Neuer DAX-Rekord, aber ohne Champagner
Der DAX hat zur Wochenmitte erstmals die 18.000er Marke hinter sich gelassen und mit 18.001 Punkten ein neues Allzeithoch markiert. Allerdings fehlten schnell die Anschlusskäufe, sodass sich der deutsche Börsenleitindex am Ende kaum verändert mit 17.961 Zählern aus dem Handel verabschiedet. "Die Chancen auf weiter steigende Kurse sind gut", so ein Marktteilnehmer. Der am Freitag anstehende "Große Hexensabbat" an den Terminbörsen mit dem Verfall der März-Futures und -Optionen dürfte wie so häufig den Trend verlängern.
"Der DAX hat kurz 'Hallo' gesagt, aber danach wurde kein Champagner geköpft", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Seine Kollegin Nancy Lanzendörfer sagt: "Es gilt aber weiterhin: Die Stimmung ist gut auf dem Parkett. Der DAX ist auf Rekordkurs, wie auch andere Indizes. Und: Es könnte weitergehen, aber nicht in diesem Tempo."
Bei den DAX-Einzelwerten stechen die Papiere von Zalando heraus, die mehr als 18 Prozent zulegen. "Der Ausblick liegt im Rahmen der Erwartungen, die ergänzenden Zahlen zum vergangenen Jahr auch", so ein Marktteilnehmer. Dabei sei das vierte Quartal operativ relativ gut verlaufen. Zalando will ab sofort eigene Aktien zurückkaufen, das Programm hat ein Volumen von bis zu 109,3 Millionen Euro und soll spätestens am 26. Juli enden.
Eon-Titel gewinnen nach Zahlen mehr als sechs Prozent. Eon habe sich für sein organisches Wachstum "aggressivere" Ziele gesetzt als am Markt erwartet, kommentiert JP Morgan (JPM). Das Management des Versorgers stehe eigentlich im Ruf, konservativ zu sein.
Notenbank-Chef rät: EZB sollte bald über Zinswende nachdenken
Trotz der Inflation bei Löhnen und Dienstleistungspreisen sollte die Europäische Zentralbank (EZB) aus Sicht des belgischen Notenbankchefs Pierre Wunsch schon bald mit einer ersten Zinssenkung liebäugeln. "Wir werden irgendwann eine Wette eingehen müssen", so das EZB-Ratsmitglied. Er habe lange dafür plädiert, dass die EZB abwarten solle, glaube aber nun, dass sie zügig handeln müsse. Die EZB sei an einem Punkt angelangt, an dem sie reagieren könne, wenn sich die Inflation in die richtige Richtung bewege. Einen genauen Zeitpunkt für eine Zinswende nennt Wunsch nicht.
"Wir werden deswegen nicht warten, bis wir eine Lohnentwicklung von drei Prozent sehen, bevor wir die Zinsen senken. Ich denke, wir werden es vorher tun, und deshalb sage ich, es ist wichtig, dass wir eine Wette eingehen", so Wunsch. Da sich die Dienstleistungsinflation und die Lohnentwicklung aber noch auf einem Niveau befänden, das letztlich nicht mit dem Ziel der EZB vereinbar sei, werde es aber "ein vorsichtiger Schritt bleiben". Die Entwicklung der Löhne gilt unter den Euro-Wächtern derzeit als einer der maßgeblichen Treiber der Inflationsentwicklung.
Die Inflation in der Eurozone sank im Februar auf 2,6 Prozent, aber das zugrunde liegende Preiswachstum blieb hartnäckig hoch: Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak stiegen im Jahresvergleich um 4,0 Prozent und die Preise für Dienstleistungen um 3,9 Prozent. Die Lohnkosten stiegen im dritten Quartal um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit das vierte Quartal in Folge um mehr als drei Prozent.
Angriffe auf russische Raffinerien - Ölpreise steigen
Ukrainische Angriffe auf Raffinerien in Russland treiben die Ölpreise in die Höhe. Die Nordsee-Sorte Brent und die leichte US-Sorte WTI verteuern sich um jeweils gut zwei Prozent auf 83,62 beziehungsweise 79,33 Dollar pro Barrel (159 Liter). Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat einem Insider zufolge drei russische Ölraffinerien in Rjasan, Kstowo und Kirischi in der Nacht zum Mittwoch angegriffen. Dies sei Teil der Strategie, das wirtschaftliche Potenzial Russlands zu verringern. "Dieser plötzliche, aber verständliche Anstieg beim Ölpreis wurde eindeutig durch die Angriffe ausgelöst", kommentiert Analyst Tamas Varga vom Ölmakler PVM.
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Schwierige Zeiten für Adidas-Aktie
Adidas-Papiere stehen unter Druck. Der Kurs gibt zeitweise etwa ein Prozent ab, fängt sich im Anschluss aber wieder. "Der Ausblick ist mau", so ein Marktteilnehmer. Der Abbau der Lagerbestände in den USA werde noch länger dauern, und auch außerhalb von Nordamerika stelle sich Adidas auf ein schwieriges Jahr ein.
