DAX hat die 16.000 im Visier - Bankenwerte profitieren von US-Zahlen
Positiv aufgenommene Quartalsberichte von US-Großbanken haben dem deutschen Aktienmarkt frischen Schwung verliehen. So nebenbei sprang für den DAX mit 15.841 Punkten ein neues Jahreshoch heraus. "Die US-Banken haben letztlich die Stimmung an den Börsen etwas gehoben", analysierte ntv-Börsenreporter Frank Meyer. Er verwies darauf, dass Enttäuschungen nach dem Bankenbeben unter den Großbanken im ersten Quartal ausgeblieben seien. Davon könnten auch die europäischen Bankaktien profitieren.
Erneut gute Nachrichten für die Konjunktur kamen aus China. Dort hat der Index der Konsumentenstimmung deutlich angezogen und untermauert das Bild einer stärkeren Konjunkturerholung, wie es die Handelsbilanz am Vortag gezeigt hatte. Nicht belastend wirkten derweil schwächere US-Einzelhandelsumsätze. Positiv aus Marktsicht an der schwächeren Lesung ist, dass sie etwas Druck von der US-Notenbank nehmen.
Der DAX ging mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 15.808 Punkte ins Wochenende. Damit schaffte der deutsche Leitindex einen Wochengewinn etwas mehr als 200 Punkten. Der EUROSTOXX50 notierte 0,6 Prozent höher bei 4390 Stellen.
Im DAX ging es für die Bankenwerte steil nach oben. Commerzbank verteuerten sich um 5,7 Prozent und lagen damit an der Indexspitze. Deutsche Bank gewannen 4,6 Prozent. Grund waren überzeugende Quartalszahlen der US-Schwergewichte JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo.
Mit plus 3,1 Prozent waren Vonovia ebenfalls besonders gefragt, und auch im MDAX und SDAX zählten Immobilienwerte zu den Favoriten. Aroundtown gewannen 6,5 Prozent, LEG stiegen um 2,5 Prozent und TAG Immobilien um 4,9 Prozent. Um 6,0 Prozent ging es im Index der kleineren Werte für Grand City Properties nach oben.
Die Aussicht auf die Teilhabe an Rüstungsprojekten im Zuge steigender Verteidigungsausgaben trieben Rheinmetall um 0,7 Prozent nach oben. Hensoldt legten um 3,1Prozent zu.
"Gerade Unternehmensanleihen werden interessanter"
Positive Überraschung: US-Verbraucher sind besser gelaunt
Die Verbraucherstimmung in den USA hat sich im April überraschend aufgehellt. Das Barometer hierfür stieg auf 63,5 Punkte von 62,0 Zählern im März, wie die Universität Michigan zu ihrer monatlichen Umfrage mitteilte. Ökonomen hatten mit einer stabilen Stimmung gerechnet. Die Konsumenten bewerteten ihre Lage besser als im Vormonat und blickten auch optimistischer in die Zukunft als zuletzt.
Auch wenn sich die Teuerungsrate zuletzt mit einem Rückgang auf 5,0 Prozent deutlich abgeschwächt hat, stellen sich die US-Verbraucher auf eine weiterhin erhöhte Inflation ein: Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate erwarten sie eine Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen von 4,6 Prozent.
Navidi sieht eine weiterhin schwelende potenzielle Bankenkrise
Wie stabil sind aktuell die Bankensektoren in den USA und in Europa? Und welches sind nach dem Bankenbeben die größten Stressfaktoren? Finanzmarktexpertin Sandra Navidi von BeyondGlobal schätzt die Lage ein.
Schwache US-Einzelhandelsumsätze bremsen Wall Street
Schwache Einzelhandelsumsätze in den USA haben die Wall Street trotz starker Bilanzen der US-Großbanken leicht ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung 0,1 Prozent schwächer bei 33.982 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 4140 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,4 Prozent auf 12.118 Stellen nach.
Bei den Einzelwerten standen Bankenaktien im Rampenlicht. Die Aktien der Branchenriesen JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup gewannen nach starken Quartalsergebnissen zwischen zwei und sechs Prozent. Unter Druck stand dagegen Boeing. Die Aktie des Flugzeugbauers verlor gut sechs Prozent auf 200,21 Dollar. Der Konzern hat die Auslieferung einiger Flugzeuge des Jet-Modells 737 Max wegen Problemen beim Zulieferer Spirit AeroSystems gestoppt.
