Der Börsen-Tag
16. Juni 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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08:21 Uhr

Beim Dax geht es um die 25.000

Nach den Aufschlägen zu Wochenbeginn dürften die Börsen wenig verändert in den Handel starten. Nach der Erleichterung über das US-iranische Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs im Nahen Osten dürften sich die Anleger nun den Zentralbanken zuwenden. Die Bank of Japan hat am Morgen die Zinssätze auf ein 31-Jahreshoch angehoben und stemmt sich damit gegen die Inflationsrisiken, die von einem kriegsbedingten Anstieg der Energiekosten ausgehen. Die japanische Zentralbank hob ihren Leitzins von 0,75 Prozent auf 1 Prozent wie erwartet an.

Die US-Notenbank dürfte auf ihrer Sitzung am Mittwoch zwar das aktuelle Zinsniveau nur bestätigen, umso spannender wird der geldpolitische Ausblick. In der Zwischenzeit wird eine Zinserhöhung im laufenden Jahr nicht mehr vollständig eingepreist - ein wichtiger Grund für die jüngste Erholung an den Börsen. Die aktuelle Sitzung wird auch der erste Auftritt des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh. US-Präsident Donald Trump hat diesen eingesetzt, um rasch Zinssenkungen durchzusetzen. Diesem Wunsch dürfte Warsh nicht so schnell folgen.

Mit Blick auf den Nahen Osten harren die Anleger der weiteren Entwicklung. Das Rahmenabkommen soll am Freitag unterzeichnet werden. "Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Gerade bei der Frage, ob die Straße von Hormus mit oder ohne Mautzahlungen befahren werden kann, gehen die Meinungen auseinander. Bisher haben die Börsen das Abkommen gefeiert. Es ist aber gut möglich, dass die verbleibende Unsicherheit auch schnell wieder an den Börsen ankommt", heißt es bei QC Partners. Technisch geht es beim Dax um die Marke von 25.000 Punkten, die der Index am Vortag getestet hat, aber nicht überwinden konnte.

Beim Dax geht es um die 25.000
08:02 Uhr

Deutscher Chip-Zulieferer besorgt sich frisches Geld

Siltronic hat den rasanten Kursanstieg seiner Aktie für eine Kapitalerhöhung über mehr als eine Viertelmilliarde Euro genutzt. Drei Millionen neue Aktien wurden bei großen institutionellen Investoren untergebracht, wie das Unternehmen mitteilte. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft HAL Trust, die bisher bereits 15,1 Prozent an Siltronic hielt, habe sich "mit einer bedeutenden Order an der Platzierung beteiligt". Die neuen Papiere - die zehn Prozent des Grundkapitals entsprechen - wurden zu 91 Euro zugeteilt, das ist ein Abschlag von knapp sieben Prozent zum Xetra-Schlusskurs von 97,70 Euro. Siltronic nimmt damit brutto 273 Millionen Euro ein.

Anleger setzen darauf, dass die notwendigen hohen Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) den Bedarf an Chips antreiben. Dadurch hat sich der Kurs der Siltronic-Aktie seit Ende März fast verdoppelt. Großaktionär Wacker Chemie hatte die Gelegenheit bereits Ende Mai genutzt, um seine Beteiligung von 31 auf knapp 24 Prozent zu reduzieren. Am Montag war die Siltronic-Aktie um vier Prozent gestiegen.

Deutscher Chip-Zulieferer besorgt sich frisches Geld
07:44 Uhr

Kamikaze-Drohnen: Rheinmetall setzt auf Salven-Schwärme

Rheinmetall kommt bei ihren Produktionsplänen zu Kamikaze-Drohnen voran. Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory stellte die Firma einen Container als mobile Abschussbasis vor, in dem 18 Drohnen gelagert werden und nach oben in den Himmel katapultiert werden können. Wie bei einem Schwarm können mehrere gleichzeitig starten - Rheinmetall spricht von möglichen Salven beim Start.

Besatzung ist nicht vor Ort, vielmehr werden die Flugkörper aus der Ferne gesteuert. Es wird auch Künstliche Intelligenz (KI) genutzt - die Drohnen können bis zu 70 Minuten in der Luft sein, ihre Reichweite beträgt Firmenangaben zufolge 100 Kilometer. Sie suchen menschengesteuert oder selbstständig ein Ziel, auf das sie sich stürzen und explodieren. Ein Mensch bleibt Firmenangaben zufolge jederzeit in den Entscheidungsprozess eingebunden.

