DAX gönnt sich nach Stresswoche ein kleines Plus
Den Tag nach dem Kursmassaker haben Anleger für eine Rückkehr an den deutschen Aktienmarkt genutzt. Allerdings war das Geschehen auf dem Frankfurter Börsenparkett alles andere als stabil. Am Nachmittag kamen die Aktienindizes wieder zurück, nachdem der Chef der US-Notenbank einen weiteren entschiedenen Kampf gegen die Inflation angekündigt hatte. Die Aktionäre, die noch die jüngsten Zinsanhebungen zu verdauen haben, schalteten wieder in den Warnmodus um.
X Ein Belastungsfaktor sowohl für die Konjunktur als auch die Aktienmärkte seien die aggressiven Zinserhöhungen der Notenbanken, sagte Mark Haefele, Chef-Anleger der Vermögensverwaltung der Bank UBS. "Das Risiko einer Rezession wächst, während das Ziel einer 'weichen Landung' der US-Wirtschaft immer schwieriger zu erreichen ist."
Bei europäischen Staatsanleihen griffen Investoren ebenfalls wieder zu. Dadurch fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 1,660 Prozent. Noch gefragter waren ihre italienischen Pendants, so dass der viel beachtete Renditeabstand (Spread) zwischen diesen Papieren auf den niedrigsten Stand seit knapp zwei Wochen fiel.
Der DAX ging am Tag des großen Verfalls an den Terminmärkten (Hexensabbat) mit plus 0,7 Prozent auf 13.126 Punkte ins Wochenende. Er verlor damit in der abgelaufenen Handelswoche rund 650 Zähler. Der EUROSTOXX50 notierte 0,4 Prozent fester bei 3442 Stellen.
Spekulationen um eine mögliche Übernahme der niederländischen ABN Amro durch die französische BNP Paribas trieben Bankenwerte an. Im DAX legten Deutsche Bank um 0,7 Prozent zu. Eon stabilisierten sich mit plus 2,6 Prozent. Hilfreich dabei war eine Hochstufung durch Goldman Sachs.
Delivery Hero gewannen an ihrem letzten Tag im DAX an der Index-Spitze 10,7 Prozent. Für Delivery Hero kehrt Beiersdorf in den Leitindex zurück. Die Papiere der Hamburger gewannen an ihrem vorerst letzten MDAX-Tag 0,3 Prozent.
Thyssenkrupp legt den Börsengang seiner Wasserstofftochter Nucera angesichts des aktuellen Marktumfelds auf Eis. Die Papiere büßten 2,2 Prozent ein.
VW baut China-Führungsriege aus - Manager von Huawei kommt
Der Volkswagen-Konzern baut die Führungsriege für das zuletzt schwächelnde Chinageschäft weiter um. In einem künftigen obersten Gremium will der DAX-Konzern neben den verschiedenen Marken in der Volksrepublik auch Technik und Entwicklung stärker in Entscheidungen und Verantwortung einbinden. Dadurch sollten Produkte und Technologien konsequenter auf die Wünsche der chinesischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden, sagte der designierte China-Chef Ralf Brandstätter.
Dazu holt VW China den Manager Marcus Hafkemeyer vom chinesischen Technologieriesen Huawei als Technikchef in die Führungsspitze. Der bisherige VW-Russland-Markenchef Stefan Mecha soll zudem die Kernmarke und den Konzernvertrieb im Land führen.
Märkte im Tiefflug - wann ist der Boden gefunden?
Die Unsicherheit ist bei vielen Anlegern groß, die Kurse stehen unter Druck. Wie tief es noch nach unten gehen könnte, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Dirk Heß von der Citigroup.
Für den FED-Chef ist Kampf gegen Inflation am wichtigsten
Die US-Notenbank ist nach den Worten ihres Chefs Jerome Powell derzeit voll auf die Wiederherstellung von Preisstabilität konzentriert. "Meine Kollegen und ich sind sehr stark auf die Rückführung der Inflation zur Zielmarke von zwei Prozent fokussiert", sagte Powell bei einer Konferenz zur internationalen Rolle des US-Dollar. Der FED-Chef fügte hinzu, dass zur Erfüllung des Doppelmandats der Notenbank (Preisstabilität und Maximalbeschäftigung) auch Preisstabilität notwendig sei.
Der DAX büßte seinen Gewinn fast vollständig ein und lag nur noch 0,2 Prozent im Plus bei 13.068 Punkten. Die FED hatte am Mittwoch den Leitzins brutal um 75 Basispunkte angehoben, um die Inflation in den Griff zu bekommen.
