Donnerstag, 24. August 2017Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:50 Uhr

Autowerte schieben - Dax schließt mit Mini-Plus

Der deutsche Leitindex kann seine Gewinne vom Nachmittag nicht in den Feierabend retten. Die Autowerte Daimler, BMW und Volkswagen sorgen gerade mal für ein knappes Plus.

Dax
Dax 13.137,70

Der Dax schließt 0,05 Prozent höher bei 12.180 Punkten. Sowohl MDax, als auch TexDax landen dagegen im Minus.

Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,2 Prozent.

Die Wall Street verliert am Abend ebenfalls etwas an Boden.

Gestützt wurden Dax & Co vor allem durch die starken Kursgewinne bei den Autowerten. Hintergrund waren Berichte über Umstrukturierungen in der Branche Kurse.

Daimler
Daimler 50,99

Spekulationen auf einen Umbau bei Daimler trieben die Aktie des Autobauers mit plus 1,4 Prozent die Dax-Spitze. Damit notiert das Papier derzeit auf Fünf-Wochen-Hoch.

Das "Manager Magazin" berichtete von einer neuen Holding-Struktur der Stuttgarter. Anlegern gefielen dabei besonders die in dem Bericht genannten möglichen Teilbörsengänge, wie ein Händler sagte.

Dazu mehr hier.

Auch beim italienischen Autobauer FiatChrysler wetteten Investoren auf Wertsteigerungen, nachdem die Nachrichtenagentur "Bloomberg" von möglichen Auslagerungen der Marken Maserati und Alfa Romeo sowie des Komponentengeschäftes berichtet hatte. Das trieb die Aktien in Mailand um 6,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 12,92 Euro.

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Das Zocken mit Tulpenzwiebeln gilt als die Mutter aller Spekulationsblasen.

(Foto: picture alliance / Federico Gamb)

Damit möchte ich mich für heute von Ihnen verabschieden.

Als Lesetipp für den Feierabend lege ich Ihnen noch einen Text meines Kollegen Jan Gänger ans Herz: Schon mal vom Tulpenfieber gehört? Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hatte.

Morgen geht es an dieser Stelle weiter - in neuer Frische.

16:59 Uhr

Wer ist der reichste Deutsche?

The winner is: Lidl-Gründer Dieter Schwarz.

Schaeffler Vz
Schaeffler Vz 9,53

Nach Berechnungen des Wirtschaftsmagazins "Bilanz" soll hochgerechnet ein Vermögen von 37 Milliarden Euro besitzen.

Auf Rang zwei folgt den Schätzungen zufolge die Familie Reimann mit 30 Milliarden Euro, die im vergangenen Jahr mit der gleichen Summe noch die Rangliste anführte, wie das Magazin berichtet. Die Reimanns stehen unter anderem hinter dem Kaffee- und Teehersteller Jacobs Douwe Egberts und dem Shampoo-Hersteller Wella.

Keines der beiden Familienunternehmen ist börsennotiert.

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Georg F. W. Schaeffler und Maria-Elisabeth Schaeffler

(Foto: picture alliance / dpa)

Das ist erst das Unternehmen auf Platz 3 der Reichenliste. Auf diese Position hat es immerhin die Familie Schaeffler, Eigentümerin des gleichnamigen Maschinenbauers und Autozulieferers sowie Continental-Großaktionär, geschafft.

Den Schätzungen zufolge kommen Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg auf ein gemeinsames Vermögen von 25,5 Milliarden Euro.

16:17 Uhr

Bullen in den USA auf dem Rückzug

Nach einem leicht positiven Auftakt knicken die New Yorker Börsen ein.

S&P 500
S&P 500 3.108,50

Der Dow-Jones-Index kann sich gerade so auf Vortagesniveau bei 21.791 Punkten halten. Der S&P-500 gibt 0,1 Prozent ab, der Nasdaq-Composite notiert auch nur noch 0,2 Prozent höher, 30 Punkte unter seinem Eröffnungskurs.

