DAX hat nach dickem Plus nun die 13.000 im Blick
Für den deutschen Aktienmarkt war es der zweite Tag hintereinander mit Gewinnen. Hatte der DAX am Dienstag noch die 12.000er Marke im Blick, erschien nun die Zahl 13.000 am Horizont. "Der Markt sieht die Notenbanken zunehmend entspannter", sagt ein Börsianer in Frankfurt. Nach dem kräftigen Rückgang der Öl- und anderer Rohstoffpreise könnten die Zentralbanken die Inflation zähmen, ohne dass sie die Weltwirtschaft in eine tiefere Rezession stürzten, ergänzt er. Hinzu komme, dass die USA über den festen Dollar Preisstabilität importierten. Die Eurozone würde dagegen über die schwache Währung Wachstum generieren.
Als grundsätzlich positiv wurde der Rücktritt des britischen Premierministers Boris Johnson als Chef der Konservativen Partei gewertet. Zwar erhöhe der Rücktritt kurzfristig die Unsicherheit, mit etwas Abstand dürften aber sowohl die Wirtschaft als auch die Märkte profitieren, hieß es bei Berenbank. So sollte sich der Konflikt mit der EU entschärfen, was sich positiv auf das Investitionsverhalten auswirken dürfte.
Der DAX gewann heute satte zwei Prozent auf 12.843 Punkte, sein Tageshoch lag bei 12.868 Stellen. Der EUROSTOXX50 notierte ebenfalls zwei Prozent höher bei 3490 Zählern.
In den Blick gerät nun langsam aber sicher die Berichtssaison, in der Samsung ein starkes Debüt gegeben hat. Das stützte die Stimmung für Halbleiter-Aktien und auch für Technologiewerte insgesamt. So gewannen Aixtron 5,8 Prozent, für Infineon ging es trotz einer Kurszielsenkung durch Jefferies um 3,4 Prozent nach oben.
Lufthansa stiegen trotz Streichungen beim Flugangebot um 4,6 Prozent. Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne hat seinen Anteil beim MDAX-Konzern aufgestockt auf 15,01 von 10,01 Prozent. Er steigt damit zum größten Einzelaktionär vor dem Bund auf, der über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds noch 14,09 Prozent hält.
Nordex verteuerten sich um 10,5 Prozent. Der Windanlagenbauer profitierte von der guten Auftragslage. Wie das Unternehmen mitteilte, lag der Auftragseingang im zweiten Quartal bei rund 1,836 Gigawatt nach 1,534 Gigawatt im gleichen Vorjahreszeitraum. Damit steht wohl einer Rückkehr in TECDAX und SDAX nicht mehr viel im Weg.
Nervöse Börsen: Umschalten von Inflation auf Rezession?
Zu den Inflationssorgen kommt jetzt auch zunehmend die Angst vor einer möglichen Rezession. Wie können Anleger ihr Depot krisenfester gestalten? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Joachim Nareike von der Fondsgesellschaft Schroders.
Euro hat gegenüber dem US-Dollar derzeit "keine Chance"
Euro / DollarDer Euro hat sich nach seiner jüngsten Talfahrt unterhalb der Marke von 1,02 US-Dollar etwas stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,0168 Dollar, womit die Parität zum Greenback immer deutlicher in den Blickpunkt gerät. Zuletzt hatte es diese im Jahr 2002 gegeben.
Laut Devisenanalystin Antje Praefcke von der Commerzbank hat "der Euro gegenüber dem US-Dollar im Moment keine Chance". Die Sorge des Marktes vor einer herben Rezession in der Eurozone aufgrund einer Energiekrise wiege einfach stärker als die Sorge vor einer Rezession in den USA aufgrund stark steigender US-Zinsen.
Commerzbank ist Wirecard-Analystin los
Wirecard-Analystin Heike Pauls verlässt nach monatelangem Rechtsstreit die Commerzbank. Dies bestätigte der MDAX-Konzern. Zuerst hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet. Pauls und die Bank hätten die juristische Auseinandersetzung beendet und sich verglichen, schrieb das Magazin.
Die Commerzbank hatte das Arbeitsverhältnis mit Pauls Anfang 2021 beendet. Sie war in die Kritik geraten, weil sie die Wirecard-Aktie bis kurz vor der Insolvenz mit einem Kursziel von 230 Euro zum Kauf empfohlen und kritische Medienberichte über Bilanzunregelmäßigkeiten bei dem Zahlungsabwickler als "Fake News" bezeichnet hatte.
USA verringern Handelsbilanzdefizit
Das Defizit in der US-Handelsbilanz hat sich im Mai leicht verringert. Die Importe in Höhe von 341,4 Milliarden Dollar übertrafen die auf ein Rekordniveau von 255,8 Milliarden Dollar angestiegenen Exporte um 85,5 Milliarden, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Im April war das Defizit mit revidiert 86,7 Milliarden Dollar noch größer ausgefallen. Experten hatten für Mai mit einer Lücke von 84,9 Milliarden Dollar gerechnet.