Was den DAX besonders macht - Dividende oder nicht Dividende?
Egal ob Dow Jones, S&P 500 oder EUROSTOXX50 - bei fast allen gängigen Aktienindizes der Welt werden einfach die Kurse der Mitgliedsaktien als Grundlage für die Berechnung genutzt. Nicht so beim Dax - hier werden auch die Dividenden hinzugerechnet. Der DAX ist damit also kein reiner Kurs, sondern ein sogenannter Performanceindex. Ist das nun gut oder schlecht? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Matthias Hüppe von der HSBC.
US-Einzelhandel überrascht negativ
Der US-Einzelhandel hat im März überraschend deutliche Umsatzeinbußen erlitten. Die Einnahmen sanken um 1,0 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Im Februar hatte es ein Minus von revidiert 0,2 Prozent gegeben.
Gedämpft wird die Kauflust durch gestiegene Kreditkosten und die noch immer starke Teuerung in den USA, auch wenn die Inflationsrate zuletzt spürbar zurückgegangen ist. Die Fed könnte sich Anfang Mai mit einem weiteren Zinsschritt gegen den Preisauftrieb stemmen, da ihr Inflationsziel von zwei Prozent noch immer nicht in Sichtweite ist.
Chinas Automarkt wird immer schwieriger - Einheimische Hersteller "extrem zuversichtlich"
Für deutsche Autobauer könnte es dem "Spiegel" zufolge auf dem chinesischen Markt in Zukunft schwerer werden. Das Nachrichtenmagazin berief sich dabei auf eine Studie der Beratungsfirma A.T. Kearney.
Chinesische Autohersteller könnten dort deutsche und andere internationale Autobauer immer stärker zurückdrängen. Während Chinas heimische Produzenten derzeit auf 46 Prozent Marktanteil hätten, würden sie laut einer Prognose im Jahr 2030 bis zu 55 Prozent aller verkauften Pkw produzieren, vor allem weil sie bei Elektroautos stark sind. "Die chinesischen Automobilhersteller sind extrem zuversichtlich", wird Studienleiter Thomas Luk zitiert.
Bundesregierung meldet vermiedene technische Rezession
Deutschland ist aus Sicht der Bundesregierung einer Rezession im Winter entgangen. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal leicht gestiegen sein, hieß es im Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Eine sogenannte technische Rezession - also zwei Quartale in Folge mit schrumpfender Wirtschaftsleistung - sei damit vermieden worden.
Das Ministerium sprach von einem "konjunkturell günstigen Start zu Jahresbeginn": Der milde Winter und die hohen Gasspeicherstände hätten zu einer ausreichenden Gasverfügbarkeit in Deutschland und Europa beigetragen, was sich auch in einem spürbaren Rückgang der Energiepreise niederschlage.
Citigroup steigert Gewinn unerwartet deutlich
Die Citigroup hat ihren Gewinn im Auftaktquartal auf 4,6 Milliarden von 4,3 Milliarden Dollar im Vorjahr gesteigert. Die US-Finanzgruppe wies für die Monate Januar bis März einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,86 Dollar aus und übertraf damit den von Factset zusammengestellten Analystenkonsens deutlich, der von 1,65 Dollar ausgegangen war.
Der Umsatz stieg von 19,2 Milliarden auf 21,4 Milliarden Dollar. Die Citigroup-Aktie reagierte im vorbörslichen US-Handel mit einem Kurssprung von zwei Prozent.
"Das Bankenbeben geht an den Großen vorbei"
Drei große US-Banken legen ihre Zahlen vor und die Tendenz ist klar: von Bankenbeben und Krise keine Spur, im Gegenteil. Börsenexperte Frank Meyer zeigt auf, welch große Margen die US-Geldhäuser einfahren und dass es bei den deutschen Banken bei weitem nicht so rosig aussieht.
DAX über 15.800 - Bankwerte laufen sehr gut
Der DAX hat sich weiter nach oben bewegt, der Leitindex stieg um 0,5 Prozent auf 15.807 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte ebenfalls 0,5 Prozent höher bei 4385 Stellen.
Die gut aufgenommenen Geschäftszahlen von JP Morgan und Wells Fargo stützen den Bankensektor und wirkten sich auch günstig auf die Gesamtmärkte aus. Commerzbank gewannen im DAX drei Prozent, Deutsche Bank sogar 4,2 Prozent.