Hauptthema ist das dreitägige Notenbankertreffen in Jackson Hole, das heute beginnt und das im Vorfeld für viele Spekulationen und Nervosität gesorgt hat. Allerdings wird die für die US-Märkte wichtigste Person, Fed-Chefin Janet Yellen, erst am Freitag dort auftauchen. Auch EZB-Präsident Mario Draghi ist erst dann an der Reihe.

Seinen Tribut fordert derweil zunehmend das Politikchaos in Washington.

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Trump bereitet Börsianern schlechte Laune.

(Foto: REUTERS)

Wie der wöchentlichen AAII Investor Sentiment Survey zu entnehmen ist, ist der Bullenanteil in den USA im Vergleich zur Vorwoche um 6,1 Prozent auf 28,1 Prozent gefallen.

Das Bärenlager ist dagegen um 5,5 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent gestiegen. Damit sind 33,6 Prozent der US-Anleger neutral gestimmt - ein Plus von 0,6 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche.

15:34 Uhr

Air Berlin: Lufthansa bietet wohl mindestens 100 Millionen

Air-Berlin-Meldungen im Stundentakt:

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Die 140 Maschinen große Flotte von Air Berlin könnte auf Lufthansa, den Ferienflieger Condor und die britische EasyJet aufgeteilt werden.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Die Lufthansa hat einem Insider zufolge für die Übernahme eines großen Teils der insolventen Air Berlin einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag geboten. "Es geht um Niki und weitere Flugzeuge, insgesamt bis zu 90", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

In dem Konzept, das am Vortag dem Gläubigerausschuss von Air Berlin zugegangen sei, werde ein niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Betrag dafür geboten.

Zudem werde darin dargelegt, wie der Übergang der Start- und Landerechte sowie der Betriebsgenehmigungen rechtlich geregelt werden könne.

15:19 Uhr

Wall Street dürfte vor Jackson-Hole-Treffen zulegen

Nach den Verlusten am Vortag deuten die Futures auf die Aktienindizes wieder auf ein Plus zum Start hin.

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Schaukelbörse ist angesagt.

(Foto: AP)

Hauptthema ist das dreitägige Notenbankertreffen in Jackson Hole, das in wenigen Stunden beginnt und das im Vorfeld viele Spekulationen und Nervosität hervorgebracht hat. Allerdings wird die für die US-Märkte wichtigste Person, Fed-Chefin Janet Yellen, erst am Freitag dort auftauchen. Auch EZB-Präsident Mario Draghi ist erst dann an der Reihe.

 "Die Märkte hoffen auf einen Wandel der Stimmung weg von der jüngsten Risikoscheu", sagt Chefvolkswirtin Michala Marcussen von der Societe Generale. Enttäuschungen seien jedoch möglich. 

S&P 500
S&P 500 3.108,50

Stimmungsaufhellend wirkt, dass es aktuell keine neuen Querschüsse aus dem Weißen Haus gibt. Am Vortag hatten radikale Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko und zur Freihandelszone Nafta die Börsianer verschreckt.

Hier mehr dazu.

Wenig Impulse bringen die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt, die nahe an den Prognosen lagen. Kurz nach Börsenstart werden noch nach Daten vom Immobilienmarkt veröffentlicht.

14:33 Uhr

Wer rettet Air Berlin? Wöhrl sieht "Trendwende"

Das Ringen um Air Berlin geht hinter den Kulissen weiter: Offenbar hat sich nun auch die Intro GmbH des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl stark gemacht.

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Hans Rudolf Wöhrl hat die Bundesregierung scharf kritisiert.

(Foto: picture alliance / Dirk Borm/WDR)

Sie ist für die kommmende Woche zu einem Sondierungsgespräch eingeladen, wie Wöhrl mitteilt. Er spricht von einer "sehr erfreulichen Trendwende" im Insolvenzverfahren der Fluggesellschaft.

