Dienstag, 02. Oktober 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski
17:37 Uhr

Dax im Minus, Dow knackt Rekordhoch

Während an den europäischen Börsen weiter Trübsal geblasen wird aus Angst vor einer neuen Italien/Euro-Krise, kommt die Wall Street am Nachmittag in Schwung.

  • Der Dow Jones steigt rund 0,4 Prozent und markiert bei 26.771,91 Punkten ein neues Allzeithoch.
  • Der Dax kann am Nachmittag seine Verluste immerhin etwas eingrenzen und schließt 0,4 Prozent im Minus bei 12.287,58 Punkten. Der MDax verliert deutlicher auf 0,8 Prozent.
  • Die Autowerte überstehen den Handelstag dank einer sie zu nichts verpflichtenden Koalitionsvereinbarung zum Diesel-Streit relativ gut. Daimler können 2 Prozent zulegen, BMW gewinnen 0,7 Prozent und auch VW schneiden mit einem Gewinn von 0,3 Prozent deutlich besser ab als der Gesamtmarkt, der vor allem wegen neuer Turbulenzen in Italien leidet.
17:25 Uhr

Gold knackt die 1200-Dollar-Marke

Der Goldpreis steigt wieder über die Marke von 1.200 Dollar je Feinunze. "Die langen Renditen in den USA stehen wieder unter Druck", sagt ein Händler. So genannte sichere Häfen hätten Zuflüsse. Davon profitiere nun der Goldpreis.

Marktteilnehmer meinen auch, der Goldpreis habe aufgrund der Nettoshort-Position an der Terminbörse weiteres Potenzial. Aus technischer Sicht verbesserte sich die Situation aber erst über der Marke von 1.210 Dollar, dann mündete der flache Abwärtstrend in eine erste Bodenformation.

In Euro gerechnet hat Gold den flachen Abwärtstrend nun bereits überwunden. Er steigt um 1,4 Prozent auf 1.041 Euro.

17:17 Uhr

Ölmarkt wartet auf Lagerdaten

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 65,91

Am Ölmarkt tut sich nicht viel, die wichtigsten Sorten WTI und Brent zeigen sich knapp im Plus. Zuvor waren die Ölpreise auf Vierjahreshochs geklettert. Sinkende Iran-Exporte dürften die Lagerbestände gesenkt haben, so die Spekulation am Markt. Daten über die Aktivität von Öltankern lassen vermuten, dass die Iran-Sanktionen bereits aktuell Wirkung zeigen und die persischen Exporte sinken.

17:03 Uhr

Italien setzt Euro unter Druck

Am Devisenmarkt zählt der Euro mit den Italien-Schlagzeilen zu den Verlierern. Die Gemeinschaftswährung fällt auf 1,1538 Dollar nach Wechselkursen um 1,1577 am Vorabend. Die Commerzbank sieht in der Fiskalpolitik Italiens einen dauerhaften und deutlichen Belastungsfaktor für den Euro.

 

16:52 Uhr

Amazon verdoppelt amtlichen Mindestlohn

Der oft für seine Arbeitsbedingungen kritisierte Online-Händler Amazon setzt für seine US-Mitarbeiter einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde fest.

Zugleich wolle sich die Firma auch dafür einsetzen, dass der staatlich vorgeschriebene Mindestlohn von aktuell 7,25 Dollar pro Stunde angehoben werde, hieß es. "Wir haben unseren Kritikern zugehört, nachgedacht, was wir machen wollen, und beschlossen, dass wir die Bewegung anführen wollen", erklärte Gründer und Chef Jeff Bezos.

In den USA schreiben mehrere Dutzend Bundesstaaten allerdings bereits Mindestlöhne über dem national festgelegten Wert vor. Amazon machte keine Angaben zur bisherigen Höhe eines firmeninternen Mindestlohns. In diesem Jahr hatten auch der Supermarkt-Riese Walmart und Target seinen Mindestlohn von neun auf elf Dollar angehoben.

In Deutschland streitet Amazon seit Jahren mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen Tarif für die Mitarbeiter der Logistikzentren.

