Dax wieder unter 24.000 Punkten
Der deutsche Aktienmarkt schließt mit Verlusten. Der Dax verliert 0,3 Prozent auf 23.955 Punkte. Der Anstieg des Ölpreises drückte auf das Sentiment. Brent zog bis Börsenschluss um 5,8 Prozent auf 117,76 Dollar das Fass an und lag damit nur noch knapp unter dem seit Ausbruch des Iran-Kriegs erreichten Hochs bei rund 120 Dollar. Marktteilnehmer sahen den Anstieg im Zusammenhang mit einem Hinweis von US-Präsident Donald Trump an Verbündete, dass man sich auf eine verlängerte Blockade Irans vorbereite. Der Präsident bevorzuge zwar entschiedene Siege, aber keine der verfügbaren Optionen biete ihm einen schnellen Ausstieg aus dem Konflikt.
Daneben warteten Anleger auf die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen verschiedener Zentralbanken. Am Abend stand zunächst die Zinsentscheidung der US-Notenbank an, am Donnerstag folgen dann die Bank of England (BoE) sowie die EZB, wobei insgesamt im Umfeld gestiegener Inflationsdaten und sich abschwächendem Wirtschaftswachstum mit keinen Zinsänderungen gerechnet wird. Getrieben durch hohe Energiepreise sind derweil die deutschen Verbraucherpreise im April auf Jahressicht um 2,9 Prozent gestiegen.
Akzente setzte eine Flut an Quartalszahlen der Unternehmen. Im Dax ging es für Adidas um 8,4 Prozent nach oben. Der Sportartikelanbieter hat im ersten Quartal trotz eines herausfordernden Konsumumfelds zweistellige Prozentwachstumsraten bei Umsatz und Gewinn erreicht und dabei die viel beachtete Marge für den operativen Gewinn verbessert. Scout24 legten um 6,7 Prozent zu. Das Digitalunternehmen habe ein solides Ergebnis für das erste Quartal vorgelegt, meinten die Analysten von Metzler. Die Analysten hoben zudem das beschleunigte Aktienrückkaufprogramm als positiven Faktor hervor.
Airbus hat im ersten Quartal 2026 weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern konnte wegen fehlender Triebwerke außerdem weniger Flugzeuge ausliefern, was aus Marktsicht allerdings keine große Überraschung darstellte. Dagegen lief es in der Rüstungssparte gut und Airbus bestätigte außerdem die Jahresprognose. Der Markt quittierte das mit einem Plus von 5,1 Prozent.
Als durchwachsen wurden die Geschäftszahlen von Mercedes-Benz gesehen. Das China-Geschäft laufe noch schlechter als erwartet. Überraschend hoch sei dagegen die Profitabilität. Mut mache auch der bestätigte Jahresausblick, hieß es im Handel. Der Kurs gab um 0,6 Prozent nach. Traton (+1,3%) sei schwach in das Jahr 2026 gestartet, urteilte MWB mit Blick auf das erste Quartal. Umsatz und Absatz seien von einem bereits niedrigen Niveau weiter zurückgegangen. Der Auftragseingang liefere den Hauptlichtblick.
Symrise zogen um 3,1 Prozent an. Der Aromenhersteller hat zum Auftakt des laufenden Geschäftsjahres nach teils hohen Vorjahreswerten wie erwartet Umsatz verloren, allerdings weniger deutlich als prognostiziert. Symrise bestätigte außerdem die Jahresprognose.
Deutsche Bank verloren 1,8 Prozent, und das trotz eines Gewinnanstiegs im Auftaktquartal. Die Bank übertraf trotz einer deutlich erhöhten Risikovorsorge die Erwartungen der Analysten. Die Analysten der UBS sprachen aber von einem schwachen Ergebnismix und bemängelten die Kernkapitalquote als schwach. Nach Zahlen der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, DWS, ging es für das Papier um 2,1 Prozent nach oben.