Sollte der Trend zu rückläufigen Defiziten anhalten, könnte der Außenhandel im zweiten Quartal erstmals seit fast zwei Jahren wieder zum Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft beigetragen haben.
FED-Protokolle tun der Wall Street gut
Positiv gewertete Aussagen zur US-Geldpolitik geben der Wall Street Auftrieb. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung um etwa ein Prozent. Die Notenbank FED hatte in ihren am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung für Ende Juli eine weitere Zinserhöhung um einen halben oder ein Dreiviertel Prozentpunkt signalisiert.
Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt gehörten Halbleiter-Werte, nachdem der südkoreanische Konzern Samsung dank eines brummenden Chip-Geschäfts den höchsten Quartalsgewinn seit 2018 bekanntgegeben hatte. Die Titel von AMD, Intel, Micron und Nvidia rückten jeweils rund drei Prozent vor.
Pharmabranche steht wohl vor einem Megadeal
Der US-Arzneimittelhersteller Merck & Co hat laut "Wall Street Journal" ein Auge auf das auf Krebsmittel spezialisierte Biotech-Unternehmen Seagen geworfen. Die beiden Unternehmen befänden sich in fortgeschrittenen Übernahmegesprächen, meldete das Blatt unter Berufung auf Insider.
Dabei werde ein Preis von 200 Dollar je Seagen-Aktie diskutiert. Zum Schlusskurs von Mittwoch von 175 Dollar je Aktie wird Seagen mit 32,24 Milliarden Dollar an der Börse bewertet, die Transaktion könnte rund 40 Milliarden Dollar schwer sein. Beide Konzerne äußerten sich nicht zu dem Bericht.
Ölpreise ziehen wieder kräftig an
Die Ölpreise haben sich von einem erneuten Einbruch erholt gezeigt und sind am Nachmittag deutlich angestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 103,27 US-Dollar, das waren 3,6 Prozent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 3,4 Prozent auf 101,48 Dollar.
Am Mittwoch waren die Rohölpreise den zweiten Tag in Folge unter Druck geraten. Ausschlaggebend für die deutlichen Preisabschläge waren Ängste vor einer erheblichen Eintrübung der globalen Konjunktur, die auch die weltweite Nachfrage nach Erdöl, Benzin und Diesel belasten würde. Diesen Nachfragesorgen steht allerdings ein knappes Angebot gegenüber, das vor allem auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine zurückgeht.
Brent Rohöl I
"Ryanair macht das deutlich besser als Lufthansa"
"Sollte man die Lufthansa inzwischen Bodenhansa nennen?" ntv-Börsenexperte Frank Meyer spricht mit dem Fondsmanager von Union Investment, Patrick Schuchter, über die Probleme der deutschen Airline und die Aussichten für Anleger.
Mercedes startet Qualifizierungsoffensive
Mercedes-Benz nimmt kräftig Geld in die Hand. Der Stuttgarter DAX-Konzern investiert nämlich bis 2030 mehr als 1,3 Milliarden Euro in die Aus- und Weiterbildung seiner Beschäftigten in Deutschland. Das seien 1000 Euro pro Beschäftigtem im Jahr und mehr als bisher, sagte Personalchefin Sabine Kohleisen.
Der Umschwung zur Elektromobilität sowie digitalisierter Produktion und Geschäftsmodellen verändere sämtliche Stellenprofile. Den 80.000 Mercedes-Beschäftigten in Deutschland stünden neue Angebote offen. Auch weltweit treibt der Autobauer Kohleisen zufolge die Qualifizierung seiner insgesamt 172.000 Beschäftigten voran.
Oaktree und Otto müssen um Euroshop-Übernahme bangen
Deutsche-Euroshop-Großaktionär Alexander Otto und der Finanzinvestor Oaktree müssen bis zur letzten Minute um die 1,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des Shopping-Mall-Investors bangen. Stand Mittwochnachmittag hatten sie erst 38,1 Prozent der Euroshop-Aktien sicher, wie aus einer Pflichtveröffentlichung hervorgeht. Die Übernahme kommt nur zustande, wenn sie bis heute Abend auf mehr als 50 Prozent kommen.
Otto hält bereits 20 Prozent an Euroshop. Am Mittwoch hatten die Bieter eine Erhöhung der Offerte über 21,50 Euro je Aktie ausgeschlossen. Die Dividende von einem Euro je Aktie für 2021 kommt noch hinzu. Die Euroshop-Aktie notierte bei 22,28 Euro.
IWF-Chefin trifft EU-Finanzminister - Es sieht düster aus
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, wird die europäischen Finanzminister Anfang nächster Woche in Brüssel über die düsteren Perspektiven für die Weltwirtschaft unterrichten. Das verlautete aus Berliner Regierungskreisen. Es sei mit einer deutlich pessimistischeren Einschätzung zu rechnen.
