Dax verabschiedet sich versöhnlich ins Wochenende
Nach einer bewegungsreichen Woche hat der deutsche Aktienmarkt mit Gewinnen geschlossen. Der Dax schließt 0,9 Prozent auf 24.721 Punkte fester. Die Rotation aus Technologie- wie auch Softwaretiteln dauerte auch zum Wochenschluss an.
Das Geld floss verstärkt in zyklische Sektoren wie Industrie, Rohstoffe und Bankenwesen, wie es von Strategen hieß. Mit Blick auf die disruptive Auswirkung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Geschäftsmodelle einzelner Software-Anbieter ist der große Verkaufsdruck zunächst abgeflaut. Stützend wirkten günstige Daten zur US-Verbraucherstimmung, die Sorgen um die US-Wirtschaft milderten.
Positiv werteten die Analysten von JP Morgan für Bayer (+1,9%), dass der Gerinnungshemmer Asundexian das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls substanziell, und zwar um 26 Prozent, reduziert. Aktuell berücksichtigen sie Spitzenumsätze von 1,4 Milliarden Dollar nach 2035 sowie Erlöse von 100 Millionen Dollar im Jahr 2028, was im Einklang mit dem Konsens liege. Die Analysten glauben jedoch, dass aufgrund der starken Datenlage Aufwärtspotenzial für diese Prognosen bestehe.
Für Bechtle ging es um 9,5 Prozent nach unten. Aus dem Handel hieß es, dass die Geschäftszahlen an sich so ein hohes Minus nicht rechtfertigten, wichtige Kennziffern lägen alle rund im den erwarteten Rahmen, das vierte Quartal sei gut gelaufen. Eventuell bremse der vorsichtige Ausblick, der die deutlichen Preiserhöhungen der PC-Hersteller erwähne.
Nach einem positiven Analystenkommentar ging es für Renk um 5,4 Prozent nach oben. Rheinmetall erholten sich von den Abgaben des Vortages und legten um 2,1 Prozent zu. Die Aktie von Siemens Healthineers (-2,8%) wurde zum Wochenausklang "ex Dividende" in Höhe von 1 Euro gehandelt.
Keinen guten Tag hatten Autoaktien. Nachdem am Vortag schwache Geschäftszahlen von Volvo Car belastet hatten, verhagelte Stellantis die Stimmung. Der Jeep-Hersteller gab bekannt, dass er im Rahmen einer Abkehr von Elektrofahrzeugen nun Belastungen in Höhe von rund 22,2 Milliarden Euro verbuchen wird. BMW verloren daraufhin 0,6 Prozent, VW 1,2 Prozent und Daimler Truck 1,1 Prozent. Die Stellantis-Aktie selbst brach um knapp 25 Prozent ein.
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Wo finden Anleger 2026 die besten Chancen?
Grundsätzlich hält sich der US-Aktienmarkt weiterhin auf einem hohen Niveau und ein Großteil der neuesten Unternehmenszahlen bestätigt das derzeit. Was bedeutet das für den weiteren Verlauf des Jahres und wo finden Anleger die besten Chancen? Nancy Lanzendörfer spricht darüber mit dem Finanzexperten Nicolas Saurenz.
US-Verbraucherlaune so gut wie seit August 2025 nicht mehr
Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Februar überraschend aufgehellt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg auf 57,3 Punkte, nach 56,4 Zählern im Januar, wie die Universität Michigan zu ihrer Umfrage mitteilte. Dies ist das höchste Niveau seit August 2025. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf 55,0 erwartet.
Das allgemeine Stimmungsniveau bleibe dennoch sehr niedrig, erläuterte Joanne Hsu, die für die Verbraucherumfragen zuständig ist. Die Sorgen um die Belastung der persönlichen Finanzen durch hohe Preise und das erhöhte Risiko von Arbeitsplatzverlusten seien weiterhin weit verbreitet.
