ADAC: Deutlich weniger Neuwagen für unter 20.000 Euro - dafür erstmals E-Autos
Neuwagen für einen Listenpreis von unter 20.000 Euro werden immer seltener. Einer Auswertung des ADAC zufolge finden sich auf dem deutschen Markt derzeit nur noch 16 Modelle unterhalb dieser Preisschwelle. 2021 waren es demnach noch 35. Zudem findet sich unter den günstigen Modellen kein einziges eines deutschen Herstellers. "Vor fünf Jahren waren dagegen immerhin noch fünf Fahrzeuge deutscher Hersteller unterhalb von 20.000 Euro verfügbar", erklärte der Automobilclub. "Aktuell ist das günstigste deutsche Auto der VW Polo, dessen Grundpreis mit 20.380 Euro knapp über der Schwelle liegt."
Erstmals finden sich in diesem Jahr laut ADAC jedoch auch E-Autos unter den günstigsten Modellen. Gleich drei vollelektrische Modelle sind für weniger als 20.000 Euro zu haben.
Insider: Freenet legt Pläne für Waipu.tv-Börsengang zunächst auf Eis
Der Mobilfunk- und TV-Anbieter Freenet hat Branchenkreisen zufolge seine Pläne für einen Börsengang der Sparte Waipu.tv vorerst zu den Akten gelegt. Freenet verfolge nun andere Pläne, sagten zwei Insider. Der Konzern, der bereits rund 75 Prozent der Anteile an Waipu.tv kontrolliert, versuche, sich die verbliebenen Aktien zu sichern, hieß es weiter. Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Pläne berichtet. Eine Freenet-Sprecherin sagte, der Konzern nehme zu Marktgerüchten keine Stellung.
Tiefrote Wolfspeed-Aktie zieht Chipsektor nach unten
Der US-Halbleiterkonzern Wolfspeed vergrault die Anleger mit roten Zahlen und Umsatzverlusten. Die Aktien des Herstellers von Siliziumkarbid-Chips fallen im vorbörslichen US-Handel um mehr als zwölf Prozent. Im Sog dessen verlieren auch europäische Chipaktien: Papiere von Infineon sinken um ein Prozent, STMicroelectronics geben 1,8 Prozent nach. Der Umsatz von Wolfspeed brach im vierten Quartal im Jahresvergleich um 24,1 Prozent ein. Zugleich fiel ein Verlust je Aktie von 2,81 Dollar an.
Schaeffler kooperiert mit chinesischem Batteriehersteller
Der Herzogenauracher Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat sich mit dem chinesischen Batteriezellspezialisten CATL grundsätzlich auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Dabei gehe es unter anderem um eine gemeinsame Entwicklung von Batteriemanagementsystemen für die europäische Autoindustrie, teilte Schaeffler am Donnerstag mit. Die Kooperation baue auf einem Kundenprojekt auf. Schaeffler und CATL strebten eine langfristige Partnerschaft an, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu stärken und weitere internationale Marktpotenziale zu erschließen. Zu finanziellen Details äußerte sich Schaeffler nicht.
Bitcoin nimmt kräftig Fahrt auf - wichtige Marke geknackt
Bitcoin hat nach einer sommerlichen Durststrecke einen spektakulären Ausbruch erlebt. Der Kurs stieg erstmals seit Anfang Juni wieder über die Schwelle von 70.000 US-Dollar und markierte in der Spitze ein Hoch bei rund 72.000 Dollar. Seit dem vergangenen Freitag verzeichnet die wichtigste Cyberdevise damit ein Plus von mehr als elf Prozent. Experten führen diesen plötzlichen Boom vor allem auf eine Kombination aus geldpolitischen Signalen, politischem Rückenwind und einer massiven Liquidierungswelle an den Terminmärkten zurück. Dort hatten risikobereite Investoren auf sinkende Bitcoin-Kurse gewettet und große Verluste erlitten.
Ein wesentlicher Treiber war die Ankündigung des US-Finanzministeriums, das laufende Anleiherückkaufprogramm zu erhöhen. Diese Maßnahme drückte die Renditen von Staatsanleihen nach unten und schickte den US-Dollar auf ein Drei-Monats-Tief. In der Folge wichen Anleger verstärkt in alternative Sachwerte aus.
Geldmarkt: Zwölf-Monats-Euribor knapp unter drei Prozent
Die Sätze am europäischen Geldmarkt ziehen im Bereich von zwölf Monaten an, damit wird die Kurve am kurzen Ende steiler. Der Zwölf-Monats-Euribor kratzt an der Drei-Prozent-Marke, an der er vor rund einem Monat bereits abprallte. Am Vormittag hatte die deutsche Erzeugerpreisinflation ein Dreijahreshoch erreicht. Steigende europäische Erdgaspreise verstärken nach Einschätzung eines Strategen zusehends die Inflationsrisiken zusätzlich und stützen die Erwartungen weiterer EZB-Zinserhöhungen.