Die von Wöhrl zusammen mit Partnern gegründete Intro GmbH hatte ihr Interesse an einer Komplettübernahme von Air Berlin bereits geäußert. Dies war von Bundesregierung und anderen Beteiligten jedoch bislang ablehnend aufgenommen worden.

Die hochverschuldete Fluggesellschaft habe als Ganzes keine Zukunft, hieß es. Wöhrl kritiserte seinerseits ein "abgekartetes Spiel" zugunsten des Marktführers Lufthansa bei der Aufteilung von Air Berlin.

Die Einladung zu dem Sondierungsgespräch wertete Wöhrl nun als einen "guten Tag für Air Berlin". Für die Beschäftigten ist er das sicher. Ein Teil schwärmt aus Frust bereits aus.

14:14 Uhr

HelloFresh denkt wieder an Börsengang

Food-Aktien haben sich als eher schwer verdaulich erwiesen. Trotzdem denkt der Lebensmittel-Versender HelloFresh jetzt wieder über einen Börsengang nach.

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Rocket Internets wichtigstes Portfoliounternehmen HelloFresh könnte schon im September an die Börse gehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir halten uns alle Optionen offen", erklärt der Chef des Berliner Unternehmens, Dominik Richter, dem "Manager Magazin". Der Misserfolg des US-Konkurrenten Blue Apron am Aktienmarkt stört ihn dabei offenbar nicht.

"Der Blue-Apron-Börsengang hat für uns nur bedingt Aussagekraft. Wir spielen in einer ganz anderen Liga." HelloFresh sei in neun Ländern auf drei Kontinenten etabliert und wachse inzwischen bei geringeren Verlusten stärker als Blue Apron.

Die zu zehn Dollar ausgegebenen Blue-Apron-Aktien haben in zwei Monaten an der New Yorker Börse fast die Hälfte ihres Wertes verloren.

HelloFresh gilt bei Investmentbankern als Börsenkandidat für diesen Herbst. Die Pläne dürften sich nach der Bundestagswahl am 24. September materialisieren. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen, an dem der Startup-Investor Rocket Internet 53 Prozent hält, entsprechende Pläne wieder begraben.

Hier unsere Erkenntnisse zu Food-Aktien.

13:54 Uhr

Seafood zum Mittag: Aktien von Lachs-Züchtern in Not

Aktien norwegischer Lachs-Züchter stehen gewaltig unter Druck. Die Papiere von Grieg Seafood, Marine Harvest und Leroy Seafood fallen an der Osloer Börse um jeweils vier bis knapp sieben Prozent.

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Jeden Tag werden weltweit 14 Millionen Mahlzeiten mit norwegischem Lachs aus Aquakultur serviert.

(Foto: picture alliance / Holger Hollem)

Schuld sind angeblich Probleme mit Algen und Schädlingen.

Alle drei Unternehmen müssen ihre Produktionsziele für dieses Jahr herunterfahren. Das größte operative Risiko für diese Firmen bestehe in ökologischen Entwicklungen, heißt es.

Dieses Jahr müsse mehr Geld für die Läuse-Prävention ausgegeben werden, wie Leroy Seafood mitteilt.

13:24 Uhr

Insider: Condor greift nach Air-Berlin-Fliegern

Wer kriegt was von Air Berlin? Es sickern immer mehr Informationen durch, wie die Pleite-Aitline filetiert werden könnte. Der Ferienflieger Condor peilt demnach laut einem Insider die Übernahme von mindestens zehn Flugzeugen an.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Thomas-Cook-Tochter sei dabei, ein konkretes Angebot für eine zweistellige Anzahl von Maschinen zu erstellen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Condor sei vor allem an der Kurz- und Mittelstrecke interessiert, denkbar seien aber auch Langstreckenflugzeuge. Ein Sprecher von Thomas Cook wollte das nicht kommentieren. Er bekräftigte lediglich, Condor stehe bereit, eine "aktive Rolle" zu spielen.

Lufthansa bietet Insidern zufolge für 90 der insgesamt 140 Air-Berlin-Maschinen. Neben Lufthansa und Condor gilt der britische Billigfluganbieter Easyjet als Kandidat, einen Teil von Air Berlin zu übernehmen.