Der Schmierstoffhersteller Fuchs ist auf der Ertragsseite überraschend stark ins Jahr gestartet. Das wurde mit einem Plus von 10,2 Prozent honoriert. Mit einem Kursplus von 9,9 Prozent reagierten Thyssenkrupp auf die Übernahme von TK Elevator durch den Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller Kone. In der Transaktion wird TK Elevator mit 29,4 Milliarden Euro bewertet. Thyssenkrupp hält 16,5 Prozent an TK Elevator, der Verkauf spült also Geld in die Kasse der Düsseldorfer.
Börsenmonat Mai häufig besser als sein Ruf
Börsianer lieben einfache Börsenweisheiten – nur straft diese die Realität manchmal Lügen. Der Spruch „Sell in May and go away“ entstand im Londoner Finanzviertel des 18. Jahrhunderts, taugt aber heute kaum noch zur Orientierung und ist oft ganz einfach falsch. Denn der Börsenmonat Mai läuft ganz im Gegenteil oft gar nicht so schlecht.
Schaut man dagegen auf einen längeren Zeitraum über den Sommer hinweg, macht der Spruch statistisch gesehen schon wieder mehr Sinn. Wie sich Anleger auf einen schwachen Sommer an der Börse einstellen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Julius Weiß von der HSBC.
BMW investiert massiv in KI-Startups
BMW stellt weitere 300 Millionen Dollar für Investitionen in KI-Startups bereit. Mit dem Geld für den dritten Fonds investiere BMW iVentures in junge Unternehmen in Nordamerika und Europa, teilte die Investmenttochter selbst mit. Der Fokus liege auf Künstlicher Intelligenz (KI) in allen Bereichen, sowohl im Entwicklungs- und Produktionsprozess als auch im Produkt, sagte Kasper Sage, einer der Geschäftsführer bei BMW iVentures. Konkrete Firmen habe das Unternehmen derzeit noch nicht im Blick. Der jetzt aufgelegte dritte Fonds schließe sich an den zweiten Fonds von 2021 an, so dass die Investitionen nahtlos fortgeführt werden könnten.
Neben KI bleibt nach Unternehmensangaben auch die Kreislaufwirtschaft ein wichtiges Investitionsfeld. "Zirkularität bedeutet nicht nur Emissionsreduktion, sondern auch Versorgungssicherheit und eine geringere Abhängigkeit von angespannten Lieferketten", sagte Co-Geschäftsführer Marcus Behrendt.
Dax fällt auf Tagestief
Der Dax baut am Nachmittag die Verluste aus und liegt nun 0,6 Prozent auf 23.895 Punkte hinten, bei 23.880 wurde ein neues Tagestief markiert. Nachdem der Dax die 200-Tage-Linie zunehmend hinter sich gelassen hat, rückt nun die 50-Tage-Linie bei laut HSBC 23.894 Punkten in den Vordergrund. Belastend wirken die Abgaben an Wall Street im frühen Geschäft.
Wall Street vor Fed-Entscheid leicht im Minus
Anleger gehen am US-Aktienmarkt nicht ins Risiko - die Kurse geben leicht nach. Dabei gerät der Iran-Krieg immer weiter in den Hintergrund - trotz erneut steigender Ölpreise. Bereits am Vortag spielte der Nahost-Krieg keine große Rolle, als KI-Sorgen rund um OpenAI den Technologiesektor belastet hatten. Dieser steht auch zur Wochenmitte mit den Geschäftsausweisen von Amazon, Meta Platforms, Microsoft, Alphabet und Ebay im Fokus.
Doch gewähren all diese Unternehmen erst nach der Schlussglocke den Blick in die Bücher. Die vier erstgenannten Technologiegrößen investieren viel Geld in KI, daher könnte ihre Investitionsprognose dazu beitragen, die jüngste Unruhe zu beruhigen. "Die Ergebnisse und Ausblicke dieser Unternehmen können die Entwicklung auf Indexebene und die Stimmung der Anleger maßgeblich beeinflussen", urteilt SWBC-Chefmarktstratege Chris Brigati. Im frühen Geschäft gibt der Dow-Jones-Index um 0,4 Prozent auf 48.943 Punkte nach, S&P-500 und Nasdaq-Composite verlieren 0,2 bzw. 0,3 Prozent.