Rezessionsangst macht müde - US-Börsen schalten auf Erholung
US-Anleger haben sich zum Abschluss einer verlustreichen Börsenwoche an die Aktienmärkte zurückgewagt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,7 Prozent auf 30.138 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,6 Prozent auf Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 1,4 Prozent auf 10.794 Punkte. Die Furcht vor einer Rezession hatte die Börsen in den Tagen zuvor stark belastet.
Zu den Favoriten zählten Stahlwerte nach einem ermutigenden Ausblick von US Steel. Die Papiere von US Steel stiegen um rund fünf Prozent, die des Konkurrenten Nucor zogen um bis zu ein Prozent an. Übernahmefantasien trieben die Aktien von Mereo BioPharma um rund 70 Prozent nach oben auf 1,35 Dollar.
Ölpreise geraten stärker unter Druck
Die Ölpreise sind am Nachmittag wieder kräftiger gesunken. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 116,80 US-Dollar. Das waren 1,9 Prozent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 2,6 Prozent auf 114,01 Dollar.
Die Erdölpreise sind in den vergangenen Tagen durch die schlechte Stimmung an den Aktienbörsen belastet worden. Dort löst der Inflationskampf vieler Zentralbanken zunehmend Rezessionsängste aus. Eine wirtschaftliche Talfahrt würde sich auch in einem abnehmenden Rohölverbrauch bemerkbar machen. Entsprechend empfindlich reagieren die Teilnehmer am Ölmarkt auf die vielerorts steigenden Leitzinsen.
Brent Rohöl I
IW-Studie zur Kostenweitergabe der Firmen an die Kunden
Fast 60 Prozent der deutschen Firmen können die seit dem Ukraine-Krieg spürbar höheren Kosten an ihre Kunden weiterreichen. Rund zwölf Prozent können dies in hohem Ausmaß machen, etwa 46 Prozent gelingt dies im mittleren Ausmaß, wie aus einer Studie des IW-Instituts hervorgeht, aus der Reuters zitierte. "Weitere 37 Prozent haben zumindest geringe Spielräume zur Kostenweitergabe", hieß es.
Es zeige sich, dass Industriebetriebe größere Preisgestaltungsmöglichkeiten hätten als das Baugewerbe und Dienstleister. Im Vergleich mit der Lage im Frühsommer 2021 habe sich die Preismacht aus Sicht der Unternehmen erweitert. Grund hierfür sei hauptsächlich "die erheblich schlechtere Kostensituation – vor allem infolge der höheren Energiekosten".
Wachstumsmarkt Agrarwirtschaft - Tipps für Anleger
Die Agrarwirtschaft rückt in Krisenzeiten zunehmend in den Fokus. Die Branche ist im Wandel und gilt als Wachstumsmarkt. Doch wie können Anleger hier mit gutem Gewissen Rendite machen? Der ntv-Geldanlage-Check klärt auf.
DAX reduziert Gewinn
Kurz vor Öffnung der US-Börsen hat der DAX einen Teil seines Gewinns abgegeben. Der Leitindex notierte 0,6 Prozent höher bei 13.111 Punkten. Der EUROSTOXX50 stieg um 0,8 Prozent auf 3454 Zähler. US-Notenbankchef Jerome Powell hat bekräftigt, dass sich die FED auf den Kampf gegen die Inflation konzentriere. "Zudem fällt nach der Expiry der Index-Instrumente der stützende Einfluss vom Verfall weg", so ein Marktteilnehmer.
Medikamentenentwickler-Aktienkurs geht steil nach oben
Das ist doch schon mal eine Ansage: Denn Übernahmefantasien treiben die Aktien von Mereo BioPharma vorbörslich an der Wall Street um rund 45 Prozent nach oben. Die britische Ausgabe von "The Time" berichtete, dass der Pharmariese Astrazeneca eine Offerte für den in Großbritannien ansässigen Medikamentenentwickler erwägt. Mereo sucht nach Mitteln für seltene Krankheiten und bestimmte Krebsarten. Astrazeneca gab bislang keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Thyssenkrupp bläst Börsengang von Tochter ab
Thyssenkrupp bringt seine Wasserstofftochter Nucera erstmal nicht an die Börse. Der Konzern habe mit Blick auf das gegenwärtige Börsenumfeld und die gegenwärtige Situation am Kapitalmarkt beschlossen, einen Börsengang von Nucera zum jetzigen Zeitpunkt nicht umzusetzen, teilte das MDAX-Unternehmen mit.