Amazon-Aktie saust um mehr als acht Prozent nach unten
Sorgen um explodierende Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) trieben die Anleger auch zum Wochenschluss um. Wie die Rivalen Google und Microsoft legt auch Amazon bei den Investitionen in KI-Infrastruktur kräftig nach. "Wir befinden uns in einer Phase der klügeren Entscheidungen. Es geht nicht darum, wer von der Künstlichen Intelligenz beeinflusst wird, sondern auch darum, diejenigen zu bestrafen, die viel Geld für KI ausgeben", sagte Kristina Hooper, Chefmarktstrategin bei Man Group. Die Amazon-Aktien sausten mehr als acht Prozent nach unten und markierten ein Acht-Monats-Tief.
Die Amazon-Aktien sausten mehr als acht Prozent nach unten und markierten ein Acht-Monats-Tief.
Navidi zu Kryptowährungen: Wie Jeffrey Epstein und der Bitcoin zusammenhängen
Der Bitcoin stürzt auf den tiefsten Wert seit der Wahl von Donald Trump. Mit Jeffrey Epstein direkt hat der Abfall nichts zu tun, erklärt US-Finanzexpertin Sandra Navidi, klärt jedoch auch über Epsteins Investitionen in den Bitcoin auf.
Wall Street beendet Talfahrt
Die Wall Sreet beendet eine dreitägige Talfahrt und geht mit Aufschlägen in den Wochenausklang. Nach zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten ist die Hoffnung auf Zinssenkungen wieder präsenter, dies stützt den Aktienmarkt. Im frühen Handel könnte die Verbraucherstimmung der Universität Michigan neue Impulse in der Zinsdebatte setzen. Die eigentlich vorgesehene Bekanntgabe des offiziellen Arbeitsmarktberichts für Januar wurde wegen des Haushaltstreits auf Mittwoch verschoben. Im frühen Handel steigt der Dow-Jones-Index um 1 Prozent auf 49.414 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite klettern um 0,6 bzw. 0,3 Prozent.
Das Schlimmste hat Under Armour überstanden
Der US-Sportschuh- und Sportmodeanbieter Under Armour hat bei seiner Sanierung nach eigenen Angaben das Schlimmste hinter sich. "Die herausforderndste Phase" sei mit dem dritten Quartal (Oktober bis Dezember 2025) überstanden, erklärte Vorstandschef Kevin Plank. Das Unternehmen aus Baltimore hatte seinen Sparkurs im vergangenen Jahr verschärft. Nach einem unerwarteten bereinigten Quartalsgewinn hob Under Armour nun die Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 an: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zehn bis elf US-Cent erreichen statt der bisher erwarteten drei bis fünf Cent. Der Umsatz werde nur um vier Prozent auf knapp fünf Milliarden Dollar schrumpfen; bisher war von einem Rückgang um bis zu fünf Prozent die Rede.
Under Armour hat sich vorgenommen, weniger Rabatte zu geben und sich in Kategorien wie Training, Laufen und Mannschaftssport auf das höhere Preissegment zu konzentrieren. Doch das brauche Zeit, Under Armour müsse eine schwierige Balance schaffen, so dass die neue Luxus-Strategie nicht zu Lasten der auf dem Markt befindlichen billigeren Kollektionen gehe, sagte Third-Bridge-Analyst Patrick Ricciardi. Dabei machen Under Armour zudem die US-Einfuhrzölle etwa auf Waren aus Vietnam und Indonesien zu schaffen, wo die meisten Sportartikelhersteller produzieren lassen. Im laufenden Geschäftsjahr werde dies das Unternehmen rund 100 Millionen Dollar kosten, die Bruttomarge soll um 1,9 Prozentpunkte fallen.
Coty-Aktie fällt um 14 Prozent
Die Aktien von Coty sind gefallen, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal einen Verlust verzeichnete und seine Prognose für das Geschäftsjahr zurückzog. Als Grund nannte es schwache Trends im Konsumgüterbereich. Die Aktie fällt im vorbörslichen Handel um 14 Prozent auf 2,71 US-Dollar. In den vergangenen 12 Monaten ist die Aktie um 54 Prozent gefallen.