Blackrock vermeldet Gewinneinbruch
Blackrock hat im ersten Quartal 19 Prozent weniger verdient als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Der weltgrößte Vermögensverwalter meldete einen Nettogewinn von 1,16 Milliarden US-Dollar gegenüber 1,44 Milliarden im Vorjahr. Je Aktie lag der Gewinn bei 7,64 Dollar, was unter dem Konsens von 7,78 Dollar je Anteilsschein liegt. Die Einnahmen sanken um zehn Prozent auf 4,24 Milliarden Dollar und verfehlten damit leicht die Analystenschätzungen von 4,25 Milliarden. Das verwaltete Vermögen belief sich auf rund 9,1 Billionen Dollar, gegenüber 8,6 Billionen im vierten Quartal.
Deutsche Bank sieht für den Euro noch enormes Aufwärtspotenzial
Die Deutsche Bank sieht Aufwärtspotenzial für den Euro bis auf 1,15/1,20 US-Dollar im laufenden Jahr. Stratege George Saravelos verwies zum einen auf technische Gründe. Zum anderen argumentierte er mit den Zinsdifferenzen zwischen dem Euro- und dem Dollarraum.
Zuletzt verwies die Deutsche Bank auf die Entwicklung der Handelsbilanz: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr hätten sich Rohstoffimporteure im neuen Jahr deutlich besser entwickelt als Rohstoffexporteure. Hintergrund seien die stark gefallenen Rohstoffpreise. Derzeit notiert der Euro bei 1,1054 Dollar.
Euro / Dollar
Wells Fargo verdient ein Drittel mehr
Und weiter geht's: Wells Fargo hat den Gewinn im ersten Quartal um ein Drittel gesteigert. Die US-Bank wies für die Monate Januar bis März einen Überschuss von 4,99 Milliarden Dollar aus - nach 3,79 Milliarden im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Je Aktie waren das 1,23 Dollar - zehn Cent mehr als die Analystenschätzungen vorsahen.
Die Einnahmen stiegen von 17,73 auf 20,73 Milliarden Dollar - auch dies über dem Konsens von 20,09 Milliarden. Konzernchef Charlie Scharf sagte, die Ergebnisse des ersten Quartals seien "stark" gewesen. Im Hinblick auf die jüngsten Turbulenzen im Bankensektor äußerte sich Scharf "froh, in einer starken Position gewesen zu sein, das US-Finanzsystem während der jüngsten Ereignisse unterstützen zu können".
Gewinn von JP Morgan schnellt hoch
Und los geht es mit der Berichtssaison: Die US-Großbank JP Morgan profitiert von der Zinswende der US-Notenbank und einem robusten Geschäft mit Privatkunden. Bei Rekorderträgen von 38,3 (Vorjahr: 30,7) Milliarden Dollar sei der Nettogewinn im ersten Quartal 2023 um 52 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar geschnellt, teilte der US-Branchenprimus mit. Die höheren Zinsen nach den kräftigen Zinsanhebungen der Fed ließen den Zinsüberschuss um 49 Prozent auf 20,8 Milliarden Dollar steigen.
Die jahrelangen Investitionen und die strenge Risikokontrolle zahlten sich aus, sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Dennoch musste JP Morgan die Risikovorsorge um 56 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar aufstocken. Die Turbulenzen nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank hatte die Sparer verunsichert. Viele zogen daraufhin ihre Gelder von US-Regionalinstituten ab und trugen sie zu Großbanken wie JP Morgan.
Türkische Lira im Abwärtsstrudel
Die türkische Lira scheint ihren kontinuierlichen Abwärtstrend der vergangenen Tage zum US-Dollar noch zu beschleunigen. Im Hoch erreichte der Greenback bereits 19,4052 Lira, aktuell kostet er 19,3890 Lira. Vor Wochenfrist war er noch für 19,2464 zu haben. Das Allzeithoch stammt vom 7. April und liegt bei 19,6253.
Weil sich der Abwertungsdruck auf die Lira verstärkt habe, sei nun die nächste Salve geldpolitischer Ad-hoc-Maßnahmen und Auflagen seitens der Behörden gefolgt, erläutert Commerzbank-Devisenfachmann Tatha Ghose. Die türkische Zentralbank habe Auflagen für Banken verschärft und den Mindestreservesatz für Fremdwährungseinlagen um rund fünf Prozentpunkte erhöht.