16:50 Uhr

Infineon springen an Dax-Spitze

Infineon
Infineon 33,42

Das Signal kam eindeutig aus New York. Nach der Wall-Street-Eröffnung springen Infineon plötzlich um 3,6 Prozent.

Damit profitiert er als Zulieferer einerseits von der guten Performance der Autotitel. Andererseits liegen die US-Halbleiter-Aktien stark im Markt und führen die Gewinnerliste an der Wall Street an.

16:44 Uhr

Google begeistert "Assasin's Creed"-Investoren

Mit einer Partnerschaft mit Google hat der französische Computerspiele-Hersteller Ubisoft den Anlegern Kauflaune gemacht.

Die Aktien schnellten in Paris um 3,3 Prozent in die Höhe auf 99,90 Euro. Google hatte am Montagabend in Paris mitgeteilt, bald die jüngste Version von Ubisofts Erfolgsserie "Assassin's Creed" in einem Test für das Streamen von Videospielen anzubieten.

Dabei soll eine begrenzte Zahl von Teilnehmern das im antiken Griechenland angesiedelte Spiel streamen können. Ubisoft-Aktien haben im laufenden Jahr bereits über 50 Prozent an Wert gewonnen. Im Juli markierten sie mit 107,90 Euro ein Rekordhoch.

16:41 Uhr

Die Königliche Post schockt die Anleger

Der Titel "königlich" schützt den ehemaligen britischen Staatskonzern an der Börse derzeit auch nicht vor einem veritablen Crash:

Die Aktien der Royal Mail rauschten um bis zu 10,4 Prozent in den Keller und markierten mit 350,6 Pence ein Rekordtief. Schon am Montagnachmittag waren sie im späten Handel um 18 Prozent abgestürzt.

Das vor 500 Jahren unter König Heinrich VIII. gegründete Unternehmen hatte mitgeteilt, im laufenden Jahr deutlich weniger als erwartet zu verdienen. Vor allem der Rückgang im Briefverkehr macht demnach dem seit 2013 an der Börse gelisteten Ex-Monopolisten zu schaffen.

16:15 Uhr

Wall Street startet mit angezogener Handbremse

Nach den Kursgewinnen zum Wochenanfang haben die Anleger an der Wall Street eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dow Jones-Index der Standardwerte kam in den Anfangsminuten bei 26.674 Punkten kaum vom Fleck, auch der breiter gefasste S&P 500 und der Technologie-Index Nasdaq traten auf der Stelle.

15:36 Uhr

Volkswagen ringt sich zu Trennung von Stadler durch

Seit Monaten schon ringt der VW-Aufsichtsrat mit sich selbst, um den inhaftierten Audi-Chef Stadler loszuwerden. Bedenken gab es offenbar vor allem, weil eine einseitige Vertragsauflösung eine hohe Abfindung und damit unweigerlich öffentliche Entrüstung nach sich gezogen hätte.

Der Konzern hat es offenbar endlich geschafft, eine Lösung zu finden und gibt die Trennung von Stadler bekannt. Der Konzern und Stadler hätten vereinbart, dass der Manager seinen Posten im Vorstand von Volkswagen und als Chef von Audi niederlegt, teilte VW mit.

Mehr dazu gleich hier auf n-tv.de.

15:18 Uhr

Diesel-Nachrüster crasht wegen GroKo-"Wischiwaschi"

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Mit diesem Baumot-Generater kann angeblich sogar ein Politiker wie Anton Hofreiter einen Diesel nachrüsten.

(Foto: picture alliance / Bernd Thissen)

In den vergangenen Monaten, aber auch allein innerhalb der vergangenen Stunden ging es für die Aktien von Baumot steil bergauf und bergab. Grund sind die sich ständig ändernden Aussichten auf eine großangelegte, kleine oder gar keine Nachrüstaktion alter Dieselautos. Mögliche Katalysatoren dafür liefert Baumot.