Emirate verlassen Opec: Sprit bald deutlich günstiger?
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen zum 1. Mai die Opec verlassen - ein Schritt mit Folgen für den globalen Ölmarkt. Das Land kritisiert seit Jahren die Förderquoten und will künftig noch mehr Öl exportieren. Mehr Angebot könnte die Preise deutlich drücken.
Garmin steigert Gewinn dank hoher Nachfrage nach Fitness-Wearables
Der Gewinn von Garmin ist im ersten Quartal geklettert. Eine starke Nachfrage nach Fitness-Smartwatches und Wearables trieb das Umsatzwachstum an und glich damit eine Schwäche im Outdoor-Segment aus.
Das auf GPS-Technologie und tragbare Elektronik spezialisierte Unternehmen meldete am Mittwoch einen Nettogewinn von 405,1 Millionen US-Dollar oder 2,09 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte dieser noch bei 332,8 Millionen Dollar beziehungsweise 1,72 Dollar je Aktie gelegen.
Der Pro-forma-Gewinn, eine bereinigte Kennzahl, belief sich auf 2,08 Dollar je Aktie. Analysten hatten laut Factset mit 1,84 Dollar je Aktie gerechnet. Der konsolidierte Umsatz stieg um 14 Prozent auf 1,75 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 1,72 Milliarden Dollar.
Ölpreis legt weiter zu
Die Ölpreise bauen ihre Gewinne aus. Angesichts der Aussicht auf länger andauernde Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus nähert sich der Preis für Brent-Rohöl zur Lieferung im Juni der Marke von 115 US-Dollar pro Barrel. Im europäischen Nachmittagshandel verteuert sich die internationale Referenzsorte um 3,1 Prozent auf 114,74 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für die US-Sorte WTI um 3,5 Prozent auf 103,42 US-Dollar pro Barrel steigt.
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran befinden sich in einer Sackgasse. The Wall Street Journal berichtet, Präsident Trump habe seine Berater angewiesen, sich auf eine längere Blockade des Iran vorzubereiten. Unterdessen wird die Meerenge weiterhin nur mit minimaler Kapazität betrieben. "Angebotsausfälle werden eher durch begrenzte Anpassungen als durch neues Angebot ausgeglichen", so die Analysten von Kpler. "Mehr als zwei Drittel des Ausgleichs seien auf Angebotskürzungen und eine geringere Raffinerieauslastung zurückzuführen."
"Die 12-Uhr-Regel an den Tankstellen ist als Preisbremse gescheitert"
Friedrich Heinemann vom ZEW-Institut: "Die hohen Öl-, Gas- und Benzinpreise treiben die Inflation weiter nach oben. Die 12-Uhr-Regel an den Tankstellen ist als Preisbremse gescheitert und konnte deshalb im April die Inflation nicht abbremsen. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht. Zweitrundeneffekte des Iran-Kriegs haben sich in den letztverfügbaren Detailrechnungen für März noch nicht eingestellt. Die Lebensmittelpreise lagen im ersten Monat des Iran-Kriegs mit rund 1,3 Prozent nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Je länger die Blockade von Hormus dauert, desto wahrscheinlicher wird für Deutschland jedoch eine Verbreiterung des Inflationsprozesses. Dann wird es ungemütlich, auch für die Menschen, die kein Auto fahren."
Aktien von Visa haben Oberwasser
Nach starken Quartalszahlen haben die Aktien von Visa Oberwasser. Die Papiere steigen im vorbörslichen US-Handel um mehr als vier Prozent und ziehen auch die Aktien des Konkurrenten Mastercard um mehr als zwei Prozent nach oben.
Visa übertraf die Gewinnprognosen der Wall Street, da der weltweit größte Zahlungsabwickler trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheit von einem stetigen Anstieg des Zahlungsvolumens profitierte. Der bereinigte Nettogewinn stieg im Quartal auf 3,31 (Vorjahr: 2,76) Dollar pro Aktie. Analysten hatten laut Schätzungen der LSEG einen Gewinn von 3,10 Dollar pro Aktie erwartet.