Die Bulgarin hatte Reuters am Mittwoch gesagt, dass sich der konjunkturelle Ausblick seit April erheblich verschlechtert habe. "Wir sind in sehr schwierigem Fahrwasser." Eine Rezession könne nicht ausgeschlossen werden. Der IWF wird Georgiewa zufolge seine Prognosen für die Weltwirtschaft in den nächsten Wochen erneut senken. Es wäre das dritte Mal.
Lufthansa streicht Angebot weiter zusammen
Die Lufthansa wird kurzfristig noch mehr Flüge streichen als bisher bekannt. Nach Informationen von ntv sollen zusätzlich zu den bereits gestrichenen Flügen weitere 19 Prozent des Flugaufkommens ausfallen. Der Fokus liegt dabei auf innerdeutschen und grenznahen Flügen. Die Kürzung des Angebots betrifft den Zeitraum von morgen bis kommenden Donnerstag.
Warum sind die Deutschen so vernarrt ins Bargeld?
Während in anderen europäischen Ländern das Bargeld längst auf dem Rückzug ist, halten die Deutschen an ihren Scheinen und Münzen fest. Warum das auch ein Problem ist, erklärt Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz im ntv-Interview.
Grünliche Vorzeichen in New York
Die positive Vortagestendenz dürfte sich zunächst auch heute zur Eröffnung an der Wall Street fortsetzen. Der Future auf den S&P-500 legt aktuell um 0,2 Prozent zu. Der Handel dürfte aber weiter von einer eher abwartenden Haltung gekennzeichnet sein. Zwar enthielt das jüngste FED-Protokoll nur wenig Neues, doch bleibt die Lage an den Märkten weiter angeschlagen.
Für etwas Entspannung bei der Inflation sorgten die zuletzt kräftig gefallenen Ölpreise. Diese zeigen sich aktuell wenig verändert. Die Rohölpreise könnten in diesem Jahr auf 65 Dollar pro Barrel fallen, wenn es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Rezession kommt, so die Analysten der Citigroup. Sie würden bis Ende 2023 sogar weiter bis auf 45 Dollar pro Barrel sinken, wenn die erdölexportierenden Länder nicht eingreifen, um das Angebot zu reduzieren.
Leichte Panik in Ungarn - neue Zinsanhebung nach nur einer Woche
Die ungarische Notenbank stemmt sich weiter gegen die ausgeprägte Schwäche der Landeswährung Forint. Die Zentralbank in Budapest hob den Zins für einwöchige Einlagen um weitere zwei Prozentpunkte auf 9,75 Prozent an. Es ist die stärkste Anhebung seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008. Erst vor gut einer Woche hatte die Notenbank ihre Leitzinsen angehoben.
Der Forint reagierte nur kurz mit Kursgewinnen auf die abermalige Zinsanhebung. Zuletzt gab er zum Euro sogar weiter nach und fiel in Richtung seines Rekordtiefs. Der Forint ist schon seit Wochen schwach und fällt zum Euro von einem historischen Tief zum nächsten. Ein wichtiger Grund ist die durch Rezessionsangst ausgelöste trübe Stimmung an den Finanzmärkten.
Shell dreht Abschreibungen zurück - hohe Raffineriemargen
Die steigenden Öl- und Gaspreise kommen dem Energieriesen Shell bei der Bewertung seiner Vermögensgegenstände und im Raffineriegeschäft zugute. Wie der Konzern mitteilte, kann er zuvor vorgenommene Wertberichtungen in seinem Förder- und Gasgeschäft von 3,5 bis 4,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal wieder rückgängig machen. Außerdem rechnet Shell mit höheren Raffineriemargen, die den Gewinn um 800 Millionen bis eine Milliarde Dollar aufpolstern könnten.
Shell hat seinen mittel- und langfristigen Ausblick für die Öl- und Gaspreise im zweiten Quartal angehoben, um das aktuelle makroökonomische Umfeld sowie aktualisierte Nachfrage- und fundamentale Angebotsdaten zu berücksichtigen, so der Konzern. Noch 2020 hatten Shell und seine Rivalen historisch hohe Verluste eingefahren und in Vorbereitung auf eine lange und schmerzhafte Pandemie Vermögenswerte abgeschrieben.
Aussteigen oder aussitzen? Anleger sind nervös
Viele Anleger stellen sich zurzeit die Frage: Soll man Aktien verkaufen oder die Schwächephase einfach aussitzen? Raimund Brichta spricht darüber mit Sebastian Külps von der Fondsgesellschaft Vanguard.