Baumot
Baumot ,03

Nachdem es lange so aussah, dass es keine Hardware-Nachrüstungen geben sollte, kam in den vergangenen Tagen Hoffnung auf ein umfassendes Nachrüstungsprogramm auf. Die Baumot-Aktie legte kräftig zu. Dann heute der Dämpfer: Wenn überhaupt, werden wohl nur wenige alte Diesel nachgerüstet. Als "Wischiwaschi" bezeichnet ein Börsenhändler den von der Großen Koalition verkündeten Kompromiss im Diesel-Streit.

Die Baumot-Aktie bricht um mehr als 20 Prozent ein. Der Index der Autohersteller und ihrer Zulieferer gibt um knapp 0,6 Prozent nach.

14:54 Uhr

Versteckter Code? Musk provoziert mit "O.P.P"

Elon Musk kann es nicht lassen:

Kaum ist der Ärger mit der mächtigen US-Börsenaufsicht um seine Tweets halbwegs ausgeräumt, setzte der umstrittene Tesla-Chef die nächste provokante Twitter-Nachricht ab. Zum Musikvideo mit dem Song "O.P.P." schrieb Musk den Namen der Band Naughty By Nature (übersetzt etwa "frech von Natur aus") mit einem zwinkernden Smiley dazu.

Aber bei Twitter tauchte schnell die Theorie auf, dass in dem augenscheinlich unverfänglichen Tweet die Abkürzung auch für "Operating Profit Positiv" stehen könne - einen Hinweis auf die Geschäftssituation des Elektroautobauers. Eine verschlüsselte Botschaft zu börsenrelevanten Geschäftsinformationen könnte schon wieder als Verstoß gegen die Veröffentlichungsregeln für börsennotierte Unternehmen gewertet werden.

Um seinen Job zu retten, hat Musk gerade der US-Börsenaufsicht SEC verprochen, seine Kommunikation mit Anlegern vom Unternehmen stärker kontrollieren zu lassen.

14:37 Uhr

Auch Wall Street im Italien-Krisenmodus erwartet

An der Wall Street lässt die Erleichterung über die Einigung auf ein neues Freihandelsabkommen in Nordamerika schon wieder nach. Bereits am Vortag ist zu beobachten gewesen, dass die Aufschläge schon während des Handels dahinschmolzen, nachdem S&P-500 und Nasdaq-Composite in Reichweite ihrer Rekordhochs geklettert waren.

SPDR S&P 500 ETF
SPDR S&P 500 ETF 342,65

Der Aktienterminmarkt deutet am Dienstag derweil auf Eröffnungsverluste am Kassamarkt hin. Denn ein europäischer Krisenherd beunruhigt zunehmend auch die Anleger an der Wall Street. Dazu gesellen sich kritische Stimmen, die auf den weiter ungelösten Handelskonflikt zwischen den USA und China hinweisen.

"Es gibt zwei Elemente in Bezug auf die Marktreaktion und Italien: Die Defizitdaten überraschten sehr negativ und auf der anderen Seite wurde das politische Signal ausgesandt, dass der Minister die Haushaltsentwicklung nicht im Griff hat", sagt Chefanlagestrategin Isabelle Mateos y Lago von Blackrock mit Blick auf den italienischen Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria.

14:07 Uhr

Deutscher Automarkt bricht drastisch ein

Mit der Einführung des neuen Abgasmessverfahrens WLTP zum 1. September ist die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland massiv eingebrochen.

Im vergangenen Monat wurden mit 200.134 Fahrzeugen 30,5 Prozent weniger Wagen erstmals angemeldet als im Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Die bisherige Jahresbilanz weist nach dem Boom der vergangenen Monate trotzdem ein Plus von 2,4 Prozent auf 2,67 Millionen Neuwagen aus.

So schneidend die einzelnen Marken ab:

Bei Audi (minus 77,7 Prozent), Porsche (minus 75,5 Prozent) und VW (minus 61,9 Prozent) fiel der Rückgang am massivsten aus. Bei BMW lag das Minus nur bei 1,2 Prozent. Die anteilsstärkste Importmarke mit 5,5 Prozent war Skoda trotz eines Einbruchs von 43,6 Prozent. Bei den Importeuren verzeichneten Jeep (plus 79,7 Prozent), Mitsubishi (plus 35,3 Prozent) und Jaguar (plus 33,9 Prozent) die höchsten Zuwächse.