Das Kosmetikunternehmen meldete am Donnerstag einen Verlust von 126,9 Millionen US-Dollar oder 14 Cent je Aktie. Im Vorjahr hatte noch ein Gewinn von 20,4 Millionen Dollar oder 2 Cent je Aktie zu Buche gestanden .Auf bereinigter Basis wies das Unternehmen laut Factset einen Gewinn von 14 Cent je Aktie aus und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 18 Cent je Aktie.
Das Unternehmen teilte mit, die Ergebniszahlen seien durch eine Marktbewertung (Mark-to-Market) eines Equity Swaps mit 4 Cent je Aktie belastet worden.
Ölpreise bleiben ruhig – Fokus auf USA-Iran-Gespräche im Oman
Die Öl-Futures bewegen sich seitwärts, während sich der Markt auf die Gespräche im Oman zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm konzentriert.
"Obwohl die Verhandlungen in beide Richtungen gehen könnten und die Drohungen von Präsident Trump mit Militäraktionen real sind, glauben wir, dass der Iran letztendlich nachgeben wird, was den Weg für ein Atomabkommen ebnet und einen Zusammenbruch des Regimes vermeidet", schreibt Peter Cardillo von Spartan Capital in einer Research Note. "Ein solches Ergebnis würde die Ölpreise wahrscheinlich stark sinken lassen."
WTI gibt um 0,2 Prozent auf 63,19 US-Dollar je Barrel nach und Brent verbilligt sich um 0,1 Prozent auf 67,51 US-Dollar.
Börsen bauen Gewinne aus
Europas Aktienmärkte bauen bis MIittag die Gewinne aus. Die Rotation aus Technologie- wie auch Softwaretiteln dauert auch zum Wochenschluss an. Das Geld fließt verstärkt in zyklische Sektoren wie Industrie, Rohstoffe und Banken, heißt es von Strategen. Dies sei nicht zwangsläufig negativ, da der Markt damit auf einem breiteren Fundament stehe. Mit Blick auf die disruptive Auswirkung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Geschäftsmodelle einzelner Software-Anbietern, ist der große Verkaufsdruck zunächst abgeflaut.
Der Dax gewinnt 0,5 Prozent auf 24.620 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,7 Prozent auf 5.965 Punkte nach oben. Am Devisenmarkt zeigt sich der Euro wenig verändert bei 1,1790 Dollar, an den Anleihemärkten fallen die Renditen. An den Rohstoffmärkten ist es vergleichsweise ruhig.
Kupfer vor Wochenverlust
Die Kupferpreise steuern angesichts von Anzeichen einer schwächeren Nachfrage auf einen Wochenverlust von mehr als 1,5 Prozent zu, wobei die Futures an der London Metal Exchange unverändert bei 12.850,50 US-Dollar je metrische Tonne notieren. "Die Kupferbestände in den LME-Lagerhäusern in Asien sind gestiegen", so die Analysten von ANZ Research. "Dies ging einher mit Berichten über nachlassende Käufe aus China, wobei Verarbeiter und Hersteller angeblich nicht die Bereitschaft haben, den Markt weiter nach oben zu treiben."
Dennoch bleiben die Fundamentaldaten stark, da China die Investitionen in das Stromnetz und die Energieinfrastruktur erhöht. Gleichzeitig verstärken auch die USA ihre Bemühungen zur Sicherung der Lieferketten für kritische Mineralien, wozu auch Pläne gehören, die Anteile von Glencore an seinen Kupfer-Kobalt-Minen in der Demokratischen Republik Kongo zu kaufen.
