Dienstag, 24. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
17:44 Uhr

Dax schießt durch die Decke

Die Hoffnung auf das Billionen-Hilfspaket für die US-Wirtschaft sorgt für kräftige Kursgewinne. Der Dax legt 11 Prozent auf 9700 Punkte zu, das ist der größte Tagesgewinn seit Oktober 2008.

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Auch der Dow weitet seine Kursgewinne aus und schafft es über die Marke von 20.000 Punkten. Er liegt 9,3 Prozent im Plus bei 20.328 Zählern. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nanci Pelosi äußert sich im Sender MSNBC zuversichtlich, dass es noch heute zu einer Einigung auf ein Konjunkturpaket im Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie kommt. Eine Abstimmung könne sich möglicherweise aber bis morgen verzögern.

17:19 Uhr

Euro wird stärker 

Der Euro hat trotz extrem schwacher Wirtschaftsdaten aus dem Währungsraum zumindest zeitweise deutlich zugelegt. Derzeit kostet die Gemeinschaftswährung 1,0790 US-Dollar, nachdem sie zuvor bis auf 1,0889 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0843 (Montag: 1,0783) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9223 (0,9274) Euro.

Am Markt wird dies mit der insgesamt besseren Stimmung an den Finanzmärkten begründet. Zudem neige der US-Dollar zur Schwäche. Verwiesen wurde zum einen auf zahlreiche Krisenmaßnahmen vieler Regierungen und Notenbanken in den vergangenen Tagen, die auf die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise abzielen. Zum anderen wurden Daten zu den Neuinfektionen aus einigen europäischen Ländern wie Italien genannt, die hoffnungsvoll stimmten. Außerdem kündigte China an, in der Stadt Wuhan, wo das Virus erstmalig ausgebrochen war, Anfang April die Ausgangssperre aufzuheben. Darüber hinaus bekundeten die sieben größten Industrienationen (G7), in der Krise enger zusammenarbeiten zu wollen.

Konjunkturdaten malten indes ein düsteres Bild. Die Einkaufsmanagerindizes des Marktforschungsinstituts IHS Markit brachen im März sowohl in der Eurozone als auch in den USA und Großbritannien mit Rekordgeschwindigkeit ein. Besonders stark traf es die Dienstleister, die in vielen Ländern ihre Geschäfte zur Eindämmung des Virus schließen mussten.

16:40 Uhr

Airlines im Krisenmodus

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REUTERS

Die Corona-Pandemie hat die internationalen Fluggesellschaften nach Auffassung ihres Dachverbandes IATA in die schlimmste Krise ihrer Geschichte gestürzt. Im laufenden Jahr könnten die Umsätze weltweit um bis zu 44 Prozent des Vorjahresvolumens einbrechen, wie der Verband mitteilte. Rund 2,7 Millionen Jobs stünden in der Industrie auf dem Spiel, warnte IATA-Generalsekretär Alexandre de Juniac und verlangte massive Finanzhilfen.

Die möglichen Umsatzeinbußen bezifferte der Verband auf bis zu 252 Milliarden Dollar (233 Mrd. Euro) und pulverisierte damit Vorhersagen, die erst wenige Tage alt waren. Die schlimmsten Rückgänge seien in der Region Asien-Pazifik mit minus 88 Milliarden Dollar und Europa mit minus 76 Milliarden Dollar zu erwarten.

An Europas Himmel finden derweil immer weniger Flüge statt. Gestern gab es laut Eurocontrol nur noch 6837 kontrollierte Flüge und damit weniger als ein Viertel eines vergleichbaren Tages im vergangenen Jahr.

15:56 Uhr

Düstere Aussichten für US-Wirtschaft

Die Geschäfte der US-Wirtschaft sind im März wegen der Corona-Krise stark eingebrochen. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister fiel um 9,1 auf das Rekordtief von 40,5 Punkten, wie das Institut IHS Markit auf Grundlage seiner monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte.

