Der Börsen-Tag
29. Juni 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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09:37 Uhr

"Dem Waffenstillstand traut keiner so richtig"

Erneute militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran fachen die Sorgen um die Ölversorgung über die Straße von Hormus wieder an, auch wenn beide Seiten eine Feuerpause vereinbart haben. "Die Märkte gehen in den Juli mit einem Waffenstillstand, dem niemand so recht traut", erklärt Marc Chandler, Chef-Marktstratege bei Bannockburn Capital Markets. Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,5 Prozent auf 72,35 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,9 Prozent fester bei 69,87 Dollar.

"Dem Waffenstillstand traut keiner so richtig"
09:15 Uhr

Neue Börsenwoche, alte Sorgen

Der Dax versucht zum Handelsauftakt der neuen Blrsenwoche, das schwache Freitagsgeschäft abzuhaken. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.710 Punkten, nachdem er am Freitag mit einem 1,3-Prozent-Abschlag und 24.671 Zählern ins Wochenende gegangen war. An der Themenlage hat sich über das Wochenende indes nichts geändert: Nach wie vor belasten Tech-Sorgen die Anlegerstimmung. Und auch das Thema Iran drückt auf die Kauflaune. 

Neue Börsenwoche, alte Sorgen
09:00 Uhr

Diese Aktie könnte 90 Prozent auf einen Schlag zulegen

Die Aktie von Nagarro wird deutlich im Plus erwartet. Für Anleger wartet hier eine satte Prämie. Persistent Systems legt ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von 81 Euro pro Aktie vor, was einer Prämie von über 90 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss bedeutet. Vorstand und Aufsichtsrat von Nagarro unterstützen die Transaktion und beabsichtigen, die Annahme des Angebots zu empfehlen, was ihre starke gemeinsame Überzeugung von den strategischen Vorteilen der Partnerschaft widerspiegelt. Persistent und Nagarro unterzeichnen eine Vereinbarung über einen Unternehmenszusammenschluss zur Gründung der Persistent-Nagarro-Gruppe, einem weltweit führenden Anbieter von KI-gestütztem Digital Engineering.

Diese Aktie könnte 90 Prozent auf einen Schlag zulegen
08:41 Uhr

Dax vor vorsichtiger Erholung

Nach dem Rücksetzer zum Wochenschluss werden die europäischen Aktienmärkte heute zunächst etwas höher erwartet. So wird der Dax bei 24.740 Punkten gesehen nach einem Freitagsschluss bei 24.671 Punkten. Bundesanleihen starten einen Tick tiefer in den Tag, während der Euro seitwärts knapp unter 1,14 Dollar gehandelt wird.

Damit kehren einige Investoren in der Sommerpause an den Aktienmarkt zurück, nachdem sich die USA und der Iran darauf geeinigt haben, die tagelangen gegenseitigen Kämpfe um die Straße von Hormus zu beenden und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Ein US-Beamter sagte, Schiffe würden sich nun wieder in der Straße von Hormus bewegen.

Dax vor vorsichtiger Erholung
08:22 Uhr

Chinas Pharmawerte haussieren

Zum Start in die neue Woche lässt sich an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz erkennen. Auf der einen Seite belasten die teils negativen Vorgaben der US-Börsen, die am Freitag von Zweifeln an der Tragfähigkeit des KI-Booms gebremst worden waren. Auf der anderen Seite stützt jedoch die Nachricht, dass die USA und der Iran ihre wechselseitigen Angriffe eingestellt haben, die in der vergangenen Woche ungeachtet des vorläufigen Friedensabkommens wieder aufgeflammt waren.

In Tokio fällt der Nikkei-Index um 0,9 Prozent. Der breiter gefasste Topix sinkt um 0,4 Prozent. Die Stimmung wird etwas gedämpft durch die Nachricht, dass China 20 japanische Unternehmen, darunter solche aus der Rüstungsbranche, und Forschungseinrichtungen auf die Exportkontroll-Liste gesetzt hat. Dies bedeutet, dass chinesische Unternehmen eine Genehmigung der heimischen Behörden einholen müssen, ehe sie die betreffenden japanischen Kunden beliefern. An der Börse in Seoul geht es mit dem Kospi um 2,2 Prozent abwärts.

In Hongkong und Festlandchina ziehen besonders Aktien des Pharma- und Biotechnologiesektors kräftig an. Die entsprechenden Subindizes verzeichnen Gewinne von gut sieben Prozent. Ursächlich ist eine Veröffentlichung der für Krankenversicherungen zuständigen chinesischen Aufsichtsbehörde National Healthcare Security Administration (NHSA) zur Aufnahme neuer Medikamente in die nationale Erstattungsliste, wie Händler sagen. Diese Entwicklung signalisiere den Übergang zu substanziellen Preisverhandlungen für innovative Medikamente. Unter anderem gewinnen Shanghai Fosun Pharmaceutical Shanghai 6,1, Biocytogen Pharmaceuticals 17,7 und CStone Pharmaceuticals 12,4 Prozent.