BYD überholt Tesla - Autoexperte äußert sich dazu
Profitiert BYD langfristiger von der derzeitigen Tesla-Schwäche? Auf dem E-Automarkt herrscht derzeit viel Bewegung. So gelang es den Chinesen, in den ersten fünf Monaten 2022 mehr Elektroautos zu verkaufen als Tesla.
Tesla habe derzeit sehr große Probleme, sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber ntv.de. "BYD ist hoch innovativ mit seiner Blade-Batterie, und mit dem neue Seal hat BYD einen ganz starken Tesla-Model-3-Wettbewerber. BYD hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich weiterentwickelt und nach oben positioniert. Die Fahrzeuge sind modern und 'state of the art' und damit auch deutliche Wettbewerber für die deutschen Premiumhersteller in China."
Dudenhöffers Fazit: Die Chinesen kämen immer stärker im weltweiten Automarkt an und würden in der Zukunft mit Elektroautos und Car Software wichtige Innovationen in den Markt bringen.
DAX springt über 12.800er-Marke
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Schwung bis zum Mittag halten können. Der DAX vergrößerte sein Plus und stieg um 1,8 Prozent auf 12.823 Punkte und damit in der Nähe seines bisherigen Tageshochs von 12.837 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 1,6 Prozent höher bei 3476 Stellen.
Lufthansa reagierten mit plus 2,1 Prozent auf die Nachricht einer höheren Beteiligung des Logistik-Unternehmers Klaus-Michael Kühne. About You verteuerten sich um zwei Prozent. Der Online-Modehändler ist trotz des durch Inflation und Ukraine-Krieg erschwerten Marktumfelds im ersten Geschäftsquartal weiter gewachsen.
Deutscher Online-Modehändler trotzt und wächst
About You ist trotz zunehmender Unsicherheit der Verbraucher wegen der anziehenden Inflation und des Ukraine-Krieges gewachsen. Im ersten Geschäftsquartal 2022/23 zu Ende Mai sei der Umsatz um rund 19 Prozent auf 504 Millionen Euro geklettert, teilt das Hamburger Unternehmen mit. Und das obwohl die "Invasion Russlands in die Ukraine zunächst zu einem Nachfrageschock geführt" habe und die steigende Inflation das Kundenverhalten ändere. Der Rivale Zalando rechnete für das zweite Quartal hingegen kaum noch mit einem Wachstum. Der Dax-Konzern hat jüngst auch seine Erwartungen für das Gesamtjahr deutlich zurückgeschraubt und damit Anleger in die Flucht geschlagen.
"Euro ähnelt eher der Lira als der Deutschen Mark"
Der Euro befindet sich auf einem 20-Jahre-Tief. Der Druck auf die Gemeinschaftswährung dürfte weiter anhalten. Das liegt nicht zuletzt an der Politik der Europäischen Zentralbank. "Die Falltür ist förmlich aufgegangen", sagt ntv-Börsenreporter Frank Meyer und nennt die "Liraisierung des Euro" als Ursache.
Boeing-Tochter baut Trägerflugzeuge für Virgin Galactic
Virgin Galactic hat mit der Boeing-Tochter Aurora Flight Sciences einen Zuliefervertrag für zwei neue Raumschiff-Träger geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung werde die Luft- und Raumfahrtforschungseinheit von Boeing Teile der Trägerflugzeuge für die Montage im Jahr 2025 liefern, teilt Virgin Galactic mit. Die sogenannten "Mutterschiffe" seien für etwa 200 Flüge pro Jahr ausgelegt. Das von dem Milliardär Richard Branson gegründete Weltraumtourismusunternehmen arbeitet an einem langlebigeren, serienmäßig herstellbaren Nachfolger seines Flaggschiffs SpaceShipTwo, das aus dem Rumpf eines Trägerflugzeugs abgesenkt wird, bevor es an den Rand des Weltraums beschleunigt.
g
Samsung bringt Stimmung in die Bude - Chip-Aktien legen zu
Ermutigende Verkaufszahlen vom Chip-Giganten Samsung haben die Stimmung im europäischen Chip-Sektor aufgehellt. Die Südkoreaner hatten im Zeitraum April bis Juni ihren höchsten Gewinn seit 2018 eingefahren.
Im Amsterdam legten ASML, ASMI und BESI bis zu 4,5 Prozent zu. In Frankfurt gewannen Aixtron 5,4 Prozent. Titel der französisch-italienischen STMicroelectronics stiegen um 2,5 Prozent, die norwegische Nordic Semiconductor um 3,9 Prozent.
Gamestop hübscht sich auf
Der Videospiele-Händler Gamestop will seine Aktien für Kleinanleger leichter handelbar machen. Das US-Unternehmen segnete einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 ab. Zum regulären Handelsschluss am Mittwoch kostete ein Gamestop-Anteilsschein 117,43 Dollar. Mit einem Aktiensplit können Firmen die Zahl ihrer Aktien erhöhen. Gamestop will die zusätzlichen Papiere in Form einer Aktiendividende auszahlen. Dabei erhalten Anleger anstelle von Bargeld weitere Anteilsscheine. Die Aktie stieg nachbörslich mehr als fünf Prozent.
