Der Börsen-Tag
9. März 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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11:21 Uhr

Sentix-Indizes brechen ein

Der Iran-Krieg lässt den Konjunkturoptimismus von Investoren für die Eurozone und deren größte Volkswirtschaft Deutschland einbrechen. Das Stimmungsbarometer für die Währungsunion sank im März um 7,3 Punkte auf minus 3,1 Zähler, wie die Beratungsfirma Sentix zu ihrer monatlichen Umfrage unter 1055 Anlegern mitteilte. Ökonomen hatten sogar mit einem stärkeren Rückgang auf minus 5,0 Punkte gerechnet, nachdem es zuvor drei Anstiege in Folge gegeben hatte. Das Barometer für Deutschland brach ebenfalls ein, und zwar um 5,2 auf minus 12,1 Punkte.

Steht-die-Ampel-fuer-die-Konjunktur-weiter-auf-rot

"Auch die US-Konjunktur bekommt den Gegenwind zu spüren", erklärte Sentix. Hier ging das Barometer von 12,7 auf 7,2 Punkte zurück, nachdem es zuvor mehrere Monate in Folge gestiegen war. "Die Anleger führen die Belastung der US-Wirtschaft vor allem auf die schwächere globale Nachfrage zurück, die durch geopolitische Spannungen und den Ölpreisschock ausgelöst wurde", sagte Hussy.

Sentix-Indizes brechen ein
11:02 Uhr

Bafin warnt vor Risiken bei offenen Immobilienfonds

Die Finanzaufsicht Bafin sieht Risiken für Privatanleger bei offenen Immobilienfonds. "Offene Immobilienfonds sind legitime Produkte", sagte Bafin-Chef Mark Branson der "Süddeutschen Zeitung". Entscheidend sei jedoch, ob sie richtig und fair verkauft würden. "Beratung ist eben nicht immer Beratung, oft ist es vertriebsgetriebener Verkauf", sagte Branson.

Lange galten offene Immobilienfonds als stabile Anlagen. Vor allem Volksbanken und Sparkassen vertreiben sie in großem Stil an Privatanleger - häufig in der niedrigsten Risikokategorie. Dabei besteht die Gefahr, dass Fonds schließen müssen: Zuletzt verweigerten zwei kleinere Immobilienfonds die Rücknahme von Anteilen. In solchen Fällen bleibt Anlegern nur, abzuwarten oder ihre Anteile an der Börse zu verkaufen. Dabei drohen aber deutliche Verluste. Auf die Frage, ob er weitere Fondsschließungen ausschließen könne, sagte Branson: "Das kann ich nicht. Bei kleineren Immobilienfonds gibt es ein erhöhtes Risiko."

Bafin warnt vor Risiken bei offenen Immobilienfonds
10:38 Uhr

Iran-Krieg sorgt auch für Kursmassaker bei Chipwerten

Die Aktien von Halbleiterunternehmen stehen unter Druck, weil sich die Anleger auf tiefgreifendere wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Krieges einstellen. Die Aktien des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML Holding und seines kleineren Konkurrenten ASM International fallen um fünf beziehungsweise 3,3 Prozent. Die Aktie des deutschen Chipherstellers Infineon gibt um 4,1 Prozent nach. STMicroelectronics - das Unternehmen beliefert Apple, Samsung Electronics und Tesla - gibt um 2,6 Prozent nach. Die Kursverluste in Europa folgen auf Verluste bei asiatischen Aktien wie TSMC, deren Aktie 4,2 Prozent niedriger schloss. Die Aktie des südkoreanischen Speicherchipherstellers SK Hynix - der Nvidia beliefert - schloss 9,5 Prozent niedriger.

Iran-Krieg sorgt auch für Kursmassaker bei Chipwerten
10:19 Uhr

Spritpreise steigen nicht mehr so schnell

Der Anstieg der Spritpreise hat sich zuletzt verlangsamt. Zwar verteuerten sich Benzin und Diesel über das Wochenende weiter, die Preiszuwächse waren zuletzt aber nicht mehr so stark wie in der vergangenen Woche, wie Zahlen des ADAC zeigen. So war ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags nur 0,7 Cent teurer als am Samstag. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich sogar nur um 0,4 Cent. Mit 2,117 Euro pro Liter war Diesel allerdings am Sonntag 37,1 Cent teurer als am Tag vor Kriegsbeginn. Bei E10 waren es 1,984 Euro pro Liter und 20,6 Cent Unterschied.