Erst ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. "Die Umfrage unterstreicht, dass sich die USA wahrscheinlich bereits in einer Rezession befinden, die sich unweigerlich noch weiter vertiefen wird", sagt Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Besonders heftig erwischte es die Dienstleister. Hier fiel das Barometer auf das Rekordtief von 39,1 Zählern. Die Dienstleister machen etwa zwei Drittel der weltgrößten Volkswirtschaft aus.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sank lediglich auf 49,2 Punkte.

"Der Einkaufsmanagerindex weist auf einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von auf das Jahr hochgerechnet rund 5 Prozent hin", hieß es. Aber die wachsende Zahl von Ausgangssperren und Betriebsschließungen bedeute, dass der Rückgang im zweiten Quartal wahrscheinlich viel stärker ausfallen wird.

15:23 Uhr

Am Aktienmarkt geht es steil aufwärts

Am deutschen Aktienmarkt trösten hohe Kursgewinne über die in den vergangenen Wochen erlittenen herben Verluste etwas hinweg. Der Dax gewinnt etwas mehr als 7 Prozent auf 9355 Punkte. Händler führen das auf die Aussicht auf zusätzliches billiges Geld der US-Notenbank zurück.

Dax
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Damit hat der Leitindex seit seinem Tief nach dem Corona-Crash bei 8255 Punkten nun 1100 Punkte gut gemacht. Jedoch hole der Dax nur die maßlose Übertreibung der letzten Handelstage auf, hieß es am Markt. Vorschnell als Trendumkehr sollte dies nicht gesehen werden

Der MDax der mittelgroßen ziehen um 4,9 Prozent an auf 19.760 Zähler. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewjnnt fast 6 Prozent. An den US-Börsen verzeichnen die Indizes derweil hohe Auftaktgewinne.

Am Vortag hatte die US-Notenbank Fed ein neues Hilfspaket im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise angekündigt. Hierzulande könnten laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der Corona-Krise betroffene Unternehmen noch diese Woche erste Hilfsgelder bekommen.

Im Dax legen im Zuge der breit angelegten Erholungsrally die Papiere von Daimler, Munich Re, Infineon, Fresenius SE, Volkswagen und Allianz SE im zweistelligen Prozentbereich um bis zu 15 Prozent zu.

14:50 Uhr

Gold wird deutlich teurer 

Gold profitiert von den angekündigten Käufen der US-Notenbank am Anleihenmarkt, wie es bei IG Markets heißt. Die Feinunze verteuert sich um 2,3 Prozent auf 1602 US-Dollar. Hier liege ein Widerstand, der nächste dann bei 1700 US-Dollar. Der Anstieg des Goldpreises ist laut IG Markets allerdings auch ein Hinweis darauf, dass Anleger so genannte sichere Häfen bevorzugen. Allerdings dürften nun auch die spekulativen Investments wieder zulegen und damit auf Rekordständen bleiben. Das könnte "zu erneuten, dynamischen Abverkäufen führen", so IG Markets.

13:27 Uhr

Deutschland droht schlimmer Konjunktureinbruch

Der neue Chef der Wirtschaftsweisen rechnet mit einer schweren Rezession in diesem Jahr, aber keinem Einbruch von mehr als zehn Prozent. Das sagte Lars Feld am Dienstag nach Beratungen von Top-Ökonomen mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Das Münchner Ifo-Institut habe Szenarien von minus fünf bis minus 20 Prozent für 2020 errechnet. Oberhalb von zehn Prozent sei dies aber zu pessimistisch, sagte der Freiburger Ökonom Feld, der als Chef des Sachverständigenrates die Regierung berät. Dieser sei ein Sondergutachten zur Corona-Krise vorgelegt worden. Unklar sei noch, wann es veröffentlicht werde.