Japans Notenbank vor Zinserhöhung
In Japan steht die jahrelange Negativ-Zinspolitik der Notenbank kurz vor dem Ende. "Es scheint genügend Faktoren zu geben, die eine geldpolitische Wende im März rechtfertigen", sagt ein Insider mit Blick auf den am Dienstag anstehenden Zinsentscheid. Letztlich liege es aber im "Ermessen" des Führungszirkels der Bank of Japan (BOJ), wie die Entscheidung ausfalle. Eine Zinswende am 19. März sei noch lange nicht beschlossene Sache, da einige Mitglieder des neunköpfigen Direktoriums über jüngste Schwächezeichen beim Konsum besorgt seien.
Die BOJ könne die Entscheidung laut Insidern auf April verschieben, wenn die Währungshüter der Ansicht sein sollten, dass sie weitere Daten zum Konjunkturverlauf benötigten. Die Verbraucherausgaben waren im Januar mit einem Minus von 6,3 Prozent so stark gesunken wie seit knapp drei Jahren nicht mehr.
Laut Zentralbank-Chef Kazuo Ueda ist das Ergebnis der diesjährigen Lohnrunden ein entscheidendes Kriterium auf dem Weg zur Zinswende. Den Insidern zufolge wird die Notenbank zunächst eine vorläufige Erhebung zum Ergebnis der Tarifverhandlungen sichten, die der Gewerkschaftsdachverband Rengo am Freitag veröffentlichen wird. Anhand dieses Berichts dürfte sie beurteilen, ob die Bedingungen für die Abkehr von der ultra-lockeren Linie schon erfüllt sind oder nicht.
VW-Aktie kommt unter die Räder
Gewinnmitnahmen und verhaltene Aussagen zur Performance im ersten Quartal drücken die Aktie von Volkswagen. Die Papiere des deutschen Autobauers rutschen um knapp vier Prozent ab. "Nach dem Run am Dienstag gibt es bei Volkswagen sicherlich zunächst auch Gewinnmitnahmen", kommentiert ein Händler. "Diese sind durch verhaltene Aussagen zum ersten Quartal und zu den E-Autos richtig losgetreten worden." Das Unternehmen rechnet trotz einer Vielzahl neuer Fahrzeuge in diesem Jahr nur mit einem mageren Absatzplus. Insgesamt dürften die Auslieferungen des Konzerns um drei Prozent zulegen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Wolfsburger Autobauers.
Durchschnaufen an der Wall Street
Die Anleger an der Wall Street legen zunächst eine Verschnaufpause ein. Der breiter gefasste S&P-500 tritt bei 5174 Punkten auf der Stelle, nachdem er am Dienstag ein Rekordhoch markiert hatte. Der Dow-Jones-Index notiert 0,1 Prozent höher bei 39.055 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt 0,2 Prozent auf 16.205 Punkte nach.
Die Investoren treten vor den am Donnerstag erwarteten Erzeugerpreisen auf die Bremse, die mehr Aufschluss über die Inflation in den USA liefern dürften. Überraschend gestiegene Verbraucherpreise hatten die Börsen zuletzt nicht aus dem Tritt gebracht, aber die Erwartungen an eine erste Zinssenkung der US-Notenbank Fed im Juni etwas gedämpft.
Bei den Unternehmen geht es für Dollar Tree steil bergab. Die Aktien fallen um zwölf Prozent. Der Discounter verbuchte im vergangenen Quartal einen Nettoverlust und will fast 1000 Filialen schließen. Die Dollar-Tree-Läden haben mit sinkenden Verbraucherausgaben zu kämpfen und stehen in hartem Wettbewerb mit Konkurrenten wie Walmart und der chinesischen E-Commerce-Plattform Temu.
Knackt "wieselflinker DAX" bald die 20.000-Punkte-Marke?
Der Deutsche Aktienindex knackt auf seinem Höhenflug die Rekordmarke von 18.000 Punkten. Mit 20.000 Punkten dürfte wohl auch bald das nächste Allzeithoch erreicht werden, meint Robert Halver. Der Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank warnt jedoch vor zu viel Euphorie am Wirtschaftsstandort Deutschland.
Renault und Volvo beginnen E-Kooperation
Der französische Nutzfahrzeughersteller Renault, der schwedische Anbieter Volvo und der Logistikkonzern CMA CGM arbeiten bei der nächsten Generation von elektrischen Transportern zusammen. Renault erwarte, dass das im Oktober geplante Joint Venture Anfang April in trockenen Tüchern sei, teilt eine Konzernsprecherin mit. Die beiden Fahrzeugbauer wollen in den kommenden drei Jahren jeweils 300 Millionen Euro in die Kooperation investieren und jeweils die Hälfte daran halten. CMA unterzeichnete eine Absichtserklärung, sich später ebenfalls an der Kooperation zu beteiligen und dazu 120 Millionen Euro zu investieren. Das Gemeinschaftsunternehmen soll am 3. April vorgestellt werden.
Turnaround-Story bei KlöCo
"Viele Unternehmen legen gute Zahlen für 2023 vor, aber einen mauen Ausblick", so ein Marktteilnehmer. Bei KlöCo sei es umgekehrt. "Hier können Marktteilnehmer nun auf einen Turnaround setzen", sagt er. Der Kurs zieht gut zwei Prozent an.