Benzinbetriebene Pkw verzeichneten einen Rückgang der Neuzulassungen um 25,2 Prozent, Dieselmodelle um 43,8 Prozent.

13:20 Uhr

Börsen im Minus - Italien schockt Europas Banken

Italien hat die europäischen Börsen wieder fest im Griff und drängt sogar die deutsche Diesel-Diskussion in den Hintergrund.

Dax
Dax 15.195,97

Der Euro-Stoxx-50 verliert 1,1 Prozent auf 3377 Punkte und der DAX gibt um 0,9 Prozent nach auf 12.233. Der italienische MIB-30 fällt um 1,5 Prozent.

Italienischer Renditeanstieg drückt auf Bankensektor

Schwer unter Druck gerät der europäische Bankensektor, für den es um 1,1 Prozent nach unten geht. Ein Ausstieg Italiens aus der Eurozone würde tiefe Löcher in die Bilanzen reißen. Am stärksten betroffen wären natürlich italienische Banken selbst. An der Mailänder Börse geht es für Unicredit um 2,5 Prozent nach unten, Intesa Sanpaolo geben um 1,9 Prozent nach. BNP Paribas verlieren 1,1 Prozent, während es für BBVA 1,8 Prozent nach unten geht. Im Dax geben Deutsche Bank um 0,9 Prozent nach.

12:23 Uhr

"100 Prozent" Wahrscheinlichkeit für Immobilien-Preisrutsch

Die "Börsen-Zeitung" berichtet über eine eindeutige Prognose der DekaBank zur Entwicklung der Immobilienpreise: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise deutlich zurückgehen, liege bei 100 Prozent, heißt es. Aber: Über den Zeitpunkt, wann das passiert, wagen die Analysten keine Aussage.

Vorerst sei die Lage gut am Immobilienmarkt. Sobald die Zinsen anziehen, verlören Immobilien aber ihre Attraktivität für die Anleger, so dass die Preise fallen, prognostiziert das Spitzeninstitut der Sparkassen.

12:15 Uhr

Thyssenkrupp-Chef rechnet mit Abstieg

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Herbst an der Villa Hügel: Deutschlands einst größtes Privatunternehmen, längst mit dem Wettbewerber Thyssen fusioniert, wird bald nicht mehr im deutschen Leitindex vertreten sein.

(Foto: imago stock&people)

Es kommt ein Zeitenwende für Thyssenkrupp und auch für den Dax:

Nach der geplanten Aufspaltung von Thyssenkrupp rechnet Vorstandschef Guido Kerkhoff mit dem Abstieg aus dem deutschen Leitindex. "Der Dax ist kein Selbstzweck", sagte Kerkhoff der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Mit der Teilung entstünden zwei starke Unternehmen, die finanziell stärker seien und "sich besser entwickeln können als Thyssenkrupp in der derzeitigen Aufstellung".

Im Dax sind die 30 größten Konzerne des Landes vertreten. Die Aktien der künftigen beiden Unternehmen Thyssenkrupp Materials und Thyssenkrupp Industrials dürften beide nicht die nötigen Kriterien für die Aufnahme in die erste Börsenliga erfüllen.

11:57 Uhr

Lufthansa-Aktionäre fliehen vor Ölpreis

Bei einem Ölpreis auf langjährigem Hoch, ist es nicht verwunderlich, dass Lufthansa unter die Räder kommen. Die Aktien büßen aktuell fast zwei Prozent ein. Damit haben die Papiere seit der vergangenen Woche jetzt mehr als zehn Prozent verloren.

Das Problem trifft die ganze Branche: Der europäische Branchenindex für die Airlines hatte gestern sogar 5,8 Prozent verloren.

