Chefinnen-Anteil liegt deutlich unter dem EU-Schnitt
Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland weiterhin unterrepräsentiert. Obwohl hierzulande fast ebenso viele Frauen erwerbstätig sind wie Männer, waren im vergangenen Jahr nur 30,3 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt, also weniger als ein Drittel. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. Der Wert liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt in der Europäischen Union von 35,9 Prozent.
Der geringe Anteil in Deutschland falle wegen der vergleichsweise hohen Zahl erwerbstätiger Frauen besonders auf, erklären die Statistiker. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen lag 2025 bei 47,1 Prozent und damit leicht über dem EU-Durchschnitt.
In Italien etwa seien zwar weniger Frauen erwerbstätig, dennoch seien mit 28,6 Prozent ähnlich viele Führungspositionen weiblich besetzt wie in Deutschland. In Österreich sei der Anteil weiblich besetzter Führungspositionen mit 37,2 Prozent deutlich höher gewesen - bei einer ähnlichen Quote von Frauen an allen Erwerbstätigen.
Nvidia-Chef geht mit Deutschland hart ins Gericht
Nvidia-Chef Jensen Huang übt scharfe Kritik an Deutschland: Es schmerze ihn, dass ein hochentwickeltes Land technologisch zurückfalle. Kanzler Merz empfängt am Abend 200 Konzernlenker in Berlin.
Industrie streicht in nur sieben Jahren rund 500.000 Jobs
Die deutsche Industrie hat in den vergangenen Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze verloren. Nach einer Studie des Ifo-Instituts arbeiteten Ende 2025 rund 496.000 Menschen weniger in deutschen Industrieunternehmen als zu Beginn des Jahres 2019. Das entspricht einem Minus von 7,1 Prozent. Besonders hart trifft es den Angaben zufolge die traditionellen Kernbranchen: Die Autoindustrie und ihre Zulieferer strichen laut Ifo 123.500 Stellen, ein Minus von 13 Prozent. Hersteller von Metallerzeugnissen bauten demnach 115.600 Jobs ab, der Maschinenbau 64.500.
Mediamarkt-Mutter bekommt neue Finanzvorständin
Ceconomy, die Muttergesellschaft von Mediamarkt und Saturn, bekommt zum 1. Januar eine neue Finanzvorständin. Wie die Elektronikmarkthandelskette, die nun mehrheitlich dem chinesischen Online-Giganten JD.com gehört, mitteilt, hat sie Virpy Richter zur Finanzvorständin (CFO) bestellt. Ihr Vorgänger, Remko Rijnders, ist seit 1. Juli CEO von Ceconomy.
Richter verfügt den Angaben zufolge über mehr als 25 Jahre Erfahrung in leitenden Finanz- und Managementfunktionen sowie umfangreiche Erfahrung in digitalen Geschäftsmodellen und Handel. Sie ist seit Juli 2019 Finanzvorständin des Berliner Unternehmens Awin AG.
Roche legt wegen Sparpolitik sämtliche Investitionen auf Eis
Der Schweizer Pharmakonzern Roche stellt wegen der Sparpolitik der Bundesregierung im Gesundheitswesen alle künftigen Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand. "Wir haben sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland erst einmal auf Hold gesetzt", sagte Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners der "Welt". "Für den Pharmabereich kann ich sagen, dass die Politik zuletzt sehr viel Vertrauen zerstört hat."
Rheinmetall übernimmt Werft in Rumänien
Rheinmetall und die Schweizer Reederei MSC wollen die rumänische Mangalia-Werft südlich von Constanța übernehmen. Der Zuschlag sei im Rahmen einer Auktion erteilt worden, teilt der Düsseldorfer Konzern mit. Ziel sei der Aufbau eines Fertigungsstandorts sowohl für zivile als auch für militärische Schiffbauaktivitäten. Der Kaufpreis betrage rund 138 Millionen Euro.
Französische Renditen steigen nach Gewaltausbruch
Die Renditen französischer Staatsanleihen sind nach den gewaltsamen Demonstrationen kräftig gestiegen. Damit wird es für die Regierung teurer, neue Schulden aufzunehmen - was die angespannte Haushaltslage tendenziell weiter verschärft. Die Rendite der französischen OAT steigt um 6 Basispunkte auf 4,849 Prozent, während die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe um 0,7 Basispunkte auf 3,403 Prozent fällt.
Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef
Nach zwei Umsatzwarnungen innerhalb eines Jahres zieht Lindt & Sprüngli die Reißleine: Der Schweizer Schokoladenhersteller trennt sich von Konzernchef Adalbert Lechner. Der Verwaltungsrat hält eine neue Führung für nötig, um das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
Der frühere Konzernchef Dieter Weisskopf übernimmt per sofort interimistisch die Führung, wie Lindt & Sprüngli mitteilte. Der 71-Jährige war viele Jahre Finanzchef und hatte den Konzern bereits bis 2022 geleitet. Außerdem gehört er dem Verwaltungsrat an. Ein dauerhafter Nachfolger soll im zweiten Quartal 2027 ernannt werden.
Der 65-jährige Lechner war 33 Jahre für Lindt & Sprüngli tätig und hatte Anfang 2022 die Konzernleitung übernommen. Zu den Umständen der Trennung machte das Unternehmen keine weiteren Angaben.
Lindt & Sprüngli kämpft seit Monaten mit Absatzproblemen. Wegen der stark gestiegenen Kakaopreise hatte der Hersteller von Lindor-Kugeln und Schokohasen seine Verkaufspreise massiv erhöht. Im ersten Halbjahr 2026 betrugen die Aufschläge durchschnittlich 11,8 Prozent. Gleichzeitig gingen die verkauften Mengen deutlich zurück.
Besonders in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien reagierten die Konsumenten empfindlicher auf die höheren Preise als erwartet. Lindt begann deshalb bereits im Sommer, einzelne Produkte wieder günstiger anzubieten. Zudem setzt der Konzern auf kleinere Packungen.
Auch in Deutschland kommt es zu einem Führungswechsel. Länderchef Michal Spiller verlässt das Unternehmen nach 23 Jahren. Sein Nachfolger wird der bisherige Österreich-Chef Ali Kulein.
Der Dax schwächelt
Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Verlusten in den Tag. Der Dax verliert 0,4 Prozent auf 25.517 Punkte.
Gute Nachrichten von der deutschen Industrie
Das Auftragspolster der deutschen Industrie wird dank eines wachsenden Neugeschäfts immer dicker. Der Bestand legte im August inflationsbereinigt um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit bereits zum siebten Mal in Folge zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Auftragspolster ist damit so dick wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legte der Bestand offener Aufträge sogar um 10,7 Prozent zu.
"Über kurz oder lang wird das auch in der Produktion ankommen", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. Vor allem die Rüstungsindustrie, die zunehmend von staatlichen Aufträgen profitiert, dürfte einen Beitrag leisten. Schwierige Standortbedingungen stünden einer deutlichen Erhöhung der Kapazitäten vorerst aber entgegen. "Mancher Auftrag wird deshalb erst einmal offen bleiben", sagte Krüger.
Zur positiven Entwicklung im August trugen der Maschinenbau (+0,5 Prozent zum Vormonat), der Bereich Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge (+0,3 Prozent) und die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+1,4 Prozent) bei. Letztere profitieren vom weltweiten Trend zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. "Negativ beeinflusste das Gesamtergebnis hingegen der Rückgang in der Automobilindustrie", stellten die Statistiker fest. Hier gab es ein Minus von 0,4 Prozent.
Dax vor schwachem Start
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Der Broker Lang & Schwarz indiziert den Leitindex 0,2 Prozent im Minus. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex ein Prozent höher bei 25.622,61 Punkten geschlossen.
Chinas Wirtschaft wächst, doch die Probleme bleiben
Chinas Wirtschaft hat im Sommer etwas an Tempo gewonnen, doch die Probleme im eigenen Land bleiben groß. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft stieg im dritten Quartal um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt in Peking mitteilte.
Chinas Wirtschaft entwickelt sich weiterhin sehr unterschiedlich. Vor allem das Auslandsgeschäft boomt. In den ersten neun Monaten stiegen die Exporte nach Angaben des chinesischen Zolls in US-Dollar gerechnet um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der riesige Handelsüberschuss sorgt zunehmend für Spannungen mit wichtigen Handelspartnern.
Im eigenen Land sieht die Lage dagegen deutlich schlechter aus. Zwar stiegen die Einzelhandelsumsätze im September gegenüber dem Vorjahr, dennoch bleibt der Konsum schwach. Viele Verbraucher halten sich weiterhin mit größeren Anschaffungen zurück.
Noch deutlicher zeigt sich die Schwäche bei den Investitionen. In neue Fabriken, Maschinen, Gebäude und Infrastruktur floss insgesamt weniger Geld als im Vorjahr.