Trendumkehr - Porsche arbeitet daran
Porsche-AG-Aktien arbeiten an einer Trendumkehr, wie Christian Henke von IG Markets sagt. "In trockenen Tüchern" wäre sie mit einem Sprung über das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 90,47 Euro und den Widerstand bei 93,021 Euro.
Der Kurs gibt aktuell aber rund 2,5 Prozent nach: "Angesichts des zweistelligen Anstiegs vom Dienstag ist der Rücksetzer keine Überraschung", so ein Händler dazu.
Jetzt auf japanische Qualitätsaktien setzen?
Nicht nur in den USA und Europa sind die Börsen in Rekordlaune, sondern auch in Tokio. Warum das dort etwas Besonderes ist und wie man jetzt auf japanische Qualitätsaktien setzen kann, darüber spricht Raimund Brichta mit Patrick Kesselhut von der Société Générale.
Stromschlag bei EON-Aktien
EON-Aktien heben nach einem besser als erwartet ausgefallenen Ausblick ab. Die Titel legen zeitweise bis zu 6,9 Prozent zu und markieren den höchsten Stand seit knapp sechs Wochen. Damit steuern sie auf ihren besten Börsentag seit März 2022 zu. Die Prognosespanne des Energiekonzerns für das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) liege in der Mitte über den allgemeinen Markterwartungen, schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies.
Wie steht es um das Label "Made in Germany", Herr Blume?
Erstarkte Konkurrenz, schwächelnder E-Autoabsatz - Volkswagen geht auch in diesem Jahr von erschwerten Bedingungen vor allem auf dem chinesischen Markt aus. Konzern-Chef Blume gibt sich im ntv-Interview dennoch optimistisch und kündigt an, für das Label "Made in Germany" künftig noch stärker eintreten zu wollen.
"Flughäfen gehören zur kritischen Infrastruktur"
Der erneute Streik im Tarifkonflikt des Luftsicherheitspersonals am Donnerstag trifft nach Schätzung des Flughafenverbandes ADV rund 90.000 Fluggäste. Wegen des ganztägigen Arbeitskampfs an fünf Flughäfen fielen mehr als 580 Flüge aus, teilt der ADV mit. Reisende müssen umdisponieren. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel wirft der Gewerkschaft Verdi vor, jedes Maß verloren zu haben und dem Wirtschaftsstandort Deutschland zu schaden. "Flughäfen gehören zur kritischen Infrastruktur und müssen vor Streikeskalationen geschützt werden", fordert Beisel. Mindestwarnzeiten und verbindliche Schlichtungsverfahren müssten gesetzlich geregelt werden.
Die Airports - dieses Mal sind die Flughäfen Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln/Bonn und Karlsruhe/Baden-Baden betroffen - sind selbst nicht die Tarifpartner. Die Arbeitgeber des privaten Sicherheitspersonals werden vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) vertreten. In fünf Runden gelang keine Einigung über mehr Geld für die rund 25.000 Beschäftigten. Am 20. März soll weiter verhandelt werden.
Immobilienkonzern will keine Dividende zahlen
Die Aktionäre der Immobilienfirma Grand City Properties müssen wohl auf eine Dividende für 2023 verzichten. Grund sei eine weiter erhöhte Unsicherheit an den Märkten, teilt das im SDAX notierte Unternehmen mit. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, der für den 26. Juni 2024 anberaumten Jahreshauptversammlung der Gesellschaft keine Dividendenausschüttung für 2023 zu empfehlen. Der Wohnungskonzern wolle angesichts der Marktunsicherheit konservativ vorgehen und sich weiter auf den Schuldenabbau konzentrieren.
VW-Chef Blume bekommt fast zehn Millionen – Vorgänger Diess aber mehr
Volkswagen-Chef Oliver Blume ist in seinem ersten vollen Jahr an der Spitze des Wolfsburger Autobauers in die Spitzengruppe der bestbezahlten DAX-Vorstandschefs aufgerückt. Seine Vergütung einschließlich der Beiträge zur Altersvorsorge belief sich 2023 auf 9,71 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Im Jahr davor, in dem er im September zum Vorstandschef anstelle von Herbert Diess befördert wurde, waren es 7,39 Millionen Euro.
Diess verdiente trotz seines Abschieds im Sommer 2022 mehr als Blume, weil er sein Vorstandsgehalt wie bei Volkswagen üblich angesichts des bis Oktober 2025 laufenden Vertrages noch für zwei Jahre ausbezahlt bekommt: 12,81 Millionen Euro standen für ihn im vergangenen Jahr zu Buche, knapp eine Million mehr als in seinem letzten aktiven Jahr. Das lag unter anderem daran, dass bei ihm gut vier Millionen Euro Langfrist-Boni aus dem Jahren 2020 bis 2022 fällig wurden.
Weil Blume weiterhin die börsennotierte Sportwagen-Tochter Porsche AG führt, teilen sich beide Unternehmen sein Gehalt zu gleichen Teilen. Aufgebessert wurde seine Vergütung durch einen Bonus für den erfolgreichen Börsengang von Porsche. Als erste von drei gleich großen Aktientranchen wurden 637.000 Euro fällig.