Die Entscheidung für einen potenziellen Börsengang hänge aber wie bisher auch von der Situation am Kapitalmarkt ab.
Kurs von Bankaktie geht durch die Decke
Nach einem Medienbericht zu einer möglichen Übernahme ist der Aktienkurs von ABN Amro um mehr als 17 Prozent nach oben geschossen. Bloomberg meldete, die französische Bank BNP Paribas habe an dem weitgehend in Staatsbesitz befindlichen niederländischen Institut Interesse. Die Franzosen hätten dazu jüngst bei der niederländischen Regierung vorgefühlt, was aber bislang nicht zu konkreten Verhandlungen geführt habe.
ABN Amro erklärte, man äußere sich nicht zu Gerüchten. BNP lehnte eine Stellungnahme ab. Die Papiere des französischen Geldhauses lagen rund zwei Prozent höher.
Hoffnung auf Gegenbewegung an der Wall Street
Nach dem Absturz der Indizes auf die tiefsten Stände seit 2020, inklusive einen Dow Jones unter 30.000 Punkten, sieht es heute für den Start an der Wall Street nach einer Gegenbewegung aus. Die Futures auf die US-Indizes liegen bis ein Prozent im Plus. Am Umfeld hat sich gleichwohl nichts geändert, weiter ist Stagflationsangst das beherrschende Thema an den Märkten, nachdem nicht nur die US-Notenbank ihren geldpolitischen Straffungskurs zur Bekämpfung der Inflation verschärft hat, sondern auch in der Schweiz überraschend die Zinsen kräftig angehoben wurden aus Sorge vor zu hoher Inflation.
Noch vor dem Start an der Wall Street äußert sich FED-Chef Jerome Powell auf einer Konferenz zur internationalen Rolle des Dollar. Nachdem die US-Notenbank gerade erst getagt hat, dürfte er dabei zur geldpolitischen Ausrichtung kaum neues von sich geben. Deswegen dürften auch die Konjunkturdaten des Tages eher keine Akzente setzen. Berichtet werden Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung im Mai sowie der Index der Frühindikatoren im Mai.
DAX verzeichnet kräftiges Plus
Wie ist die Lage an der Frankfurter Börse? Der DAX kletterte um 1,2 Prozent auf 13.193 Punkte, der EUROSTOXX50 zog um 1,4 Prozent auf 3477 Stellen an. Händler sprachen von einer technischen Gegenbewegung, verstärkt vom so genannten großen Hexentanz, dem Verfall von Futures und Optionen an den Terminbörsen. Um 13.00 Uhr liefen die Instrumente auf den DAX aus, zum Börsenschluss die Optionen auf die DAX-Einzelaktien.
Auch am Rentenmarkt können sich die Kurse etwas erholen, die Renditen kommen also wieder etwas zurück. Der Euro gab nach der Rally am Donnerstag auf bis 1,06 US-Dollar nach und ging am Mittag bei 1,0520 Dollar um.
Russlands Wirtschaft: Minister optimistischer als Bankchef
Trotz der umfangreichen Sanktionen des Westens sehen Vertreter der russischen Führung für die Wirtschafts- und Inflationsentwicklung im eigenen Land nicht mehr ganz so schwarz. Es gebe Grund zu einem "gewissen Optimismus", sagte Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.
Die Inflation werde zum Jahresende "deutlich" niedriger ausfallen als die zuletzt prognostizierten 17,5 Prozent, sagte Reschetnikow. Zudem nannte er eine Begrenzung des Rückgangs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf fünf bis sechs Prozent "absolut erreichbar". Der Chef der staatlichen Sberbank, German Gref, prognostizierte derweil den BIP-Rückgang auf sieben Prozent und die Inflation auf 15 Prozent.
Aktie von Glücksspiel-Software-Anbieter läuft sehr gut
Wieder wachsende Hoffnungen auf eine baldige Übernahmeofferte haben Playtech kräftig nach oben geschoben. Das Papier des Anbieters von Glücksspiel-Software verteuerte sich an der Londoner Börse um fünf Prozent.