Experte zum VAE-Opec-Austritt: "Das Ölkartell bröckelt"
Die Vereinigten Arabischen Emirate erklären ihren Austritt aus der Ölallianz Opec. Dadurch könnten die Emirate ihre Fördermenge von derzeit etwa 3,5 Millionen auf bis zu 5 Millionen Barrel pro Tag steigern. Finanzjournalist Frank Meyer klärt über die möglichen Folgen für die Ölindustrie auf.
Adidas startet mit Schwung ins Jahr der Fußball-WM
Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas ist mit einem der besten Geschäfts-Quartale seiner Firmengeschichte ins Jahr der Fußball-WM gestartet. Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, für die bereits eine riesige Marketing-Maschinerie läuft, soll für Adidas "eine große, große Sache" werden, wie Firmenchef Bjørn Gulden in Herzogenaurach sagte. "Die Sichtbarkeit unserer Marke wird enorm sein", betonte er.
14 Teams werden bei der WM in Adidas-Trikots auflaufen, ein Drittel aller Spieler trage die Drei-Streifen-Marke, und alle Bälle für die WM-Spiele kämen aus den Werkstätten der fränkischen Sportartikel-Schmiede.
Ölförderländer stehen vor tektonischer Marktverschiebung
Die Herausforderung für die erdölproduzierenden Nationen sei nicht der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC, sondern die umfassenderen tektonischen Verschiebungen auf dem Ölmarkt, meint Norbert Rücker von Julius Bär. US-Schieferöl, südamerikanisches Tiefseeöl und chinesische Plug-in-Hybridautos illustrierten allesamt das neue Umfeld für die Ölmärkte, das von Stagnation und größerem Wettbewerb geprägt sei, fügt er hinzu.
Der OPEC-Austritt der VAE stehe im Einklang mit der längerfristigen Einschätzung des Analysten zum Ölmarkt, demzufolge ein reichliches Angebot und ein verschärfter Wettbewerb die Preise im oberen Bereich von 60 US-Dollar pro Barrel verankern werden. Die geopolitischen Folgen des Austritts seien noch nicht absehbar. Er erfolge jedoch zu einer Zeit einer umfassenderen Neuausrichtung der Beziehungen in der Region und "könnte die Lösungsfindung im andauernden Konflikt voranbringen", sagt er.
Brauerei Carlsberg wächst trotz Krisensorgen
Der dänische Brauereikonzern Carlsberg hat erstmals seit über einem Jahr wieder mehr Getränke verkauft und damit die Erwartungen übertroffen. Im ersten Quartal stieg der Absatz organisch um 2,8 Prozent, wie der weltweit drittgrößte Brauer mitteilte. Die Freude wird jedoch durch die Folgen des Iran-Kriegs getrübt. Konzernchef Jacob Aarup-Andersen rechnet damit, dass die Auswirkungen auf Lieferketten und Rohstoffe bis weit ins Jahr 2026 andauern werden. "Wir planen für den Rest des Jahres mit einer anhaltenden Krise", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Geholfen hat dem Hersteller von Marken wie Kronenbourg 1664 und Tuborg vor allem das Geschäft mit Erfrischungsgetränken, das die schwächere Biernachfrage ausglich. An der Börse kamen die Zahlen gut an, die Aktie legte um mehr als drei Prozent zu. Ein Analyst von RBC Capital nannte die Rückkehr zum Mengenwachstum "ermutigend".
Traton-Gewinn sinkt, Umsatz auch
Zusatzbelastungen bei der Elektromobilität und Millionenkosten für Schadenersatzklagen lassen den Gewinn bei der Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton einbrechen. Das Betriebsergebnis lag nach Angaben im ersten Quartal bei nur noch 60 Millionen Euro, nach 651 Millionen Euro vor Jahresfrist. Traton bezifferte die Sonderkosten auf insgesamt 521 Millionen Euro. Allein "Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anpassung einzelner Projekte im Bereich der Elektromobilität" machten 207 Millionen Euro aus, weitere 136 Millionen Euro entfielen auf zivilrechtliche Klagen gegen Scania und MAN im Zusammenhang mit dem europäischen Lkw-Kartell. Der Rest entfällt auf Abfindungen und Kosten im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Standorts.