13:08 Uhr

Gerüchte beflügeln Fiat-Aktie: plus 5 Prozent

Marktbewegende Nachrichten gibt es auch aus Italien: Dort beflügeln Spekulationen auf einen Unternehmensumbau den Aktienkurs von Fiat. Die Papiere steigen in Mailand über 5 Prozent.

Fiat Chrysler (Euro)
Fiat Chrysler (Euro) 13,44

Laut Händlern gibt es mehr als nur Hoffnungen auf einen Verkauf der Jeep-Sparte an die chinesische Great Wall. "Möglicherweise spaltet Fiat noch viel mehr ab", so ein Händler mit Verweis auf Berichte zu Maserati und Alfa. "Das könnte den Konglomeratsabschlag auf die einzelnen Sparten beseitigen und Aktienwerte heben".

Das angebliche Kaufangebot des chinesischen SUV-Bauers hatte die Fiat-Chrysler-Aktie Anfang der Woche bereits auf ein 19-Jahres-Hoch steigen lassen. Doch die Italo-Amerikaner dementieren.

12:41 Uhr

Air-Berlin-Mitarbeiter bewerben sich im Pulk

Das Drama um die insolvente Air Berlin ist vor allem für die Beschäftigten eine qualvolle Hängepartie. Zu welchen Bedingungen werden sie künftig arbeiten?

Air Berlin
Air Berlin ,01

Angesichts ihrer ungewissen beruflichen Zukunft nehmen 60 Mitarbeiter - inklusive Abteilungsleiter - ihr Schicksal nun selbst in die Hand und suchen geschlossen nach einem neuen Dienstherrn.

Das derzeitige E-Commerce-Team hat dafür eine Website programmiert und einen Hashtag ins Leben gerufen.

Auch das fliegende Personal bangt um seine Zukunft. Es gilt als sehr gut ausgebildet und wird auch besser bezahlt, als die oft osteuropäischen Flugbegleiter, die Ryanair häufig mit nach Hause nimmt. Daher ruhen die Hoffnungen der Air-Berlin-Mitarbeiter vor allem auf der Lufthansa.

Bei der Auftaktsitzung des Gläubigerausschusses am Mittwoch hat der Hauptinteressent Lufthansa sein Angebot für weite Teile des Unternehmens zwar konkretisiert, aber keinen Zuschlag erhalten. Einen vorgezogenen Teilverkauf der nicht insolventen Touristiktochter Niki soll es zunächst nicht geben.

Laut Insidern bietet Lufthansa nach wie vor für Niki und weitere Teile von Air Berlin, nicht aber für das komplette Unternehmen. Chefsanierer Frank Kebekus dringt unbedingt auf eine schnelle Lösung.

Die Air-Berlin-Aktie verliert weitere 1,5 Prozent.

11:50 Uhr

Brexit und Pfund: Kurssturz bei Dixons Carphone

Lssen wir den Blick einmal über den Tellerrand des deutschen Aktienmarkts hinaus nach Großbritannien schweifen. Wie ergeht es dort den Unternehmen in Zeiten des Brexit? An der Londoner Börse sorgt heute der 34-prozentige Kurssturz von Dixons Carphone für Aufsehen.

Dixons Carphone
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Wegen eines schwächelnden Handy-Absatzes auf dem Heimatmarkt stellt der britische Elektronikhändler für das Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn von umgerechnet 391 bis 477 Millionen Euro in Aussicht. Analysten hatten bislang mit 537 Millionen Euro gerechnet.

Im vergangenen Geschäftsjahr wies das Unternehmen noch ein Ergebnis von 501 Millionen Pfund aus. Laut ETX Capital lassen sich die Kunden mit der Neuanschaffung von Handys Zeit. Hier spielten auch der Brexit und insbesondere das schwächere Pfund eine Rolle, heißt es.