Gamestop gehört zu den sogenannten "Meme-Aktien", zu deren Kauf sich Kleinanleger in einschlägigen Internet-Foren etwa auf Reddit gegenseitig aufrufen. Dies hat in der Vergangenheit Hedgefonds in Mitleidenschaft gezogen, die über Leerverkäufe auf einen Kursverfall spekuliert hatten.
Chaotische Zustände: Kritik an Lufthansa-Führung wächst
Der Personalmangel in der Flugbranche ist groß, die Folge sind Verspätungen und Ausfälle an den Airports. Besonders betroffen ist die Lufthansa. Den Beschäftigten werfen dem Vorstand Missmanagement vor und fordern bessere Arbeitsbedingungen. Und auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil äußert scharfe Kritik.
Erst Boom und Crash, dann normal: Suse-Aktie fährt Achterbahn
Die Aktie von Suse hat bislang wahre Kapriolen vollzogen. Das Papier des Linux-Softwareanbieters stieg nach Zahlen zunächst in der Spitze um 3,3 Prozent und brach anschließend mehr als elf Prozent ein. Aktuell steht es 0,9 Prozent tiefer bei 21,12 Euro. Die Quartalszahlen hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen, der Ausblick verdeutliche aber die Auswirkungen des Konjunkturumfeldes, sagten die Analysten von Jefferies.
Suse "spürt Gegenwind von den Wechselkursen"
Der Nürnberger Linux-Softwareanbieter Suse kämpft mit Währungseffekten. "Das gegenwärtige Konjunkturumfeld macht der Geschäftswelt Sorgen, und wir spüren Gegenwind von den Wechselkursen", sagte Finanzchef Andy Myers. Suse bleibe aber "in etwa" bei seinen Prognosen, den Umsatz im Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende Oktober) um 15 bis 19 Prozent und das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um etwa 35 Prozent zu steigern.
Der annualisierte Vertragswert (ACV) im Kerngeschäft werde vor Währungseffekten aber nur um rund 15 Prozent steigen; bisher hatte Suse für den ACV ein Wachstum im mittleren bis hohen Zehn-Prozent-Bereich erwartet. Im zweiten Quartal (per Ende April) stieg der bereinigte Umsatz um 18 Prozent auf 161,3 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA um 22 Prozent auf 58,6 Millionen Dollar.
Lufthansa-Kurs geht nach Kühne-Anteilsaufstockung hoch
Die weitere Aufstockung des Anteils des Spediteurs Klaus-Michael Kühne an der Lufthansa verleiht dem Aktienkurs des MDAX-Unternehmens Auftrieb. Das Papier lag im Frankfurter Frühhandel knapp drei Prozent im Plus, kam dann aber auf 1,3 Prozent Zugewinn zurück.
Die Kühne Aviation GmbH des Milliardärs kaufte laut einer Pflichtmitteilung weitere fünf Prozent zu und besitzt damit jetzt 15,01 Prozent an der Lufthansa. Der 85-jährige Kühne ist damit größter Aktionär vor dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung mit rund 14 Prozent.
DAX beginnt Handel mit ordentlichem Gewinn
Ermuntert von Kursgewinnen in den USA und Japan ist der deutsche Aktienmarkt mit kräftigen Aufschlägen in den Handel gestartet. Der DAX legte in den ersten Minuten 1,2 Prozent auf 12.740 Punkte zu. MDAX, SDAX und TECDAX gewannen 0,7 bis 1,1 Prozent.
"Der Markt sieht die Notenbanken zunehmend entspannter", so ein Marktteilnehmer. Nach dem kräftigen Rückgang der Öl- und anderer Rohstoffpreise könnten die Notenbanken die Inflation zähmen, ohne dass sie die Weltwirtschaft in eine tiefere Rezession stürzten, ergänzt er. Hinzu komme, dass die USA über den festen Dollar Preisstabilität importierten, die Eurozone importiere über die schwache Währung dagegen Wachstum.
"War noch nie so schwierig, Markt-Prognosen zu machen"
Deutsche Industrie liefert ab, aber der Ausblick …
Die deutschen Unternehmen fahren ihre Produktion trotz Lieferproblemen und des Krieges in der Ukraine etwas hoch. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Mai zusammen 0,2 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Ökonomen hatten zwar mit einem höheren Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet, das Plus vom April fiel mit 1,3 Prozent allerdings auch fast doppelt so stark aus wie zunächst gemeldet. Der russische Krieg gegen die Ukraine hatte am 24. Februar begonnen.