Um diese Einmaleffekte bereinigt, lag der Gewinn mit 582 Millionen Euro um rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Traton verwies hier insbesondere auf die Zollkosten in den USA, die im Vorjahr noch nicht angefallen waren. Abgemildert worden sei der Rückgang durch Einsparungen. Der Umsatz schrumpfte zugleich um vier Prozent auf 10,23 Milliarden Euro. Entsprechend sank die Rendite um vier Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Für die kommenden Quartale zeigte sich Traton jedoch zuversichtlich und hält an seiner Prognose fest.
Erstes Ozempic-Generikum genehmigt
Novo Nordisk bekommt bei seinem Blockbuster-Medikament Ozempic Konkurrenz durch ein erstes Nachahmerprodukt in einem wichtigen westlichen Markt. Die kanadische Gesundheitsbehörde hat eine Generika-Version des indischen Herstellers Dr. Reddy's Laboratories zugelassen, wie die Behörde mitteilte. Investoren dürften die Entwicklung in Kanada als Testfall genau beobachten, um zu sehen, ob und wie Generika mit den Markenprodukten konkurrieren können, sagte der Analyst Evan Seigerman von BMO Capital Markets. In Kanada sind viele Generika 45 bis 90 Prozent günstiger als die Originalpräparate.
Mehrere Hersteller arbeiten an günstigeren Versionen von Ozempic. Der Schweizer Generika-Hersteller Sandoz plant, bis Juni eine eigene Version in Kanada auf den Markt zu bringen. Novo Nordisk steht bereits unter zunehmendem Verkaufsdruck durch den US-Konkurrenten Eli Lilly, dessen Medikamente Mounjaro und Zepbound dem dänischen Konzern Marktanteile abnehmen.
Höhenflug des Ölpreises dauert an
Am Rohstoffmarkt klettern die Ölpreise weiter. So verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,4 Prozent auf 111,71 Dollar je Barrel (159 Liter). Die überraschende Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate, aus der OPEC auszutreten, bewegte die Märkte kaum. "An jedem anderen Tag hätte diese Nachricht den Brent-Preis um fünf bis sechs Dollar fallen lassen können", sagt Chris Weston, Forschungschef bei Pepperstone.
Mega-Fusion in der Aufzugbranche
Der finnische Aufzugbauer Kone will den deutschen Rivalen TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro übernehmen. Die Eigentümer von TK Elevator, die Finanzinvestoren Advent und Cinven, erhalten fünf Milliarden Euro in bar und Kone-Aktien im Wert von 15,2 Milliarden Euro, mit denen sie auf gut ein Drittel der Anteile an dem fusionierten Unternehmen kommen, wie Kone mitteilte. Zudem übernimmt Kone die Schulden von TK Elevator.
Der finnische Konzern könne den Umsatz damit auf gut 20 Milliarden Euro verdoppeln und beschäftige rund 100.000 Mitarbeiter. Der ehemalige Eigentümer Thyssenkrupp, der die Aufzug-Sparte 2020 an die beiden Investoren verkauft hatte, hält indirekt noch 16 Prozent an TK Elevator.
"Zahlen satt": Das macht der Dax daraus
Der Dax startet erneut zurückhaltend in den Handel. Allerdings notiert er im Gegensatz zu den vergangenen beiden Handelstagen in dieser Woche heute zunächst etwas fester – im Bereich von 24.055 Punkten. Gestern hatte er 0,3 Prozent auf 24.018 Zähler eingebüßt.
"Zahlen satt heute", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Er verweist auf die Geschäftsausweise der Deutschen Bank, Mercedes-Benz und Adidas. "Nach US-Börsenschluss kommen zudem noch Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft", erläutert er. "Und dann gibt die US-Notenbank Fed am Abend auch noch ihre Zinsentscheidung bekannt."
Chinas zweitgrößter Autobauer fährt Gewinnrückgang ein
Geely Automobile, zweitgrößter chinesischer Hersteller von Elektrofahrzeugen, hat trotz rekordhoher Verkaufszahlen und Einnahmen einen Gewinnrückgang verbucht. Die Aktie steigt aber 3,5 Prozent. Hierzulande ist Geely vor allem für die Marke Volvo bekannt.