Chevron soll beim Rennen um ausländische Lukoil-Assets mitmischen
Der US-Ölkonzern Chevron ist Insidern zufolge eines von mindestens zwei Unternehmen, die trotz der vorläufigen Einigung mit dem Finanzinvestor Carlyle weiter um die ausländischen Vermögenswerte von Lukoil buhlen. Chevron verhandele gemeinsam mit dem Investor Quantum Energy Partners sowohl mit dem russischen Konzern als auch mit der US-Regierung, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist definitiv noch keine beschlossene Sache", sagte einer der Insider. Carlyle beginne erst jetzt mit der genauen Prüfung der Bücher. "Der Wind kann sich bei diesem Deal noch drehen." Lukoil erklärte, man sei weiter in Gesprächen mit anderen möglichen Käufern. Quantum und Chevron lehnten einen Kommentar ab.
Reitz zur deutschen Export-Bilanz: "Das ist kein Comeback, das ist Stillstand mit Applaus"
Im vergangenen Jahr sind Deutschlands Exporte kaum gewachsen und legten nur um ein Prozent zu, während die Importe deutlich stärker zulegten. Besonders problematisch ist der Rückgang der Ausfuhren in die USA und nach China. Wirtschaftskorrespondent Ulrich Reitz ordnet die Entwicklung ein.
KI-Sorgen machen Tech-Aktien zu schaffen
Sorgen um explodierende Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) treiben die Anleger auch zum Wochenschluss um. Der europäische Tech-Index gibt bis zu 1,3 Prozent nach. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf fast sechs Prozent. Wie die Rivalen Google und Microsoft legt auch Amazon bei den Investitionen in KI-Infrastruktur kräftig nach. Die Amazon-Papiere fallen im vorbörslichen US-Handel um mehr als neun Prozent.
Rheinmetall und Renk auf Erholungskurs
Nach einer Hochstufung setzen sich die Aktien von Renk an die MDax-Spitze. Die Titel des Rüstungszulieferers rücken um bis zu 6,1 Prozent vor. Die Analysten von Exane BNP Paribas haben Renk auf "Outperform" von "Neutral" gesetzt. Seit Mitte Januar haben die Papiere mehr als 20 Prozent an Wert eingebüßt. Auf Erholungskurs geht auch Rheinmetall: Die Titel gehören mit einem Plus von fast zwei Prozent zu den stärksten Dax-Werten. Sie sind seit Mitte Januar um fast 17 Prozent eingebrochen.
Stellantis schockt den Autosektor
Für Entsetzen im Autosektor sorgt Stellantis mit ihrer Milliarden-Abschreibung. Nach Handelsaussetzung in Mailand handeln die Aktien knapp 14 Prozent im Minus. "Nach Volvo gestern ist das schon der zweite Schock im Sektor", sagt ein Händler. Als einer der Hauptgewinner der Umschichtung aus Technologie-Aktien seit Wochenbeginn sei hier viel frisches Geld investiert worden: "Das zieht sich über Fonds und Baskets dann auch aus anderen Titeln zurück." Entsprechend fallen auch Renault um 2,8 Prozent, und französische Zulieferer wie Forvia um 2,5 Prozent. Bei Porsche und VW geht es bis 1,2 Prozent tiefer.
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"Handelswoche des Grauens": Ist die Bitcoin-Talfahrt vorbei?
Nach dem deutlichen Kursrutsch startet der Bitcoin einen Erholungsversuch. Die wichtigste Cyber-Devise steigt in der Spitze um 5,8 Prozent auf 66.750 Dollar - in der Nacht war die Kryptowährung mit 60.008 Dollar noch auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024 gefallen. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung in Bezug auf die Marktkapitalisierung, notiert zeitweise 6,7 Prozent fester bei 1970 Dollar. Seit Montag hat der Bitcoin fast 15 Prozent an Wert verloren, Ether brach um gut 19 Prozent ein.