Eine Immobilienkrise belastet die Wirtschaft gleich mehrfach. Viele Wohnungen verlieren an Wert. Das verunsichert die Besitzer, die deshalb weniger Geld ausgeben. Bauunternehmen starten weniger neue Projekte und vergeben dadurch auch weniger Aufträge. Gleichzeitig fehlt vielen Städten Geld. Sie haben lange gut daran verdient, Grundstücke an Bauunternehmen zu vergeben. Doch seit der Immobilienkrise sind diese Einnahmen stark gesunken.
Bei Volkswagen droht der nächste Einschnitt
Volkswagen plant offenbar einen weiteren Schritt, um Kosten zu senken. Der größte europäische Autokonzern will wohl für viele seiner weltweit insgesamt 600.000 Beschäftigten bis 2030 die Gehälter einfrieren. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die die "Süddeutsche Zeitung" einsah. Der Verzicht auf Lohnerhöhungen könnte für die Betroffenen wegen der Inflation einen Einkommensverlust von rund 10 Prozent bedeuten.
Die Pläne könnten neue Einschränkungen für die 275.000 Beschäftigten des Konzerns in Deutschland bedeuten, so die Zeitung. Die geplante lange Nullrunde ergibt sich aus internen Unterlagen, in denen der vom Vorstand beschlossene Zukunftsplan "Group Target Picture" für das internationale Management aufbereitet wird. Darin ist von einer "Neuausrichtung" der internationalen Tarifverhandlungen die Rede. Die ab dem vierten Quartal geltenden neuen Richtlinien für die Verhandlungen sehen einen "Pay freeze until 2030" vor, ein Einfrieren der Gehälter durch "Aussetzen von Lohnerhöhungen". Zu den Richtlinien zählt auch die Reduzierung der variablen Vergütung, spezieller Zahlungen und Vorteile sowie Stellenabbau.
.
Ölpreise fallen
Die Aussicht auf ein größeres Angebot aus Russland hat die Ölpreise auf Talfahrt geschickt. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einige Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt, was zu höheren russischen Exporten führen könnte.
Am Rohstoffmarkt verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,7 Prozent auf 108,02 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,6 Prozent schwächer bei 100,75 Dollar. "Die Kombination aus einem weicheren Ton bei den Sanktionen und einigen Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursgewinnen hilft, den Aufwärtstrend kurzfristig zu begrenzen", sagt Analyst Tim Waterer von KCM Trade.
Verluste in Japan
Sorgen um die immensen Kosten für Künstliche Intelligenz belasten die asiatische Aktienmärkte, während überraschend starke Wirtschaftsdaten aus China die Verluste eindämmen.
Die japanische Börse tendiert schwächer. In Tokio gibt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,2 Prozent auf 64.534 Punkte nach, der breiter gefasste Topix notiert 0,4 Prozent niedriger bei 4.050 Zählern. Die Börse Shanghai gewinnt hingegen 0,3 Prozent auf 3727 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt um 0,4 Prozent auf 4185 Punkte.
In Japan drücken schwache Vorgaben der Wall Street und Zinssorgen die Kurse von Technologieunternehmen. Notenbankchef Kazuo Ueda signalisierte, dass die Kerninflation nahe dem Zielwert von zwei Prozent liege und die starke KI-Nachfrage den Preisdruck erhöhe. "Während chipbezogene Aktien den Index nach unten ziehen, dürften Käufe von Substanz- und defensiven Werten den Markt stützen", sagt Analyst Yuta Okamoto von Tokai Tokyo.
Zu den größten Verlierern zählen Taiyo Yuden mit einem Minus von 7,4 Prozent sowie Sumitomo Electric und Sumco, die knapp 6 Prozent abgeben. Gefragt sind dagegen Toho mit einem Plus von 3,6 Prozent, Baycurrent und Aeon.
In China sorgte das Wirtschaftswachstum für Erleichterung: Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um 4,5 Prozent und übertraf damit die Erwartungen, was den Druck auf die Regierung in Peking verringert, weitere aggressive Konjunkturpakete aufzulegen. Dennoch blieb die Stimmung angesichts der anstehenden US-Bilanzen von Tech-Giganten gedämpft. "Investoren sorgen sich schon lange, dass die KI-Einnahmen nicht ausreichen werden, um die massiven Vorabinvestitionen wieder hereinzuholen", sagte Ökonom My Bui vom Vermögensverwalter AMP. Steigende Finanzierungskosten machten es zudem schwerer, den Ausbau der KI-Infrastruktur aufrechtzuerhalten.