Die Frist, innerhalb der das interessierte Konsortium um den Finanzinvestor TTB Partners ein verbindliches Angebot vorlegen muss, wurde den Angaben zufolge bis zum 15. Juli verlängert. Dies sei ein ermutigendes Zeichen, dass sich die Parteien auf ein akzeptables Angebot einigen könnten, schreiben die Analysten des Brokerhauses Peel Hunt.
Ausblick von US Steel hilft Stahlwerten hoch
Ein optimistischer Ausblick von US Steel hat Anleger zum Einstieg bei europäischen Stahlkonzernen ermuntert. Die Aktien von Thyssenkrupp, Salzgitter, ArcelorMittal und Acerinox verteuerten sich um bis zu zwei Prozent. US Steel gewannen im vorbörslichen US-Geschäft 3,5 Prozent. Das Unternehmen stellt für das laufende Quartal einen überraschend hohen Gewinn von 3,83 bis 3,88 Dollar je Aktie in Aussicht.
Schätzung bestätigt: Rekordinflation in Eurozone
Die hochschießenden Energiepreise hieven die Inflation im Euroraum auf ein Rekordniveau. Die Verbraucherpreise kletterten im Mai durchschnittlich um 8,1 Prozent binnen Jahresfrist, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte und damit eine erste Schätzung bestätigte. Im April und März hatte die Teuerung noch bei 7,4 Prozent gelegen.
Die EZB hat angekündigt, die wichtigsten Zinssätze im Juli um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben zu wollen. Das wäre die erste Zinserhöhung seit elf Jahren. Und weitere Schritte nach oben sind fest eingeplant.
Zweites Halbjahr - "Beim DAX wird es unruhig"
Medikamententests scheitern: Pharma-Aktie im freien Fall
Der Abbruch von Tests für ein Medikament gegen Parkinson brockt Addex den zweitgrößten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Die Aktie der Schweizer Pharmafirma fiel in Zürich um mehr als 40 Prozent auf ein Rekordtief von 0,31 Franken.
Das Mittel sei ein Hoffnungsträger gewesen, kommentiert Analyst Leonildo Delgado von der Baader Helvea Bank. Er stufte daher die Titel auf "Sell" von "Add" herunter und kürzte das Kursziel auf 0,25 von 0,84 Franken.
Googles Russland-Tochter meldet Konkurs an
Google macht den Bankrott seiner Russland-Tochter wohl offiziell. Es sei eine entsprechende Konkurserklärung eingereicht worden, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Gerichtsdokumente. Die russische Tochter des Google-Eigners Alphabet hatte im Mai öffentlich gemacht, dass eine Insolvenz unausweichlich sei.
Zuvor hatten die Behörden Bankkonten beschlagnahmt, was es dem Unternehmen unmöglich macht, Mitarbeiter und Zulieferer zu bezahlen. Russland hat den Zugriff auf Twitter wie auch Facebook und Instagram eingeschränkt. Google wie auch die Video-Plattform YouTube sind bisher größtenteils weiterhin verfügbar.
Credit Suisse muss bluten
Credit Suisse wird für ihre jüngste Anleiheemission fast zweistellige Zinsen zahlen, da Anleger eine hohe Entschädigung von dem krisengeschüttelten Institut fordern. Wie die "Financial Times" berichtet, standen 9,75 Prozent Zinsen für ihre neuen Anleihen im Raum, mit denen die Bank mindestens 1,5 Milliarden Dollar aufnehmen möchte. Grundsätzlich müssen sich Unternehmen auf zukünftig höhere Zinszahlungen einstellen angesichts steigender Marktzinsen und höheren Risikoprämien.
Rezessionsangst führte gestern zu Ausverkauf an den Börsen
Steht die Welt vor einer Wirtschaftskrise? Die Börsen zumindest werden immer nervöser. Ursachen sind die enorme Inflation und weltweite Zinsanhebungen der Zentralbanken. Das könnte zu einer Rezession führen, so die Befürchtung. Beim Dax sowie an der Tech-Börse Nasdaq führt dies zu Einbrüchen.
Aktienkurs von Pharmafirma schießt hoch
Fortschritte bei der US-Zulassung eines Leukämie-Medikaments haben XSpray den größten Kurssprung seit fast einem Jahr beschert. Der Aktien der Pharmafirma stieg an der Stockholmer Börse um gut 14 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA gewährte dem Mittel den "Orphan Drug Status", wodurch die Hürden für eine Zulassung sinken.