Dixon führt weiter aus, dass auch der Wegfall der innereuropäischen Roaming-Gebühren und der Verkauf des spanischen Geschäfts belaste.

11:43 Uhr

Grünes Licht: Amazon darf Whole Foods kaufen

Amazon
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Hier bereits die ersten News aus den USA: Die geplante Übernahme von Whole Foods Market durch Amazon hat offenbar eine wichtige Hürde genommen: Die Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde FTC hat das (inklusive Schulden) 13,7 Milliarden US-Dollar schwere Geschäft jetzt genehmigt.

Damit vermeidet der Versandhandelsgigant eine aufwendigere kartellrechtliche Prüfung des geplanten Megageschäfts.

Die Aktionäre der Biosupermarktkette mit Sitz in Austin im US-Bundesstaat Texas machten zuvor den Weg für die Übernahme frei. Die Amazon-Aktionäre müssen dem Geschäft nicht zustimmen.

Die Managements der beiden beteiligten Unternehmen sind sich in der Sache einig und wollen die Übernahme bis zum Jahresende bewerkstelligen.

Whole Foods Market war unter Druck geraten, nachdem herkömmliche Supermärkte Biolebensmittel zu günstigeren Preisen angeboten als die eigenen Läden. Amazon geht es darum, in den Lebensmittelmarkt einzusteigen.

11:30 Uhr

Versorger-Rally: Anleger fliegen auf RWE

RWE
RWE 26,37

Auch wenn den Markt insgesamt Unentschlossenheit prägt, die deutschen Versorgeraktien zeigen Stärke.

RWE sind dabei den fünften Tag in Folge stärker gesucht als Eon. Die RWE-Titel liegen mit plus 1,5 Prozent an der Dax-Spitze, Eon-Aktien legen immerhin 0,6 Prozent zu.

Auslöser der Versorger- und besonders RWE-Rally ist eine große Studie von RBC mit entsprechender Kundenwirkung gewesen. Deren Analysten hatten RWE als ihren Favoriten benannt.

Eon
Eon 9,10

Neben einer extremen Sensitivität gegenüber dem Strompreis, wo ein Anstieg um 1 Euro zu rund 20 Prozent mehr Gewinn je Aktie führe, komme noch der Hebel durch die Beteiligung an Innogy hinzu. Zudem erwarten die Analysten bei Eon, RWE und Uniper einen Anstieg der Dividende um jährlich durchschnittlich 20 bis 30 Prozent.

10:59 Uhr

"Air Berlin verbrennt Cash" - Chefsanierer fordert Lösung

Für die insolvente Air Berlin läuft die Zeit ab. Angesichts abbröckelnder Buchungen dringt Air-Berlin-Chefsanierer Frank Kebekus auf eine schnelle Lösung. "Es besteht die Gefahr, dass uns das Geschäft wegbricht, falls der Verkauf zu lange dauert", sagt der Insolvenzexperte der "Wirtschaftswoche".

Air Berlin
Air Berlin ,01

Die kurzfristigen Flugbuchungen lägen zwar nur sechs bis sieben Prozent unter Vorjahr. Bei Buchungen für Flüge, die erst in einigen Monaten stattfinden, hielten sich die Kunden stärker zurück, vor allem auf der Langstrecken.

"Air Berlin verbrennt Cash", sagte Kebekus. Ein Insolvenzverfahren sei "nicht gerade die beste Werbung für eine Fluggesellschaft."

Das Tauziehen um Teile der insolventen Air Berlin ist bereits im vollen Gange. Die Lufthansa hat dem Gläubigerausschuss ein erstes Angebot vorgelegt. Und auch Ryanair will womöglich für Air Berlin bieten - ganz oder teilweise. Wie es in Berlin und am BER nun weitergehen könnte, nachdem der größte Kunde weggebrochen ist , lesen Sie hier.

10:19 Uhr

Bilanzfälschungsvorwürfe: Steinhoff-Aktie stürzt ab

Unter Druck stehen Steinhoff-Aktien nach einem Bericht im "Manager-Magazin".