Mercedes-Gewinn bricht ein
Mercedes-Benz hat im ersten Quartal bei sinkender Nachfrage in China und Belastungen durch erhöhte US-Importzölle einen weiteren Gewinnschwund erlitten. Das Betriebsergebnis (Ebit) ging von Januar bis März um knapp 17 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern bekanntgab. Das Unternehmen schnitt damit besser ab als von Analysten erwartet.
Der Umsatz schrumpfte leicht um fünf Prozent auf 31,6 Milliarden Euro. Die Rendite im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars sackte um rund drei Prozentpunkte auf 4,1 Prozent ab, da sich das operative Ergebnis fast halbierte. In China war der Pkw-Absatz zum Jahresauftakt wegen des intensiven Wettbewerbs und der verhaltenen Nachfrage fast um ein Viertel eingebrochen. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärte kürzlich auf der Automesse in Peking, das Geschäft am größten Automarkt der Welt bleibe schwierig. Die kleinere Van-Sparte hingegen hielt ihre hohe Profitabilität mit zehn Prozent Marge, die Finanzsparte legte kräftig zu.
Themen satt, aber kaum Bewegung
Inmitten einer Flut von Firmenbilanzen und vor der US-Zinsentscheidung dürften die Anleger am deutschen Aktienmarkt zunächst abwarten. Der Dax wird wenig verändert starten. Die stockenden Friedensbemühungen im Iran-Krieg und anziehende Ölpreise haben die Aktienmärkte weiter im Griff: Der Dax hatte am Dienstag 0,3 Prozent niedriger bei 24.018 Zählern geschlossen.
Angesichts der noch nicht absehbaren Folgen des Ölpreisschocks wird die US-Notenbank Federal Reserve voraussichtlich eine weitere Zinspause einlegen. Bei der nach Börsenschluss in Europa erwarteten Entscheidung rechnen Experten damit, dass der Zins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte.
Im Blick haben die Anleger auch die Inflationsdaten aus Deutschland: Teure Energie als Folge des Iran-Kriegs dürfte die Rate im April noch höher getrieben haben. Waren und Dienstleistungen haben sich Analystenschätzungen zufolge um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. Im März war die Teuerungsrate auf 2,7 Prozent gestiegen.
Adidas kontert Rabattschlacht
Adidas stemmt sich erfolgreich gegen die Rabattschlacht auf dem Schuhmarkt und den schwachen Dollar. Der Umsatz sei im ersten Quartal währungsbereinigt um 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Sportartikelriese mit. In Euro blieb aber nur ein Plus von sieben Prozent. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 16 Prozent auf 705 Millionen Euro. Die Bruttomarge bröckelte auf 51,1 Prozent ab, hier spielten neben Wechselkurseffekten auch die US-Zölle eine Rolle.
An den Prognosen für das laufende Jahr hält Adidas fest: einen währungsbereinigten Umsatzanstieg um einen hohen einstelligen Prozentsatz - das wären rund zwei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr - und ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro.
Asien-Anleger halten sich zurück
Uneinheitlich zeigen sich die Börsen in Ostasien und Australien. Die Vorgaben aus den USA sind negativ. Dort standen vor allem Technologiewerte unter Druck, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hatte, OpenAI habe bei Nutzerzahl und Umsatz die eigenen Ziele verfehlt. Das hatte Zweifel an der Nachhaltigkeit der massiven KI-Investitionen geweckt. Daneben dürften die Anleger wegen der am späten Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank zurückhaltend agieren. Überdies stehen nach US-Börsenschluss Quartalszahlen der US-Technologieschwergewichte Meta Platforms, Alphabet, Amazon und Microsoft zur Veröffentlichung an. Und nicht zuletzt dämpfen übergeordnet weiter der Iran-Krieg und der drastisch gestiegene Ölpreis die Kauflust der Anleger.
Die Börse in Tokio ist am Mittwoch wegen eines Feiertags geschlossen. In Seoul rückt der Kospi um 0,7 Prozent vor. Am Aktienmarkt in Hongkong gewinnt der Hang-Seng-Index 1,3 Prozent. In Shanghai notiert der Composite-Index 0,4 Prozent höher. In Sydney fällt der S&P/ASX-200 um 0,2 Prozent.
Deutsche Bank erzielt Rekordgewinn
Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im ersten Quartal nach eigenen Angaben auf einen Rekordwert gesteigert. Der Nachsteuergewinn stieg um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie Deutschlands größtes Geldinstitut mitteilte. Die Erträge wuchsen um zwei Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Das sei eine gute Ausgangsbasis für das angestrebte Ertragsniveau von 33 Milliarden Euro im Gesamtjahr, erklärte die Deutsche Bank. Man sei auf Kurs, 2026 ein starkes operatives Ergebnis zu erreichen.
KI-Sorgen machen sich an Asien-Börsen breit
Die Sorgen um den Iran-Konflikt und Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms belasten die asiatischen Börsen. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ohne Japan gab 0,2 Prozent nach und setze damit seinen Rückgang vom Rekordhoch am Montag fort. Taiwanesische Chiphersteller verzeichnen besonders deutliche Verluste. Die japanischen Märkte blieben wegen eines Feiertags geschlossen.
Für Verunsicherung sorgen Berichte, dass der KI-Riese OpenAI interne Ziele für Nutzerzahlen und Umsätze verfehlt habe. Dies schürt Bedenken über die Fähigkeit der ChatGPT-Mutterfirma, ihre massiven Ausgaben für Rechenzentren zu rechtfertigen. "Die Märkte bleiben vorsichtig, da die Friedensgespräche weiterhin stocken", schrieben Analysten der Westpac-Bank. Der Iran fordere die Aufhebung der US-Seeblockade der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump sei mit dem jüngsten Vorschlag aus Teheran unzufrieden, da er Atomfragen von Anfang an geklärt haben wolle, verlautet aus US-Regierungskreisen.
T-Mobile mit starken Zahlen
T-Mobile hat mit Kombi-Angeboten und Preisgarantien überraschend viele Neukunden gewonnen. Daraufhin hob die Tochter der Deutschen Telekom ihre Jahresziele an. Für das laufende Jahr rechnet der US-Mobilfunker mit einem Anstieg der Verträge um 950.000 bis 1,05 Millionen. Bisher hatte er ein Plus von 900.000 bis einer Million vorhergesagt. Der operative Gewinn werde voraussichtlich zwischen 37,1 und 37,5 statt zwischen 37,0 und 37,5 Milliarden Dollar liegen.
In den vergangenen Monaten gewann T-Mobile 217.000 Vertragskunden hinzu. Gleichzeitig stieg der Durchschnittsumsatz je Nutzer um knapp vier Prozent auf 151,93 Dollar. Die wichtigen Serviceumsätze wuchsen um elf Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar. 60 Prozent der Neukunden hätten sich für Premium-Pakete entschieden, erläuterte Finanzchef Peter Osvaldik. Bei diesen Angeboten können Nutzer Streamingdienste wie Netflix inklusive einer fünfjährigen Preisgarantie hinzubuchen.
Die ermutigenden Quartalsergebnisse fallen für T-Mobile in eine entscheidende Phase. Insidern zufolge erwägt die Deutsche Telekom eine Fusion mit ihrer US-Tochter. Dabei sollen die beiden Unternehmen in einer neu geschaffenen Holding aufgehen. Experten zufolge stünde eine solche Transaktion vor einigen kartellrechtlichen und politischen Hürden. Der Bund ist mit rund 28 Prozent der größte Anteilseigner der Telekom.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,62 Yen und legt leicht auf 6,8378 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er auf 0,7888 Franken vor. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1707 Dollar und zieht leicht auf 0,9234 Franken an.
Zwei Themen belasten Airbus
Probleme mit Triebwerks-Lieferanten und der schwache Dollar bremsen den weltgrößten Flugzeugbauer Airbus aus. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach in den ersten drei Monaten des Jahres um gut die Hälfte auf 300 Millionen Euro ein, wie der französisch-deutsche Konzern mitteilte. Das bereinigte Ebit blieb hinter den Schätzungen der Analysten zurück, die im Mittel bei 348 Millionen gelegen hatten. Der Umsatz fiel um sieben Prozent auf 12,65 Milliarden Euro, nachdem Airbus bis Ende März erst 114 Verkehrsflugzeuge ausliefern konnte, 22 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Das liege weiterhin am Mangel an Pratt & Whitney-Triebwerken für den Verkaufsschlager Airbus A320, der den Konzern noch bis ins Jahr 2027 begleiten werde, sagte Vorstandschef Guillaume Faury.
Der Autosektor fährt ganz groß auf
Stockende Friedensverhandlungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus sowie weiter steigende Ölpreise setzen dem Dax zu. Der konnte gestern zwar mit 24.018 Punkten die 24.000er-Marke halten. Es war aber bereits der siebente Tag in Folge im Minus.
Und heute? Angesichts der noch nicht absehbaren Folgen des Ölpreisschocks wird die US-Notenbank Federal Reserve voraussichtlich eine weitere Zinspause einlegen. Experten erwarten für die womöglich letzte Zinssitzung unter Vorsitz des im Mai regulär aus dem Amt scheidenden Fed-Chefs Jerome Powell, dass die Zentralbank den Leitzins nicht antasten wird. Er wird somit wohl in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben. Über die Nominierung von Powells designiertem Nachfolger, Kevin Warsh, soll der Bankenausschuss des US-Senats am Mittwoch abstimmen.
Unternehmensseitig geht es heute um die Berichtssaison. Mercedes-Benz hat dabei im ersten Quartal wohl nicht aus der Schwächephase gefunden. Vor allem der Absatzeinbruch in China um 27 Prozent und erhöhte US-Importzölle belasteten das Ergebnis, während die Autonachfrage weltweit durch den Ölpreisschock gedämpft werden könnte. Das Betriebsergebnis ist nach der Analystenprognose von Visible Alpha im ersten Quartal um 29 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gesunken. Der Premiumhersteller will das Blatt mit einer Produktoffensive und Kostensenkungen wenden, inklusive eines schon laufenden Stellenabbaus.
Auch bei dem Sportwagenbauer Porsche bleibt der Gewinn auf Talfahrt. Nach Analystenschätzung ist das Minus beim Betriebsergebnis noch größer als beim Absatz im ersten Quartal. Nach der Umfrage von Visible Alpha schrumpfte der operative Gewinn um gut ein Viertel auf knapp 560 Millionen Euro bei fünf Prozent weniger Umsatz und 15 Prozent weniger Absatz. Die Schwäche in China schlägt bei Porsche besonders ins Kontor - der neue Chef Michael Leiters soll die VW-Tochter wieder flott machen.
Die Deutsche Bank ist im ersten Quartal beim Gewinn auf der Stelle getreten, wenn es nach den Analysten geht. Sie trauen dem Frankfurter Institut im Schnitt einen Nettogewinn nach Anteilen Dritter von 1,77 Milliarden Euro zu. Die großen Investmentbanken aus den USA hatten wegen der starken Schwankungen an den Börsen und des robusten Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen teils kräftige Zuwächse gemeldet. Doch der schwache Dollar könnte diesen Effekt bei der Deutschen Bank ebenso gedämpft haben wie das Geschäftsmodell. Die Frage ist, wie sich die schwache deutsche Konjunktur und der Iran-Krieg in den Zahlen niederschlagen. Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten mit 6,25 Milliarden Euro immerhin eine leichte Gewinnsteigerung.
Und nach US-Börsenschluss legen mit Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft die wichtigsten Protagonisten des aktuellen KI-Booms Geschäftszahlen vor. Diese vier Unternehmen wollen im laufenden Jahr zusammengerechnet mehr als 600 Milliarden Dollar in diese Technologie investieren. Um diese Ausgaben zu rechtfertigen, erwarten Börsianer anhaltend hohe Wachstumsraten.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.