Kamikaze-Drohnen: Rheinmetall setzt auf Salven-Schwärme
07:28 Uhr

Chinas Industrie wächst schneller, aber …

Die chinesische Wirtschaft hat im Mai nach offiziellen Angaben ein gemischtes Bild abgegeben. Während die Industrieproduktion im Mai an Fahrt gewann, schrumpften die Einzelhandelsumsätze erstmals seit mehr als drei Jahren. Die Industrieproduktion stieg im Mai im Jahresvergleich um 4,5 Prozent, wie das Nationale Statistikamt mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von 4,3 Prozent gerechnet, nach 4,1 Prozent im April. Getrieben wurde die Entwicklung von einem Exportplus von 19,4 Prozent, das unter anderem von weltweiten Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) profitierte. Die Einzelhandelsumsätze als wichtiges Barometer für den Konsum fielen dagegen um 0,6 Prozent. Dies ist der erste Rückgang seit Dezember 2022. Experten hatten im Vorfeld mit einer Stagnation gerechnet.

Die Konsumflaute zeigte sich deutlich im Autosektor. Auf dem weltgrößten Automarkt sanken die Inlandsverkäufe im Mai den achten Monat in Folge, wobei der Druck voraussichtlich den Rest des Jahres anhalten wird. Auch die Investitionen fielen deutlich schwächer aus als erwartet.

Chinas Industrie wächst schneller, aber …
06:51 Uhr

"Das sieht wie ein Rücksetzer aus"

Die asiatischen Aktienmärkte legen infolge des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran eine Atempause ein. Anleger richten ihren Fokus nun auf die anstehenden Zinsentscheidungen der Notenbanken. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans notiert nach anfänglichen Gewinnen unverändert. In Japan gibt der Nikkei um 0,2 Prozent auf 69.167,78 Punkte nach und entfernt sich damit von seinem am Montag erreichten Rekordhoch. Der breiter gefasste Topix fällt um 0,4 Prozent auf 3982,45 Zähler. Auch die Börse in Hongkong verzeichnet Verluste.

In Tokio warten die Investoren gespannt auf die Bank of Japan (BOJ), die ihren Leitzins voraussichtlich auf ein 31-Jahres-Hoch von einem Prozent anheben wird. Zuvor hatte das Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran für Erleichterung gesorgt und die Kurse getrieben. "Anstatt dass es irgendwelche schlechten Nachrichten gäbe, sieht dies wie ein Rücksetzer nach dem sehr steilen Anstieg des Nikkei in den vergangenen beiden Sitzungen aus", sagt Nomura-Strategin Maki Sawada. Bei den Einzelwerten zählen Hersteller von Chip-Testmaschinen wie Advantest mit einem Plus von 2,1 Prozent zu den Gewinnern.

"Das sieht wie ein Rücksetzer aus"
07:11 Uhr

Höchster Stand seit 31 Jahren: BOJ hebt Zins an

Die japanische Zentralbank (BOJ) hat ihren Leitzins am Dienstag mit sieben zu einer Stimme auf den höchsten Stand seit 31 Jahren angehoben und weitere Schritte in Aussicht gestellt. Der kurzfristige Zins steige von 0,75 auf ein Prozent, teilte die Notenbank mit. Damit reagieren die Währungshüter auf den Preisdruck, der durch die drastisch gestiegenen Energiepreise infolge des Krieges im Iran ausgelöst wurde. Die Weitergabe der gestiegenen Ölpreise erfolge relativ schnell und berge das Risiko, dass die Inflation das Ziel von zwei Prozent deutlich übersteige, hieß es zur Begründung.

Die Entscheidung fiel in Abwesenheit von Notenbankchef Kazuo Ueda, der derzeit im Krankenhaus behandelt wird. Sein Stellvertreter Shinichi Uchida übernimmt nach dem zweitägigen Treffen die Kommunikation der Beschlüsse.

Höchster Stand seit 31 Jahren: BOJ hebt Zins an
06:36 Uhr

Das ist los im frühen Devisenhandel

Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 160,12 Yen und legt leicht auf 6,7603 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7946 Franken vor. Der Dollar-Index, der die US-Devise gegen einen Korb von sechs Währungen misst, notiert stabil bei 99,69 Punkten. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1587 Dollar und zieht leicht auf 0,9209 Franken an.