Tagesgeld: 2,18 - 2,38 (2,18 - 2,38), Wochengeld: 2,19 - 2,39 (2,13 - 2,37), 1-Monats-Geld: 2,27 - 2,57 (2,27 - 2,57), 3-Monats-Geld: 2,36 - 2,58 (2,33 - 2,68), 6-Monats-Geld: 2,68 - 2,87 (2,67 - 2,86), 12-Monats-Geld: 2,92 - 3,09 (2,72 - 2,90), Euribors: 19.08. 18.08. 3 Monate: 2,4920 2,5000, 6 Monate: 2,7190 2,6970, 12 Monate: 2,9770 2,9560
Alibaba-Gewinn bricht ein
Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) haben den Gewinn des chinesischen Technologiekonzerns Alibaba im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Der Nettogewinn sank um 75 Prozent auf 10,5 Milliarden Yuan (1,55 Milliarden Dollar), wie der Konzern mitteilte. Grund dafür seien vor allem die um 75 Prozent auf 67,7 Milliarden Yuan gestiegenen Ausgaben für die KI-Infrastruktur gewesen. Der Umsatz sei derweil um neun Prozent auf 269 Milliarden Yuan geklettert, was die strategische Neuausrichtung des Unternehmens unterstreicht.
Während das traditionelle Kerngeschäft mit dem Online-Handel schwächelte, boomte die Sparte für Cloud-Dienste und KI. Der Umsatz in diesem Bereich habe sein Wachstum auf 45 Prozent beschleunigt. Die Erlöse mit KI-bezogenen Produkten seien das zwölfte Quartal in Folge im dreistelligen Prozentbereich gestiegen.
Ölpreise ziehen deutlich an - Vierwochenhoch
Die Ölpreise haben ihre Aufwärtsfahrt beschleunigt: Das Nordseeöl Brent verteuerte sich um bis zu 2,6 Prozent auf 94,04 Dollar je Fass und erreichte damit den höchsten Stand seit knapp vier Wochen. Der Preis für US-Öl WTI stieg um 2,5 Prozent auf 87,95 Dollar je Fass. "Die Spannungen im Nahen Osten bleiben hoch, was die Gefahr weiterer Versorgungsengpässe birgt", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Geringere Exporte aus der Region dürften die angespannte Lage auf dem Ölmarkt weiter verschärfen.
Bundesbank: Deutsche Industrie verliert als Jobmotor an Bedeutung
Die Industrie verliert der Deutschen Bundesbank zufolge als Säule des deutschen Arbeitsmarktes an Gewicht. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liege bei nur noch etwa 18,5 Prozent, heißt es in dem Monatsbericht. 2010 habe er noch gut 22 Prozent betragen. Damit seien große Teile der Beschäftigungsgewinne verloren gegangen, die während des Aufschwungs nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 entstanden seien.
"Das Verarbeitende Gewerbe verliert, abgesehen von konjunkturellen Schwankungen, seit längerem an Bedeutung", lautet das Fazit der deutschen Notenbank. Selbst in Zeiten des Stellenaufbaus während der 2010er Jahre sei der Beschäftigungszuwachs bei den Dienstleistern deutlich kräftiger ausgefallen als in der Industrie. "Der Strukturwandel weg von der Industrieproduktion und hin zur Dienstleistungswirtschaft hält seit Jahrzehnten an und ist kein neues Phänomen der aktuellen Transformation", hieß es.
China droht EU im Streit um MediaMarkt-Saturn
China hat der Europäischen Union wegen ihrer Untersuchung zur geplanten Übernahme der MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Onlinehändler JD.com Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt. Sollte die EU an ihrem Vorgehen festhalten, werde Peking entschlossen reagieren, teilte das chinesische Justizministerium mit.
Zugleich verbot Peking Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen in China zu unterstützen. Das Justizministerium warf Brüssel vor, umfangreiche und unnötige Informationen aus China verlangt zu haben.
Die EU-Kommission prüft die geplante Übernahme seit Mai genauer. Sie untersucht, ob JD.com Subventionen aus China erhalten hat, die den Wettbewerb verzerren könnten. Dabei geht es unter anderem um günstige Finanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse. JD.com weist die Bedenken zurück.