Geberit rechnet mit rückläufiger Baukonjunktur
Geberit hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger verdient. Der Gewinn sank 2023 um 12,6 Prozent auf 617 Millionen Franken, wie der Schweizer Sanitärtechnikkonzern mitteilt. Geberit führte dies auf einen positiven steuerlichen Einmaleffekt im Vorjahr und ein schwächeres Finanzergebnis zurück. Die Aktionäre sollen dennoch eine um 0,8 Prozent erhöhte Dividende von 12,70 Franken erhalten. Die operative Gewinnmarge (Ebitda) betrug 29,9 Prozent. Geberit erfüllte damit seine eigene Vorgabe. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern eine rückläufige Bauindustrie, gibt aber keinen konkreten Ausblick. Trotz der negativen Prognosen dürften die erwarteten Zinssenkungen im Laufe des Jahres und der strukturelle Trend zu höherwertigen Sanitärstandards die Nachfrage positiv stimulieren, so Geberit. Die Verkaufserlöse waren 2023 infolge der rückläufigen Baukonjunktur um 9,1 Prozent auf 3,1 Milliarden Franken gesunken.
Nvidia-Kurs legt weiter zu
Während Oracle-Titel sich nach den Dienstagsgewinnen vorbörslich kaum verändert zeigen, geht es für die Papiere von Nvidia weiter nach oben. Nach dem Aufschlag von fast acht Prozent am Dienstag notieren sie aktuell um ein weiteres Prozent fester.
Trendkanal steht DAX-Bullen im Weg
Nach dem kurzen Touchieren der 18.000er Marke tendiert der DAX wieder nahezu unverändert. "Nun gilt es, diese psychologische Kursregion auf Schlusskursbasis hinter sich zu lassen", so Christian Henke von IG Markets. Zunächst könnte der Kampf um die Marke aber ähnlich zäh verlaufen wie das Ringen um die 17.000er Schwelle zwischen Mitte Januar und Mitte Februar, meint er.
In den Mußler-Briefen heißt es, der Trendkanal biete aktuell Luft bis 18.030, und "der Kanal steht den Bullen im Weg". Sollte der DAX in der Range zwischen 17.879 und 18.030 bleiben, gehe die Aufwärtsdynamik schon wieder verloren.
"Die 18.000 ist gefallen, aber …"
Der DAX notiert im Mittagsgeschäft kaum verändert bei Kursen um 17.980 Punkte. Das Highlight konnte der deutsche Börsenleitindex bereits am Morgen setzen, als er erstmals die 18.000er Marke überwunden und mit 18.001,42 Zählern ein neues Allzeithoch markiert hatte.
"Die 18.000 ist gefallen, aber von Euphorie ist auf dem Parkett nichts zu spüren", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Aktuell fallen die 1000er Schwellen zwar immer schneller, heute sucht der DAX aber seine Richtung", erläutert er. "Er hat kurz 'Hallo' gesagt, aber danach wurde kein Champagner geköpft."
Musk will offenbar Tesla-Werk in Grünheide besuchen
Das Tesla-Werk in Grünheide leidet unter Produktionsausfällen, Widerstand gegen dessen Erweiterung und zuletzt einem Brandanschlag. Berichten zufolge besucht Tesla-Chef Musk deswegen seinen europäischen Standort und trifft vermutlich auf Brandenburgs Ministerpräsident Woidke und Wirtschaftsminister Steinbach.
Zinserwartung rückt in den Fokus
Nach den deutlichen Vortagesgewinnen zeichnet sich zur Wochenmitte eine wenig veränderte Eröffnung an der Wall Street ab. Die überzeugenden Oracle-Zahlen, vor allem der Hinweis auf eine "enorme" KI-Nachfrage, hatten die höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten in den Hintergrund treten lassen. Doch nun verstärkt sich die Gewissheit, dass die Zinsen in den USA noch länger auf dem aktuell hohen Niveau bleiben könnten, als vom Markt bislang angenommen. Die US-Notenbank dürfte keine Eile haben, eine Zinssenkung zu beschließen, auch wenn der Markt weiterhin von einer ersten Senkung im Juni ausgeht.
Der Future auf den S&P-500 zeigt sich aktuell wenig verändert. Wichtige US-Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda.
KlöCo halbiert Dividende
Die maue Konjunktur und gesunkene Stahlpreise haben beim Stahlhändler Klöckner & Co 2023 für Rückgänge bei Umsatz und operativem Ergebnis gesorgt. Unter dem Strich schrieb der Konzern sogar einen Verlust. Im laufenden Jahr erwartet Vorstandschef Guido Kerkhoff aber eine Besserung.
KlöCo habe 2023 ein operatives Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten von 190 Millionen Euro nach 355 Millionen Euro im Vorjahr erzielt, teilt der Konzern mit. Vergleichsweise niedrige Stahlpreise sorgten für einen Rückgang des Umsatzes auf 7,0 Milliarden Euro von 8,3 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Wegen Wertberichtigungen aus dem Verkauf von vier Landesgesellschaften in Europa fiel ein Nettoverlust von rund 190 Millionen Euro an. KlöCo will sich durch die Verkäufe auf lukrativere Geschäfte in Nordamerika sowie Deutschland, Österreich und der Schweiz konzentrieren. Die Aktionäre sollen für 2023 eine nur noch halb so hohe Dividende von 0,20 (0,40) Euro je Aktie erhalten.