Darum kann Schweizer Notenbank den Leitzins stark anheben
Nach der US-Notenbank Fed überrascht die Schweizerische Nationalbank den Markt mit einer deutlichen Leitzinsanhebung - von minus 0,75 Prozent auf minus 0,25 Prozent. Und das bei einer im europäischen Vergleich niedrigen Teuerungsrate. Doch taugt das Schweizer Modell auch für die Eurozone?
Erleichterungsrally bei südeuropäischen Bonds
Anleger von Anleihen reagieren positiv auf Äußerungen der EZB-Chefin Christine Lagarde zur geplanten Begrenzung der Renditeabstände. Sie griffen bei südeuropäischen Bonds zu und drückten die Renditen der zehnjährigen Titel aus Italien, Spanien und Portugal auf 3,75 Prozent, 2,836 Prozent beziehungsweise 2,623 Prozent.
Insidern zufolge erläuterte Lagarde den Finanzministern der Eurozone hinter verschlossenen Türen das kürzlich angekündigte sogenannte "Antifragmentierungstool". Es solle eingesetzt werden, wenn die Spreads zwischen den Anleihen einzelner Staaten eine bestimmte Schwelle überschritten. Details habe sie allerdings nicht genannt.
Dienstleister erhöhen Preise kräftig - Schifffahrt ganz besonders
Nicht nur Lebensmittel, Benzin und andere Waren verteuern sich in diesem Jahr sehr stark, sondern auch Dienstleistungen. Deren Erzeugerpreise waren im ersten Quartal um neun Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gemessen am Vorquartal gab es ein Plus von 1,1 Prozent.
Am stärksten zogen die Preise im Bereich Verkehr und Lagerei an: Hier gab es einen Aufschlag von 20,2 Prozent zum Vorjahresquartal. Innerhalb dieses Wirtschaftsabschnitts verzeichnete die See- und Küstenschifffahrt mit 73,6 Prozent den stärksten Anstieg. "Hauptverantwortlich dafür waren weiterhin die coronabedingten Störungen der weltweiten Lieferketten", so die Statistiker.
DAX leckt Wunden und erholt sich leicht
Nach den schweren Verlusten am Donnerstag ist der deutsche Aktienmarkt etwas fester in den Handel gestartet. Der DAX legte in den ersten Minuten 0,4 Prozent auf 13.089 Punkte zu. MDAX, SDAX und TECDAX gewannen zwischen 0,2 und 0,4 Prozent.
Um mehr als eine technische Gegenbewegung handelt es sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht. Die Lage bleibt instabil. Die Notenbanken haben sich nun ganz der Inflationsbekämpfung verschrieben und sind bereit, wirtschaftliche Folgekosten hinzunehmen. Akzente könnte heute der Große Verfall von Optionen und Futures auf Indizes und Einzelaktien (Hexensabbat) setzen.
Pluszeichen in China - Japans Nikkei mit dickem Minus
In der Hoffnung auf weitere Konjunkturhilfen der chinesischen Regierung sind Investoren in den dortigen Aktienmarkt eingestiegen. Die Börse Shanghai legte um 0,9 Prozent auf 3314 Punkte zu, der Hongkonger Leitindex Hang Seng stieg um 1,1 Prozent auf 21.082 Zähler. In Tokio fiel der Nikkei dagegen um 1,5 Prozent auf 26.027 Stellen, obwohl die Bank of Japan (BoJ) an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhält.
Bei japanischen Staatsanleihen griffen Investoren dagegen dank des bekräftigten Notenbank-Bekenntnisses zu Wertpapierkäufen wieder zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 0,226 Prozent, nachdem diese vor dem BoJ-Entscheid auf ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch von 0,268 Prozent gestiegen war.
Chinas Regierung stockte zur Ankurbelung der Konjunktur das Volumen ihrer Steuererleichterungen auf umgerechnet 375 Milliarden Euro auf.
Diese US-Aktie geriet nachbörslich unter Druck
Im nachbörslichen US-Handel hat die Aktie des Softwareentwicklers Adobe rund fünf Prozent nachgegeben. Das Unternehmen hat zwar besser als erwartet ausgefallene Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vorgelegt, mit den Prognosen aber die Markterwartung verfehlt. Adobe verbuchte einen Nettogewinn von 1,18 (Vorjahr: 1,12) Milliarden US-Dollar bzw. 2,49 (2,32) Dollar je Aktie. Der Umsatz stieg auf 4,39 (3,84) Milliarden Dollar. Der Konzern rechnet mit Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und einem zusätzlichen Währungseffekt von 175 Millionen Dollar im dritten und vierten Quartal. Für das Gesamtjahr stellte Adobe Umsätze von 17,65 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis von 13,50 Dollar je Aktie in Aussicht.