Das Angebot des chinesischen Onlinehändlers bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Zu dem Düsseldorfer Konzern gehören MediaMarkt und Saturn. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme bereits freigegeben. Die Prüfung der EU läuft davon getrennt.
Dax rot - Euro fest
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat weiter im roten Bereich notiert. Am Mittag verlor er 0,4 Prozent auf 25.980 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte um 0,2 Prozent auf 6429 Stellen ab. Der Euro lag 0,3 Prozent fester bei 1,1706 US-Dollar.
Eurozonen-Anleiherenditen sinken
Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone sind ihren US-Pendants gefolgt und haben leicht nachgegeben. Das US-Finanzministerium hatte am Mittwoch angekündigt, das Volumen der Rückkaufmaßnahmen zur Liquiditätsunterstützung für längerfristige Anleihen von zwei Milliarden auf je mindestens vier Milliarden Dollar zu verdoppeln. Angesichts der Sorgen über die explodierende Staatsverschuldung und die steigende Inflation waren die weltweiten Anleiherenditen am Dienstag auf Mehrjahreshochs gestiegen.
Ehemalige Commerzbanker wegen Cum-Ex-Aktiendeals angeklagt
Die Frankfurter Justiz treibt die strafrechtliche Aufarbeitung von Cum-Ex-Aktiendeals zulasten der Staatskasse voran. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen vier ehemalige Mitarbeiter der Commerzbank wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung erhoben. Die vier Männer - zwei Briten im Alter von 66 und 59 Jahren, ein Deutscher (61) und ein US-Amerikaner (60) - sind nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft für einen Steuerschaden von mehr als 20 Millionen Euro verantwortlich.
Bei Cum-Ex-Deals, die ihre Hochphase zwischen 2006 und 2011 hatten, schoben Beteiligte rund um den Dividendenstichtag Aktien mit (cum) und ohne (ex) Ausschüttungsanspruch hin und her. Investoren ließen sich von Finanzämtern Steuern auf Dividenden erstatten, die gar nicht gezahlt worden waren. Schätzungen zufolge entstand dem Fiskus ein zweistelliger Milliardenschaden.
Was erfolgreiche Trader anders machen
Erfahrung allein reicht beim Trading nicht. Geduld, Disziplin und ein klares Szenario können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Raimund Brichta spricht mit Trading-Experte Jürgen Molnar von Robomarkets darüber, worauf es beim erfolgreichen Handel ankommt.
Meyer: USA vollziehen "kuriosen" Anleihen-An-und-Verkauf
Die USA sitzen auf einem Schuldenberg von inzwischen mehr als 40 Billionen Dollar. Gleichzeitig sind die Renditen langlaufender Staatsanleihen kräftig gestiegen - und damit auch die Finanzierungskosten für Washington. Nun greift das US-Finanzministerium zu einem ungewöhnlichen Mittel, wie ntv-Börsenexperte Frank Meyer erklärt.
Dax rutscht unter 26.000er-Marke
Der Dax hat in der ersten Handelsstunde seinen Verlust vergrößert. Der deutsche Leitindex verlor 0,5 Prozent auf 25.971 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 6446 Stellen.
Fed-Protokolle zeigen Trend zu Zinsanhebung
Die Sorgen über die Inflation haben auf der Juli-Sitzung der US-Notenbank Fed zugenommen. Daher waren mehrere Währungshüter bereit für eine Anhebung der Leitzinsen, wie aus dem nun vorgelegten Protokoll des Treffens hervorgeht. Demnach befürworteten im vergangenen Monat mehr Vertreter der Fed eine Zinserhöhung als die drei, die gegen eine Zinspause stimmten. Andere Vertreter signalisierten zudem, dass sie eine Anhebung unterstützen würden, falls sich die Inflation nicht verbessert.
US-Präsident Donald Trump sagte indes, er würde gern eine Zinssenkung sehen. Ähnlich äußert er sich seit Monaten. Niedrigere Zinsen würden unter anderem dafür sorgen, dass die USA weniger Kreditkosten für ihre sehr hohe Staatsverschuldung hätten.
Dem Protokoll zufolge sagten viele der Notenbanker bei der Juli-Sitzung, eine Anhebung der Kreditkosten werde notwendig, falls die Inflation nicht auf das Ziel der US-Notenbank von zwei Prozent sinke. Auf der Sitzung Ende Juli hatte die Fed den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder stimmten jedoch für eine Anhebung um einen viertel Prozentpunkt.
Die Befürworter eine Erhöhung sagten, dass der Preisdruck breit angelegt erscheine. Daher müsse der für die Geldpolitik zuständige Ausschuss eine restriktivere Haltung einnehmen. Sonst bestehe die Gefahr "einer steileren und potenziell kostspieligeren Abfolge von Straffungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt".