Euroraum-Industrie zeichnet düsteres Bild
Die Industrie in der Eurozone hat ihre Produktion zu Jahresbeginn stärker zurückgefahren als von Ökonomen erwartet. Die Fertigung sank im Januar im Vergleich zum Vormonat um 3,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet, nach abwärts revidiert plus 1,6 Prozent im Dezember. Zunächst war ein Zuwachs von 2,6 Prozent gemeldet worden.
Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist vor dem Jahreswechsel einer Rezession nur knapp entgangen und lahmt vorerst wohl weiter. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorquartal. Im Sommer war die Wirtschaft geschrumpft - und zwar um 0,1 Prozent. Bei zwei Quartalen in Folge mit negativem Vorzeichen bei der BIP-Zahl sprechen Volkswirte von einer technischen Rezession. Auch wenn diese knapp vermieden wurde, sind die Aussichten weiterhin nicht rosig: Die Wirtschaft dürfte laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf kurze Sicht weiter gedämpft bleiben. (
EON plant Rekordinvestitionen
EON will nach Zuwächsen im vergangenen Jahr seine Investitionen kräftig ausweiten. Von 2024 bis 2028 plane der Konzern europaweit Investitionen von 42 Milliarden Euro, teilt das DAX-Unternehmen mit. Die bisherigen Pläne sahen für 2023 bis 2027 Ausgaben von 33 Milliarden Euro vor. Von der Rekordsumme solle ein Großteil in den Ausbau, die Modernisierung und die Digitalisierung der Netze fließen. Das Netzgeschäft war im vergangenen Jahr der größte Gewinnbringer. Insgesamt steigerte der Energiekonzern wie bereits gemeldet sein bereinigtes operatives Ergebnis (EBITDA) um 16 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro.
Für 2024 legte EON die Zielmarke tiefer auf 8,8 bis 9,0 Milliarden Euro. Der Konzern verwies auf gestiegene Großhandelspreise, höhere Zinsen, die Inflation und Einmaleffekte als Gründe für den erwarteten Ergebnisrückgang. Bis 2028 soll das Ergebnis aber über elf Milliarden Euro klettern.
Sandoz schütte 24 Prozent des Gewinns aus
Sandoz hat sein erstes Geschäftsjahr als selbstständiges Unternehmen mit einem um Sonderfaktoren bereinigten Nettogewinn von 953 Millionen Dollar abgeschlossen. An die Aktionäre soll eine Dividende von 0,45 Franken je Aktie ausgezahlt werden, teilt der im vergangenen Oktober vom Pharmariesen Novartis abgespaltene Schweizer Generika- und Biosimilarhersteller mit. Das entspricht 24 Prozent Ausschüttungsquote und liegt etwa in der Mitte dessen, was Sandoz in Aussicht gestellt hatte: 20 bis 30 Prozent des bereinigten Gewinns. Mittelfristig sollen es bis zu 40 Prozent Ausschüttungsquote sein.
Der Umsatz stieg vergangenes Jahr währungsbereinigt um sieben Prozent auf 9,64 Milliarden Dollar und die bereinigte operative Gewinnmarge betrug 18,1 Prozent. Sandoz erfüllt damit die Erwartungen beim Umsatz, verfehlte sie aber bei der Rentabilität.
Bitcoin setzt den nächsten Rekordsatz
Der Bitcoin steigt erneut auf ein Rekordhoch. Die umsatzstärkste Kryptowährung klettert um bis zu drei Prozent auf 73.520 Dollar und ist damit so teuer wie nie. Die anhaltenden Zinssenkungsfantasien der Investoren spielen riskanten und zinslosen Anlagen wie Bitcoin momentan in die Karten.
Agrar-Erzeugerpreise im Sinkflug
Der Rückgang der Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte hat sich zu Jahresbeginn fortgesetzt. Diese fielen im Januar um durchschnittlich 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt bekanntgibt. Im Dezember waren die Preise mit 9,9 Prozent noch deutlicher gefallen, im November sogar um 10,9 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat stiegen sie im Januar, und zwar um 0,9 Prozent.
Die Entwicklung auf Herstellerebene kommt meist verzögert auch bei den Verbrauchern an. Die Entwicklung signalisiert daher, dass sich der lange Zeit überdurchschnittliche Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln weiter abschwächen könnte. Für sie mussten Verbraucher im Februar im Schnitt nur noch 0,9 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, während die Inflationsrate insgesamt bei 2,5 Prozent lag.
"Von Rekord zu Rekord …"
Nicht nur hierzulande klettern die Kurse. Auch an der Wall Street meldet der S&P-500 ein neues Allzeithoch. ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte erklärt die Hintergründe.
"2024 wird Jahr der Zinsentscheide werden"
Der DAX überspringt die 18.000
In Erwartung bald sinkender Zinsen hat der DAX kurz nach Handelsbeginn am Morgen die Rekordmarke von 18.000 Punkten geknackt. Der deutsche Leitindex kletterte in der Spitze um 0,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 18.001,42 Zählern. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten zuletzt signalisiert, dass sie den geldpolitischen Kurswechsel in den kommenden Monaten auf dem Radar haben.