Chinas Pharmawerte haussieren
08:04 Uhr

Golf-Länder wollen Straße von Hormus umgehen

In der Golfregion träumen einige von einer Zukunft, in der die Straße von Hormus beim Exportgeschäft weniger wichtig ist. Rund vier Monate dauert die weitgehende Blockade nun schon - und selbst nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran weiß niemand, wann der Krieg enden und der Seeweg wieder normal befahrbar sein könnte. Mit den jüngsten Angriffen beider Seiten ist die Lage wieder eskaliert. Der Iran beansprucht in der Meerenge zudem erneut die vollständige Kontrolle.

Staaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak suchen deshalb dringend nach Alternativen. Es geht vor allem um neue Pipelines, aber auch um den Landweg auf Straßen und Schienen, damit Öl oder auch Containerwaren auf einer anderen Route ans Ziel kommen. Saudi-Arabien denkt auch darüber nach, seine Lagerkapazitäten für Öl weltweit zu erhöhen.

Golf-Länder wollen Straße von Hormus umgehen
07:48 Uhr

EZB-Chefin Lagarde rückt in den Fokus

Während in den USA mehrere Zinsschritte eingepreist werden, schwindet die Erwartung der Börsianer an weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Investoren weltweit achten auch auf Signale von EZB-Präsidentin Christine Lagarde für weitere Zinsschritte. Deswegen werden sie das von der Notenbank ausgerichtete Forum im Blick behalten, das von heute bis Mittwoch stattfindet. Bei dem heutigen Eröffnungsempfang steht die Rede von Lagarde im Mittelpunkt. Am Mittwoch nimmt sie an einer Podiumsdiskussion mit Fed-Chef Warsh teil. Das Treffen gilt als das europäische Pendant zur legendären Fed-Veranstaltung in Jackson Hole und bringt Notenbankchefs, Spitzenökonomen, Finanzmarktexperten und Journalisten im portugiesischen Sintra zusammen. Die Notenbanker nutzen das Forum traditionell, um abseits formeller Zinssitzungen die künftige Zinspolitik der Eurozone zu diskutieren. 

EZB-Chefin Lagarde rückt in den Fokus
07:31 Uhr

Baidus 50-Milliarden-Deal

Die auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Chip-Sparte des chinesischen Technologiekonzerns Baidu plant offenbar einen Börsengang in Hongkong. Dabei strebe Kunlunxin eine Bewertung von 50 Milliarden Dollar an, berichtete das Portal "The Information" unter Berufung auf zwei Insider. Potenzielle Investoren seien aufgefordert worden, Chips im Wert des Drei- bis Siebenfachen ihres geplanten Zeichnungsvolumens zu erwerben. Der Konzern hatte im Januar mitgeteilt, dass Kunlunxin vertraulich einen Antrag auf eine Börsennotierung in Hongkong eingereicht habe, um eine Abspaltung vorzubereiten.

Die 2012 als interne Abteilung gegründete Sparte wird inzwischen unabhängig geführt, Baidu hält jedoch weiterhin die Mehrheit. Kunlunxin beliefert hauptsächlich den Mutterkonzern, baut aber seit zwei Jahren sein externes Geschäft aus. So ist der Internetriese Tencent Insidern zufolge Kunde, während der TikTok-Eigentümer ByteDance den Einsatz der Chips erwägt. Der Börsengang fällt in eine Phase, in der die Regierung in Peking im Zuge der Rivalität mit den USA die technologische Unabhängigkeit des Landes vorantreibt und gezielt heimische KI- und Chip-Unternehmen fördert.

Baidus 50-Milliarden-Deal
07:12 Uhr

VW beendet Bosch-Allianz zum autonomen Fahren

Volkswagen steht offenbar vor dem Ausstieg aus der Entwicklungspartnerschaft für autonomes Fahren mit dem Zulieferer Bosch. Der Autobauer wolle die "Automated Driving Alliance" (ADA) beenden, berichtete "Bild" online unter Berufung auf Insider. Gründe seien dem Bericht zufolge mangelnde Fortschritte und der Sparzwang. Obwohl rund 1,5 Milliarden Euro in das Projekt geflossen seien, gelte die Technik intern als nicht wettbewerbsfähig. Besonders beim sogenannten Level 2++, dem Fahren ohne Hände am Lenkrad im Stadtverkehr, sehe VW einen erheblichen Abstand zur Konkurrenz.

Ein Sprecher der VW-Softwaretochter Cariad sagte der Zeitung, das Unternehmen prüfe grundsätzlich regelmäßig seine Entwicklungspartnerschaften und bewerte fortlaufend, ob diese noch zu den strategischen Zielen passten. Insbesondere bei hoch entwickelten Assistenzsystemen hätten sich Markt und Technologie anders entwickelt als zu Beginn der Zusammenarbeit erwartet. Zu vertraulichen Gesprächen äußere man sich nicht.