WTO-Chefin drängt zur Annahme von Handelsabkommen
Die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) Ngozi Okonjo-Iweala hat den Ländern Entwürfe über unterschiedliche Handelsabkommen vorgelegt. Sie forderte die Mitgliedsländer auf, diese zu akzeptieren. Die Entwürfe enthalten Vereinbarungen zur Gesundheit, Reformen und Lebensmittelsicherheit. Das Paket, das Ngozi Okonjo-Iweala als "beispiellos" bezeichnete, lässt jedoch zwei der wichtigsten Punkte aus: Fischereisubventionen und geistige Eigentumsrechte für COVID-19-Impfstoffe. Delegierte erklärten, dass diese beiden Themen zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden könnten, da die Verhandlungen im Genfer WTO-Hauptquartier noch andauern. In einem Begleitschreiben zu den Entwürfen forderte Okonjo-Iweala die Mitglieder auf, das "empfindliche Gleichgewicht" zu berücksichtigen, das in den fünftägigen Gesprächen erreicht wurde. "Es liegt in der Natur des Kompromisses, dass niemand alles bekommt, was er will." Die Vereinbarungen wurden auf der WTO-Konferenz von über 100 Mitgliedern ausgehandelt.
Die Welthandelsorganisation steckt in der größten Krise seit ihrer Gründung 1995. Denn zunehmend drücken globale Spannungen und ein stärker um sich greifender Protektionismus auf den Welthandel. Dazu kommt der Konflikt mit den USA über die Ernennung neuer Richter für das Schiedsgericht der WTO, das über internationale Streitigkeiten entscheidet.
Hedgefonds mit Mega-Wette
Bridgewater beurteilt die Konjunkturaussichten für Europa offenbar pessimistisch. Der Hedgefonds habe Wetten auf fallende Kurse europäischer Aktien im Volumen von mindestens 6,7 Milliarden Dollar lanciert, teilte der Datenanbieter Breakout Point mit. Kein anderer Vermögensverwalter spekuliere annähernd so aggressiv in diese Richtung. Anfang 2018 und 2020 habe Bridgewater ebenfalls massiv auf eine Börsen-Baisse gewettet.
Aus Pflichtveröffentlichungen des Vermögensverwalters lasse sich schließen, dass dieser derzeit Aktien 21 europäischer Firmen "geshortet" habe, teilte Breakout Point weiter mit. Beim sogenannten Short Selling oder Leerverkauf leihen sich Investoren Aktien, um diese sofort zu verkaufen. Sie setzen darauf, dass sie sich bis zum Rückgabe-Termin billiger mit den Papieren eindecken können. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.
Auf der Liste der Werte, bei denen Bridgewater einen Kursrückgang erwartet, stehen Breakout Point zufolge unter anderem die Versicherer Allianz und Axa. Hinzu kämen Banken wie Santander, BBVA, ING oder Intesa Sanpaolo. Das größte Volumen hätten Wetten auf einen Rückschlag für die Aktien des Chip-Ausrüsters ASML, des Energiekonzerns TotalEnergies und der Pharmafirma Sanofy.
DAX-Erholung zum Wochenschluss?
Zum großen Verfall an den Terminmärkten wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 13.175 Punkten taxiert. Das entspräche einem Aufschlag von etwa einem Prozent.
Am Donnerstag hatte er wegen Rezessionsängsten, die von drastischen Zinserhöhungen einiger Notenbanken ausgelöst wurden, 3,3 Prozent auf 13.036,47 Punkte verloren. Vor diesem Hintergrund richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die europäischen Inflationsdaten. Experten erwarten für Mai eine Teuerungsrate von 8,1 Prozent im Jahresvergleich. In den USA stehen unter anderem Zahlen zur Industrieproduktion auf dem Terminplan. Analysten sagen hier eine Verlangsamung des Wachstums auf 0,4 von 1,1 Prozent voraus. Unabhängig davon laufen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien aus. Zum sogenannten Hexensabbat schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.
Euro hält sich über 1,05
Der Euro notiert zunächst über der Marke von 1,05 US-Dollar. Im frühen Handel kostet die Gemeinschaftswährung 1,0525 Dollar und damit etwas weniger als in der Nacht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag noch deutlich tiefer auf genau 1,04 Dollar festgelegt.