Auch die gestern überraschend gestiegenen US-Inflationsdaten konnten die Kauflaune der Investoren nicht trüben. Die Anleger fokussierten sich nun mehr für die übergeordnete Aussicht auf Zinssenkungen, das Tempo sei dabei nicht gänzlich ausschlaggebend, sagte CMC-Marktanalyst Jochen Stanzl. "Wie die Fed hat auch der Aktienmarkt den Luxus, nicht mehr auf schnelle Zinssenkungen der Fed angewiesen zu sein, weil das Gewinnwachstum und Trendthemen wie Künstliche Intelligenz für Fantasie in den Kursen sorgen."
Eon fährt Investitionen in die Energiewende hoch
Eon will in den nächsten Jahren deutlich mehr investieren als bislang geplant. Von 2024 bis 2028 will der Konzern europaweit 42 Milliarden Euro in die Energiewende investieren, wie das Unternehmen berichtete. Die bisherige Fünfjahresplanung sah für den Zeitraum 2023 bis 2027 rund 33 Milliarden Euro vor. Man wolle in ein sicheres, wettbewerbsfähiges und nachhaltiges Energiesystem investieren, hieß es. Von den 42 Milliarden Euro sollen 34 in das Netzgeschäft fließen. Davon wiederum will Eon mehr als 25 Milliarden Euro in Deutschland investieren.
Eon bestätigte die Anfang Februar vorgelegten Eckdaten für das Geschäftsjahr 2023. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg demnach im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Der bereinigte Jahresüberschuss legte um 12 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zu. Die Aktionäre sollen je Aktie 0,53 Euro Dividende (2022: 0,51 Euro) erhalten.
Im laufenden Jahr rechnet Eon mit einem bereinigten Konzern-Ebitda von 8,8 bis 9,0 Milliarden Euro. Bis 2028 solle das bereinigte Konzernergebnis auf über 11 Milliarden Euro ansteigen, kündigte der Energieriese an.
Tesla-Produktion in Grünheide läuft wieder
Das Tesla-Werk in Grünheide hat die Produktion nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung wieder aufgenommen. "Die Maschinen wurden kontrolliert und sicher hochgefahren, so dass die Frühschicht wieder an den Start gehen kann", sagte die Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz im RBB.
Derweil wird Konzernchef Elon Musk einem Medienbericht zufolge in Brandenburg erwartet. Er werde das Werk besuchen und vermutlich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sowie Wirtschaftsminister Jörg Steinbach treffen.
Die Fabrik des US-Autobauers ist seit Montagabend wieder am Netz. Ein Brand an einem Hochspannungsmast in der Nähe der Tesla-Fabrik in Brandenburg hatte in der vergangenen Woche die Stromzufuhr für das Werk und zahlreiche Haushalte unterbrochen.
Ölpreise steigen leicht - USA pumpen gegen Opec an
Die Ölpreise steigen leicht.
Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete im frühen Handel 82,54 US-Dollar. Das waren 62 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur April-Lieferung stieg um 63 Cent auf 78,19 Dollar.
Auftrieb erhalten die Erdölpreise durch neue Lagerdaten aus den USA. Der Verband American Petroleum Institute (API) gab am Dienstagabend einen deutlichen Rückgang der amerikanischen Rohölreserven bekannt. An diesem Mittwoch folgen die wöchentlichen Regierungsdaten. Sollten die Zahlen in dieselbe Richtung deuten, wäre es der erste Rücksetzer der Lagerbestände seit mehreren Wochen.
Die hohen Erdölvorräte der USA sind nicht zuletzt Folge einer hohen Ölförderung. Die USA zählen zu den Ländern, die ein Gegengewicht zu dem Förderverbund Opec+ darstellen. Während der von Saudi-Arabien und Russland angeführte Verbund seine Produktion knapp hält, fördern andere Länder wie die Vereinigten Staaten oder Kanada zurzeit besonders viel Rohöl.
Volkswagen verdient gut zwei Milliarden Euro mehr
Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr auch unter dem Strich mehr Gewinn gemacht und dabei von Verbesserungen im Tagesgeschäft profitiert.
Das Ergebnis nach Steuern zog von 15,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf 17,9 Milliarden Euro an, wie der DAX-Konzern mitteilte. Das ist ein Plus von rund 13 Prozent. Europas größter Autokonzern hatte bereits Anfang März den Großteil seiner Zahlen vorgelegt. Der Umsatz war dank um 12 Prozent gestiegener Auslieferungen mit einer Rate von 15,5 Prozent auf 322,3 Milliarden Euro geklettert. Das operative Ergebnis stieg hingegen unter anderem wegen Kosten für die Rohstoffabsicherung nur um gut zwei Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Der Konzern hatte auch bereits einen Vorschlag für eine auf 9,06 Euro je Vorzugsaktie erhöhte Dividende gemacht.