Die geldpolitische Debatte in den USA hat sich im Laufe des Jahres deutlich verschoben. Zu Jahresbeginn war noch erwartet worden, dass die Fed die Zinsen bei nachlassender Inflation senkt. Der Preisdruck hat sich jedoch weiter erhöht. Das liegt unter anderem auf den von Trump und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran zurückzuführen. Fast sechs Monate nach Beginn des Konflikts sind die Öl- und Gaslieferungen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiter eingeschränkt, was die Weltmarktpreise weiter hoch hält.
"Märkte geflutet" - Importe aus China steigen
China setzt mehr Waren in Deutschland ab. Im ersten Halbjahr 2026 wuchsen die Importe aus der Volksrepublik um 8,8 Prozent auf 89,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nur 2022 wurde in der ersten Jahreshälfte mehr aus China eingeführt, als es wegen Nachholeffekten infolge der Corona-Pandemie sogar fast 96 Milliarden Euro waren. Damit blieb China mit großem Abstand der wichtigste Lieferant, gefolgt von den USA (50,6 Milliarden Euro) und den Niederlanden (48,9 Milliarden Euro).
"China versucht, mit einem breiten Portfolio von industriepolitischen Eingriffen in vielen jener Bereiche Weltmarktführer zu werden, in denen früher die deutsche Industrie stark war", sagte der wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. "Durch die dadurch entstandenen Überkapazitäten werden auch ausländische Märkte geflutet." Dies lasse sich an den Außenhandelsdaten ablesen.
Gleichzeitig kauft China immer weniger Waren "Made in Germany". Die deutschen Exporte in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt brachen im ersten Halbjahr um 12,2 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro ein. "Damit lag China in der Rangfolge der wichtigsten Abnehmerländer deutscher Waren auf Platz neun", so die Statistiker.
Wichtigster Abnehmer deutscher Waren blieben die USA. Allerdings sanken die Ausfuhren dorthin in den ersten sechs Monaten um 6,1 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro. US-Präsident Donald Trump hatte die Europäische Union und damit auch Deutschland mit hohen Importzöllen überzogen.
Der Dax schwächelt
Der Frankfurter Aktienmarkt tendiert leicht schwächer. Der Dax startet 0,1 Prozent im Minus mit 26.050 Punkten.
Deutscher Inflationsindikator mit stärkstem Anstieg seit drei Jahren
Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im Juli so stark angehoben wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die Erzeuger gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - verlangten im Schnitt 3,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Ein größeres Plus gab es zuletzt im April 2023.
"Auf den Vorstufen des Inflationsauftriebs ist es schlagartig ungemütlich geworden", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. "Der Iran-Krieg hinterlässt Spuren, die Hitze auch." Das Rekord-Niedrigwasser auf dem Rhein behindert seit Wochen die Binnenschifffahrt auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße, was die Transportkosten nach oben treibt.
In der Statistik werden die Preise für Produkte von Herstellern geführt, bevor sie etwa in den Groß- und Einzelhandel kommen. Sie sind deshalb ein frühes Signal für die allgemeine Inflation. Die deutschen Verbraucherpreise sind im Juli nach dem Ende des staatlichen Tankrabatts mit 2,8 Prozent wieder stärker gestiegen.
Dax dürfte schwächer starten
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge etwas niedriger starten. Nachgebende US-Anleiherenditen sorgen an den Aktienmärkten zwar für Entspannung, die steigenden Ölpreise wirken dem aber entgegen.
Die Autobranche steht vor harten Tarifverhandlungen
Der Autoindustrie drohen harte Auseinandersetzungen zwischen Konzernführung und Gewerkschaften. Nach "Handelsblatt"-Informationen wollen die Autokonzerne in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie im Herbst darauf drängen, Sonderzahlungen zu streichen und teils die Arbeitszeit zu erhöhen.
Man werde "in Deutschland bei allen Sonderzahlungen prüfen, welche wir uns weiterhin leisten können", schrieb das Management von Mercedes-Benz jüngst an die Beschäftigten. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller forderte im Handelsblatt eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Auch Volkswagen und BMW planen Einschnitte.
Die Arbeitnehmervertreter kündigen Widerstand an. "Angriffe auf die Entgelte und Arbeitszeiten der Beschäftigten sind Nebelkerzen, die vom eigenen Versagen bei den Zukunftsprodukten ablenken", sagte IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski.