Altmaier hatte zuletzt gesagt, mindestens mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung wie nach der weltweiten Finanzkrise zu rechnen. 2009 ging es in Deutschland um 5,7 Prozent bergab. Danach erholte sich die Wirtschaft aber auch wieder deutlich.

12:52 Uhr

Containerumschlag lässt Böses ahnen

Der weltweite Containerumschlag ist im Februar laut einer aktuellen Schätzung von Wirtschaftsforschern deutlich eingebrochen. Der entsprechende Index fiel um 10,9 auf 102,5 Punkte, gaben das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und das Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) bekannt. Das ist der stärkste jemals beobachtete monatliche Rückgang.

Der Wert für Januar wurde um 2,2 auf 113,4 Punkte nach unten korrigiert. Die beteiligten Institute machten vor allem den Handelskonflikt zwischen den USA und China für die Rückgänge verantwortlich.

Aus Sicht des Leibniz Instituts spiegeln die bisherigen Daten nur die Anfänge der Virus-Krise wieder. Wegen bereits zu diesem Zeitpunkt aktiver Quarantäne-Maßnahmen in China seien viele Arbeiter nach dem chinesischen Neujahrsfest verspätet in die Häfen zurückgekehrt. Dies habe dort zu einem Mangel an Verladekapazitäten geführt, hieß es in er Analyse.

Für die für Ende April angekündigten Daten zum Monat März gehen die Autoren von einem weiteren Rückgang beim weltweiten Containerumschlag aus. Die aufgrund der Corona-Krise gesunkene Industrieproduktion und die deshalb sinkenden Ein- und Ausfuhren dürften sich laut RWI dann "voll bemerkbar machen".

12:21 Uhr

Firmen rennen Banken die Bude ein

Die deutschen Banken und Sparkassen werden von Anträgen für die KfW-Notfallkredite zur Bewältigung der Corona-Krise überrollt. Allein die Deutsche Bank erhielt am ersten Tag des Hilfsprogramms mehr als 5300 Anfragen von Unternehmen, wie ein Sprecher sagte. Über 300 konkrete Anträge für die Hilfskredite seien auf den Tischen der Firmenkundenberater des größten deutschen Geldhauses gelandet. Auch bei der Commerzbank habe es bereits Finanzierungsanfragen von Firmen- und Unternehmerkunden im hohen vierstelligen Bereich gegeben, sagte ein Sprecher. "Gut ein Drittel dieser Anfragen erfüllt die Kriterien des KfW-Programms."

Die staatliche Förderbank KfW selbst will noch im Laufe des Tages erste Daten zur Zahl der Anträge und dem Volumen der Kreditanfragen veröffentlichen. Gestern hatte sie 135.000 Zugriffe auf die KfW-Internetseite, auf der die Details zu den Corona-Hilfskrediten stehen, wie ein Sprecher sagte. Außerdem habe es 3600 telefonische Anfragen von Unternehmen über das Info-Center der Förderbank gegeben.

Unternehmen können die Notfall-Darlehen der KfW seit Montag beantragen, die dann schnellstmöglich über die Hausbanken ausgezahlt werden sollen. Die Sonderkredite stehen Firmen zur Verfügung, die wegen der raschen Virusausbreitung in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und Liquidität zur Überbrückung brauchen.

12:06 Uhr

Franzosen fürchten heftige Rezession 

Frankreich stellt sich wegen der Coronavirus-Pandemie auf eine schwere Rezession ein. Es werde einen deutlich größeren Rückgang des Bruttoinlandsproduktes als bisher gedacht geben, sagte Finanzminister Bruno Le Maire. Zuletzt hatte die Regierung in Paris ein Minus von einem Prozent prognostiziert. Le Maire sagte, die Länder der Euro-Zone müssten viel mehr tun, um aus der wirtschaftlichen Krise herauszukommen. Die Euro-Zone sollte den Rettungsfonds ESM einsetzen.