Die ersten Zahlen von heute deuten - trotz des gestiegenen Ölpreises - bisher eher nicht in Richtung eines starken Anstiegs beim Sprit. In der üblichen Preisspitze am Morgen ging es bei Diesel bis auf 2,177 Euro, bei E10 bis auf 2,043 Euro. Diesel war damit nur um 0,4 Cent teuer als zum selben Zeitpunkt am Sonntag, E10 sogar um 1,1 Cent billiger. Da die Spritpreise zuletzt aber von ihren üblichen Bewegungen teilweise abwichen, ist unklar, ob diese Tendenz im weiteren Tagesverlauf anhält.

Spritpreise steigen nicht mehr so schnell
09:54 Uhr

Butterpreis steigt wieder

Nun wird in Deutschland auch noch die Butter wieder teurer. Discounter und Supermärkte haben ihre Preise erhöht. Das ergab eine dpa-Umfrage unter großen Lebensmittelhändlern. Ein 250-Gramm-Päckchen Deutscher Markenbutter der Eigenmarken kostet jetzt 1,19 Euro statt bisher 99 Cent.

Aldi Nord und Lidl begründeten den Schritt auf Nachfrage mit steigenden Einkaufspreisen. Eine Sprecherin von Kaufland sagte: "Unsere Preisgestaltung orientiert sich unter anderem an der jeweiligen Marktsituation, am Wettbewerb sowie an Angebot und Nachfrage." Zuvor hatte die "Lebensmittel Zeitung" bereits darüber berichtet. 

Butterpreis steigt wieder
09:34 Uhr

Firmen fahren Produktion überraschend herunter

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion zu Jahresbeginn überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Januar zusammen 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte es einen Rückgang von revidiert 1,0 (bisher: -1,9) Prozent gegeben. Die Industrie allein stellte im Januar 2,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Sie hatte in den letzten Monaten des vergangenen Jahres deutlich mehr Neuaufträge an Land gezogen, begünstigt zuletzt auch durch große staatliche Bestellungen für die Aufrüstung. Die Hersteller von Metallerzeugnissen fuhren ihre Produktion mit minus 12,4 Prozent besonders stark herunter.

"Der Funke aus volleren Auftragsbüchern ist auf die Produktion noch nicht übergesprungen", meinte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Nach dem schwachen Vormonat zeigt sie keine Erholung. Zentral bleibt, dass die volleren Auftragsbücher in einen Produktionsanstieg münden. Ob Kapazitäten von Unternehmen aber einfach hochgefahren werden, ist unklar. Das liegt insbesondere auch an der politischen Unsicherheit. Unternehmen sind auch deshalb weiterhin weniger bereit, Beschäftigte zu halten. Durch den Iran-Konflikt ist neuer Druck für Lieferketten und Margen entstanden. Das Ziel bleibt es, mit dem Fiskalpaket einen Kapazitätseffekt zu erreichen."

Firmen fahren Produktion überraschend herunter
09:30 Uhr

"Ausmaß ein Schock": Industrieaufträge brechen ein

Die deutsche Industrie hat zum Jahresauftakt ein drastisches Auftragsminus verbucht. Das Neugeschäft sank im Januar um 11,1 Prozent zum Vormonat und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 4,5 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte es mit 6,4 Prozent - dank Rückenwind durch Großaufträge - noch ein kräftiges Plus gegeben. Klammert man Großbestellungen aus, lagen die Aufträge zum Jahresstart nur leicht mit 0,4 Prozent im Minus.

"Der Rückgang war erwartbar, er ist vom Ausmaß her ein Schock", kommentierte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. "Zuletzt waren viele Großaufträge vergeben worden, die jetzt fehlen." An der moderaten Belebung der Auftragslage ändere sich zunächst nichts. Das Fiskalpaket der Bundesregierung dürfte auch in den nächsten Monaten für Impulse sorgen. "Die volleren Auftragsbücher sollten die Produktion über kurz oder lang steigern", sagte der Analyst. "Der Funke muss aber auf Kapazitäten und Beschäftigung erst noch überspringen." Ein Rohölpreis, der für längere Zeit über 100 Dollar je Barrel liege, bremse die Erholung.