VW beendet Bosch-Allianz zum autonomen Fahren
06:56 Uhr

Tech-Sorgen werden nicht kleiner

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Sorgen um die Bewertungen im Technologiesektor belasten die asiatischen Börsen. An der Börse Tokio gibt der Nikkei-Index 0,7 Prozent auf 68.869,43 Punkte nach und der breiter gefasste Topix bleibt fast unverändert bei 3960,38 Zählern. Der Shanghai Composite verliert 0,2 Prozent auf 4017,21 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,2 Prozent auf 4856,19 Punkte.

Für Verunsicherung sorgt der Handelsstreit zwischen Peking und Tokio. Das chinesische Handelsministerium setzte 20 japanische Einrichtungen, darunter Töchter von Mitsubishi und Fujitsu, auf eine Exportkontrollliste und warf Japan eine "Remilitarisierung" vor. Zudem drücken Sorgen über hohe Bewertungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) auf Technologiewerte, die zu den Verlierern zählen. Es gebe eine wachsende Unsicherheit darüber, "wann sich diese Investitionen in einem Gewinnwachstum niederschlagen, das die aktuellen Bewertungen rechtfertigt", erklärt Marktanalyst Tony Sycamore von IG. Anleger schichteten stattdessen in kleinere, zyklischere Segmente um, die zu den Gewinnern gehörten.

Tech-Sorgen werden nicht kleiner
06:38 Uhr

Japan will Wirtschaftswachstum verdoppeln

Die japanische Regierung will das reale Wirtschaftswachstum auf mehr als ein Prozent pro Jahr steigern und damit das aktuelle Tempo mehr als verdoppeln. Dies geht aus dem Entwurf für einen langfristigen Wirtschaftsplan hervor. Das Ziel eines dauerhaften Wachstums solle "so früh wie möglich" erreicht werden, hieß es. Zudem werde ein nominales Wachstum von mehr als drei Prozent angestrebt. Damit will Ministerpräsidentin Sanae Takaichi die Wirtschaft des Landes ankurbeln. In den vergangenen fünf Jahren lag das reale Wachstum in Japan im Durchschnitt bei 0,4 Prozent.

Japan will Wirtschaftswachstum verdoppeln
06:18 Uhr

Das ist los im frühen Devisengeschäft

Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen in den USA stützt den Dollar, während die Furcht vor Interventionen der Regierung in Tokio den Yen in der Nähe eines 40-Jahrestiefs hält. Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 161,77 Yen und legt leicht auf 6,7972 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8094 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1388 Dollar und zieht leicht auf 0,9220 Franken an.

Das ist los im frühen Devisengeschäft
05:59 Uhr

Ist der Tech-Absturz zu stoppen?

An der Frankfurter Börse dürften die Anleger auch in dieser Handelswoche wachsam bleiben. Im Fokus stehen dabei weiter Sorgen über die Geldpolitik und die weiteren Entwicklungen in der KI-Branche. "Von einer Sommersorglosigkeit kann keine Rede sein", sagt Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Anleger dürften auf der Suche nach dem Kompass in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld bleiben." In der alten Woche blieb der Weg für den Dax zurück über die Schwelle von 25.000 Punkten steinig. Trotz der geopolitischen Entspannung im Nahen Osten und sinkender Ölpreise wagten sich die Investoren kaum aus der Deckung. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag mit 24.671 Punkten rund ein Prozent unter dem Vorwochenschluss.

Für Verunsicherung sorgte zuletzt eine Verkaufswelle bei KI- und Halbleiterunternehmen. Angesichts der Spekulationen über eine bevorstehende Zinserhöhung der US-Notenbank zeigten sich Anleger zunehmend besorgt über die hohen, schuldenfinanzierten Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI). Analysten bezeichneten den jüngsten Ausverkauf im US-Techsektor allerdings als nicht überraschend, angesichts des Ausmaßes der zuvor angehäuften Kursgewinne. Ob die Käufer zurückkehren, dürfte von den Gewinnen der Technologieunternehmen und den Aussichten für die US-Wirtschaft abhängen.

Das Highlight in dieser Konjunkturdatenwoche ist der US-Arbeitsmarktbericht, der an einem Donnerstag und damit einen Tag früher als sonst veröffentlicht wird. Denn am Freitag bleiben die Börsen in den USA wegen des bevorstehenden Feiertags Independence Day am 4. Juli geschlossen. Die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten hat nach einer schwächeren Phase zuletzt drei Monate hintereinander kräftig zugelegt. Für Juni dürften erneut solide Zahlen gemeldet werden, prognostiziert Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer.

Der Experte zeigt sich jedoch zurückhaltend. "Ähnlich wie wir die schlechteren Zahlen im Herbst relativiert hatten, sehen wir die jüngste mancherorts herrschende Begeisterung nach den letzten Berichten als etwas übertrieben an", sagt er. "Das Gesamtbild des US-Arbeitsmarktes erscheint uns als solide, aber auch nicht mehr." Am Mittwoch könnten die ADP-Daten zur Privatwirtschaft bereits einen Vorgeschmack auf die offiziellen Jobdaten liefern. Sollte sich der Stellenmarkt wie schon im Mai besser als erwartet entwickeln, könnte das die letzten noch bestehenden Hoffnungen auf sinkende Zinsen zerstören.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.

Ist der Tech-Absturz zu stoppen?