Die Gruppe mit den Kernmarken VW, Skoda, Seat und VW Nutzfahrzeuge (VWN) steigerte ihre Umsatzrendite von 3,6 Prozent auf 5,3 Prozent, was vor allem dem Umsatzanstieg zu verdanken sei, hieß es. Das Geschäft mit den Massenmarken ist nicht so profitabel, wie es Konzernchef Oliver Blume gern hätte, daher läuft in dem Bereich ein milliardenschweres Sparprogramm mit Stellenabbau.
Bei der Markengruppe um Audi hingegen hätte sich hingegen 2023 nur ohne Kosten für die Rohstoffabsicherung eine bessere Marge ergeben. Die Softwaresparte Cariad vergrößerte ihren operativen Verlust auf 2,4 Milliarden Euro. Die Finanzdienstleistungen schnitten schwächer ab als in den Rekordjahren zuvor.
Streikwelle vermiest Börsianern Freude an Fraport-Zahlen
Von guten Zahlen spricht ein Marktteilnehmer mit Blick auf Fraport. Sowohl die Passagierzahlen als auch das Frachtaufkommen haben im Februar deutlich zugelegt, das Frachtaufkommen um 4,7 Prozent und die Passagierzahl in Frankfurt um 12,9 Prozent. "Andererseits belastet die Streikwelle die Stimmung, und eine Entspannung ist hier nicht in Sicht", so ein Marktteilnehmer.
Adidas schüttet trotz Verlust Dividende aus
Adidas will für das abgelaufene Jahr trotz roter Zahlen eine stabile Dividende zahlen. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern rutschte im "Übergangsjahr" 2023 nach der Trennung vom umstrittenen US-Rapper Kanye West ("Ye") mit 58 Millionen Euro in die Verlustzone, wie das Unternehmen mitteilte. 2022 standen noch 254 Millionen Euro Gewinn zu Buche.
Die Dividende soll bei 70 Cent je Aktie konstant bleiben. Darin spiegelten sich der unerwartete operative Gewinn, die robusten Finanzen und die Zuversicht für das laufende Jahr wider, erklärte Adidas. Weil der Abverkauf der Restbestände der von Ye designten "Yeezy"-Sneaker besser lief als erwartet, ergab sich ein Betriebsgewinn von 268 Millionen Euro, wie Adidas bereits Ende Januar berichtet hatte.
Stahlhändler KlöCo halbiert die Dividende
Die maue Konjunktur und gesunkene Stahlpreise haben beim Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co 2023 für Rückgänge bei Umsatz und operativem Ergebnis gesorgt. Unter dem Strich schrieb der Konzern sogar einen Verlust. Im laufenden Jahr erwartet Vorstandschef Guido Kerkhoff aber eine Besserung.
KlöCo habe 2023 ein operatives Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten von 190 (Vorjahr: 355) Millionen Euro erzielt, teilte der Konzern mit. Vergleichsweise niedrige Stahlpreise sorgten für einen Rückgang des Umsatzes auf 7,0 (8,3) Milliarden Euro. Wegen Wertberichtigungen aus dem Verkauf von vier Landesgesellschaften in Europa fiel ein Nettoverlust von rund 190 Millionen Euro an. KlöCo will sich durch die Verkäufe auf lukrativere Geschäfte in Nordamerika sowie Deutschland, Österreich und der Schweiz konzentrieren. Die Aktionäre sollen für 2023 eine nur noch halb so hohe Dividende von 0,20 (0,40) Euro je Aktie erhalten.
Im laufenden Jahr rechnet KlöCo mit einer deutlich höheren Nachfrage aus Nordamerika und Europa. Entsprechend prognostiziert das Unternehmen einen deutlich steigenden Absatz und Umsatz.
Ist der Weg für den DAX über die 18.000er Marke frei?
Die 18.000er Marke ist das erste große Ziel für den DAX heute. Vorbörslich sieht es nach einer gut behaupteten Eröffnung aus, der DAX wird am frühen Morgen 0,1 Prozent im Plus erwartet bei 17.980 Punkten. "Die Chancen auf weiter steigende Kurse sind gut", so ein Marktteilnehmer.
Der Verfall wirke häufig trendverlängernd und sollte somit den DAX weiter nach oben treiben. Zudem will der Markt solche runden Marken bei einem Anlaufen auch sehen: "Das Erreichen der 18.000 Punkte dürfte jetzt nur noch reine Formsache sein", so Konstantin Oldenburger von CMC Markets.
Störfeuer ist nicht in Sicht: Die Vorlagen von den US-Börsen sind günstig, die asiatischen Börsen tendieren in engen Grenzen uneinheitlich, der Euro stabilisiert sich nach dem jüngsten Rücksetzer schon wieder, und auch der Rententerminmarkt zeigt sich am Morgen in einer stabilen Verfassung.
Zalando spart sich reich
Dank eines Sparkurses hat Zalando den Gewinn trotz eines schwächelnden Absatzes fast verdoppelt. Außerdem stellte Europas größter Online-Modehändler bei der Bilanzvorlage eine Rückkehr auf den Wachstumspfad in Aussicht.
