SpaceX legt weiter zuAussicht auf Nahost-Frieden löst Aktienrally aus

Die Nachricht über eine Einigung im Konflikt mit dem Iran wird an der Wall Street euphorisch aufgenommen. Der Ölpreis fällt auf den tiefsten Stand seit März. Das treibt nicht nur die Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbietern, sondern auch zinssensible Technologiewerte.
Die Aussicht auf ein Ende des Iran-Krieges beflügelt die Wall Street. Nach einer vorläufigen Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus markierte der Dow-Jones-Index ein Rekordhoch. Nach einer Schwächephase - ausgelöst durch geopolitische Spannungen und Kursrücksetzer bei KI-Aktien - schlossen die drei Hauptindizes den dritten Handelstag im Plus. Der Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,9 Prozent auf 51.671 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 3,1 Prozent auf 26.684 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 1,7 Prozent auf 7554 Stellen zu. Das Angstbarometer der Wall Street, der Volatilitätsindex VIX, gab den dritten Tag in Folge nach.
Das Rahmenabkommen, das am Freitag in der Schweiz formell unterzeichnet werden soll, klammert Streitthemen wie das iranische Atomprogramm und den Konflikt zwischen Israel und dem Libanon aus. Dennoch sorgte die Nachricht für einen Preisrutsch am Ölmarkt. Insbesondere die Aussicht auf eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus versetzte die Anleger in Kauflaune.
US-Rohöl verbilligte sich um 4,9 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit März. Dies dämpfte Inflationssorgen der Anleger und beflügelte zinssensible Technologiewerte. Auch Aktien von Fluggesellschaften wie United Airlines sowie den Kreuzfahrtanbietern Norwegian Cruise und Carnival profitierten von den sinkenden Treibstoffkosten, während Energiewerte nachgaben. "Die Märkte erleben eine klassische Erleichterungsrally", sagte Gene Goldman, Chefanlagestratege bei Cetera Investment Management. "Wir haben ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das den Ölpreis stark drückt. Das lindert die Inflationsängste und lockt die Anleger wieder in risikoreichere Anlagen wie Technologie."
Zinssorgen lassen nach
Investoren hoffen zudem, dass die wieder anlaufenden Ölexporte aus dem Nahen Osten der US-Notenbank Fed Spielraum geben, die Zinsen stabil zu halten. Die Währungshüter kommen am Mittwoch zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammen. Es ist das erste Treffen unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh, der im Mai die Nachfolge von Jerome Powell angetreten hat. Zuletzt hatten Inflationsdaten für Mai gezeigt, dass höhere Energiekosten die Verbraucherpreise steigen ließen. Händlern zufolge wird die Fed die Zinsen in dieser Woche voraussichtlich unverändert lassen. Das FedWatch-Tool der CME Group signalisiert jedoch eine Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis zum Jahresende.
Bei den Einzelwerten setzten die Aktien von SpaceX ihre Kursrally am zweiten Handelstag fort und schlossen fast 20 Prozent höher. Der Börsengang katapultierte die Bewertung des von Elon Musk geführten Raumfahrtunternehmens auf über zwei Billionen Dollar. Anleger werten das erfolgreiche Debüt als gutes Omen für die im weiteren Jahresverlauf erwarteten Börsengänge der KI-Firmen OpenAI und Anthropic. Der Halbleiterindex verzeichnete ebenfalls deutliche Gewinne, gestützt von den Chip-Riesen Nvidia und Micron.
Gegen den Trend brachen die Papiere von Fox ein. Das Medienunternehmen kündigte die Übernahme des Streaming-Anbieters Roku für 22 Milliarden Dollar an. Auch Roku-Aktien gaben nach.
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