10:38 Uhr

So feiert die Börse den "harten" Diesel-Kompromis

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Handschlag im Schatten: Die deutsche Autokanzlerin und Daimlerchef Zetsche bei schlechter Beleuchtung.

(Foto: REUTERS)

DaxSector Automobil
DaxSector Automobil 1.930,33

Der Verkehrsminister wurde in den vergangenen Tagen und Wochen ja nicht müde zu betonen, wie hart er mit den Autokonzernen verhandelt hat im Diesel-Streit. Wie "hart" das Ergebnis für die Konzerne ist, zeigt sich in der Börsenreaktion: Daimler und Volkswagen springen mit einem Plus von zweitweise 2 beziehungsweise 0,6 Prozent an die Spitze des Dax. BMW gewinnen 0,4 Prozent.

Daimler-Aktionäre freuen sich allerdings auch noch über andere gute Nachrichten. "Bei den insgesamt positiven Aussagen von Zetsche freut sich der Markt vor allem über die bestätigte Gewinnprognose", sagt ein Händler mit Blick auf den Daimler-CEO. Dazu kämen die positiven Aussagen zum NAFTA-Nachfolge-Abkommen in den USA und zum Brexit. "Zetsche hat nochmal unterstrichen, dass Daimler selbst von einem ansonsten besorgniserregenden harten Brexit nicht direkt betroffen wäre", so der Händler.

10:28 Uhr

Zuckerberg-Vertrauter wird Instagram-Chef

Adam Mosseris Wechsel als als Produktchef zu Instagram im Mai war bereits als Versuch Mark Zuckerbergs gesehen worden, den Foto-Dienst stärker zu kontrollieren. Nun, eine Woche nachdem die Instagram-Gründer im Streit gegangen sind, übernimmt Mosseri offiziell die Führung des Tochternetzwerks.

Mosseri gilt als einer der wichtigsten Männer Zuckerbergs derzeit. Als langjähriger Verantwortlicher für den Newsfeed von Facebook hatte er eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Ausbreitung gefälschter Nachrichten auf der Plattform gespielt - und musste in diesem Jahr auch die neue Linie erklären, mehr Beiträge von Freunden und Familie statt Medieninhalten zu zeigen.

09:49 Uhr

Rating-Agentur: Nächster Abschwung stürzt Europa in Krise

Passend zur herbstlich trüben Stimmung am Aktienmarkt heute morgen veröffentlicht die Rating-Agentur Moody's einen katastrophalen Ausblick für Europa:

Europa ist nicht in der Lage, einen weiteren drastischen Konjunktureinbruch, der das Finanzsystem belastet, zu bewältigen. Zu dieser Einschätzung kommt Moody's in einer Studie.

Das gelte, obwohl die Emittenten von Anleihen, die Moody's beurteilt, seit dem letzten Abschwung von einem günstigen Bonitätsumfeld profitiert und die Banken ihre Bilanzen gekräftigt hätten. Die Assetpreise befänden sich auf Rekordhöhe, politische und regulatorische Risiken nähmen zu, und neue Technologien würden Störpotenzial für die bisherigen Geschäftsmodelle in immer mehr Branchen bergen.

Alles in allem gebe es immer weniger Handlungsspielraum, um die Folgen eines weiteren Abschwungs abzufedern.

Mehr Anregungen für Pessimisten gibt es hier.

09:23 Uhr

Angst vor neuer Eurokrise ergreift die Märkte

Dax
Dax 15.195,97

Nach den Kursgewinnen zum Wochenstart hat der Dax wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der Leitindex eröffnete den Handel 0,9 Prozent schwächer bei 12.299 Punkten. Einer der Gründe für die Zurückhaltung der Investoren war laut Börsianern die Sorge vor einer neuen Schuldenkrise in der Euro-Zone. Außerdem rückte der noch nicht gelöste Zollkonflikt zwischen den USA und China wieder in den Vordergrund.

"Neben dem Thema Handelsstreit beschäftigt auch das Krisenthema Italien die Anleger", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Das Land befindet sich auf Konfrontationskurs zur Europäischen Union und es werden unangenehme Erinnerungen an die Schuldenkrise 2011 wach."