"Ausmaß ein Schock": Industrieaufträge brechen ein
09:09 Uhr

Dax kämpft um die nächste Marke

Am Freitag vor einer Woche geht der Dax mit 25.254 Punkten ins Wochenende. Vergangenen Freitag schließt der deutsche Börsenleitindex dann mit 23.591 Zählern. Aber ein Ende des Absturzes scheint noch nicht in Sicht: Zum Start ins heutige Geschäft liegt der Dax im Bereich von 22.970 Punkten.

ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf verweist auf den Krieg im Nahen Osten und die damit einhergehenden, zuletzt sogar sprunghaft gestiegenen Ölpreise: "Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zeitweise fast 120 Dollar und damit nahezu ein Viertel mehr als noch am Freitag", erläutert sie. "Dadurch sind bereits die Leitindizes in Japan und Südkorea zwischenzeitlich acht Prozent eingebrochen zum heutigen Wochenstart."

Dax kämpft um die nächste Marke
08:59 Uhr

Airlines sind doppelt gebeutelt

Die Aktien von Luftfahrtgesellschaften werden im Handel als die Hauptverlierer des eskalierenden Krieges im Nahen Osten gesehen. Diese würden gleich von zwei Seiten in die Zange genommen: einerseits durch die erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs und andererseits durch den historisch rapiden Ölpreisanstieg, so Marktteilnehmer.

Airlines sind doppelt gebeutelt
08:39 Uhr

Ölpreis von 150 Dollar ist möglich 

Die jüngste Entwicklung der Ölpreise vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs lässt die Aktienkurse an den Börsen in Ostasien und Australien einbrechen. Mit den Ölpreisen geht es nochmals rasanter als zuletzt bereits nach oben. Erstmals seit 2022 kostet das Barrel Öl wieder mehr als 100 Dollar. Aktuell verteuert sich Brent-Öl um 20 Prozent auf 111 Dollar, phasenweise betrug der Anstieg sogar rund 30 Prozent. Der fortgesetzte Anstieg der Ölpreise schürt Inflationssorgen, was an den Börsen für Verkäufe sorgt. Dazu kommen Sorgen vor Störungen in den Lieferketten.

Unter den Börsen der Region sackt der südkoreanische Aktienmarkt um 6,0 Prozent ab. In Tokio fällt der Topix um 4,4 Prozent. Besser halten sich die chinesischen Börsen. In Hongkong gibt der Hang-Seng-Index um 2,4 Prozent nach. Die Börse in Schanghai liegt "nur" 0,9 Prozent im Minus. Überraschend stark gestiegene chinesische Verbraucherpreise im Februar belasten nicht, sie werden tendenziell eher als Belebungsanzeichen der mauen Konjunktur gewertet. Beobachter sprechen außerdem von einem Sondereffekt aufgrund des chinesischen Neujahrsfests.

Gestern hatten israelische Streitkräfte vier Öllager in Teheran bombardiert, was eine dichte Rauchwolke über der Stadt zur Folge hatte. Im Gegenzug griff der Iran eine Wasserentsalzungsanlage in Bahrain an. Auch Ziele in Israel wurden angegriffen. Derweil meldete das iranische Staatsfernsehen, dass der Sohn des getöteten Ayatollah Chamenei, Modschtaba, zu dessen Nachfolger ernannt worden sei.

Analysten äußern sich indessen besorgt über die möglichen Folgen der drastisch gestiegenen Ölpreise für die Wirtschaft. Wenn die Straße von Hormus, ein wichtiger Transportweg für Öl, länger nicht passierbar sei, könnte der Preis für ein Barrel Öl auf 150 Dollar oder sogar höher steigen, heißt es von Price Futures Group. Wegen der iranischen Angriffe auf Schiffe in der Meerenge, die Öltransporte praktisch unmöglich macht, haben einige Ölförderländer in der Region, etwa Kuweit, die Förderung gedrosselt, da ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind. US-Präsident Trump hat zwar bis zu 20 Milliarden Dollar an Rückversicherung für Tankschiffe angeboten, die die Passage wieder aufnehmen, doch vermag dies die Anleger bislang nicht zu überzeugen.