"Für Bitcoin und Co ist und bleibt es eine Handelswoche des Grauens", sagt Timo Emden von Emden Research. "Die Zinsangst schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger, während Sorgen über Liquiditätsknappheit, institutionelle Kapitalabflüsse und eine ausgeprägte Risikoaversion den Markt belasten." Insbesondere über das Wochenende sollten sich Investoren auf weitere Unwägbarkeiten einstellen, warnt der Experte.
Ölpreise ziehen an
Die mit Spannung erwarteten Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran halten die Ölpreise in Schach. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuern sich um 1,6 Prozent auf 68,60 beziehungsweise 64,32 Dollar je Fass. Trotz der Einigung auf den Tagungsort Maskat liegen die Vorstellungen über die Themen weit auseinander: Während die Regierung in Teheran lediglich über ihr Atomprogramm verhandeln will, pocht Washington auch auf Gespräche über das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen. Angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen seien die Anleger nervös, sagt Daniel Hynes, Analyst bei ANZ. Damit dürfte auch die geopolitische Risikoprämie beim Öl erst einmal bestehen bleiben.
Investoren fürchten Versorgungsengpässe, da eine Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Öllieferungen beeinträchtigen könnte. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wird durch die Straße von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran transportiert.
"Regimewechsel" bei VW-Rivalen
Beim weltgrößten Autobauer Toyota steht ein Führungswechsel an: Konzernchef Koji Sato trete nach nur drei Jahren an der Spitze ab und werde durch Finanzvorstand Kenta Kon ersetzt, teilte der VW-Konkurrent mit. Sato solle Vize-Verwaltungsratschef werden und sich auf übergreifende Industriethemen konzentrieren, während Kon das interne Management verantworte. Mit dem Umbau wolle der Konzern Entscheidungsprozesse beschleunigen, um besser auf den tiefgreifenden Wandel in der Branche reagieren zu können. Zuletzt hatte sich die Kritik von Investoren an der geplanten Übernahme der Tochtergesellschaft Toyota Industries gehäuft. Minderheitsaktionäre hatten den Deal als intransparent und den Preis als zu niedrig bemängelt.
Sato hatte das Ruder erst im April 2023 vom Enkel des Firmengründers, Akio Toyoda, übernommen. Unter seiner Ägide hielt Toyota an Hybrid-Antrieben fest – eine Strategie, die sich angesichts der abflauenden Elektro-Euphorie zunächst auszahlte und Rekordverkäufe sicherte. Der Toyota-Aktienkurs stieg in Satos Zeit auf dem Chefposten inklusive Dividenden um 111 Prozent. Allerdings verlor der Konzern zuletzt in Regionen wie Südostasien Marktanteile an chinesische Rivalen wie BYD. Analyst James Hong von Macquarie sprach von einem "Regimewechsel". Während Sato eher für die Produktentwicklung stehe, bringe Kon mehr Erfahrung bei finanziellen Themen mit. Er gilt als treibende Kraft hinter dem umstrittenen Toyota-Industries-Deal.
"Der Dax macht gar nichts"
Erneut startet der Dax etwas schwächer in den Tag. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.430 Punkten. Gestern hatte er erneut nachgegeben, schloss 0,5 Prozent schwächer mit 24.491 Zählern. "Der Dax macht bislang gar nichts heute", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer.
"Das ist der größte Sprung seit März 2024"
Erneut für Überraschung sorgen Wirtschaftsdaten aus Deutschland, diesmal die Handelsbilanz für Dezember. Sowohl die Importe lagen mit 1,4 Prozent höher als erwartet als auch die Exporte - sie sprangen sogar um 4 Prozent zum Vormonat an. "Das ist der größte Sprung seit März 2024", sagt ein Händler. Es mache Hoffnung auf einne Konjunkturerholung. Ein bitterer Tropfen sei jedoch die Industrieproduktion, die um 1,9 Prozent einbrach.