Steinhoff
Steinhoff ,05

Die Papiere des MDax-Konzerns brechen in der Spitze um über 13 Prozent ein. Wie das Magazin berichtet, soll es Ermittlungen wegen Bilanzfälschung gegen den zweitgrößten Möbelhersteller in Europa nach Ikea geben.

So ermittle die Staatsanwaltschaft Oldenburg nun gegen den Vorstandschef Markus Jooste und andere Personen. Die Staatsanwaltschaft, die bereits seit 2015 ermittelt, hegt laut Magazin den Verdacht, "dass überhöhte Umsatzerlöse in die Bilanzen konzernzugehöriger Gesellschaften eingeflossen sind". Bei den kritisierten Transaktionen geht es um dreistellige Millionenbeträge.

In Europa ist die Steinhoff-Gruppe vor allem als Möbelhändler (Poco, Leiner, Kika und Conforama) bekannt. Sie beschäftigt mehr als 130.000 Menschen auf fünf Kontinenten.

Hier mehr dazu.

10:03 Uhr

Behörde: Explosionsgefahr beim Airbus A350

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Airbus A350-941

(Foto: picture alliance / Peter Endig/d)

Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA gibt eine dringende Sicherheitswarnung zum Flugzeug Airbus A350-941 heraus.

Das Versagen einer Hydraulikpumpe könne zu einer Entzündung des Kraftstoff-Luftgemischs im Treibstofftank führen, erklärt die EASA. Der Hersteller Airbus will die Schwachstelle jetzt mit einem Software-Update beheben.

Airbus
Airbus 134,08

Airbus will prüfen, ob darüber hinaus noch weitere Änderungen notwendig sind.

Die Lufthansa erklärt, die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Auswirkungen auf ihre A350-Flotte seien nicht zu erwarten, sagt ein Lufthansa-Sprecher.

Der Aktie von Airbus notiert in Paris 0,2 Prozent leichter.

Hier mehr.

09:42 Uhr

Rosneft siegt mit Schadenersatzklage

Russlands größter Ölkonzern Rosneft setzt vor Gericht eine milliardenschwere Schadenersatzklage gegen den Mischkonzern AFK Sistema durch.

Rosneft
Rosneft 6,35

Ein Schiedsgericht in Ufa, Hauptstadt der Teilrepublik Baschkortostan am Ural, spricht Rosneft 136,3 Milliarden Rubel, umgerechnet 1,95 Milliarden Euro zu. Das meldet die Agentur Interfax.

Die Moskauer Presse deutet die Klage auch als Tauziehen zwischen Rosneft-Chef Igor Setschin, der als Vertrauter von Präsident Wladimir Putin einer der einflussreichsten Männer Russlands ist, und dem Sistema-Besitzer Wladimir Jewtuschenkow.

Zu Sistema gehört unter anderem der größte osteuropäische Telekom-Anbieter MTS.

09:16 Uhr

US-Politikchaos, Euro, Geldpolitik: Es regiert die Unsicherheit

Wenige Stunden vor dem Auftakt des alljährlichen Notenbanker-Treffens in Jackson Hole halten sich Anleger zurück. Der Dax notiert zur Eröffnung 0,2 Prozent im Plus bei 12.200 Punkten.

Dax
Dax 13.137,70

Die Aktienmärkte werden gleich von mehreren Seiten in die Mangel genommen:

  • dem Politikchaos in Washington,
  • dem festen Euro und
  • dem Warten auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole.

Das Hauptaugenmerk der Börsianer ruht aber wohl auf den USA, die gleich mehrere offene Fronten haben: Die Ratingagentur Fitch droht den USA mit einem Verlust des "AAA"-Ratings, sollte die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig angehoben werden.  Hier mehr

Die US-Regierung ist seit Monaten nur noch dank außerordentlicher Haushaltsmaßnahmen handlungsfähig. Diese dürften aber nur noch bis maximal Mitte Oktober den normalen Staatsbetrieb garantieren.  Hier mehr

Bis Mitte April 2017 sollen die Gewinner die Aufträge zum Bau erhalten.