Problem 737 Max: Boeing-Aktie vorbörslich schwach - Zuliefererpapier stürzt ab
Bei den US-Einzelwerten steht neben den Bankenwerten auch die Boeing-Aktie im Fokus. Diese verliert vorbörslich fünf Prozent. Der Flugzeugbauer hat die Auslieferung einiger 737 Max-Maschinen wegen fehlerhaft eingebauter Teile gestoppt. Der Konzern teilte mit, es sei von einem Zulieferer über ein "nicht standardisiertes Herstellungsverfahren" informiert worden, das für die Installierung von zwei Beschlägen am Heck des Flugzeugs verwendet wurde.
Die Spirit Aerosystems Holdings Inc. teilte separat mit, das Unternehmen sei der Lieferant, der Boeing auf das Problem aufmerksam gemacht habe und arbeite an einer Lösung für die Reparatur der betroffenen Rümpfe. Der Kurs von Spirit Aerosystems rauscht um 11,5 Prozent nach unten.
Aktienrückkäufe - Fluch oder Segen?
Was machen Unternehmen eigentlich mit dem erwirtschafteten Gewinn? Eine Möglichkeit sind sogenannte Aktienrückkäufe. Was das genau bedeutet und ob das gut oder schlecht für Anleger ist, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Henrik Muhle vom Finanzinvestor Gané.
Wall Street leicht rötlich - Drei US-Banken öffnen ihre Bücher
Nach den kräftigen Vortagesgewinnen dürfte die Wall Street mit leichten Abgaben in den letzten Handelstag der Woche starten. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,1 Prozent. Unerwartet niedrige Erzeugerpreise hatten die US-Börsen am Vortag beflügelt, nachdem bereits am Tag zuvor die Verbraucherpreise weniger gestiegen waren als erwartet.
Der Fokus zum Wochenausklang liegt allerdings auf dem Start in die Berichtssaison. Hier werden mit JP Morgan, Wells Fargo und der Citigroup gleich drei Schwergewichte ihre Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Es wird vor allem auf mögliche Auswirkungen der jüngsten Bankenkrise geschaut. Dazu kommt noch ein Schwung an Konjunkturdaten. Vorbörslich werden der Einzelhandelsumsatz für März, die Import- und Exportpreise für März sowie Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung, ebenfalls für den März, veröffentlicht. Nach der Startglocke folgen noch der Index der Verbraucherstimmung Uni Michigan für April und die Lagerbestände aus dem Februar.
Tesla verschärft Kampfpreis-Kurs
Der US-Elektroautobauer Tesla hat erneut seine Preise gesenkt und setzt damit nach Einschätzung von Experten die Konkurrenz unter Druck. Das Model 3 wird nach Angaben auf Teslas Website in Deutschland mittlerweile für 41.990 Euro angeboten, 2000 Euro weniger als vor Kurzem. Noch stärker reduzierte der Hersteller die Preise für leistungsstarke Varianten des Model 3 und des Model Y.
"Wir reduzieren die Preise in zahlreichen europäischen Märkten", teilte Tesla mit. Die Preissenkung sei wegen steigender Stückzahlen möglich.
IEA beziffert tägliches Ölangebot nach OPEC-Förderkürzung
Die von Saudi-Arabien angeführte Förderkürzung einiger Mitglieder des Ölkartells OPEC wird das tägliche Angebot zwischen März und Jahresende nach Aussage der Internationalen Energieagentur (IEA) um 1,4 Millionen Barrel vermindern. Wie die IEA in ihrem Monatsbericht mitteilte, wird sich dadurch die Lücke zwischen dem Angebot und der sich erholenden Nachfrage im dritten Quartal auf zwei Millionen Barrel belaufen.
Die Anfang des Monats von Saudi-Arabien und einigen der wichtigsten OPEC-Mitglieder getroffene Entscheidung, die tägliche Ölproduktion um fast 1,2 Millionen Barrel zu drosseln, hatte den Ölmarkt überrascht. Russland kündigte seinerseits eine Förderreduzierung um 1,6 Millionen Barrel an, wobei viele Analysten davon ausgehen, dass die tatsächliche Reduzierung in der Praxis etwas geringer ausfallen wird.
