Der US-Bundesstaat Texas wirft dem Streamingdienst Netflix vor, seine Kunden auszuspähen und von sich abhängig zu machen. Die Plattform spioniere Kinder und andere Nutzer aus, indem sie deren Daten ohne Einwilligung sammle und so gestaltet sei, dass die Nutzer süchtig nach ihr würden, so der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton in seiner Klage. Netflix habe den Verbrauchern jahrelang vorgegaukelt, keine Nutzerdaten zu sammeln oder weiterzugeben, habe in Wirklichkeit jedoch Sehgewohnheiten und Präferenzen nachverfolgt, die Daten weiterverkauft und damit jährlich Milliarden von Dollar verdient. "Wenn Sie Netflix schauen, schaut Netflix Sie", heißt es in der Klage, die beim Bezirksgericht in Collin County eingereicht wurde.
Es ist Druck auf dem Kessel
Der Dax-Wochenstart lässt noch eine Menge Luft nach oben. Die vergangene Handelswoche hatte der deutsche Börsenleitindex bereits kaum verändert mit 24.339 Punkten beendet. Gestern schloss er mit einem Stand von 24.350 Zählern. Die Anleger hielten sich zurück, kommentierte ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil das gestrige Handelsgeschehen. Sie verwies auf die nach wie vor schwierige Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus sowie wieder einmal gestiegene Ölpreise.
Heute gibt es einige Termine, die am Markt für Impulse sorgen könnten. So dürfte die deutsche Inflation im April weiter zugelegt haben. Klarheit bringen die endgültigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Vorläufigen Zahlen zufolge stieg die Teuerungsrate auf 2,9 Prozent, nach 2,7 Prozent im März.
Es folgen Daten zur deutschen Konjunktur: Das vom Mannheimer ZEW ermittelte Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate wird nach Einschätzung der Ökonomen weiter sinken - und zwar auf minus 19,8 Punkte, nach minus 17,2 Zählern im April.
Und auch in den USA stehen heute Inflationsdaten auf der Agenda. Experten erwarten für April einen Anstieg der Teuerungsrate auf 3,7 Prozent. Im März hatte sie bei 3,3 Prozent gelegen. Die US-Notenbank, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt konstant gehalten.
Unternehmensseitig legt Bayer die Bilanz für das erste Quartal vor. Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) auf 3,93 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Leverkusener Unternehmen bislang einen Umsatz von 44 bis 46 Milliarden Euro sowie ein sinkendes Ebitda von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro.
Zudem hat die Lufthansa die Aktionäre in diesem Jahr anlässlich des 100. Jubiläums der Firmengründung zur Präsenz-Hauptversammlung in Frankfurt eingeladen. Die Feierlaune unter den Investoren weicht nach der Serie von Streiks bei der Hauptmarke Lufthansa und wegen der Folgen des Iran-Krieges auf den Luftverkehr Sorgen über eine neue Krise. Mit dem geplanten Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz von Karl-Ludwig Kley zum früheren E.ON-Chef Johannes Teyssen hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr künftig einen neuen Aufseher beim Navigieren durch ein turbulentes Umfeld.
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