Der Yen steht an den Märkten unter Druck, nachdem die japanische Notenbank im Anschluss an ihre Zinssitzung die extrem lockere Geldpolitik bestätigt hatte. Die Bank of Japan gehört damit zu den ganz wenigen Zentralbanken, die den Kampf gegen die Inflation bisher noch nicht aufgenommen haben. In Japan ist die Inflation allerdings auch deutlich niedriger als etwa in der Eurozone, den USA oder Großbritannien. Die Landeswährung Yen leidet seit Längerem unter der Haltung der Notenbank. In dieser Woche war sie zum Dollar auf den tiefsten Stand seit fast einem viertel Jahrhundert gefallen.
Vor dem Wochenende stehen in der Eurozone Inflationsdaten auf dem Programm. Es handelt sich um Detaildaten, die jedoch revidiert werden könnten. Bisher bekannt ist, dass die Teuerung im Mai mit 8,1 Prozent auf ein Rekordhoch gestiegen ist. Die EZB strebt auf mittlere Sicht nur eine Inflation von zwei Prozent an. Sie hat für Juli zwar eine erste Zinserhöhung seit elf Jahren angekündigt, hinkt im Inflationskampf vielen anderen Zentralbanken aber hinterher.
US-Vorgaben lasten auf Asien-Börsen
Nach einem weiteren Ausverkauf an der Wall Street überwiegen an den Börsen in Ostasien und Australien die roten Vorzeichen. In den USA waren die Leitindizes um bis zu gut 4 Prozent abgestürzt, belastet noch von der großen Zinserhöhung am Mittwoch um 0,75 Prozent. Derweil hat die japanische Notenbank am Freitag ihren Leitzins auf ultraniedrigem Niveau belassen, sie folgte damit nicht der Reihe der Zinsanhebungen in den USA, der Schweiz und Großbritannien.
Die Sorge vor einer Rezession hat die Märkte fest im Griff, sagen Teilnehmer. Die Anleger rufen sich in Erinnerung, dass in den USA und andernorts der Kampf gegen die Inflation zunächst weiter Vorrang gegenüber dem Wirtschaftswachstum hat.
Mit einem Minus von gut 2 Prozent steht der japanische Markt mit an der Spitze der Verlierer, obwohl der Yen mit der Entscheidung der Bank of Japan deutlich unter Druck kommt und rund 1,2 Prozent gegen den Dollar nachgibt. Angesichts des noch relativ verhaltenen Preisdrucks in Japan gab es für die Notenbank weniger Anlass für einen Zinsschritt, sagen die Analysten der Maybank.
Recht gut halten sich die chinesischen Börsen, in Hongkong geht es sogar um 0,8 Prozent nach oben. Der Fall der US-Renditen am Vortag könnte etwas Druck vom dortigen Markt nehmen, vermutet KGI Research. In Shanghai tendiert der Markt unverändert. Deutlich abwärts geht es in Südkorea (-1%) und in Australien (-2,2%), wo die Vorgaben der Wall Street belasten.
Adobe-Ausblick mit Fragezeichen
Adobe hat besser als erwartet ausgefallene Zweitquartalszahlen vorgelegt, mit den Prognosen aber die Markterwartung verfehlt. Das Software-Unternehmen verbuchte einen Nettogewinn von 1,18 Milliarden Dollar nach 1,12 Milliarden Dollar oder von 2,49 Dollar nach 2,32 Dollar je Aktie per 3. Juni. Auf bereinigter Basis verdiente die Gesellschaft 3,35 Dollar je Titel und damit mehr als die von Analysten in Aussicht gestellten 3,31 Dollar. Parallel setzte das Unternehmen 4,39 Milliarden Dollar um, Analysten hatten im Konsens nur mit Erlösen von 4,34 Milliarden Dollar gerechnet.
Adobe rechnet mit Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und einem zusätzlichen Währungseffekt von 175 Millionen US-Dollar im dritten und vierten Quartal. Für das dritte Quartal prognostizierte die Gesellschaft Umsätze von 4,43 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 3,33 Dollar pro Aktie. Analysten sagten Erlöse von 4,51 Milliarden Dollar bei einem adjustierten Überschuss von 3,39 Dollar je Aktie voraus. Für das Gesamtjahr stellte Adobe Umsätze von 17,65 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis von 13,50 Dollar je Schein in Aussicht - Analysten erhofften sich mit 17,85 Milliarden Dollar bzw. 13,65 Dollar aber mehr. Im nachbörslichen US-Aktienhandel büßte das Papier wegen des Ausblicks unter Marktprognose 4,2 Prozent ein.