Credit Suisse beauftragt Blackrock
Die Credit Suisse hat den Fondsriesen Blackrock beauftragt, beim Verkauf strukturierter Anleihen der Schweizer Bank zu helfen. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit befasste Personen. Die Financial Markets Advisory Gruppe von Blackrock habe in den letzten zwei Wochen Wertpapiere für die Credit Suisse verkauft.
Panzerauftrag aus Norwegen - Rheinmetall bekommt auch ein Stück ab
In diesen Zeiten kommt man um wichtige Rüstungsmeldungen nicht herum. Rheinmetall soll die Schlüsselkomponenten für die von Norwegen im Februar bestellten 54 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 liefern. Krauss-Maffei Wegmann (KMW) habe als Hauptauftragnehmer jetzt den DAX-Konzern als Unterauftragnehmer mit der Lieferung von Waffenanlagen, Feuerleittechnologie und Teilen der Sensorik beauftragt, wie das Rüstungs- und Technologieunternehmen mitteilte.
Rheinmetall bezifferte den Gesamtwert der Bestellung mit 129 Millionen Euro, die sich über einen Zeitraum von rund vier Jahren erstrecken werden. Sollten die Norweger ihre Option zum Kauf der weiteren Leopard 2 bei KMW nutzen, so kämen weitere 44 Millionen Euro für Rheinmetall hinzu.
Euro sollte zum US-Dollar weiter zulegen
Für einen nachhaltigen Ausbruch über die Marke von 1,10 US-Dollar je Euro spricht für Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, unter anderem, dass die durchschnittlichen Lohnsteigerungen in der Eurozone erstmals seit mehr als zehn Jahren höher sind als in den USA. Zudem liege die Kerninflationsrate der Euroländer aktuell soweit über der an den persönlichen Konsumausgaben gemessenen Kerninflationsrate der USA wie nie zuvor. Während des vorherigen Rekordhochs lagen die Leitzinsen sowie die Staatsanleiherenditen kurzer Laufzeiten in der Eurozone höher als in den USA und der Euro bei 1,40 US-Dollar.
Zudem dürften in Europa weitere fiskalische Stimuli die Wirtschaft stützen - darunter "Next Generation EU" und die Energiepreishilfen. Derartige Hilfen sind Stephan zufolge in den USA durch das Erreichen der Schuldenobergrenze aktuell kaum möglich. Der Euro könnte somit zum US-Dollar weiteres Aufwertungspotenzial besitzen.
Euro / Dollar
Tomtom navigiert sich in die Gewinnzone zurück
Der Anbieter von Navigationsgeräten und digitalen Landkarten Tomtom ist zum Jahresauftakt im operativen Geschäft überraschend in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag von Januar bis März bei 2,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 19,8 Millionen Euro angefallen war, wie der niederländische Konzern mitteilt. Auch im vierten Quartal 2022 stand im operativen Geschäft ein Minus von 4,5 Millionen Euro zu Buche. Analysten hatten für das erste Quartal 2023 mit einem Fehlbetrag von zwölf Millionen Euro gerechnet.
Für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen machte Tomtom, das Volkswagen, Renault und Microsoft zu seinen Kunden zählt, eine Reduzierung der Betriebskosten dank der Reorganisation des Karten-Geschäfts verantwortlich. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf 141 Millionen Euro und übertraf damit ebenfalls die Analysten-Schätzungen von 132 Millionen Euro.
Auf Jahre hinaus erhöhte Teuerungsraten erwartet
Deutschland muss sich nach Ansicht von DIW-Chef Marcel Fratzscher auch auf mittlere Sicht auf erhöhte Inflationsraten einstellen. "Meine Vermutung ist, dass wir über die nächsten fünf bis zehn Jahre nicht dauerhaft bei zwei Prozent landen werden", sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dem "Handelsblatt". Dies müsse aber wirtschaftlich kein Problem sein, fügte der Berliner Ökonom hinzu: "Sechs, sieben oder acht Prozent sind schon ein Problem. Nicht aber drei Prozent." Höhere Teuerungsraten seien Ausdruck der neuen Realitäten: "Wir werden weniger Arbeitskräfte und mehr Rentner, mehr Nachfrage als Angebot haben. Ein Problem ist das nur für Zentralbanken, die ein Zwei-Prozent-Ziel gesetzt haben und nun damit umgehen müssen", betont Fratzscher.