Frankreich hat bereits eine Liste von Firmen erstellt, die womöglich auf Hilfen angewiesen sind - von Kapitalspritzen bis hin zu Verstaatlichungen.

11:45 Uhr

VW muss Produktion in Russland stoppen

Volkswagen will wegen Problemen bei den Lieferketten in der Corona-Krise nun auch die Produktion in Russland vorübergehend einstellen. Ab der kommenden Woche solle die Fertigung für zunächst zwei Wochen pausieren, heißt es aus der Konzernzentrale in Wolfsburg. VW ist in den Werken Kaluga und Nischni Nowgorod auch auf Zulieferungen von Bauteilen etwa aus Westeuropa angewiesen.

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Aufgrund unterbrochener Lieferketten, der stark gesunkenen Autonachfrage und der Ansteckungsrisiken in den Fabriken hatte VW in der vergangenen Woche bereits in allen deutschen und vielen europäischen Werken die Produktion ausgesetzt. In Chattanooga (USA) werden die Bänder für zunächst eine Woche angehalten. In Argentinien und Brasilien wird derzeit ebenfalls nicht mehr gearbeitet, in Mexiko soll ab dem 30. März pausiert werden. Auch Töchter wie Audi, Porsche und Skoda lassen - ebenso wie andere Autohersteller - die Arbeit ruhen.

11:10 Uhr

Küchenausrüster fürchtet Restaurant-Sterben 

Der Großküchenausrüster Rational befürchtet angesichts der erzwungenen wochenlangen Schließungen von Restaurants und Cafés eine Pleitewelle unter seinen Kunden. "Der wirtschaftliche Schaden für einen Teil unserer Endkunden ist enorm", sagte Vorstandschef Peter Stadelmann. “Die bekanntermaßen niedrige Bonität der Gastrobranche wird zu Insolvenzen und Betriebsschließungen führen, wenn nicht schnell staatliche Soforthilfe ankommt."

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Rational liefert Dampfgarer an Restaurants, Fast-food-Ketten, Hotels, Schulen oder Kantinen. Das Unternehmen zog seine - ohnehin verhaltene - Prognose für das laufende Jahr zurück und stellte den Dividendenvorschlag infrage.

Einige Ketten setzten die Beschaffung von Rational-Geräten bis auf Weiteres aus, nicht zwingend nötige Investitionen würden in der Krise verschoben, erklärte Rational. Um das Geld zusammenzuhalten, laufe bereits seit Wochen ein Sparprogramm, es herrsche Einstellungsstopp.

10:47 Uhr

Norma-Chef infiziert 

Der Chef des Autozulieferers und Verbindungsspezialisten Norma Group, Michael Schneider, hat sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Derzeit könne er seine Tätigkeit nicht ausüben und sei in medizinischer Behandlung, teilte das Unternehmen im hessischen Maintal mit. Seine Aufgaben übernimmt der fürs Tagesgeschäft zuständige Vorstandskollege Friedrich Klein zusätzlich.

Die Handlungsfähigkeit der Unternehmensleitung sei sichergestellt, hieß es. Die Auswirkungen der Pandemie insgesamt auf die Geschäftszahlen 2020 müssten noch ermittelt werden. Die Zahlen dürften aber voraussichtlich unter der zuletzt bekannten Markterwartung liegen. Morgen legt Norma die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.

10:18 Uhr

Börsianer treten auf die Euphoriebremse

Der Dax legt deutlich zu - er steigt fünf Prozent auf 9181 Zähler. Das sieht zwar erfreulich aus, doch Börsianer treten auf die Euphoriebremse: Im Handel ist von einem technisch geprägten Umfeld die Rede. Fundamental stützend wirke die Nachricht, dass der US-Kongress vermutlich noch heute das zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturprogramm verabschieden werde. Daneben wird positiv zur Kenntnis genommen, dass sich die Coronavirus-Ausbreitung in Italien verlangsamt hat, was an einer rückläufigen Zahl der täglichen Verstorbenen deutlich wird.