Ölpreis von 150 Dollar ist möglich 
08:21 Uhr

Europas Banken holen zur US-Konkurrenz auf

Europas führende Banken haben im Vergleich zur US-Konkurrenz im vergangenen Jahr etwas aufgeholt. Während die zehn größten europäischen Institute ihren Gewinn in Summe binnen Jahresfrist um fast acht Prozent steigern konnten, verzeichneten ihre Wettbewerber in den Vereinigten Staaten um rund neun Prozent rückläufige Ergebnisse. Das hat das Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY errechnet.

Dennoch lag der kumulierte Nettogewinn der Top-10 in den USA mit umgerechnet knapp 164 Milliarden Euro um fast 80 Prozent höher als bei den nach der Bilanzsumme zehn größten Banken in Europa, die zusammen auf rund 92 Milliarden Euro kamen. In allen Jahren der vergangenen Dekade lagen die US-Banken vorn.

Die jüngste Analyse zeige jedoch, dass die Zollpolitik der US-Regierung nicht spurlos an den US-Banken vorbeigehe, erläutert EY-Partner Ralf Eckert. Die Kreditqualität habe sich im zweiten Jahr in Folge spürbar verschlechtert. "Dennoch bleibt festzuhalten, dass die US-Banken ihren europäischen Peers in wichtigen Kennzahlen weiterhin überlegen sind - wenn auch nicht mehr so deutlich wie in der jüngeren Vergangenheit", ordnet Eckert ein.

Europas Banken holen zur US-Konkurrenz auf
08:02 Uhr

Wie tief stürzt der Dax?

Europas Börsen dürften zu Handelsbeginn einbrechen. Der Preis für Brent ist über das Wochenende vor dem Hintergrund der anhaltenden beiderseitigen militärischen Gewalt im Iran-Krieg um bis zu 30 Prozent auf knapp 120 Dollar gestiegen - der stärkste Anstieg aller Zeiten. Aktuell kostet das Barrel etwa 110 Dollar. In Asien brechen die Börsen ein, aktuell um bis zu gut sechs Prozent in Seoul. Die Renditen an den Anleihemärkten schnellen nach oben.

Die haussierenden Energiepreis schüren Stagflationsängste, den Zentralbanken wären in einem solchen Szenario weitgehend die Hände gebunden. An den Märkten werden entsprechend Zinssenkungserwartungen zunehmend ausgepreist. Laut Medienberichten wollen die Finanzminister der G7-Staaten zusammenkommen, um über eine Freigabe der strategischen Ölreserven zu sprechen.

Wie tief stürzt der Dax?
07:44 Uhr

Südkorea will Spritpreise deckeln

Als Reaktion auf den Ölpreis-Schock will Südkorea die Spritpreise im Inland erstmals seit fast 30 Jahren deckeln. Die Regierung werde ein System von Höchstpreisen für Erdölprodukte "schnell und entschlossen umsetzen", sagte Präsident Lee Jae Myung bei einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts.

Der Ölpreis ist infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen - ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte. Zeitweise stieg der Preis sogar auf 111 Dollar pro Barrel.

Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Seit Beginn des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus inzwischen auf rund 50 Prozent: Ende Februar lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel.

Südkorea will Spritpreise deckeln
07:28 Uhr

Airline-Kurse schmieren ab

Steigende Ölpreise und der eskalierende Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran haben die Aktien von Fluggesellschaften in Asien stark belastet. Die Papiere von Qantas, Air New Zealand, Cathay Pacific, Japan Airlines, Korean Air Lines sowie der großen chinesischen Fluggesellschaften China Southern und China Eastern fielen zwischen vier und mehr als zehn Prozent. Der Ölpreis war um 20 Prozent in die Höhe geschnellt und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2022. Dies nährt Befürchtungen vor einer Angebotsverknappung und längeren Lieferunterbrechungen.