Der MDax steht 0,62 Prozent im Minus bei 26.013,84 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 geht es knapp ein Prozent nach unten.

Größter Verlierer im Dax waren Siemens-Aktien mit einem Kursrückgang von 2,3 Prozent. Analysten von HSBC stuften die Titel auf "hold" von "buy" zurück und senkten das Kursziel.

 

08:39 Uhr

Ölpreise setzen Klettertour fort

Brent Rohöl
Brent Rohöl 65,96

Die Ölpreise haben ihren Aufwärtstrend leicht gestiegen. Starke Impulse gab es zunächst nicht. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 85,08 US-Dollar. Das waren zehn Cent mehr als am Montag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg um 31 Cent auf 75,61 Dollar.

Die Angebotslage am Rohölmarkt ist weiterhin angespannt. Ein rückläufiges Angebot aus Förderländern wie Venezuela oder Iran hat insbesondere europäisches Erdöl wesentlich verteuert. Die Nordseesorte Brent kostet derzeit so viel wie letztmalig vor knapp vier Jahren. Wesentlicher Grund für die steigenden Preise sind Wirtschaftssanktionen der USA gegen Iran. Die Öllieferungen des drittgrößten Opec-Produzenten sind deshalb deutlich gefallen.

08:34 Uhr

Nikkei schließt mit kleinem Plus

In der Hoffnung auf solide Unternehmensbilanzen haben Anleger in Japan bei Aktien zugegriffen. Der Nikkei beendete den Handel 0,1 Prozent höher bei 24.270 Punkten, der breiter gefasste Topix-Index legte 0,3 Prozent auf 1824 Zähler zu. Rückenwind erhielten die Börsen in Tokio von der etwas schwächeren Landeswährung Yen. Vor allem Exportwerte wie Toyota und Panasonic waren gefragt, da sich die Waren solcher Firmen bei einer solchen Wechselkursentwicklung im Welthandel vergünstigen.

Andernorts in Asien war die Stimmung dagegen verhalten. Die anfängliche Freude über das neu abgeschlossene Handelsabkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko verpuffte. Händlern zufolge rückten Ängste vor einem Wirtschaftsabschwung wieder in den Fokus. Außerdem ist noch unklar, wie es im Zollstreit zwischen den USA und China weitergeht. Der Leitindex in Hongkong rutschte um 2,4 Prozent ab, der südkoreanische Kospi verlor 1,2 Prozent. Die Börsen in China bleiben feiertagsbedingt die ganze Woche geschlossen.

08:03 Uhr

Italien-Sorgen drücken Euro auf Drei-Wochen-Tief

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,20

Aus Angst vor einer neuen Schuldenkrise in der Eurozone haben Anleger Abstand vom Euro genommen. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 1,1539 US-Dollar und erreichte den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen. "Die Fiskalpolitik Italiens könnte, sollte sie so expansiv bleiben wie ganz offensichtlich geplant, vom Markt mittelfristig als untragbar bewertet werden", schrieb Commerzbank-Analystin Antje Praefcke in einem Kurzkommentar. "In diesem Fall würde sie sich als ein dauerhafter und deutlicher Belastungsfaktor für den Euro entpuppen."

Die Regierungsparteien in Rom hatten vergangene Woche ein unerwartet hohes Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent für 2019 angekündigt. Nun fürchten viele Anleger eine Konfrontation mit der EU, bei den Euro-Partnern stießen die Pläne bereits auf Kritik.

Unter dem aufwertenden Dollar litten am Morgen auch zahlreiche Währungen großer Schwellenländer. Unter besonderem Druck stand die indonesische Rupiah, die zur US-Währung auf den tiefsten Stand seit der Asienkrise 1998 fiel. Verluste mussten auch die indische Rupie und der südkoreanische Won hinnehmen.

07:36 Uhr

Nach Dieselkompromiss: Was macht die Baumot-Aktie?