Positive Bayer-News stimmen optimistisch
Optimistisch gestimmt für Bayer sind Händler dank positiver Medikamenten-Nachrichten. So soll bei Bayer der Gerinnungshemmer Asundexian das Risiko für Schlaganfall deutlich senken. Die Aktien legten darauf in der Nachbörse um 2,7 Prozent zu. "Man merkte, dass Trader froh waren, damit auch wieder thematisch diversifizieren zu können", kommentiert ein Händler. Die einseitige Fokussierung auf das ständige Auf und Ab der Tech-Werte habe auch Händler und Anleger ermüdet.
Gewinnmitnahmen drücken Kospi
Kein einheitliches Bild präsentiert der Blick auf die asiatischen Aktienmärkte. Ausgelöst durch einen neuerlichen Abverkauf von Technologiewerten an der Wall Street herrscht auch hier die Risikoaversion vor. An der Börse in Tokio sind die am Wochenende anstehenden vorgezogenen Wahlen das Thema. Japanische Staatsanleihen legen in Tokio im Sog der nächtlichen Kursgewinne von US-Staatsanleihen zu. Allerdings könnte vor den Wahlen zum japanischen Unterhaus an diesem Sonntag eine abwartende Haltung vorherrschen. Laut Umfragen lokaler Medien liegt das Momentum bei der Liberaldemokratischen Partei, schreiben die Strategen von TD Securities. "Wir weisen einer absoluten Mehrheit für Premierministerin Takaichi eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent zu".
Leicht grüne Vorzeichen gibt es in Tokio, hier profitieren die Chip- und Maschinenexporteure allerdings von einem schwächeren Yen. Die japanische Währung tendierte zunächst leichter, nachdem ein hochrangiger Vertreter der Bank of Japan signalisierte, dass die Normalisierung der Geldpolitik "zeitnah und angemessen" voranschreiten werde.
An der Börse in Seoul geht es hektisch zu, hier kam es wohl zu Handelsunterbrechungen, da ausländische Investoren im großen Stil Aktien verkauften und der Won auf neue Tagestiefs rutschte. Der Abverkauf wird auf wachsende Zweifel der Investoren an der Rentabilität der massiven KI-Ausgaben zurückgeführt. Hier verlieren die zuletzt gehypten Schwergewichte wie SK Hynix und Samsung je rund 6 Prozent.
Profit über Sicherheit? Uber zu Millionenzahlung verurteilt
Ein Geschworenengericht in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona hat den Fahrdienstleister Uber wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen Fahrer zu einer Zahlung von 8,5 Millionen Dollar verurteilt. Bei dem Fall handelte es sich um das erste von mehr als 3000 ähnlichen Verfahren gegen Uber, die vor einem US-Bundesgericht zusammengefasst wurden. Solche Pilotverfahren, im US-Recht "bellwether" genannt, dienen dazu, rechtliche Argumentationen zu testen und den Wert von Forderungen für mögliche Vergleiche zu bewerten.
Die Geschworenen befanden, der Fahrer sei ein Vertreter von Uber gewesen, weshalb das Unternehmen für seine Handlungen verantwortlich sei. Sie sprachen der Klägerin 8,5 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu, lehnten jedoch die Forderung nach Strafschadensersatz ab. Eine Anwältin der Klägerin, Sarah London, sagte nach der Urteilsverkündung, Uber stelle den Profit über die Sicherheit der Fahrgäste.
Der Fahrdienstleister argumentiert seit Langem, dass er nicht für das kriminelle Verhalten von Fahrern haftbar gemacht werden könne. Die Fahrer seien unabhängige Auftragnehmer und keine Angestellten. Ein Sprecher von Uber teilte mit, das Unternehmen werde Berufung einlegen. Das Unternehmen sieht sich zudem mit mehr als 500 Klagen vor einem kalifornischen Gericht konfrontiert.
Dax höher erwartet: Zwei Themen im Fokus
Der Dax wird höher in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex ein halbes Prozent tiefer bei 24.491,06 Punkten geschlossen. Für fallende Kurse an den europäischen Börsen sorgte das Ausbleiben von Hinweisen auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach unten ging es auch an der Wall Street. Auf die Stimmung drückten enttäuschende Konzernbilanzen und Kursverluste in der Kryptobranche.