"Das Verarbeitende Gewerbe erholte sich im Berichtsmonat Mai ein Stück weit von dem externen Schock, den sie durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erhalten hatte", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Entwicklung. Die Industrieproduktion habe sich zwar wieder stabilisiert. "Die nach wie vor hohe Unsicherheit durch den Krieg und das Risiko eines weitgehenden Lieferstopps beim russischen Gas wird jedoch viele Industrieunternehmen in den kommenden Monaten vor sehr große Herausforderungen stellen", erklärte das Ministerium von Ressortchef Robert Habeck.
Nikkei folgt den US-Indizes ins Plus
Im Fahrwasser einer festeren Wall Street haben die asiatischen Börsen heute zulegen können. In Tokio stieg der Nikkei 1,4 Prozent auf 26.479 Punkte. Auch der breiter gefasste Topix kletterte um 1,4 Prozent. Der Stimmung am Gesamtmarkt helfe, dass böse Überraschungen bei den jüngsten Sitzungsprotokollen der US-Notenbank FED ausgeblieben seien, sagte ein japanischer Analyst.
Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. In Shanghai, wo Anfang Juni ein zweimonatiger Lockdown aufgehoben wurde, werden weitere Corona-Massentestungen vorgenommen.
Samsung kommt mit starken Zahlen um die Ecke
Der Technologieriese Samsung Electronics hat dank der hohen Nachfrage nach Speicherchips im zweiten Quartal den höchsten Gewinn seit vier Jahren eingefahren. Von April bis Juni sei das Betriebsergebnis um elf Prozent auf 14 Billionen Won - etwa 10,57 Milliarden Euro - geklettert, teilt der weltgrößte Speicherchip-Anbieter mit. Vor allem Chips für Rechenzentren seien weiterhin gefragt gewesen. Und Analysten führen das Plus auch auf den starken Dollar zurück. Die Aktie legte nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen um 2,5 Prozent zu.
Die guten Zahlen kontrastrieren mit den Berichten anderer Anbieter wie Micron und AMD, die jüngst angesichts der hohen Inflation vor einer Schwächephase warnten. Preise für einige Chips sind bereits rückläufig. Und auch Samsung dürfte die ersten Auswirkungen noch zu spüren bekommen. Vor allem die Smartphonebranche meldet eine erste Abkühlung in der Nachfrage. Die Südkoreaner sind nicht nur weltgrößter Speicherchipanbieter sondern auch Smartphone-Primus vor Rivalen wie Apple und Xiaomi und verkaufen Haushaltsgeräte und weitere Elektronik. Details will Samsung Electronics am 28. Juli bekanntgeben.
DAX könnte Abwärtstrend brechen
Der steile Juni-Abwärstrend im DAX gerät in den Blick. Er verläuft aktuell bei 12.762 Punkten. "Sollte er ihn mit Umsatz und Dynamik brechen, würde der Pfeil von Baisse auf seitwärts gestellt", so ein Händler. Auf der Unterseite sollte der DAX nun nicht mehr unter 12.600 fallen.
Diese Aktie war nach US-Börsenschluss ein Renner
Im nachbörslichen US-Handel haben Insiderkäufe den Kurs von Bed Bath & Beyond nach oben getrieben. Bed Bath & Beyond rückten um 6,9 Prozent vor. Aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC war hervorgegangen, dass Interimschefin Sue Gove 50.000 Aktien erworben hatte und die beiden Board-Mitglieder Harriet Edelman und Jeff Kirwan jeweils 10.000. Bed Bath & Beyond hatte am Mittwoch vergangener Woche nach schwachen Geschäftszahlen den bisherigen CEO Mark Tritton entlassen. Schon Anfang des Monats hatten Analysten berichtet, das Unternehmen habe die Öffnungszeiten seiner Läden reduziert und die Klimaanlagen heruntergedreht, um Geld zu sparen.
Positive US-Vorgaben stützen Kurse in Asien
Überwiegend im Plus tendieren die Börsen in Ostasien und Australien. Marktteilnehmer verweisen auf die etwas festeren Vorgaben der US-Börsen. Das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der jüngsten US-Notenbank hatte nichts Neues erbracht - aber auch keine negativen Überraschungen. Es bestätigte vielmehr den von der Fed angekündigten Zinserhöhungskurs und die Inkaufnahme einer vorübergehenden Abschwächung der Konjunktur. Eine weitere Zinserhöhung um 75 Basispunkte bei der anstehenden Fed-Sitzung in diesem Monat gilt am Markt als eingepreist.
In den Blick der Anleger rückt nun zunächst der US-Arbeitsmarktbericht für Juni am Freitag. Die am Mittwoch veröffentlichten Mai-Daten zu den offenen Stellen in den USA zeugten davon, dass die US-Wirtschaft nach wie vor dringend Arbeitskräfte sucht: Trotz eines leichten Rückgangs gab es im Mai immer noch fast doppelt so viele unbesetzte Stellen wie Arbeitssuchende.