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Allerdings warnen Marktteilnehmer vor zu viel Optimismus. Der eigentliche Lackmustest für die Märkte sei die Entwicklung der Epidemie in den USA. Und die USA hingen noch einige Wochen hinter Europa zurück. Angesichts der Größe des Landes und der geringeren Bevölkerungsdichte dürfte sich das Virus in den USA langsamer ausbreiten. Für eine Entwarnung sei es also noch zu früh. Der Dax wird zunächst in einer breiten Handelsspanne zwischen 8000 und 10000 Punkten gesehen.

10:04 Uhr

Dienstleister leiden - und bauen kräftig Jobs ab

Die Corona-Krise hat die Geschäfte der deutschen Dienstleister so stark einbrechen lassen wie noch nie. Der Einkaufsmanagerindex für den dominierenden Sektor fiel im März auf 34,5 Punkte und damit auf den tiefsten Wert seit Beginn der Datenerhebung im Juni 1997. Das teilte das Institut IHS Markit auf Grundlage seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mit. Das Barometer zeigt erst ab 50 Zählern ein Wachstum an. Im Februar hatte es mit 52,5 noch über dieser Marke gelegen. Der Einbruch kommt in dieser Stärke überraschend.

Angesichts der schwierigen Lage bauten die Unternehmen Jobs ab - und zwar so stark wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr, als die Finanzkrise die bis dahin schwerste Rezession der Nachkriegszeit auslöste.

09:37 Uhr

Nordex-Aktien gehen durch die Decke

Volle Auftragsbücher treiben Nordex an. Die Aktien des Windturbinenbauers klettern nach einem optimistischen Ausblick um 14 Prozent - und erholen sich damit etwas von den schweren Verlusten der vergangenen Wochen.

Der Vorstand hofft, dass das Unternehmen in diesem Jahr trotz der Coronakrise kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erzielen wird.

Bei der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr gebe es aber erhebliche Unsicherheiten, hieß es. Es sei noch zu früh, die Auswirkungen dieser neuen, komplexen und sich ständig verändernden Situation abschließend einzuschätzen.

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09:29 Uhr

Bertelsmann steigert Umsatz - vor allem im Digitalbereich

Wachsende Digitalgeschäfte haben dem Medien-, Bildungs- und Dienstleistungsunternehmen Bertelsmann im vergangenen Jahr steigende Umsätze beschert. Der Gesamtumsatz lag 2019 bei 18 Milliarden Euro und damit um 2 Prozent über dem Vorjahreswert von 17,7 Milliarden Euro, wie der Konzern in Gütersloh mitteilte. Der Gewinn überschritt abermals die Eine-Milliarde-Marke, mit 1,09 Milliarden Euro lag er aber leicht unter dem Ergebnis von 2018 mit 1,1 Milliarden Euro. Inzwischen erwirtschaftet Bertelsmann mehr als 50 Prozent der Umsätze im Digitalen.

Der Konzern mit weltweit mehr als 126.000 Mitarbeitern geht auch für das Jahr 2020 von einem positiven Geschäftsverlauf aus. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe sagte über die Coronavirus-Krise: "Mit der breiten Aufstellung unserer Geschäfte sind wir weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und können weiter in unsere Zukunft investieren, ohne an die Substanz zu gehen."

09:19 Uhr

Dax legt kräftig zu

Für Anleger bietet sich derzeit ein seltenes Bild: Am Aktienmarkt in Frankfurt geht es aufwärts. In Zahlen ausgedrückt: Der Dax gewinnt zum Start 5,7 Prozent und steigt damit auf 9239 Punkte.