Baumot
Baumot ,03

Im Fokus der Marktteilnehmer stehen die europäischen Autowerte und Zulieferer nach dem Diesel-Kompromiss, vor allem die deutschen. In der Nacht will die Regierungskoalition eine Lösung zur Nachrüstung gefunden haben, um Fahrverbote zu vermeiden. Details dazu sollen die Fachminister am Dienstagvormittag vorstellen. "Bis zur Pressekonferenz dürfte der Markt rätseln, wie hoch der Anteil der Autohersteller ausfällt und wie es mit Garantien für Einbauten aussieht", so ein Händler.

Mit Spannung werde vor allem die Aktie von Baumot betrachtet, da sie "das Zockerpapier par excellence" sei, um das Thema Dieselnachrüstung durch Hardware zu spielen. Die Aktie des Anbieters ganzheitlicher Lösungen im Bereich der Abgasnachbehandlung hatte sich wegen Spekulationen seit Anfang September bereits mehr als verdoppelt, da der Markt sie als möglichen Hauptgewinner sieht.

07:23 Uhr

Dax vorbörslich im Minus

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(Foto: REUTERS)

Mit einer Fortsetzung der freundlichen Tendenz an Europas Börsen rechnen Händler auch am heutigen Tag. Der US-Markt gab zwar am Vorabend einen Teil seiner Gewinne wieder ab, per Saldo überwiege aber die Freude über das Handelsabkommen zwischen Kanada und den USA. Bis zu einer Einigung mit China dürfte der Markt weiter verhalten freundlich auf gute Nachrichten reagieren. "Die Wahrscheinlichkeit, sich auch mit China zu einigen, steigt mit jedem Länderabkommen", meint ein Händler.

Der Dax dürfte zunächst die Zugewinne um 12.300 konsolidieren und dann mit den fest erwarteten Autowerten weiter zulegen. Vorbörslich notierte der Frankfurter Leitindex allerdings 0,3 Prozent tiefer bei 12.297 Punkten.

Die Autobranche stehe am Vormittag im Fokus mit der Pressekonferenz der Regierungskoalition zur Einigung bei den Dieselnachrüstungen. Ölwerte werden angesichts der fortgesetzten Rally auf über 75 Dollar sehr fest erwartet, Airlines umgekehrt unter Druck.

Im Fokus stehen daneben auch die Erzeugerpreise für August aus der Eurozone. Hier wir ein Anstieg um 3,9 Prozent zum Vorjahr erwartet, eine Beschleunigung der Inflation aber auch nicht ausgeschlossen. Dazu stehen die Zinsmärkte mit zwei Reden von stimmberechtigten Fed-Vertretern im Blick.

05:54 Uhr

Nikkei bleibt auf hohem Niveau

Nikkei
Nikkei 28.508,55

Anleger in Japan haben weiter bei Aktien zugegriffen. Sie setzten offenbar auf gute Unternehmensbilanzen, die am Ende des Monats zur Veröffentlichung anstehen, sagte Marktstratege Takuya Takahashi von Daiwa Securities. Auch Hoffnungen auf ein Ende der weltweiten Handelsstreitigkeiten machten Investoren wieder mutiger. Zudem sorgte die schwächere Landeswährung Yen für Kauflaune bei Exportwerten wie Toyota oder Panasonic.

Der Nikkei legte 0,2 Prozent auf 24.286 Punkte zu. Damit lag der Leitindex weiter auf einem Niveau wie zuletzt vor 27 Jahren. Der breiter gefasste Topix gewann 0,4 Prozent auf 1824 Punkte.

Besonders gefragt waren in Tokio die Anteilsscheine von Ono Pharmaceuticals nachdem zwei Krebsforscher mit dem Nobelpreis für Medizin für eine Methode ausgezeichnet wurden, die in dem Mittel des Konzerns Opdivo zum Einsatz kommt. Die Aktien kletterten sieben Prozent.

Am Devisenmarkt in Fernost notierte der Euro mit 1,1571 US-Dollar fast unverändert. Zur japanischen Währung zog der Dollar auf 113,93 Yen an. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9839 Franken je Dollar und bei 1,1389 Franken je Euro.

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