Heute wollen die USA und der Iran im Oman zu Gesprächen zusammenkommen, um eine weitere Eskalation im Nahen Osten zu verhindern. Die Vorstellungen über die Themen liegen noch weit auseinander: Während die Regierung in Teheran lediglich über ihr Atomprogramm verhandeln will, pocht Washington auch auf Gespräche über das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen.
Zudem zeigen wichtige Konjunkturdaten, wie sich die deutsche Wirtschaft zuletzt geschlagen hat. Experten erwarten mit Blick auf die anstehenden Zahlen zur Produktion sowie zum deutschen Export im Dezember ein gemischtes Bild: So dürfte die Fertigung um 0,3 Prozent heruntergefahren worden sein. Zugleich erwarten Ökonomen, dass die Ausfuhren zum Jahresende um 1,0 Prozent zugelegt haben. Zuletzt hatte die Industrie mit dem größten Anstieg der Aufträge seit zwei Jahren die Hoffnung auf eine Trendwende nach langem Abschwung in dem Sektor genährt.
Bergbau-Milliardendeal platzt erneut
Die geplante Mega-Fusion in der Bergbaubranche zwischen Rio Tinto und Glencore ist erneut geplatzt. Rio Tinto habe die Übernahmegespräche mit dem Rivalen Glencore beendet, teilte der weltgrößte Eisenerzförderer mit. Laut Rio Tinto konnte keine Einigung erzielt werden, die den Aktionären einen ausreichenden Mehrwert geboten hätte.
Die im Januar angekündigte Fusion hätte das weltgrößte Bergbauunternehmen mit einem Marktwert von mehr als 200 Milliarden Dollar geschaffen. Es ist bereits das zweite Mal in etwas mehr als einem Jahr, dass die Gespräche über einen Zusammenschluss scheitern, nachdem Glencore bereits Ende 2024 einen Vorstoß unternommen hatte. Die Aktien von Glencore fielen daraufhin um bis zu 10,8 Prozent, die in London notierten Papiere von Rio Tinto gaben 2,5 Prozent nach.
Ausverkauf bei KI-Aktien belastet Asiens Börsen
Der Ausverkauf an der Wall Street erfasst auch die asiatischen Börsen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fällt ein Prozent. In Südkorea bricht der Kospi um fünf Prozent ein, was kurz nach Handelsbeginn zu einer vorübergehenden Aussetzung des Handels führte. Der japanische Leitindex Nikkei legt dagegen 0,1 Prozent auf 53.877,75 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notiert 0,5 Prozent höher bei 3671,57 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt 0,1 Prozent auf 4080,31 Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen bei 4668,00 Punkten stagniert.
"In Anlehnung an den US-Markt von gestern Abend sind einige hochpreisige Halbleiter- und KI-bezogene Werte gefallen, aber ihre Rückgänge sind nicht so groß wie am Donnerstag", sagt Maki Sawada, Stratege bei Nomura Securities. Händler begründen die Kursverluste mit der Sorge, dass neue KI-Modelle die Gewinne von Softwarefirmen schmälern könnten. Für zusätzliche Nervosität sorge der US-Konzern Amazon, dessen Aktien im nachbörslichen Handel um 11,5 Prozent abstürzten.
Trump startet Portal für günstigere Medikamente
US-Präsident Donald Trump hat den Start eines nach ihm benannten Internetportals verkündet, über das Amerikanerinnen und Amerikaner günstiger an Medikamente gelangen sollen. Die Regierungswebseite namens "TrumpRx" verkauft die Medikamente nicht selbst, stattdessen kann man dort nach verschreibungspflichtige Arzneien suchen. Sind sie auf der Webseite gelistet, bekommt man angezeigt, wie viel man beim Kauf angeblich sparen könnte. Um diesen Preis zu erhalten, kann man sich dann etwa einen Coupon herunterladen und diesen bei kooperierenden Apotheken einreichen. Alternativ verweist das Portal auf einen Direktkauf bei den Herstellern.