Der Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko.

(Foto: dpa)

Dazu kommt, dass US-Präsident Donald Trump ankündigte, den Bau einer Mauer zu Mexiko durchzuziehen, selbst wenn er zur Finanzierung die Tätigkeit der Regierung einstellen müsse.  Hier mehr

Washington versucht derweil gute Miene zum bösen Spiel zu machen: Nach Presseberichten über ein angebliches tiefes Zerwürfnis zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der Republikaner im Senat hat das Weiße Haus die politische "Einigkeit" zwischen den beiden Politikern betont.

Trump und der republikanische Mehrheitsführer im Senat Mitch McConell "bleiben bei vielen gemeinsamen Prioritäten geeint, darunter Steuererleichterungen für die Mittelklasse, die Stärkung des Militärs, der Bau eines südlichen Grenzwalls und andere wichtige Themen", erklärte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, McConnell habe im privaten Kreis Zweifel daran geäußert, dass Trump seine gesamte Amtszeit durchstehen werde.

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Alle Jahre wieder: Treffen mit Aussicht im malerischen Tal von Jackson Hole.

(Foto: REUTERS)

Latenter Belastungsfaktor an der Börse bleibt auch der Euro. Wer hofft, dass EZB-Präsident Mario Draghi in seiner Rede auf dem Zentralbankertreffen in Jackson Hole die Einheitswährung drücken könnte, dürfte enttäuscht werden. Die EZB will wohl bis in den Herbst warten und erst dann entscheiden, wie sie mit den Anleihekäufen von derzeit monatlich 60 Milliarden Euro weiter verfahren will.

08:36 Uhr

Euro hält sich wacker

Ruhig verläuft bislang der Handel an den Devisenmärkten. Der Euro hat im frühen Handel nur geringfügig nachgegeben und damit seine kräftigen Vortagesgewinne weitgehend gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1805 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte  den Referenzkurs zuletzt am Mittwoch auf 1,1799 Dollar festgelegt.

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(Foto: picture alliance / Jens Büttner/)

Händler sprachen von einer leichten Gegenbewegung. Am Vortag hatte eine überraschend verbesserte Stimmung sowohl der Unternehmen als auch der Verbraucher im Euroraum der Gemeinschaftswährung Auftrieb gegeben. Außerdem fielen Daten zum US-Immobilienmarkt enttäuschend aus.

Eine Rolle spielte laut Experten der Commerzbank außerdem, dass EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch bei einer Rede in Lindau nichts zur Geldpolitik oder zur derzeitigen Euro-Stärke gesagt hat. Nachdem sich die Notenbanker bei ihrer jüngsten Sitzung besorgt über den Wechselkurs gezeigt hatten, warte man an den Finanzmärkten auf eine Bestätigung dieser Sorge durch Draghi, schreibt Analystin Thu Lan Nguyen. "Sollte diese ausbleiben, wäre das für den Markt ein Zeichen dafür, dass die Toleranzgrenze der EZB bei der Währung noch lange nicht erreicht ist."

Vor diesem Hintergrund wird Draghis Auftritt am Freitag bei der legendären Notenbankerkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole mit Spannung erwartet. Vor allem wird dann auch im Fokus stehen, ob Draghi sich zum künftigen geldpolitischen Kurs äußern wird.

08:27 Uhr

Stahlwerte schmieren in Tokio ab

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Dunkle Handelswolken im Fernen Osten: Belastet von Kursverlusten der Stahlwerte gab die Tokioter Börse nach. Der Nikkei-Index fiel um 0,4 Prozent auf 19.354 Punkte.

Die Aktien von Nippon Steel, Kobe Steel, JFE und Nisshin Steel rutschten um bis zu 6,4 Prozent ab. Auslöser der Verkaufswelle war ein Bericht der Wirtschaftszeitung "Nikkei", dem zufolge der Autobauer Toyota bei den Stahl-Lieferanten Preisnachlässe durchsetzen konnte. Wegen der Spekulationen auf einen anhaltenden Bauboom in China hat sich Eisenerz seit Anfang Juni allerdings um mehr als 40 Prozent verteuert.