In Tokio zeigt sich der Nikkei 1,3 Prozent höher. Die Börse in Shanghai hat sich nach anfänglichen Verlusten ins Plus vorgearbeitet, doch verhindern steigende Corona-Fallzahlen und neuerliche Lockdowns eine deutlichere Erholung. Der Composite-Index steigt um 0,5 Prozent. Kräftig im Plus zeigt sich auch der Kospi, der1,9 Prozent gewinnt. Händler berichten von Gelegenheitskäufen im Elektroniksektor. Indexschwergewicht Samsung steigt um 1,9 Prozent. Gemäß den vorläufigen Zweitquartalszahlen hat der Konzern seinen operativen Gewinn im Vorjahresvergleich um 11,4 Prozent gesteigert und damit die Markterwartungen übertroffen. LG Electronics (+2,6%) wird im späteren Tagesverlauf Zahlen vorlegen.
Handelsverband gibt Tipps bei Bar- und Wechselgeldflaute
Schafft der DAX die Trendwende?
Gestützt auf Kursgewinne an der Wall Street dürfte die Erholung am deutschen Aktienmarkt anhalten. Aktuell wird der DAX mit Kursen um 12.720 Punkte taxiert. Das entspräche einem Aufschlag von rund einem Prozent.
Am Donnerstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Mittwoch hatte er 1,6 Prozent auf 12.594 Punkte zugelegt. Die US-Börsen hatten am Mittwoch nach Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle der US-Notenbank fester geschlossen. Wie aus den Mitschriften der jüngsten Sitzung der US-Notenbanker vom Juni hervorgeht, erwarten sie, dass Ende Juli wahrscheinlich eine Zins-Erhöhung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte angemessen sein dürfte.
Angesichts des stark abgebremsten US-Wirtschaftswachstums glaubten Investoren aber nicht an einen anhaltend aggressiven Straffungskurs, sagte Analystin Tina Teng von CMC Markets. Die US-Dienstleister hatten ihr Wachstumstempo im Juni weiter verringert. Einen Vorgeschmack auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten aus den USA dürften die Zahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP geben. Sie werden wegen des Feiertags am Montag ausnahmsweise erst heute veröffentlicht.
Glaxo mit Ausgliederung im Fokus
Der Spin-Off von Haleon sollte Glaxosmithkline stützen, heißt es am Markt. Nach dem Aktionärsbeschluss vom Mittwoch startet der Handel voraussichtlich am 18. Juli. Haleon wird an dem Tag als 51. Unternehmen im Stoxx-50 notiert und könnte wegen der Größe von gut 40 Milliarden Pfund dauerhaft in dem Index bleiben.
"Die Qualität des Unternehmens ist sehr hoch", sagt ein Unternehmen zu Haleon, in dem der Bereich Consumer Healthcare zusammengefasst ist. Sowohl für die Londoner Börse als auch für den Stoxx-50 sei der Spin-Off eine Bereicherung.
Medien: Elon Musk hat Zwillinge mit Neuralink-Führungskraft
Tesla-Chef Elon Musk und die Direktorin seines Brain-Chip-Startups Neuralink, Shivon Zilis, sind einem Medienbericht zufolge seit November Eltern von Zwillingen. Musk und Zilis hätten im April einen Antrag auf Namensänderung der Kinder gestellt, damit sie "den Nachnamen des Vaters tragen", berichtete "Business Insider" unter Berufung auf Gerichtsdokumente. Das Bekanntwerden des Verhältnisses durch die Namensänderung könnte für Musk problematisch werden. Die meisten US-Unternehmen von der Größe von Tesla und SpaceX verbieten Liebesbeziehungen über zwei Hierarchie-Ebenen.
Zilis werde zudem als eine der Personen gehandelt, die Musk nach seiner 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme mit der Leitung von Twitter betrauen könnte, heißt es in dem Bericht weiter. Ihr Werdegang umfasse unter Berufung auf ihr mittlerweile deaktiviertes LinkedIn-Profil Positionen bei Neuralink, Tesla und OpenAI. Alle drei Unternehmen weisen enge Verbindungen zu Musk auf, der Neuralink gegründet, OpenAI mitbegründet und 2008 die Leitung von Tesla übernommen hat. Musk und Zilis reagierten nicht sofort auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.
Mit der Nachricht von der Geburt der Zwillinge im November erhöht sich die Zahl der Kinder von Musk auf insgesamt neun. Musk und die kanadische Sängerin Grimes hatten im Dezember ihr zweites Kind per Leihmutter empfangen. Weitere fünf Kinder hat Musk mit seiner Ex-Frau, der kanadischen Autorin Justine Wilson.
Euro kehrt über 1,02er-Marke zurück
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,2 Prozent auf 135,72 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,7030 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent niedriger bei 0,9688 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,2 Prozent auf 1,0203 Dollar und notiert kaum verändert bei 0,9885 Franken. Das Pfund Sterling gewinnt 0,2 Prozent auf 1,1952 Dollar.