Im abgelaufenen Jahr schrumpften die Konzernerlöse den Angaben zufolge um 1,9 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro und der Umsatz der über die Plattform gehandelten Waren (GMV) um 1,1 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verdoppelte sich dagegen nahezu auf 350 Millionen Euro. Für 2024 stellte das Unternehmen bei Konzernumsatz und GMV ein Plus von bis zu fünf Prozent in Aussicht. Der Betriebsgewinn werde voraussichtlich bei 380 bis 450 Millionen Euro liegen. Bis 2028 peilt Zalando ein jährliches Wachstum von fünf bis zehn Prozent an und will die operative Gewinnmarge bis dahin auf sechs bis acht Prozent von zuletzt 3,5 Prozent in etwa verdoppeln.
Frankreichs Notenbank kürzt Wirtschaftsprognose
Frankreichs Wirtschaftswachstum ist zwar nicht so "peinlich" (Lindner) oder "dramatisch schlecht" (Habeck) wie das deutsche, allerdings läuft es auch bei unseren Nachbarn schlechter als erhofft.
Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung der Notenbank 2024 etwas weniger stark wachsen als bislang erwartet. Sie gab nun eine Wachstumsprognose von 0,8 Prozent bekannt nach 0,9 Prozent im Dezember. Auch die Regierung hatte vergangenen Monat ihre Prognose für dieses Jahr auf ein Prozent von 1,4 Prozent verringert und Haushaltskürzungen in Höhe von zehn Milliarden Euro angekündigt. Allerdings machte die Zentralbank für 2025 Hoffnung: Das Wirtschaftswachstum werde bei 1,5 Prozent liegen statt wie bislang vorhergesagt 1,3 Prozent. Für die Inflation sagt die Notenbank in diesem Jahr im Durchschnitt 2,4 Prozent voraus.
Toyota setzt Signal mit Lohnerhöhungen - Japans Börse reagiert
Die Märkte in Asien setzen ihre Verlustserie fort. Der japanische Aktienindex Nikkei gab den dritten Tag in Folge nach.
Die Marktteilnehmer zeigten sich im Vorfeld der Sitzung der Bank of Japan (BoJ) zurückhaltend: Viele erwarten, dass die japanische Notenbank die kurzfristigen Zinsen entweder in der kommenden Woche oder im April aus dem negativen Bereich anheben wird. Im Mittelpunkt stehen dabei die in dieser Woche stattfindenden Frühjahrslohnverhandlungen, da Lohnerhöhungen als Anreiz für eine Abkehr von den Negativzinsen gesehen werden. Medienberichten zufolge hat sich der weltgrößte Autohersteller Toyota bereits bereit erklärt, hohe Lohnforderungen der Beschäftigten zu akzeptieren. "Sollte sich bestätigen, dass die Lohnerhöhungen höher ausfallen als im vergangenen Jahr, wird sich die Ansicht durchsetzen, dass die BoJ auf ihrer Sitzung im März die Negativzinsen aufgeben wird", sagte Maki Sawada von Nomura Securities. In diesem Fall dürfte die Aufwertung des Yen gegenüber anderen Währungen die Aktienkurse belasten.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 0,3 Prozent tiefer bei 38.674 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 0,3 Prozent auf 2649 Punkte nach. Toyota verloren rund ein Prozent.
Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 0,6 Prozent.
Überspringt der DAX die 18.000? Der Tag wird jedenfalls interessant
Der überraschende Anstieg der US-Inflation hat Anleger an den Börsen nicht allzu sehr beunruhigt. Der DAX und der EUROSTOXX50 bauten kurz nach der Veröffentlichung am Dienstagnachmittag ihre frühen Gewinne zwar zeitweise wieder ab und lagen nahe der Null-Marke. Sie legten allerdings schnell wieder zu. Der deutsche Leitindex kletterte zeitweise um bis zu 1,3 Prozent auf 17.973,22 Punkte und lag damit so hoch wie nie. Zum Handelsschluss notierte er 1,2 Prozent fester bei 17.965 Zählern. Sein europäisches Pendant gewann 1,1 Prozent auf 4983 Stellen.
Wann schafft der DAX die 18.000-Punkte-Marke? Vielleicht heute, denn den Börsianern steht wieder ein interessanter Tag bevor. Volkswagen hat nämlich etwas mitzuteilen. Anleger erhoffen sich dabei weitere Details zu dem milliardenschweren Sparprogramm, das Konzernchef Oliver Blume seinem Unternehmen verordnet hat. Seine Zahlen selbst hat VW bereits vor knapp zwei Wochen vor knapp zwei Wochen vorgelegt.
Zudem legt der Energiekonzern Eon seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2023 vor. Da der DAX-Konzern bereits vorab einige Zahlen veröffentlicht hat, werden sich die Blicke vor allem auf die Prognose für 2024 und darüber hinaus richten. Größter Gewinnbringer ist seit Jahren das Netzgeschäft. Insgesamt konnte das Unternehmen 2023 ein bereinigtes EBITDA von 9,4 Milliarden Euro einfahren und damit die eigene Prognose übertreffen.
Nachdem Europas größter Online-Modehändler Zalando dem Abstieg aus der ersten deutschen Börsenliga entgangen ist, hoffen Anleger auf ermutigende Geschäftszahlen. Finanzchefin Sandra Dembeck hatte Ende vergangenen Jahres eine Rückkehr auf den Wachstumspfad in Aussicht gestellt. Na, lassen wir uns überraschen.
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