Unterdessen setzte die Börse in Seoul ihren Erholungskurs fort, der Kospi gewann 0,4 Prozent. Dank der nachlassenden Spannungen zwischen den USA und Nordkorea konzentrierten sich Anleger wieder auf die robuste Konjunktur, sagte Analyst Rhoo Yong-seok von der Investmentbank KB Securities.

08:01 Uhr

Ölpreise halten Gewinne vom Vortag

Von der Ölfront gibt es nicht viel Neues zu berichten. Die Preise haben im frühen Handel ihre kräftigen Vortagesgewinne gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Morgen 52,57 US-Dollar und damit so viel wie am Vorabend. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel geringfügig um vier Cent auf 48,37 Dollar.

Ein Rückgang der Rohölbestände in den USA hatte am Mittwoch den Preisen deutlich Auftrieb gegeben. Dass die US-Produktion in der vergangenen Woche abermals recht deutlich zulegte, sorgte in diesem Umfeld nicht für sichtbare Belastung. Zudem stützte ein erneut geschwächter Dollar am Vortag die Preise. Da Öl zumeist in der US-Währung gehandelt wird, macht ein schwacher Dollar das schwarze Gold für Investoren außerhalb der USA erschwinglicher, was die Nachfrage tendenziell erhöht.

07:42 Uhr

Dax wird schwächer erwartet

Guten Morgen,

Dax
Dax 13.137,70

neuer Tag, neues Glück? Vorerst wird dies wohl nur Hoffnung bleiben, denn die Händler rechnen mit einem schwächeren Start an Europas Börsen. In Frankfurt notiert der Dax vorbörslich 0,1 Prozent tiefer bei 12.164 Punkten. Am Vorabend hatten die US-Börsen im Minus geschlossen.

Der Markt gerate immer mehr in den Bann des Notenbankertreffens in Jackson Hole und gehe in Deckung, heißt es auf dem Parkett. Die Börsenumsätze flauten daher immer weiter ab, die Gefahr von Zufallsausschlägen nehme zu. Gleichzeitig gebe es nur negative Vorgaben. So setze sich das Politchaos in Washington fort und werde nun noch verstärkt durch die näherrückende US-Schuldenbremse mit dem drohenden "Government Shutdown".

Gleichzeitig fallen die Renditen in den USA und Europa über die gesamte Zinskurve. Deutsche Bundesanleihen stehen vor neuen mehrwöchigen Hochs. Die Rendite der 10-jährigen ist auf 0,3730 Prozent zurückgefallen. Für den Bankensektor sind das negative Vorgaben.

Währenddessen nagt der Euro an der 1,18er-Marke zum US-Dollar und steht kurz vor einem Ausbruch nach oben. Nur weiche Worte von EZB-Chef Draghi zu der Devise könnten ihn nun noch schwächen, heißt es im Handel. Zuletzt hatte sich Draghi nicht mehr zum Euro geäußert.

Auch für Autoaktien sieht es schlecht aus, denn der Diesel-Gipfel mit der Einigung auf ein Software-Update könnte völlig nutzlos gewesen sein. Und auch die Rohstoffbranche könnte unter Druck geraten. In Asien geben die Kurse der Stahlhersteller nach, nachdem Toyota die ersten Preisreduktionen in anderthalb Jahren durchsetzen konnte.

"Gleich drei schlechte Nachrichten für drei große Branchen", sagt ein Händler. "Gestern haben wir die erste Hälfte der Erholungsgewinne abgegeben, wahrscheinlich erwischt es dann heute die andere Hälfte".

Aber lassen wir uns nicht entmutigen. Mein Name ist Diana Dittmer, und ich werde Sie durch den heutigen Handelstag führen. Vielleicht gibt es noch die eine oder andere freudige Überraschung.