Japans Notenbank bricht den Trend
Japans Zentralbank widersetzt sich dem globalen Trend zur geldpolitischen Straffung und lässt die Zügel trotz der steigenden Inflation und der rasanten Talfahrt des Yen extrem gelockert. Während die US-Notenbank Fed ihren Leitzins jüngst kräftig angehoben hatte, beschloss die Bank of Japan (BoJ) nach zweitägiger Tagung, ihre wichtigsten geldpolitischen Hebel unverändert zu lassen. So sollen die kurzfristigen Zinssätze bei minus 0,1 Prozent und die langfristigen bei etwa null bleiben. Auch hält die BoJ an ihren Käufen von Staatsanleihen und Aktien fest.
Damit fahren die japanischen Notenbanker weiter unbeirrt einen gegensätzlichen Kurs im Vergleich zu den Kollegen in Europa und den USA. In Reaktion auf die Entscheidung der BoJ wertete der Yen gegenüber dem Dollar weiter rasant ab, fing sich daraufhin aber wieder. Der Handel am Devisenmarkt verlief jedoch weiter volatil.
Die japanische Währung war diese Woche gegenüber dem Dollar auf ein 24-Jahres-Tief gesackt. Die Schwäche des Yen schürt an den Märkten die Besorgnis, dass die Haltung der BoJ die Inflation verschärft und der Wirtschaft schadet, statt ihr mit niedrigen Zinsen Auftrieb zu verleihen. Andererseits war die Entscheidung der Notenbank, an ihrem Kurs einer gelockerten Geldpolitik festzuhalten, erwartet worden.
Rezessionsängste an Tokios Börse
Die weltweiten Aktienmärkte steuerten auf ihre schlechteste Woche seit dem pandemischen Zusammenbruch der Märkte im März 2020 zu. Anleger befürchten drastische Zinserhöhungen, die die Volkswirtschaften in eine Rezession stürzen könnten, während Wachstumsängste und ein steigender Schweizer Franken den US-Dollar unter Druck setzten.
Der Nikkei büßt zunächst 1,7 Prozent auf 25.988 Punkte ein. Der Topix sinkt 1,6 Prozent auf 1838 Zähler. Der Shanghai Composite notiert unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewinnt 0,4 Prozent.
Dollar deutlich im Aufwind
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 1,4 Prozent auf 134,01 Yen und stagniert bei 6,7028 Yuan. Zur Schweizer Währung notiert er 0,4 Prozent höher bei 0,9703 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,3 Prozent auf 1,0520 Dollar und zieht 0,2 Prozent auf 1,0209 Franken an. Das Pfund Sterling verliert 0,5 Prozent auf 1,2290 Dollar.
Euro / Dollar o
Was folgt auf das "Kursmassaker"? Das wird für den DAX heute wichtig
Eine verlustreiche Woche wartet auf ihren Abschluss: Allein im Donnerstagsgeschäft hatte der DAX, vorbörslich zeitweise noch um 13.600 Punkte notierend, 3,3 Prozent eingebüßt. Im Tagestief lag er nur noch 8 Punkte über der 13.000er-Marke. Am Handelsende stand der deutsche Börsenleitindex dann mit 13.038 Zählern zwar wieder etwas darüber, das Minus betrug dennoch fast 450 Stellen. Auch die Wall Street war im Donnerstagsgeschäft keine Hilfe. Aktuell wird
Den Abgabedruck hatten erneut Inflations- und Zinssorgen befeuert, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwochabend den Leitzins um deutliche 75 Basispunkte angehoben und damit den größten Zinsschritt seit 1994 vollzogen hatte - vor dem Hintergrund gestiegener Teuerungsraten. Die Europäische Zentralbank hatte für Juli eine Zinserhöhung angekündigt, über deren Höhe wird nun spekuliert. Eine neue Euro-Krise steht im Raum.
Die Terminlage zum Ende der ereignisreichen Woche ist eher dünn. Dennoch dürften Investoren vor allem die Konjunkturagenda im Auge behalten. Im Fokus dürften hier die EU-Verbraucherpreise stehen, die um 11.00 Uhr MESZ veröffentlicht werden. In den USA folgen am Nachmittag nach frische Daten zur Industrieproduktion und der Index der Frühindikatoren.