Euro / Dollar o
Fed-Protokolle vertreiben Rezessionsängste der Asien-Anleger
Die Märkte in Asien fassen nach der Veröffentlichung der jüngsten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank Fed neuen Mut. Wie aus den Protokollen der jüngsten Sitzung vom Juni hervorgeht, will die Fed mit einem weiteren großen Zinsschritt gegen die hohe Inflation vorgehen. Die Währungshüter erwarten, dass Ende Juli wahrscheinlich eine Erhöhung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte angemessen sein dürfte. "Das Zusammenfallen von recht guten Arbeitsmarktdaten und weitaus robusteren ISM-Dienstleistungen ... untermauert, dass die Fed das Tempo und die Intensität der Straffung wahrscheinlich nicht verringern wird", sagte Vishnu Varathan von Mizuho.
Der Nikkei gewinnt zunächst 0,7 Prozent auf 26.299 Punkte. Der breiter gefasste Topix steigt 0,7 Prozent auf 1868 Zähler. Der Shanghai Composite verbessert sich 0,2 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen zieht 0,3 Prozent an.
Fed fasst weiteren großen Zinsschritt ins Auge
Die US-Notenbank Federal Reserve will mit einem weiteren großen Zinsschritt gegen die ausufernde Inflation vorgehen. Wie aus den Protokollen der jüngsten Sitzung vom Juni hervorgeht, erwarten die Währungshüter, dass Ende Juli wahrscheinlich eine Erhöhung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte angemessen sein dürfte. Die Fed hatte auf der Juni-Sitzung die Leitzinsen so kräftig angehoben wie seit 1994 nicht mehr. Sie beschloss eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf die Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent.
Viele Führungsmitglieder sehen laut Protokoll ein "erhebliches Risiko", dass sich eine erhöhte Inflation festsetzt, falls die Öffentlichkeit an der Entschlossenheit der Fed zweifeln sollte. Die Inflation war im Mai in den USA überraschend auf 8,6 Prozent nach oben geschossen - der höchste Wert seit mehr als 40 Jahren. Notenbankchef Jerome Powell hatte jüngst vor dem US-Kongress weitere zügige Anhebungen in Aussicht gestellt. Keine Größenordnung sei dabei vom Tisch, sagte er auf die Frage, ob die Zinsen auch um einen ganzen Prozentpunkt erhöht werden könnten.
In den Fed-Protokollen wird das Risiko einer Rezession nicht explizit erwähnt. Doch die meisten Währungshüter räumten ein, dass die Konjunktur-Risiken nach unten gerichtet seien. In diesem Zusammenhang könnten Zinserhöhungen eine größere Auswirkung haben als angenommen, so ihre Einschätzung. Die Investoren an den US-Börsen treibt in jüngster Zeit verstärkt die Angst vor einem Abwürgen der Konjunktur durch aggressive Zinserhöhungen um.
Bärenmarkt-Rally? Das wird für den DAX heute wichtig
Nach den zuvor in diesem Monat bereits erlittenen Verlusten von knapp drei Prozent hat der DAX zur Wochenmitte erstmals gegengesteuert und klare Gewinne verzeichnet: Der deutsche Börsenleitindex legte fast 200 Zähler oder 1,6 Prozent auf 12.595 Punkte zu. Auch der Dow-Jones-Index schloss fester, sodass der DAX aktuell mit Kursen um 12.670 Stellen taxiert wird - und somit seinen im Mittwochsgeschäft eingeschlagenen Aufwärtstrend fortsetzen könnte. Von einer Trendwende könne aber keine Rede sein, kommentierte ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf am Mittwoch. Die Rezessionsangst wachse, Gewinne nähmen Investoren in den vergangenen Wochen immer wieder recht schnell mit, die Unsicherheit bleibe groß.
Auf der Konjunkturdatenagenda steht heute einiges, aber wohl erst am Nachmittag dürfte sich dabei eine Richtung für den Aktienmarkt abzeichnen. Zunächst werden Daten zur deutschen Produktion im produzierenden Gewerbe am Morgen veröffentlicht. Um 14.15 Uhr MESZ steht dann der ADP-Arbeitsmarktbericht in den USA an, um 14.30 Uhr folgen die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe. Hinweise auf die Entwicklung der Wirtschaft vor dem Hintergrund steigender Zinsen und hoher Inflation erhoffen sich Anleger von den Zahlen. Die US-Handelsbilanz und die US-Rohöllagerbestände folgen am späteren Nachmittag.
Von Unternehmensseite ist es dagegen vergleichsweise ruhig. Hierzulande liefert Südzucker seine ausführlichen Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2022/2023. About You präsentiert ebenfalls Erstquartalszahlen, Suse das Zweitquartalsergebnis.