Treibstoff ist nach den Personalkosten der zweitgrößte Kostenfaktor für Fluggesellschaften und macht in der Regel ein Fünftel bis ein Viertel der Betriebskosten aus. "Wenn der Rohölpreis um 20 Prozent steigt, steigt der Kerosinpreis noch stärker, da er noch knapper ist", sagte Subhas Menon, Leiter des Verbands der Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum. Dies führe zu erheblichen Mehrkosten. Der unabhängige Luftfahrtanalyst Brendan Sobie erklärte, das Umfeld für die Fluggesellschaften sei bereits vor der Krise im Nahen Osten schwierig gewesen. "Diese bereits hohe Unsicherheit hat nun noch weiter zugenommen", sagte er.

Die Krise hat weitreichende Folgen für den Flugverkehr. Dem Datenanbieter Cirium zufolge wurden zwischen dem 28. Februar und dem 8. März mehr als 37.000 Flüge von und nach Nahost gestrichen. Gestrandete Passagiere zahlen hohe Summen, um die Region zu verlassen. Australien hat die Familienangehörigen von Diplomaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgefordert, das Land zu verlassen. Der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu sagte, Flüge von Turkish Airlines und anderen Gesellschaften in den Irak, nach Syrien, in den Libanon und nach Jordanien seien bis zum 13. März gestrichen worden. Die USA haben nach Angaben des Außenministeriums seit letzter Woche Tausende von US-Bürgern mit Charterflügen ausgeflogen.

Airline-Kurse schmieren ab
07:09 Uhr

Musks X hat noch eine Woche 

Elon Musks Unternehmen X hat noch eine Woche Zeit. 120 Millionen Euro Strafe sind dann fällig - und Korrekturvorschläge für die eigene Plattform. Die EU-Kommission hatte das soziale Netzwerk dazu verdonnert, weil sich die Firma laut Brüssel nicht an das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) hält.

Die Entscheidung sorgt für Spannungen mit der US-Regierung. Washington wirft der EU Zensur vor. Der DSA sei zudem wettbewerbsfeindlich, kritisierte Präsident Donald Trump. Die Europäische Kommission verteidigt ihr Vorgehen: Ziel sei, das Internet zu einem sicheren Ort für die Bürgerinnen und Bürger der EU zu machen. Deswegen ermittelt sie auch gegen andere Online-Riesen wie Tiktok, Meta, Shein, Temu und diverse Pornoseiten.

Musks Plattform X ist die erste und bisher einzige, die unter dem DSA eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen hat. Im Dezember verhängte die EU-Kommission die Millionenstrafe, unter anderem weil die Authentifizierung von Nutzerkonten durch den weißen Verifizierungshaken auf blauem Grund irreführend sei. Man könne glauben, dass hinter den Konten mit den Häkchen echte, verifizierte Nutzer stehen. X geht gegen die Entscheidung bereits rechtlich vor.

Nach Skandalen um die Fälschung und Sexualisierung von Bildern durch die Künstliche Intelligenz Grok, die auf X angeboten wird, eröffneten die Brüsseler Internetwächter eine weitere Ermittlung. Nutzerinnen und Nutzer in der EU seien gefährdet worden. Bewiesen sind diese Vorwürfe allerdings noch nicht abschließend - X bleibt also auch das Recht, sich zu verteidigen.

Musks X hat noch eine Woche 
06:52 Uhr

"Chaos an den Finanzmärkten" 

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten und ein starker Anstieg der Ölpreise lösen eine Talfahrt an den asiatischen Börsen aus. Der Ölpreis war zuvor um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2022. Dies schürt Ängste vor einer steigenden Inflation, einer Konjunkturabschwächung und längeren Lieferunterbrechungen.

Hintergrund ist der sich ausweitende Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite. Dies weckt die Sorge vor Lieferengpässen und längeren Unterbrechungen der Transporte durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Die Spannungen verschärften sich, nachdem der Iran Mojtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters, Ajatollah Ali Chamenei, als Oberster Führer ernannte. Dies signalisiert, dass die Hardliner in Teheran die Kontrolle behalten.

"Dieses Chaos an den Finanzmärkten: Es dreht sich alles um die Straße von Hormus", sagt Ed Yardeni von Yardeni Research. "Bis dahin dürften die Finanzmärkte zunehmend ein Stagflationsszenario im Stil der 1970er Jahre befürchten." Der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, rechnet kurzfristig mit einem Preisanstieg in Richtung 120 Dollar je Barrel. Sollte der Konflikt andauern, könnte der Ölpreis auch nachhaltig über 120 Dollar steigen und eine globale Rezession auslösen.