Preisauftrieb im Großhandel schwächt sich ab
Der Preisauftrieb im Großhandel schwächt sich deutlich ab und könnte zu einer weiter sinkenden Inflation in Deutschland beitragen. Die Verkaufspreise in der Branche waren im März nur noch um 2,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit gab die Teuerungsrate auf Großhandelsebene bereits den sechsten Monat in Folge nach und fiel auf das niedrigste Niveau seit Januar 2021. Im Februar 2023 hatte sie noch bei 8,9 Prozent gelegen, im Januar sogar bei 10,6 Prozent.
Für den Anstieg der Großhandelspreise sind laut Destatis hauptsächlich Preiserhöhungen bei Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren verantwortlich. Im Durchschnitt lagen die Preise hier um 16,4 Prozent über denen vom März 2022.
"Banken sind wieder ein Thema"
Nach dem kleinen Plus vom Donnerstag geht es auch zum Wochenschluss für den DAX zunächst leicht nach oben. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell 0,2 Prozent fester bei Kursen um 15.775 Zähler. Damit nähert er sich wieder dem in dieser Woche erreichten Jahreshoch von 15.827 Punkten an.
"Die Banken sind heute wieder ein Thema am Markt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. "Gleich mehrere US-Großbanken liefern noch vor US-Börseneröffnung Quartalsergebnisse, darunter auch der Branchenprimus JP Morgan Chase."
Euro auf höchstem Stand seit mehr als einem Jahr
Der Kurs des Euro profitiert weiter von einer Dollar-Schwäche und klettert auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Der Kurs liegt zeitweise bei bis zu 1,11 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1015 Dollar festgesetzt.
Vor allem die Hoffnung auf eine weniger restriktive US-Geldpolitik mit einer möglichen Zinserhöhungspause und perspektivisch womöglich schon wieder sinkenden Zinsen belastet den Dollar aktuell nach jüngsten Inflationsdaten. Gleichzeitig deuteten Notenbanker aus der Eurozone zuletzt weiter höhere Leitzinsen im Kampf gegen die hohe Inflation an.
Hinzu kommt eine in der Tendenz weiter freundliche Stimmung an den Finanzmärkten. Vor dem Hintergrund der allgemein freundlichen Marktstimmung sind vergleichsweise sichere Anlagen wie der Dollar weniger gefragt, was dem Euro im Gegenzug weiteren Auftrieb verleiht. Seit Montag hat die Gemeinschaftswährung im Handel mit der amerikanischen Währung mehr als zwei Prozent an Wert gewonnen.
Euro / Dollar o
Covestro-Kurs von Jahresauftakt beflügelt
Der von Covestro gelieferte Jahresauftakt ist beeindruckend. Analysten loben bei den vorläufigen Zahlen die EBITDA-Entwicklung, diese lag mit 286 Millionen Euro 81 Prozent oberhalb der Markterwartung. "Die Verbesserung ist auf eine günstigere Preisgestaltung und kurzfristig größere Kosteneinsparungen zurückzuführen", heißt es von Jefferies. Es wurde kein Update zu den Ergebnissen für das Gesamtjahr gegeben, aber die Saisonalität sollte die Ergebnisverbesserung im Quartalsvergleich unterstützen. Während der freie Cashflow (FCF) im ersten Quartal negativ war, ist das Ausmaß geringer als von den Kollegen der Citi erwartet, was ein gutes Zeichen für den Rest des Jahres sei. Erste Indikationen sehen den Wert rund vier Prozent im Plus.
"Steuern auf Ende der EZB-Zinskampagne zu"
Gold ist gefragt - DAX-Aktien auch?
Der deutsche Aktienmarkt wird zum Wochenschluss mit einer Eröffnung im Plus erwartet. Damit dürften sie den Vorgaben der Wall Street folgen, die nach Handelsschluss in Europa fester tendierte. Der DAX wird aktuell bei 15.770 Punkten gesehen, nach einem Schluss bei 15.729 am Vortag. Gold notiert weiterhin auf einem hohen Niveau, die Unze kostet derzeit 2045 Dollar. Die Freude der Anleger in Deutschland dürfte sich in Grenzen halten, partizipieren sie doch aufgrund des festen Euros bei 1,1070 Dollar jüngst unterproportional.