"Dutzende der am häufigsten genutzten verschreibungspflichtigen Medikamente werden für alle Verbraucher über eine neue Webseite zu drastischen Preisnachlässen erhältlich sein", sagte Trump zum Start des Portals. Zu diesem Zeitpunkt waren dort nach Angaben des Weißen Hauses 40 Produkte gelistet - darunter Abnehmspritzen. Ob und in welchem Umfang Amerikaner dadurch in ihrem Alltag tatsächlich Geld sparen werden, ist allerdings unklar. Die USA gelten bei vielen Medikamenten als einer der teuersten Märkte der Welt.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,2 Prozent auf 156,69 Yen und legt leicht auf 6,9398 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,7769 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1787 Dollar und zieht leicht auf 0,9158 Franken an.
Anleger ziehen bei Amazon die Reißleine
Das anhaltende Wachstum der Cloud-Sparte hat Amazon erneut Rückenwind gegeben. Gleichzeitig kündigte der Online-Händler eine Ausweitung seiner Investitionen an. Er wolle im laufenden Jahr etwa 200 Milliarden Dollar in den Bau neuer Rechenzentren sowie die Entwicklung von KI-Chips und Kommunikationssatelliten stecken, sagte Konzernchef Andy Jassy. Analysten hatten mit Ausgaben von knapp 145 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Geschäftszahlen des US-Konzerns fielen gemischt aus: Die Erlöse stiegen im abgelaufenen Quartal zwar überraschend deutlich um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar, und der operative Gewinn entsprach mit 25 Milliarden Dollar den Markterwartungen. Der Ausblick für das laufende Vierteljahr enttäuschte dagegen. Das Unternehmen peilt ein Betriebsergebnis von 16,5 bis 21,5 Milliarden Dollar an. Die Amazon-Aktie fiel daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um neun Prozent.
Angeschlagener Dax taumelt Richtung Wochenende
In dieser Handelswoche sticht bislang nur der Montag positiv heraus. Seitdem geht es für den Dax nur abwärts – so auch gestern. Der deutsche Börsenleitindex schloss 0,5 Prozent im Minus bei einem Stand von 24.491 Punkten. Damit deutet sich ein weiteres Wochenminus an. unter Abgabedruck standen gestern vor allem die Aktien des deutschen Rüstungs-Branchenprimus Rheinmetall. Auch an der Wall Street fielen die Kurse.
Wichtige Konjunkturdaten zeigen indes zum Wochenschluss, wie sich die deutsche Wirtschaft zuletzt geschlagen hat. Experten erwarten mit Blick auf die anstehenden Zahlen zur Produktion sowie zum deutschen Export im Dezember ein gemischtes Bild: So dürfte die Fertigung um 0,3 Prozent heruntergefahren worden sein. Zugleich erwarten Ökonomen, dass die Ausfuhren zum Jahresende um 1,0 Prozent zugelegt haben. Zuletzt hatte die Industrie mit dem größten Anstieg der Aufträge seit zwei Jahren positiv überrascht und die Hoffnung auf eine Trendwende nach langem Abschwung in dem Sektor genährt.
Unternehmensseitig rückt der Autosektor zum Wochenschluss in den Blick, denn beim weltgrößten Autobauer Toyota stehen die Zeichen trotz Rekordverkäufen auf Gewinnrückgang. Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass der operative Gewinn im abgelaufenen Quartal um zehn Prozent auf 1,09 Billionen Yen (6,95 Milliarden Dollar) gesunken ist. Dies wäre das dritte Quartal in Folge mit einem Gewinnrückgang. Zwar profitiert der japanische Konzern von der starken Nachfrage nach Hybridfahrzeugen und dem schwachen Yen, doch belasten steigende Kosten und US-Importzölle das Ergebnis.
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