In Tokio gibt der Nikkei-Index 6,9 Prozent auf 51.782,39 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 5,3 Prozent niedriger bei 3521,27 Zählern. Der Shanghai Composite verliert 1,1 Prozent auf 4077,68 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 1,6 Prozent auf 4583,46 Punkte.

"Chaos an den Finanzmärkten" 
06:35 Uhr

Das ist los im frühen Devisengeschäft

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,7 Prozent auf 158,88 Yen und legt 0,4 Prozent auf 6,9214 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,7 Prozent höher bei 0,7813 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,9 Prozent auf 1,1513 Dollar und gibt um 0,2 Prozent auf 0,8997 Franken nach.

Das ist los im frühen Devisengeschäft
06:17 Uhr

Ölpreise schießen 20 Prozent nach oben

Der Ölpreis steigt angesichts des nicht absehbaren Endes des Iran-Kriegs weiter kräftig an. US-Öl WTI kostet rund 20 Prozent mehr als am Freitag und wurde mit 111,24 Dollar pro Fass (159 Liter) gehandelt. Die Sorte Brent verteuert sich in ähnlichem Umfang bis auf 111,14 Dollar. Vor dem Beginn des Krieges vor rund einer Woche hatte Brent noch rund 73 Dollar gekostet - damit ist der Preis seitdem um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Ölpreise schießen 20 Prozent nach oben
06:00 Uhr

Droht ein Inflationsschock?

Nach dem Schock des Irankriegs müssen sich die Dax-Anleger auch in der neuen Woche auf weitere Turbulenzen einstellen. Der Angriff Israels und der USA auf den Iran hat zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise geführt und deutliche Spuren auf den Finanzmärkten hinterlassen. Der Dax verlor auf Wochensicht rund sieben Prozent. Zwar besserte sich die Stimmung zuletzt etwas, doch Strategen warnen vor verfrühtem Optimismus. "Der Konflikt dauert weiterhin an, und es gibt keine eindeutigen Anzeichen dafür, dass eine bedeutende Deeskalation eingesetzt hat", sagt Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker StoneX. Die Börsen seien immer noch sehr nachrichtengetrieben.

"Je länger der Krieg dauert, umso größer werden die wirtschaftlichen Auswirkungen sein", so die Experten der Helaba. Die derzeitige Tendenz an den Finanzmärkten könnte sich demnach noch beschleunigen. Dabei bestehe das größte wirtschaftliche Risiko aktuell in der faktischen Unpassierbarkeit der Straße von Hormus, was sowohl die Preise für Flüssiggas als auch für Brentöl auf Höchststände getrieben hat. Der Tankerverkehr durch die Meerenge vor der iranischen Küste, über die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, ist angesichts Sicherheitsbedenken von Reedern und Händlern nahezu zum Erliegen gekommen.

Die Experten der Commerzbank gehen in ihrem Basisszenario weiter davon aus, dass der Krieg und damit die Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus in wenigen Wochen zu Ende gehen. Angesichts des von der US-Regierung und der israelischen Regierung immer wieder genannten Ziels eines "Regime-Wechsels" bestehe allerdings das Risiko, dass sich die Angriffe der USA und Israels über einige Monate hinziehen und damit auch den Transport von Öl und Gas länger behindern würden.

Die Ängste vor Energieengpässen mit steigenden Preisen und neuen Inflationswellen dürften die Anleger damit auch in dieser Woche begleiten. Wie es um die Teuerung in China bestellt ist, werden die heutigen Februar-Daten zeigen, gefolgt von Deutschland am Dienstag. Dann stehen auch die US-Verbraucherpreise an. Am Freitag blicken die Investoren dann auf die Veröffentlichung des Preisindexes für die persönlichen Konsumausgaben - dem bevorzugten Inflationsindikator der Federal Reserve. Bei den Unternehmen stehen in dieser Woche etliche Bilanzen an, unter anderem von Gea, VW, Henkel, Porsche und Rheinmetall.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Droht ein Inflationsschock?