Ifo-Chef sieht nach Zinsanstieg dringenden Handlungsbedarf
Clemens Fuest fordert die Bundesregierung angesichts stark gestiegener Anleiherenditen zum Handeln auf. "Der Anstieg der Zinsen auf Staatsanleihen ist Ausdruck wachsender Sorge über steigende Staatsverschuldung und drohende höhere Inflation", sagte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo.
"Deutschland sollte eine überzeugende, mehrjährig angelegte Strategie zur Senkung der Staatsausgaben und zur Stärkung des Wirtschaftswachstums vorlegen." Dabei sollten investive Ausgaben allerdings geschont werden. "Das würde das Vertrauen in die deutschen Staatsfinanzen stärken und die Zinskosten senken", betonte Fuest.
Die Renditen für Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sind in dieser Woche auf rund 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren gestiegen. Höhere Renditen sind für Finanzminister Lars Klingbeil eine schlechte Nachricht, da sie die Aufnahme neuer Schulden verteuern und den Spielraum für andere Ausgaben wie Investitionen oder Sozialleistungen einschränken.
Als ein Auslöser des globalen Renditeanstiegs gilt die Sorge über eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Anleger befürchten, dass ein längerer Iran-Krieg die Energiepreise und damit die Inflation hochhalten könnte. Dies könnte etwa die Europäische Zentralbank (EZB) zu weiteren Zinserhöhungen zwingen, um die Teuerung zu bekämpfen. Hinzu kommt eine hohe Verschuldung in Deutschland angesichts milliardenschwerer Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Ein weiterer Faktor dahinter ist der wachsende Konkurrenzdruck durch enorme Anleiheemissionen großer US-Technologiekonzerne, die ebenfalls um das Geld der Investoren werben. Dies treibt vor allem in den USA die Renditen
Ölpreise klettern weiter
Die Ölpreise legen zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 0,3 Prozent auf 91,94 Dollar. Händler verwiesen auf Daten, wonach sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wegen der Blockade im Iran-Krieg verlangsamt habe. Das US-Öl WTI notiert 0,1 Prozent im Plus bei 85,98 Dollar.
In den vergangenen zwei Wochen haben die Ölpreise um rund 15 Prozent zugelegt. Der Ölmarkt dürfte seinen allmählichen Aufwärtstrend beibehalten, sagt Hiroyuki Kikukawa, Chefstratege von Nissan Securities Investment.
Eingreifen der USA beruhigt Anleger
Eine Intervention des US-Finanzministeriums zur Stützung des Anleihemarktes hat die Nerven der Anleger beruhigt und beflügelt die Aktienmärkte.
Das US-Finanzministerium hatte angekündigt, die Rückkäufe von langlaufenden Staatsanleihen zu verdoppeln. Damit will es dem jüngsten Ausverkauf entgegenwirken, der die Rendite der 30-jährigen US-Anleihe auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte. Daraufhin gaben die Renditen nicht nur der Anleihen der USA nach, sondern auch die anderer Länder wie etwa Deutschland und Japan.
Die Börse in Tokio legt deutlich zu: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index steigt um 1,2 Prozent. Die Börse in Shanghai gewinnt 0,2 Prozent.
Das wird heute für den Dax wichtig
Die Unsicherheit unter den Anlegern wegen steigender Anleihezinsen und der problematischen Lage in Nahost hat auch gestern weiterhin angehalten. Nach zwei schwachen Handelstagen war beim Dax angesichts letztlich nur geringer Abgaben aber ein Hauch von Stabilisierung erkennbar. Die Anfang August erstmals passierte Marke von 26.000 Punkten geriet zunächst nicht in Gefahr. Der deutsche Leitindex ging 0,14 Prozent tiefer bei 26.091,33 Punkten aus dem Handel.
Und was wird heute für den Dax wichtig? Die Bundesbank legt ihren Monatsbericht vor. Darin wird die Wirtschaftslage in Deutschland im August und somit Mitte des dritten Quartals beleuchtet. Die Konjunktur hat sich im zweiten Quartal trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg als überraschend robust erwiesen: Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,2 Prozent zu, womit sich die deutsche Wirtschaft in der Wachstumsspur hielt.
Außerdem dürften in China die Referenzzinssätze für Kredite (LPR) heute den 15. Monat in Folge unverändert bleiben. In einer Reuters-Umfrage gehen alle 25 befragten Experten davon aus, dass der einjährige LPR bei 3,00 Prozent und der fünfjährige bei 3,50 Prozent verharren wird. Zwar deuten jüngste Konjunkturdaten auf eine anhaltende Schwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin. Analysten rechnen zur Stützung der Wirtschaft jedoch eher mit fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierung als mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung.