Sehr schwache Siemens-Aktie zieht Dax runter
Angesichts fehlender Impulse waren die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart nur mit angezogener Handbremse unterwegs. Der Dax notierte kurz über der 25.000-Punkte-Marke, kam dann aber wieder zurück. Grund waren unter anderem die tiefroten Siemens-Aktien. "Es fehlt der zündende Funke, um einen Ausbruch über 25.000 Punkte und neue Rekorde auszulösen", kommentierte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Grund für den lahmen Handel waren Feiertage in asiatischen Ländern und in den USA.
So rutschte der Dax am Rosenmontag um 0,5 Prozent ab und schloss bei 24.801 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent tiefer bei 5983 Stellen.
Für Siemens Energy ging es um 0,8 Prozent nach oben. Das starke erste Quartal hat für die RBC-Analysten den Anlagefall auf breiter Basis gestärkt. Der entscheidende Aspekt dabei sei das gestiegene Vertrauen in die Langlebigkeit des Gasturbinenbooms, gepaart mit Aufwärtspotenzial beim freien Cashflow und ersten positiven Anzeichen bei Gamesa.
Siemens gaben um 6,4 Prozent nach. Die Aktien des Dax-Schwergewichts werden mit dem größten Aufschlag gegenüber Vergleichsunternehmen seit einem Jahrzehnt gehandelt und liegen "deutlich über einem Niveau, das sich rechtfertigen lässt", urteilte Analyst Joachim Klement von Panmure Liberum. Volkswagen verloren 0,8 Prozent. Die Wolfsburger müssen einem Bericht zufolge ihren Sparkurs verschärfen.
TikTok-Mutter gibt im Urheberrechtsstreit mit Disney nach
Der chinesische Technologieriese ByteDance beugt sich im Urheberrechtsstreit mit Walt Disney dem Druck des US-Unterhaltungskonzerns. Die TikTok-Mutter kündigte an, in ihrer Video-KI "Seedance 2.0" die unerlaubte Nutzung geistigen Eigentums künftig zu unterbinden. Details nannte ByteDance jedoch nicht.
In der vergangenen Woche waren in China mehrere mit Seedance erstellte Videos rasant verbreitet worden. Eines davon zeigte die US-Schauspieler Tom Cruise und Brad Pitt in einer Kampfszene. Disney schickte ByteDance daraufhin eine Unterlassungsaufforderung, sagte ein Insider.
Erst Panik, dann Party?
Die KI krempelt ganze Branchen um - und ausgerechnet viele Software-Aktien geraten ins Straucheln. Anleger fragen sich: Werden neue KI-Anbieter die etablierten Platzhirsche verdrängen? Oder entsteht hier gerade die nächste große Investmentchance? Raimund Brichta diskutiert diese Fragen mit Oliver Schmidt von Metzler Asset Management.
"Führungsdynamik der KI-Werte lässt deutlich nach"
Hapag-Lloyd erwirbt Israel-Reederei - Aktie verliert kräftig
Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd hat die Übernahme der israelischen Rivalin ZIM offiziell bekannt gegeben. Der Vorstand habe eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, erklärte Hapag-Lloyd in einer Adhoc-Mitteilung. Für den Erwerb soll eine israelische Tochtergesellschaft von Hapag-Lloyd mit ZIM verschmolzen werden. Insgesamt legt Hapag-Lloyd der Mitteilung zufolge rund 4,2 Milliarden Dollar für das Unternehmen mit Sitz im Mittelmeerhafen Haifa auf den Tisch. Die Finanzierung der Transaktion erfolge aus liquiden Mitteln und einer externen Finanzierung bis zu 2,5 Milliarden Dollar.
Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Staates Israel, wie Hapag-Lloyd weiter mitteilte. Unter diesen Bedingungen werde mit einem Abschluss des Geschäfts bis Ende 2026 gerechnet. Die Anleger waren nicht angetan, die Hapag-Lloyd-Aktie fiel um rund sieben Prozent runter.
Dem Goldpreis bekommen die Feiertage nicht gut
Die niedrigen Umsätze wegen der Feiertage in den USA und Asien drücken auf den Goldpreis. Das Edelmetall verbilligt sich um ein Prozent auf rund 4993 US-Dollar je Feinunze. Etwa genauso viel verliert auch Silber. "Gold dürfte sich diese Woche wegen der feiertagsbedingt geringeren Liquidität in einer Spanne um 5000 Dollar bewegen", prognostiziert UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Auch Anzeichen einer Entspannung in der Geopolitik belasten das als "sicherer Hafen" geltende Metall. Der Iran ist nach Regierungsangaben unter bestimmten Bedingungen zu Kompromissen bereit, um ein Atomabkommen mit den USA zu erreichen.
Kryptos berappeln sich bei dünner Liquidität etwas
Der jüngste starke Ausverkauf bei Kryptowährungen hat nachgelassen. Wegen des US-Feiertags sei die Liquidität heute jedoch dünn, schreibt Chris Beauchamp von IG in einer Research Note. "Die relative Ruhe bei den Kryptowährungen ist eine bemerkenswerte Veränderung gegenüber den frenetischen Verkäufen der letzten Monate, aber es wird mehr als das brauchen, damit eine Erholung einsetzen kann." Edelmetalle legten angesichts der vorsichtigen Risikobereitschaft weiter zu, was die Kryptowährungen belaste, meint er. Der "Krypto-Winter" der Jahre 2025/26 benötige eine Wiederbelebung von Preis und Interesse, damit eine Erholung nachhaltig sei, meint er.
Bitcoin steigt nach früheren Verlusten um 0,9 Prozent auf 69.498 US-Dollar, wie Daten von LSEG zeigen. Ether steigt um 1,7 Prozent auf 1989 US-Dollar. Bitcoin hatte am 6. Februar ein 16-Monats-Tief von 60.008 US-Dollar und Ether ein Neunmonatstief von 1751 US-Dollar erreicht.
Studie: Disruptive Kraft der KI betrifft fast alle Branchen
Die anfängliche Euphorie um künstliche Intelligenz (KI) an den Aktienmärkten wird zunehmend von einer tiefgreifenden Nervosität abgelöst. Dieses als "AI Scare Trade" bekannte Phänomen rückt die "zerstörerischen Kräfte" der Technologie in den Fokus. Einer Studie der DZ Bank zufolge geht es nicht mehr nur um die Frage, ob KI-Aktien überbewertet sind, sondern um die fundamentalen, disruptiven Kräfte, die diese Technologie auf die gesamte Wirtschaft ausüben könnte. Das Resultat sei ein Marktumfeld, in dem es kaum noch einen sicheren Hafen zu geben scheine.
Selbst der Technologiesektor gerate unter Druck, da etablierte Unternehmen von flinken, nicht börsennotierten Start-ups bedroht würden. Anbieter wie OpenAI oder Anthropic brächten kontinuierlich Modelle auf den Markt, die oft günstiger und effizienter seien als bisherige Lösungen. Diese Entwicklung stelle langfristige Geschäftsmodelle infrage und erhöhe den Innovationsdruck massiv. Die disruptive Kraft der KI sei so umfassend, dass kaum eine Branche vor den potenziellen Umwälzungen sicher ist.
Optionsmarkt wettet gegen britisches Pfund
Das britische Pfund hat sich stabilisiert. Anleger am Optionsmarkt kaufen jedoch aufgrund der anhaltenden politischen Bedenken weiterhin Absicherungen gegen das Risiko eines langfristigen Kursverfalls der Währung, schreibt Antonio Ruggiero von Convera in einer Research Note. Die politische Risikoprämie des Pfunds sei gefallen, nachdem die britischen Minister Premierminister Keir Starmer unterstützt hätten, so Ruggiero. "Mit einfachen Worten, die Anleger sehen das politische Risiko als zurückgegangen, aber bei weitem nicht als verschwunden an." Der Euro fällt um 0,1 Prozent auf 0,8687 Pfund.
Siemens-Aktie tiefrot
Die Aktie von Siemens hat kräftig nach gegeben und vier Prozent verloren. Das Papier wird mit dem größten Aufschlag gegenüber Vergleichsunternehmen seit einem Jahrzehnt gehandelt und liegen "deutlich über einem Niveau, das sich rechtfertigen lässt", urteilt Analyst Joachim Klement von Panmure Liberum. Obwohl der Ausbau von Rechenzentren in Europa und die Nachfrage aus der Industrieautomatisierung die Aktie stützten, litten zwei der drei Sparten des Unternehmens unter einer gedämpften Auftragslage, merkt Klement an. Auch der Gewinnausblick des Unternehmens deute darauf hin, dass die Aktie überbewertet sei.
ACS Group wird zur KI-Gewinnerin - Hochtief-Aktie legt kräftig zu
Der Baukonzern ACS ist gut positioniert, um von der boomenden Nachfrage nach Rechenzentren zu profitieren, wie Graham Hunt von Jefferies schreibt. Die Infrastrukturinvestitionen der Spanier würden für eine vorhersehbare Einnahmequelle sorgen, so Hunt. Arbeitskräfte- und Ausrüstungsmangel bei den Anbietern von Rechenzentren "sollten Marktführer mit der nötigen Größe begünstigen, um Ressourcen zu rekrutieren und die Lieferkette zu kontrollieren" wie ACS.
Die börsennotierte ACS-Tochter Hochtief werde über ihr US-Bauunternehmen für Rechenzentren, Turner, ebenfalls profitieren, obwohl die Ausgaben der Hyperscaler bereits weitgehend in der Aktie eingepreist seien, fügt Hunt hinzu. Die Hochtief-Aktie legt um 3,6 Prozent zu, während die ACS Group den IBEX-35-Index anführt und um 3,2 Prozent klettert.
Dickes Plus: Finanzwerte haben guten Tag
Ins Plus hievten sich die zuletzt gebeutelten Aktien aus dem Banken- und Versicherungssektor. An der Frankfurter Börse legten Deutschen Bank um 1,6 Prozent zu. Commerzbank und Allianz verteuerten sich um 1,6 beziehungsweise 1,4 Prozent zu. Anleger griffen auch bei europäischen Rivalen zu, was die beiden Branchenindizes um knapp zwei und ein Prozent ins Plus hievte.
Neues vom Geldmarkt
Am europäischen Geldmarkt geht es zu Wochenbeginn ruhig zu. Auch für die kommenden Tage zeichnen sich keine größeren Impulse ab. Die EZB will Euro-Liquidität für Zentralbanken leichter verfügbar machen. Zentralbanken können ab dem dritten Quartal diesen Jahres über die Eurosystem-Repo-Fazilität für Zentralbanken (EUREP) ständig Euro-Liquidität gegen Sicherheiten erhalten. Neu ist, dass sie es ständig tun können, dass diese Transaktionen anonym bleiben, dass die Liquidität nicht mehr nur den Banken des jeweiligen Landes zur Verfügung gestellt werden darf und dass Zentralbanken weltweit zugelassen sind.
Tagesgeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,80 - 2,10 (1,92 - 2,09), 1-Monats-Geld: 1,95 - 2,13 (1,95 - 2,13), 3-Monats-Geld: 2,02 - 2,20 (2,02 - 2,20), 6-Monats-Geld: 2,07 - 2,27 (2,07 - 2,27), 12-Monats-Geld: 2,15 - 2,34 (2,16 - 2,35), Euribors: 13.02. 12.02. 3 Monate: 1,9990 1,9840, 6 Monate: 2,1470 2,1310, 12 Monate: 2,2480 2,2460
Marinetechnikspezialist strebt aufs Börsenparkett
Der Marine- und Meerestechnikspezialist Gabler strebt an die Börse. Das Angebot soll sowohl neue als auch bestehende Aktien der Gesellschaft umfassen, teilte das Unternehmen in Lübeck mit. Eigner ist die Possehl-Gruppe, die nach dem Börsengang mindestens eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft halten will. Gabler erwartet sich einen Nettoemissionserlös von rund 40 Millionen Euro aus den neuen Aktien.
Gabler ist eigenen Angaben zufolge ein führender Anbieter von U-Boot-Ausfahrgerätesystemen. Zudem ist das Unternehmen in den Bereichen Unterwasserkommunikation und -datenmanagement sowie Unterwasser-Energiespeicherlösungen, etwa zum Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur, tätig. Den Großteil seines Nettoumsatzes erzielt Gabler mit Verteidigungs- und verteidigungsbezogenen Lösungen.
Dax kommt nicht richtig hoch
Update von der Frankfurter Börse: An einem bislang ereignisarmen Tag hat sich der Dax nur wenig bewegt. Der deutsche Leitindex notierte kaum verändert bei 24.925 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,3 Prozent auf 6005 Stellen. Der Euro lag 0,1 Prozent leichter bei 1,1865 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI waren um je 0,4 Prozent höher.
Industrie im Euroraum steigert Produktion 2025 um 1,5 Prozent
Die Industrie in der Eurozone hat ihre Produktion 2025 insgesamt gesteigert, vor der Jahreswende aber gedrosselt. Die durchschnittliche jährliche Fertigung stieg voriges Jahr um 1,5 Prozent, wie Eurostat mitteilte. Im Dezember fuhren die Firmen die Produktion allerdings herunter: Sie war um 1,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Ökonomen hatten sogar mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet, nach revidiert plus 0,3 Prozent im Vormonat. Zunächst war für November von einem Zuwachs von 0,7 Prozent die Rede gewesen.
Besonders stark bergab ging es mit der Produktion der Unternehmen in der Slowakei (minus 4,9 Prozent), in Deutschland (minus 2,9 Prozent) und auch in Spanien (minus 2,6 Prozent). Die höchsten Anstiege wurden in Luxemburg (+6,4 Prozent) und Malta (+4,2 Prozent) beobachtet.
Anleiherenditen der Eurozone gehen runter
Die Renditen von Staatsanleihen aus der Eurozone geben im frühen Handel leicht nach und warten auf neue Impulse. Die US-Märkte sind heute feiertagsbedingt geschlossen, es gibt kein Angebot an Staatsanleihen aus Euroland und der Datenkalender ist dünn. "Bunds könnten angesichts einer sich stabilisierenden Risikostimmung und des US-Feiertags eine Verschnaufpause einlegen, aber das konstruktive Durationsumfeld dürfte sich vor dem Realitätscheck der Daten am Freitag fortsetzen," schreibt Rainer Guntermann von der Commerzbank in einer Research Note.
Am Freitag werden die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Frankreich, Deutschland und die Eurozone für Februar veröffentlicht. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe gibt um 0,7 Basispunkte auf 2,750 Prozent nach, während die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihe (OAT) laut Daten von LSEG um 1,3 Basispunkte auf 3,331 Prozent fällt.
KI-Boom, Zinsen, Edelmetallrally: Wird 2026 das Jahr der Optimisten?
Das Börsenjahr startet mit Spannung. Der KI-Trend könnte ein Treiber bleiben – doch die Euphorie ist vorbei, der Markt sortiert neu. Wer gehört langfristig zu den Gewinnern, wer fällt zurück? Gleichzeitig sorgt der anstehende Führungswechsel bei der US-Notenbank für Bewegung bei Zinsen, Dollar und Edelmetallen. Bleibt die Rally intakt - oder droht Gegenwind? Und vor allem: Wird 2026 ein Jahr für Optimisten? Darüber diskutiert Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von BNP Paribas und dem Finanzexperten Nicolas Saurenz.
Goldpreis über wichtiger Marke
Der Goldpreis notiert über 5000 US-Dollar, nachdem schwächer als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen in diesem Jahr genährt haben. Die New Yorker Futures geben um 0,3 Prozent auf 5032,20 US-Dollar je Feinunze nach, belastet durch ein geringes Handelsvolumen aufgrund von Feiertagen in den USA und China. "China - ein wichtiger Motor für die einmonatige Rally bei Edelmetallen und ausgewählten Industriemetallen - bleibe bis zum 23. Februar geschlossen, was das zusätzliche Aufwärtspotenzial in naher Zukunft begrenzen könnte", schreiben die Analysten der Saxo Bank. "Wichtige Marken, die es zu beobachten gilt, seien 4.860 US-Dollar auf der Unterseite und 5.140 US-Dollar auf der Oberseite." Unterdessen geben die Silber-Futures um 1,3 Prozent auf 76,96 US-Dollar je Unze nach.
Besseres Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau
Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich zu Jahresbeginn etwas verbessert. Das Geschäftsklima stieg im Januar von minus 22,7 auf minus 20,9 Punkte, wie das Münchner IFO-Institut zu einer Umfrage erklärte. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit ihren laufenden Geschäften und auch die Erwartungen hellten sich auf. "Die Baubranche bleibt in einer Warteschleife", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der IFO-Umfragen. "Bis sich die gestiegenen Wohnungsbaugenehmigungen in Aufträgen realisieren, braucht es Geduld."
Bericht: VW arbeitet an weiterem rigiden Sparprogramm
Volkswagen plant einem Medienbericht zufolge ein neues Sparprogramm. Bis Ende 2028 sollen die Kosten konzernweit um 20 Prozent gesenkt werden, berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Informationen aus dem Unternehmen. Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz hätten dies Mitte Januar vor den 120 obersten Führungskräften des Wolfsburger Autobauers angekündigt. Dabei könnten auch Werksschließungen zur Debatte stehen.
Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Blume werde zur Vorlage der Bilanz 2025 am 10. März über den aktuellen Stand der seit Jahren laufenden Bemühungen um niedrigere Kosten informieren. Seit dem 2023 beschlossenen Plan zu mehr Profitabilität seien konzernweit Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe realisiert worden.
Dollar zieht leicht an
Der Dollar legt leicht zu, verbleibt aber bei feiertagsbedingt dünnem Handel in seiner jüngsten Spanne. Die US-Aktien- und Anleihemärkte sind wegen des "Presidents Day" geschlossen. Da heute in den USA kaum wichtige Konjunkturdaten anstehen, richten die Anleger ihren Blick auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank am Mittwoch. Am Freitag folgen dann die vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal und die PCE-Inflationsdaten. Die Märkte suchen angesichts der starken US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche und der niedriger als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten nach Hinweisen auf den Zeitpunkt der nächsten Zinssenkung durch die Fed.
Es rumort bei der OPEC
Am Rohstoffmarkt zeigen sich die Ölpreise zunächst sich kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 67,69 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI notiert bei 62,83 Dollar. Händler verweisen auf einen Reuters-Bericht, wonach die OPEC eine Wiederaufnahme der Fördererhöhungen ab April anstrebt. Dies dämpfe die Preise.
Hält die 25.000?
Der Dax startet etwas fester in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex, der sich mit 24.915 Punkten ins Wochenende verabschiedet hatte, notiert aktuell im Bereich von 25.005 Zählern und damit knapp über der 25.000-Punkte-Marke.
"Es geht etwas ruhiger zu", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. "Die Wall Street bleibt heute feiertagsbedingt geschlossen. Das gleiche gilt für die chinesischen Festlandsbörsen", erläutert sie. "Die Frage lautet nun: Hält die 25.000er-Marke?"
Roche rückt in den Anlegerfokus
Bei den Unternehmen wird etwas auf Roche geblickt. Die Schweizer haben positive Phase-III-Ergebnisse bei ihrem Blutkrebs-Mittel Gazyva/Gazyvaro vermeldet. Auch Sanofi berichtete über eine positive Studie.
Gasspeicherstände sind ein Thema
Die europäischen Aktienmärkte werden zu Wochenbeginn gut behauptet erwartet. So wird der Dax zunächst 20 Punkte höher gesehen. Während in Asien die Börsen in China und Südkorea geschlossen bleiben, wird auch später an der Wall Street nicht gehandelt. In den USA wird Washington's Birthday zelebriert, gewöhnlich sind damit die Umsätze an den Börsen rund um den Globus niedriger. Auch der Blick auf den Kalender bietet keinen Impulsgeber an. Die am Vormittag anstehende Industrieproduktion Dezember für die Eurozone wird mit einem Rücksetzer um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet. Die Berichtssaison legt zum Wochenstart eine Pause ein.
Dagegen sind die Füllstände der Gasspeicher seit Tagen ein Thema an der Börse. Anfang Februar sind die Gasspeicherstände in Deutschland so niedrig wie seit Langem nicht mehr. Einen Engpass halten die Marktstrategen der Commerzbank aber für unwahrscheinlich, da die aktuelle Kälteperiode bis weit in den März anhalten müsste und die Anbieter dies durch höhere Importe von Flüssigerdgas ausgleichen könnten.
Anleger fokussieren sich auf die Ausblicke
Auch wenn die Berichtssaison heute eine Pause einlegt, kommen im Wochenverlauf noch eine ganze Reihe von Unternehmen mit ihren Quartalszahlen. Aus dem Stoxx-600 berichten in den kommenden Tagen 65 Unternehmen. Aktuell ist zu beobachten, dass die Erwartungen an die Geschäftsausweise bereits recht hoch sind und kaum noch einen Impuls liefern können. Vielmehr sind es die Ausblicke der Unternehmen, die von den Anlegern eine starke Gewichtung erhalten.
Feiertagsstimmung lässt zu wünschen übrig
Zum Start in die neue Handelswoche dominiert an den Börsen in Ostasien und Australien Zurückhaltung. Die festlandchinesischen Börsen bleiben wegen der Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest die ganze Woche geschlossen. Im südkoreanischen Seoul ruht der Handel von Montag bis einschließlich Mittwoch. Überdies ist der Montag auch in den USA ein Feiertag.
An den übrigen Börsen ist das Geschäft zu Wochenbeginn ruhig. In Hongkong gewann der Hang-Seng-Index in einer verkürzten Sitzung vor der Feiertagspause bei dünnen Umsätzen 0,5 Prozent. Die dortige Börse bleibt von Dienstag bis einschließlich Donnerstag geschlossen. Im australischen Sydney klettert der S&P/ASX-200 um 0,2 Prozent.
In Tokio notiert der Nikkei-Index 0,1 Prozent höher. Bremsend wirken schwache japanische Konjunkturdaten. Die Wirtschaft des Landes ist im letzten Quartal des vergangenen Kalenderjahres weniger stark gewachsen als von Volkswirten erwartet. Auf der anderen Seite hoffen Anleger nun auf Wirtschaftsstimuli der japanischen Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi. Gleichzeitig ließen Sorgen über mögliche, durch künstliche Intelligenz (KI) verursachte Verwerfungen nach, sagen Händler.
Uber setzt auf Europa-Expansion
Uber will sein Essensliefergeschäft im Jahr 2026 auf sieben weitere europäische Länder ausweiten. Geplant sei der Markteintritt in der Tschechischen Republik, Griechenland, Rumänien, Österreich, Dänemark, Finnland und Norwegen, teilte der Fahrdienst- und Lieferkonzern mit. Der Konzern erhofft sich davon in den kommenden drei Jahren ein zusätzliches Buchungsvolumen im Wert von einer Milliarde Dollar. Anfang der Woche hatte Uber die Liefersparte des türkischen Anbieters Getir übernommen und damit seine Präsenz in der Türkei gestärkt.
Erneuter Gegenwind für Netflix im Ringen um Warner
Der von Netflix umworbene Medienkonzern Warner Bros Discovery liebäugelt einem Medienbericht zufolge nun doch wieder mit dem konkurrierenden Übernahmeangebot von Paramount Skydance. Nachdem Warner zuletzt Netflix als Käufer bevorzugt hatte, berieten Mitglieder des Warner-Verwaltungsrats nun über das nachgebesserte Angebot von Paramount, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Paramount hatte seine Offerte zuletzt nachgebessert. Zwar blieb der Preis von 30 Euro pro Aktie unverändert, doch lockt der Konzern nun mit einer zusätzlichen Verzögerungsprämie: Warner-Aktionäre sollen 25 Cent je Anteilsschein für jedes Quartal ab 2027 erhalten, in dem die Transaktion noch nicht abgeschlossen ist. Zudem erklärte sich der CBS-Eigner bereit, die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner bei einem Platzen des Netflix-Deals zahlen müsste. Die Offerte bewertet Warner inklusive Schulden mit 108,4 Milliarden Dollar.
Um den Medienriesen tobt ein erbitterter Bieterkampf. Sowohl der Streaming-Marktführer Netflix als auch Paramount wollen sich den Zugriff auf die renommierten Film- und Fernsehstudios sowie lukrative Marken wie "Game of Thrones", "Harry Potter" und die DC-Comics-Reihe um Batman und Superman sichern. Der aktivistische Investor und Großaktionär Ancora Holdings hatte sich zuletzt auf die Seite von Paramount geschlagen. Der Warner-Verwaltungsrat habe sich nicht ausreichend mit der Paramount-Offerte auseinandergesetzt.
EZB stärkt internationale Rolle des Euro
Die EZB öffnet ihre Liquiditätslinie für mehr Länder und will damit auch die internationale Rolle des Euro stärken. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies auf einen jüngst gefassten Beschluss des EZB-Rats. Ziel der Öffnung ist es, das Risiko von Störungen auf den Euro-Finanzierungsmärkten außerhalb des Euroraums zu verringern.
Die EZB-Initiative fällt in eine Zeit, in der viele Investoren den Status des Dollar als Weltreservewährung wegen der als sprunghaft empfundenen US-Handelspolitik neu bewerten. Die EZB müsse sich auf ein volatileres Umfeld einstellen, sagte Lagarde. Mit einer zunehmend aggressiven Industriepolitik, steigenden geopolitischen Spannungen und gestörten Lieferketten dürften Finanzmarktspannungen häufiger auftreten. "Wir müssen eine Situation vermeiden, in der diese Spannungen zu Notverkäufen von auf Euro lautenden Wertpapieren auf den globalen Finanzierungsmärkten führen", betonte Lagarde.
Das bedeute, dass man Partnern, die in Euro handeln möchten, die Gewissheit geben müsse, dass Euro-Liquidität verfügbar sein werde, falls sie diese benötigten. Die im Fachjargon als Eurep bekannte Liquiditätslinie der Europäischen Zentralbank steht derzeit nur wenigen Nachbarländern der Euro-Zone zur Verfügung, darunter EU-Staaten wie Rumänien und Ungarn sowie Nicht-EU-Staaten wie Albanien, Kosovo und Montenegro. Die Ausweitung soll im dritten Quartal greifen. Zentralbanken außerhalb des Euroraums können dann bis zu 50 Milliarden Euro gegen auf Euro lautende marktgängige Sicherheiten aufnehmen.
"Scharfe Korrektur" geistert durch Anlegerköpfe
Die schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus Japan bremsen zum Wochenauftakt die Börsen in Asien. In Tokio bleibt der Nikkei-Index am Montag fast unverändert bei 56.930,32 Punkten, während der breiter gefasste Topix 0,7 Prozent auf 3791,24 Zähler nachgibt. Die Börsen in China, Südkorea und Taiwan bleiben wegen des Neujahrsfestes geschlossen.
Die japanische Wirtschaft ist im vierten Quartal nur um 0,2 Prozent gewachsen und verfehlte damit die Prognosen der Analysten deutlich, die mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet hatten. Die schwachen Daten gelten als Belastungsprobe für die Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. "Das zeigt, dass die Erholungsdynamik der Wirtschaft nicht sehr stark ist", sagt der Ökonom Kazutaka Maeda vom Meiji Yasuda Research Institute. "Konsum, Investitionsausgaben und Exporte – Bereiche, von denen wir uns erhofft hatten, dass sie die Wirtschaft antreiben würden – waren einfach nicht so stark wie erwartet", so Maeda weiter.
Zu den größten Verlierern an der Börse in Tokio zählte die Aktie des Medizintechnikherstellers Olympus, die nach enttäuschenden Geschäftszahlen um fast 13 Prozent einbricht. Gegen den Trend legen die Papiere von Sumitomo Pharma um knapp 14 Prozent zu. Analysten blicken jedoch mit Sorge auf die Technologiewerte in der Region. "Unsere Befürchtung in Asien ist, dass es zu einer scharfen Korrektur bei Speicherchip-Aktien kommen könnte, wenn die Technologie-Giganten eine Pause bei den Investitionsausgaben ankündigen", sagt Nick Ferres, Investmentchef bei Vantage Point.
Japans Wirtschaft enttäuscht
Japans Wirtschaft hat im vierten Quartal mit einem schwachen Wachstum die Erwartungen von Experten klar verfehlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet nur um 0,2 Prozent zu, wie die japanische Regierung mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet. Im vorangegangenen Quartal war die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt noch um revidiert 2,6 Prozent geschrumpft.
Der schwache Zuwachs ist vor allem auf den gebremsten Konsum zurückzuführen. Die privaten Konsumausgaben, die mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmachen, stiegen nur um 0,1 Prozent. Anhaltend hohe Lebensmittelkosten belasten hier die Ausgaben der Haushalte. Die Investitionsausgaben der Unternehmen legten um 0,2 Prozent zu und kehrten damit einen vorherigen Rückgang um. Die Auslandsnachfrage, also Exporte minus Importe, lieferte keinen Wachstumsbeitrag. Die Exporte verzeichneten jedoch einen geringeren Rückgang, nachdem die USA einen Basiszollsatz von 15 Prozent auf fast alle japanischen Importe festgeschrieben hatten.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel legt der Dollar zum Yen um 0,2 Prozent auf 153,03 Yen zu. Zum chinesischen Yuan gibt er leicht auf 6,9080 Yuan nach. Gleichzeitig wertet er auch zur Schweizer Währung 0,7680 Franken auf. Der Euro notiert ebenfalls fester zum Franken bei 0,9115. Die Stärke des Frankens hatte zuletzt Spekulationen über eine mögliche Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geschürt, da die Inflation in der Schweiz nahe der Nulllinie liegt.
Sorgen und Ängste bestimmen Anlegerlaune
In der Fastnachtswoche sollten die Anleger am deutschen Aktienmarkt Strategen zufolge besonnen bleiben und auf Sicht fahren. Denn wie es mit dem KI-Hype und der Geldpolitik in den USA weitergeht, ist weiter ungewiss. Seit Wochen ringen die Finanzmärkte um eine angemessene Bewertung der Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Wirtschaft. "Die Erkenntnis, was KI alles kann, und die daraus entstehende Angst vor den Auswirkungen auf Unternehmen ziehen immer größere Kreise und scheinen vor keinem Segment des Aktienmarktes Halt zu machen", sagt Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Technologieaktien gingen weltweit auf Berg- und Talfahrt und dürften das angesichts der bestehenden geld- und geopolitischen Unsicherheiten auch weiterhin tun. "Solange die Fed im Zinssenkungsmodus war, wurde die Tech-Rally getragen. Doch nach dem jüngsten positiven Arbeitsmarktbericht ist die Geldpolitik der Fed noch schwieriger einzuschätzen", fasst Helaba-Strategin Claudia Windt zusammen.
An den Terminmärkten nahmen die Wetten auf rasche Zinssenkungen der Fed angesichts der überraschend robusten Lage am US-Stellenmarkt ab. "Da der Mitte Mai scheidende FOMC-Chairman Jerome Powell aber ohnehin als Befürworter einer abwartenden Geldpolitik gilt, dürften ihm diese Zahlen durchaus gelegen gekommen sein", kommentieren die Analysten der LBBW. Die Notenbank versucht derzeit mit Zinsen auf erhöhtem Niveau die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Auf Jahressicht rechnen Investoren mit weiter fallenden Zinsen. Dafür sprach am Freitag auch, dass der Inflationsanstieg im Januar weniger stark ausfiel als erwartet. "Unter dem neuen Notenbank-Chef dürfte die Fed die Zinsen ab Juni stärker senken, als der Markt einpreist", kommentierte die Commerzbank.
Auch in der neuen Woche dürften sich die Börsen an Konjunkturdaten entlang hangeln. In der alten Woche kämpfte der Dax um die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten, die er letztendlich nicht nachhaltig überwinden konnte. Am Freitag hatte der Dax mit 24.915 Punkten geschlossen und damit auf Wochensicht etwa ein halbes Prozent höher.
Auch an den närrischen Tagen wird an der Frankfurter Börse gehandelt. Am Rosenmontag müssen die Anleger jedoch ohne US-Impulse auskommen, da die Wall Street wegen des Nationalfeiertags zum Gedenken an George Washington geschlossen bleibt. Heute beginnt auch die einwöchige Auszeit an den chinesischen Börsen zum chinesischen Neujahr, das im Zeichen des Feuer-Pferdes steht. Der Konjunkturreigen startet mit den Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone im Dezember und vorläufigen Zahlen zum japanischen BIP-Wachstum im vierten Quartal.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.