Das ist los im frühen Devisenhandel
06:17 Uhr

Autoverkäufe in China brechen ein

Chinas Autobauer erobern die Weltmärkte. Die Exportzahlen sorgen in der Volksrepublik für Begeisterung, während Europa und Deutschland zähneknirschend die Entwicklung betrachten. Doch auf der Kehrseite zeigt sich ein bedrohlicher Trend: Die Chinesen kaufen immer weniger Autos. Laut jüngsten Daten des chinesischen Verbands für Personenkraftwagen (CPCA) wurden in China im Mai nur noch rund 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft - ein Minus von 22 Prozent, verglichen mit demselben Vorjahresmonat. Zwischen Januar und Mai sanken die Verkäufe zudem um fast 20 Prozent, gemessen am Wert desselben Vorjahreszeitraums.

Bislang galt China als Markt mit Wachstumsaussichten. Die Annahme fußte auch darauf, dass die Mittelschicht und damit die Zahl kaufkräftiger Kundschaft mit einem potenziellen Autowunsch wächst. Laut staatlichen Medien gelten mehr als 400 Millionen der 1,4 Milliarden Einwohner Chinas als Teil der Mittelschicht. Schätzungen gingen bislang davon aus, dass diese Zahl bis 2030 deutlich steigen wird.

"Die Gründe sind klar", sagt CPCA-Generalsekretär Cui Dongshu. Aus seiner Sicht belastet vor allem der Rückzug staatlicher Hilfen den Markt. Hinzu kämen die hohen Benzinpreise seit dem Beginn des Iran-Kriegs und die schwache Kaufkraft vieler Verbraucher.

Autoverkäufe in China brechen ein
06:00 Uhr

Von hohen Zinsen, Offerten und Erwartungen

Das ist mal ein ordentlicher Wochenstart gewesen: Der Dax schließt gestern mit einem Plus von rund 260 Stellen oder 1,1 Prozent und einem Stand von 24.894 Punkten. Bereits am Freitag hatte der deutsche Börsenleitindex rund 425 Punkte oder 1,8 Prozent zugelegt. Die da noch kurstreibende Hoffnung auf eine sich abzeichnende Lösung im Iran-Krieg hatte sich über das Wochenende verstärkt. Am Freitag sollen nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. Damit wäre eine Blockade der wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus beendet. Das hob gestern die Stimmung der Anleger.

Heute richtet sich der Blick der Anleger zunächst nach Japan. Die dortige Notenbank steuert auf die erste Zinserhöhung im laufenden Jahr zu. Experten erwarten, dass der Leitzins um einen Viertelpunkt auf 1,0 Prozent angehoben wird - das höchste Niveau seit 1995. Mit einem strafferen Kurs dürfte sich die Bank of Japan (BOJ) gegen die im Zuge des Nahostkonflikts gestiegenen Inflationsgefahren stemmen. Den erkrankten BOJ-Chef Kazuo Ueda wird Vize-Gouverneur Shinichi Uchida auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid vertreten. Dabei achten Investoren besonders auf Signale zum weiteren geldpolitischen Kurs. Volkswirte erwarten für das vierte Quartal eine weitere Anhebung der Zinsen.

Hierzulande legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im Juni vor. Ökonomen erwarten, dass Börsenprofis die Aussichten für die deutsche Wirtschaft weniger skeptisch sehen. Das Barometer dürfte demnach auf minus 6,0 Punkte von minus 10,2 Zählern steigen. Die Finanzexperten hatten bereits im Mai etwas optimistischer auf die hiesige Konjunktur geblickt - auch wegen der Hoffnung auf ein Kriegsende in Nahost. Dieses scheint mit der jüngsten Ankündigung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran in greifbare Nähe zu rücken.

Unternehmensseitig läuft heute die Annahmefrist für die Übernahmeofferte der italienischen Großbank für die Commerzbank ab. UniCredit hat sich bereits mehr als 13 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert und überspringt die Hürde von 30 Prozent. Bereits vor Beginn des Aktientauschs hielten die Italiener 26,8 Prozent an der Commerzbank, deren Führung sich weiter heftig gegen eine Übernahme wehrt. Da die Offerte formal erfolgreich ist, schließt sich eine zweiwöchige Nachfrist an, die am Freitag (20. Juni) beginnt und in der UniCredit weitere Commerzbank-Aktien einsammeln könnte.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.

Von hohen Zinsen, Offerten und Erwartungen