Die Berichtssaison der US-Unternehmen für das erste Quartal nimmt an Fahrt auf, am Mittag legen JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup ihre Zahlen vor. Hier dürfte darauf geschaut werden, wie sich die Zinseinnahmen entwickelt haben und ob die durch die Silicon Valley Bank ausgelöste Bankenkrise in den Bilanzen bereits ihre Spuren hinterlassen hat. "Wenn die Finanzergebnisse der US-Banken die Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen, wird der Markt wahrscheinlich steigen", erwartete David Nicholas, Chief Executive Officer von Nicholas Wealth Management, jüngst. Analysten von Morgan Stanley haben ihre Schätzungen für den Gewinn je Aktie im Jahr 2023 für die größten US-Banken im Schnitt um 4 Prozent für 2023 und um 15 Prozent für 2024 gesenkt. Für mittelgroße Banken ist der Ausblick ungleich trüber: Hier senkten die Analysten die Schätzungen um 17 und 27 Prozent.
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Asien-Börsen zieht es aufwärts
Die asiatischen Börsen laufen überwiegend aufwärts, auch wenn einige Indizes ihre im frühen Geschäft höheren Gewinne wieder abbauen. Die Märkte folgen damit den Vorgaben der festen Wall Street. Unerwartet niedrige Erzeugerpreise hatten die US-Börsen am Donnerstag nach oben geführt, nachdem bereits am Tag zuvor die Verbraucherpreise weniger gestiegen waren als prognostiziert. Die niedrige Teuerung in den USA befeuert die Spekulation auf ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus und sogar darauf, dass die Fed bereits im laufenden Jahr zu Zinssenkungen übergehen könnte.
Derweil zeigt sich die Zentralbank in Singapur bereits zurückhaltend, indem sie die Geldpolitik nicht weiter verschärft, sondern unverändert belassen hat. Dies folgt einer Serie von fünf Zinserhöhungen. Die Bank verweist auf die sich abkühlende Kern-Inflation und die sich eintrübenden wirtschaftlichen Wachstumsperspektiven.
In Japan steigt der Nikkei 1,1 Prozent, angeführt von Einzelhandels- und Technologiewerten. Fast Retailing steigern sich um 7,5 Prozent, nachdem das Unternehmen die Prognosen für Umsatz und Nettogewinn angehoben hat. Im Gefolge legen Seven & I Holdings 2 Prozent zu. Bei den Technologiewerten gewinnen Rakuten Group 1,8 Prozent. Ein wieder verstärkter Risikoappetit lässt in Korea den Kospi um 0,5 Prozent steigen, vor allem Halbleiter- und Stahlwerte werden gekauft. Im Chipsektor legen SK Hynix 1,4 Prozent zu. Die Aktie des Stahlherstellers Posco Holdings steigt um 3,7 Prozent.
Am Shanghaier Markt geht es leicht nach oben, Teilnehmer sprechen von einer freundlichen Stimmung. Hier stützen noch immer positive heimische Konjunkturdaten, die im Lauf der Woche publiziert worden waren. Chiphersteller und Versicherer führen die Gewinner an, während Reisewerte nachgeben. Der Markt in Hongkong zeigt sich volatil und notiert aktuell unverändert.
Boeing stoppt Auslieferung einiger 737-Max
Der Flugzeughersteller Boeing hat die Auslieferung einiger Flugzeuge des Jet-Modells 737-Max wegen Problemen beim Zulieferer Spirit AeroSystems gestoppt. Das teilt der Airbus-Rivale mit. Das Problem, das einen Teil der 737-Max-Modelle betreffe, stelle aber kein Problem für die Flugsicherheit dar. In Betrieb befindliche Flugzeuge könnten weiterhin eingesetzt werden. Das Problem betreffe eine erhebliche Anzahl von Flugzeugen in der Produktion und im Lager, so der US-Konzern. Boeing-Aktien fielen nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel um 5,3 Prozent und Aktien von Spirit AeroSystems um 11,8 Prozent.
Fed-Daten deuten auf Entspannung bei Banken hin
Die Banken in den USA haben zuletzt nicht mehr so viele Notkredite in Anspruch genommen wie in der Woche davor. In absoluten Zahlen ist die Kreditsumme zwar weiter sehr hoch. Die Entwicklung deutet aber darauf hin, dass die Nervosität im Finanzsektor weiterhin zumindest leicht nachlässt.