Börsianer führen das auf die Aussicht auf weitere Geldspritzen der US-Notenbank und Anzeichen für eine Entspannung der Coronavirus-Krise zurück. "Nach einmal darüber schlafen können die Börsen den zusätzlichen Anleihe-Käufen der Fed jetzt doch viel Gutes abgewinnen", sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Zusätzlich lebt die Hoffnung, dass sich Senat und Kongress heute endlich auf die letzten Details des Hilfspakets einigen."

Parallel dazu lockert China die Ausgangsbeschränkungen in der Provinz Hubei, wo die Coronavirus-Pandemie ihren Ausgang nahm. In Italien, dem europäischen Epizentrum der Krise, schwächte sich der Anstieg von Neuinfektionen und Virus-Toten ab.

08:32 Uhr

Ölpreise setzen behutsame Erholung fort

Brent Rohöl
Brent Rohöl 43,56

Die Ölpreise machen da weiter, wo sie gestern aufgehört haben. Gestützt wurde die Entwicklung durch die von der US-Notenbank Fed angekündigten Nothilfen für die amerikanische Wirtschaft. Marktbeobachter sahen auch im schwächeren Dollarkurs einen Grund für die aktuell steigenden Ölpreise. Weil Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere amerikanische Währung Öl außerhalb des Dollarraums günstiger und stützt so die Nachfrage.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete heute 28,27 US-Dollar. Das waren 1,24 Dollar mehr als am Montag. Auch US-Öl konnte die jüngsten Tiefstände weiter auf Abstand halten. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI lag zuletzt 24,53 Dollar und damit 1,17 Dollar mehr als am Montag. In der Nacht von Sonntag auf Montag war der Preis für US-Öl noch zwischenzeitlich unter 20 Dollar je Barrel gefallen.

07:40 Uhr

Dax soll heute wieder Fahrt aufnehmen

Dax
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Im Windschatten der Kursgewinne an den asiatischen Börsen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute ebenfalls höher starten. Am Montag war er trotz neuer Geldspritzen der US-Notenbank Fed 2,1 Prozent schwächer bei 8738,59 Punkten aus dem Handel gegangen. In der Coronakrise werden im Bundestag über die Gesetzesvorlagen der Regierung beraten, mit denen die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen der Krise abgefedert werden sollen. Eine Verabschiedung ist für Mittwoch geplant.

Anzeichen darauf, wie stark der Konjunktureinbruch ausfallen könnte, erhoffen sich Börsianer aus den Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone. Entscheidend sei aber, wie lange der Stillstand in der Bundesrepublik andauere, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets: Es müsse sichergestellt werden, dass durch die Quarantäne die Produktionskapazitäten nicht verloren gingen. "Sonst stünde das Land möglicherweise am Ende an einem Punkt, wo das Virus zwar besiegt ist, die Kapazitäten aber so deutlich heruntergefahren wurden, dass es lange dauern wird, diese wiederherzustellen."

07:06 Uhr

Asiens Börsen erholen sich vom Virus-Schock

Nikkei
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Die asiatischen Aktien haben heute kräftig zugelegt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 4,4 Prozent höher bei 17.627 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,8 Prozent und lag bei 1315 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,9 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 5,8 Prozent.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Versprechen der US-Notenbank Fed, die Wirtschaft mit weiteren quantitativen Lockerungen zu stützen, verringerte die Belastungen an den Finanzmärkten. Neben der unbegrenzten quantitativen Lockerung der Fed stützten Hoffnungen auf Aktienkäufe durch die Bank of Japan (BOJ), öffentliche Pensionsfonds und Rückkäufe börsennotierter Unternehmen den Tokioter Markt, sagten Analysten. Nikkei-Schwergewicht SoftBank Group stieg um 20,2 Prozent und verlängerte damit seinen Lauf, der einen Tag zuvor begann, als das Tech-Konglomerat bis zu 41 Milliarden Dollar an Asset-Verkäufen und einem Rekord-Aktienrückkauf ankündigte, um seinen kollabierenden Aktienkurs zu stützen.