Den aktuellen Zahlen der Notenbank zufolge beliefen sich die Kredite der Fed an die Banken über ihr Diskontfenster zur Wochenmitte auf 67,6 Milliarden Dollar, nach 69,7 Milliarden am 5. April. Die Kredite über das neue Bank Term Funding Program gingen von 79 auf 71,8 Milliarden Dollar zurück. Die "sonstigen Kredite" im Zusammenhang mit den Bemühungen der Einlagensicherung FDIC zur Abwicklung gescheiterter Banken sanken von 174,6 auf 172,6 Milliarden Dollar.
Die Kredite aus den drei Programmen zusammen betrugen damit 312 Milliarden Dollar, rund elf Milliarden weniger als am 5. April. Der absolute Betrag der Kreditvergabe ist damit zwar weiterhin höher als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008. Er liegt inzwischen aber unter seinem Höchststand vom 22. März von 343,7 Milliarden Dollar.
"Ein heißer Tag bei den Big-Tech-Aktien"
Asien-Aktien fester
Die asiatischen Aktien sind angesichts positiver Export-Daten aus China und der Währungsentscheidung der Zentralbank in Singapur leicht angezogen. Der japanische Nikkei legt infolge um 0,98 Prozent zu und die Aktien Singapurs um 0,5 Prozent.
"Der unerwartet starke Anstieg der chinesischen Exporte im März deutet darauf hin, dass die wirtschaftliche Erholung breiter angelegt ist als von uns erwartet und wir haben unsere BIP-Prognose für das erste Quartal nach oben korrigiert", teilten die Analysten von JPMorgan mit und prognostizierten eine saisonbereinigte Jahresrate von 10,2 Prozent.
Die Monetary Authority of Singapore (MAS)hatte zudem viele Ökonomen mit ihrer Entscheidung überrascht, ihre geldpolitischen Einstellungen unverändert zu lassen. Sie folgte damit den Beispielen der Zentralbanken Kanadas und Australiens.
US-Banken geben die DAX-Richtung vor
Nach den leichten Gewinnen im Donnerstagsgeschäft könnte es für den DAX zum Wochenschluss noch einmal Richtung neues Jahreshoch gehen. Der deutsche Börsenleitindex wird aktuell mit Kursen um 15.800 Punkte taxiert, nachdem er gestern mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei einem Stand von 15.729 Zählern geschlossen hatte. Das neue Jahreshoch aus dieser Woche liegt bei 15.827 Stellen. Nach dem Börsenschluss hierzulande waren die Kurse an der Wall Street noch deutlicher geklettert.
In den Blick rückt nun wieder die beginnende Berichtssaison in den USA: JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo läuten sie ein. Analysten zufolge dürften bei den meisten Wall-Street-Banken die Gewinne im ersten Quartal wegen der schwächelnden Konjunktur und den Bankenturbulenzen gesunken sein. Auch der Ausblick für den weiteren Jahresverlauf dürfte den Experten zufolge eher mau ausfallen. Institute wie der Branchenprimus JP Morgan profitieren aber auch von den Problemen regionaler Geldhäuser: Aus Sorge vor dem Zusammenbruch weiterer Institute nach dem Kollaps der Silicon Valley Bank haben viele Kunden ihre Gelder von kleineren Banken abgezogen und zu den großen Häusern getragen.
Bei JP Morgan erwarten Analysten daher einen Anstieg des Zinsüberschusses um gut ein Drittel und einen 30 Prozent höheren Konzerngewinn. Bei der Citigroup rechnen die Experten dagegen mit einem rund 15 Prozent niedrigeren Gewinn je Aktie.
Das Bundeswirtschaftsministerium legt seinen Bericht zur wirtschaftlichen Lage vor. Es hatte jüngst mit Blick auf überraschend erfreuliche Industriedaten konstatiert, dass die Talsohle der Energiekrise durchschritten sein dürfte. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen für Januar bis März von einem Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt von 0,1 Prozent aus, nachdem es im vierten Quartal noch ein Minus von 0,4 Prozent gegeben hatte. Eine sogenannte technische Rezession – also zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung – könnte somit knapp vermieden werden.
Von der Konjunkturseite könnte es aber bereits vor Börsenstart hierzulande Impulse geben: Am Morgen werden Daten zu den deutschen Großhandelspreisen veröffentlicht. Am Nachmittag trudeln aus den USA noch Daten zu den Import- und Exportpreisen, zu den Einzelhandelsumsätzen, zur Industrieproduktion und zu den Lagerbeständen ein. Auf der Agenda steht ebenso der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan.