Nach Powell-Rede bleiben nur Minuszeichen
Zwischenzeitlich sah es so aus, als bekämen die Anleger ihre Angst vor einem erneuten Corona-Konjunktureinbruch in den Griff: Der Dax grenzte seine Verluste am frühen Nachmittag ein, die Wall Street eröffnete sogar mit leichten Gewinnen. Doch dann ging es beiderseits des Atlantiks wieder steil bergab. Denn US-Notenbank-Chef Jerome Powell hatte vor einem Kongressausschuss noch einmal das zunehmende Risiko einer höheren Inflation betont und ausgeführt, es sei angemessen, die Beendigung des Tapering ein paar Monate früher in Betracht zu ziehen.
Das ist für die Aktienmärkte eine unangenehme Mischung: Ein erhöhtes Konjunkturrisiko bei gleichzeitig strafferer Geldpolitik. Bisher hatten Börsianer darauf gehofft, dass bei einer sich eintrübenden Konjunktur wenigstens die wichtigste Notenbank der Welt, die Federal Reserve, weiter fleißig Liquidität in den Markt pumpen würde.
Der Dax nahm in der Folge seine Talfahrt wieder auf und schloss mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 15.100 Punkten. Der MDax schloss bei 33.890 Punkten 0,5 im Minus. Auch der TecDax, der sich lange im Plus gehalten hatte, rutschte bis zum Handelsschluss bei 3.838 Punkten leicht ins Minus.
Die Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq weiteten am Nachmittag ihre Verluste auf jeweils rund 1,3 Prozent aus.
Ölpreise fallen noch einmal kräftig
Die Ölpreise geben mit den Sorgen um die Konjunktur um bis zu 4 Prozent kräftig nach.
Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 5,3 Prozent auf 70,75 Dollar je Barrel. Amerikanisches WTI-Öl kostete 67,13 Dollar. Das sind ebenfalls 5,3 Prozent weniger als am Vortag.
Vor diesem Hintergrund werde die Opec+ bei ihrer anstehenden Sitzung voraussichtlich mit der monatlichen Ausweitung ihrer Fördermengen pausieren, prognostiziert Analyst Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia. Im Sog des Brentpreis-Verfalls rutschte der Index für die europäische Öl- und Gasbranche um 2,2 Prozent ab.
Omikron-Angst schwächt den Dollar und stärkt den Euro
Der Kurs des Euro hat angesichts einer um sich greifenden Corona-Angst deutlich zugelegt.
Bis zum späten Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1383 US-Dollar. Das war fast ein ganzer Cent mehr als das Tagestief. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1363 (Montag: 1,1276) Dollar fest.
Der Euro profitierte vor allem von der allgemein schlechten Marktstimmung angesichts der Erwartung, dass die Corona-Impfstoffe deutlich weniger wirksam gegen die neu entdeckte Omikron-Variante sind. Zudem dürfte es Monate dauern, bis die Produzenten angepasste Impfstoffe in nennenswertem Umfang herstellen könnten.
Dass der Euro von der Suche nach Sicherheit besonders profitiert, erklären Fachleute mit den Zinserwartungen: Während in der Eurozone ohnehin eine anhaltend lockere Geldpolitik erwartet wird, sorgt die Corona-Unsicherheit dafür, dass Anleger bis vor kurzem erwartete Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed nun für unwahrscheinlicher halten. Deshalb verliert der Dollar an Wert, während der Euro im Gegenzug gewinnt.
Neue Inflationsdaten aus der Eurozone belegten unterdessen einmal mehr den hohen Preisauftrieb. Mit 4,9 Prozent markierte die Teuerung im November gar den höchsten Stand seit Beginn der Währungsunion. Analysten sind überwiegend der Meinung, dass damit der Höhepunkt der Inflationswelle erreicht sein dürfte. Im kommenden Jahr werde sich die Inflation zurückbilden, wenn auch langsamer als bisher erwartet.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85173 (0,8458) britische Pfund, 128,20 (128,21) japanische Yen und 1,0430 (1,0440) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1806 Dollar gehandelt. Das waren 22 Dollar mehr als am Vortag.
Kurseinbrüche bei Corona-Impfstoffherstellern
Die Befürchtung, dass Corona-Impfstoffe und Medikamente gegen die Omikron-Variante weniger wirksam sind, lastet auf dem gesamten Markt, besonders aber auf den Herstellern der Präparate:
Moderna liegen 8,2 Prozent im Minus nach den jüngst starken Aufschlägen, Biontech 9,2 Prozent. Regeneron verlieren 2,4 Prozent. Das Unternehmen hat von einer geringeren Wirkung seines Antikörpers-Medikaments bei der neuen Corona-Variante gesprochen.
Volkswirt warnt vor "schweren Folgen" bei Lockdown
US-Einzelhandel vertreibt Omikron-Sorgen
Die vorbörslich lange trübe Stimmung am US-Aktienmarkt hat sich zum Beginn des Handels etwas aufgehellt. Dazu tragen stark ausgefallene Einzelhandelsdaten aus den USA bei. Gleichwohl bleiben viele Anleger risikoavers, denn nach der ersten Erholung am Montag auf den Omikron-Schreck vom Freitag ist die Sorge vor einer zunächst möglicherweise nicht zu kontrollierenden neuen Virusvariante regelrecht greifbar.
Kurz nach dem Handelsbeginn liegt der Dow-Jones-Index 0,7 Prozent zurück bei 34.880 Punkten. Der S&P-500 gibt ähnlich stark nach, die technologielastigen Nasdaq-Indizes etwas weniger.
Der Dax macht bis zum Nachmittag einen Teil seiner Verluste wett und liegt derzeit bei 15.217 Punkten rund 0,7 PRozent im Minus.
Ehemals reichster Mann der Welt regelt Führung im Zara-Mutterkonzern neu
Der Zara-Mutterkonzern Inditex wechselt nach nur zweieinhalb Jahren schon wieder seinen Vorstandsvorsitzenden aus. Carlos Crespo, der erst im Sommer 2019 die Führung des spanischen Modekonzerns übernommen hatte, wird ab sofort durch Oscar Garcia Maceiras ersetzt, wie das Unternehmen im spanischen Arteixo mitteilte.
Der 85-jährige Unternehmensgründer und Eigentümer Amancio Ortega regelte zudem die Besetzung an der Spitze des Verwaltungsrats. Diesen soll ab April 2022 seine 37-jährige Tochter Marta Ortega leiten, die Paplo Isla ablöst. Isla war 17 Jahre lang bei Inditex tätig, zeitweise als Vorstandschef, später als Verwaltungsratschef. Dabei prägte Isla wesentlich die aktuelle Wachstums- und Digitalstrategie des Konzerns. Spekulationen um seinen Abtritt waren bereits vor mehr als einem Jahr hochgekocht.
Gleichzeitig war Amancio Ortegas Tochter Marta zunehmend im Konzern in Erscheinung getreten. Der ehemals reichste Mensch der Welt und derzeit laut Bloomberg 71 Milliarden schwere Firmengründer hält mit 59 Prozent die Mehrheit an Inditex.
Zykliker hopp, Gesundheit top
Die von Omikron ausgelösten Konjunkturängste sortieren den deutschen Aktienmarkt wieder einmal in Corona-Gewinner und -Verlierer:
Zykliker wie Covestro oder Volkswagen gerieten angesichts der Sorgen um eine schwächere Konjunktur und nochmals größere Lieferkettenprobleme im Dax unter Druck mit Abschlägen von um die zwei Prozent.
Papiere der Pandemie-Profiteure aus der Gesundheitsbranche wurden hingegen gekauft, allen voran jene des Laborausrüsters Sartorius mit einem Plus von mehr als sechseinhalb Prozent an der Dax-Spitze. Merck KGaA, Siemens Healthineers und Qiagen rückten um bis zu eineinhalb Prozent vor. Carl Zeiss Meditec aus dem MDax schlossen mit plus 2,1 Prozent ihre Kurslücke von vor einer Woche.
Neuer Kurseinbruch bei Immobilienkonzern Adler
Der wegen Vorwürfen einer Investorengruppe unter Druck stehende Immobilienkonzern Adler Group sieht sich auf Kurs zu seinen im Sommer angehobenen Jahreszielen.
Neuigkeiten zu den Vorwürfen des Leerverkäufers Fraser Perring gab es nicht. Das wiederum sorgte an der Börse für Verunsicherung. Die Aktien brachen in Richtung ihres Rekordtiefs um mehr als 13 Prozent ein.
Perring, der auch Wirecard schon Jahre vor dem Auffliegen des Bilanzskandals schon attackiert hatte, wirft der Adler-Führung vor, die Bilanz aufgeblasen und Gelder aus dem Konzern abgezweigt zu haben.
Omikron setzt Dollar stark unter Druck
Der Dollar steht stark unter Druck, der Dollar-Index verliert 0,7 Prozent.
Der Greenback hat damit zu kämpfen, dass US-Anleihen wegen der Angst vor der Virusvariante Omikron als sicherer Hafen gesucht sind und entsprechend die US-Marktzinsen deutlich sinken. Hinzu kommt, dass der Markt wegen der Bedrohung der Konjunktur durch das Omikron-Virus einen strafferen geldpolitischen Kurs in den USA wieder auspreist. Verstärkend wirken hier Aussagen von US-Notenbankchef Powell, wonach die Virusvariante neue Unsicherheiten für die Inflation und für die Fortschritte am Arbeitsmarkt bedeute.
Easyjet spürt Omikron-Maßnahmen bereits
Und schon wieder Omnikron: Der britische Billigflieger Easyjet kann die wirtschaftlichen Folgen der neuen Coronavirus-Variante noch nicht genau einschätzen. Da es aber bereits erste Effekte vor allem auf der Kurzstrecke gibt, senkte Easyjet seine geplante Kapazität im laufenden Quartal. So plant der Konzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres jetzt nur noch mit einer Kapazität von 65 Prozent des Geschäftsjahres 2018/19, das noch nicht von Corona betroffen war.
Easyjet erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von rund 1,14 Milliarden britischen Pfund (1,34 Milliarden Euro) - damit fiel das Minus im Rahmen der in Aussicht gestellten Spanne aus. 2019/20 hatte die Gesellschaft einen Fehlbetrag vor Steuern von 835 Millionen Pfund ausgewiesen.
Euro-Inflationsrate springt auf Rekordwert
Kräftig gestiegene Energiepreise haben die Inflation im Euro-Raum auf ein Rekordniveau getrieben. Die Teuerungsrate kletterte im November auf 4,9 Prozent, der höchste Wert seit Beginn der Währungsunion, wie das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte.
Die Inflation liegt damit mehr als doppelt so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie strebt mittelfristig eine Rate von 2,0 Prozent an. Auch im Oktober hatte die Inflation mit 4,1 Prozent deutlich über der Notenbank-Zielmarke gelegen.
Nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil hat die Inflationsrate im November bereits den Gipfel erreicht. "Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass mit den heutigen Zahlen das Risiko gestiegen ist, dass die Teuerungsrate in der ersten Jahreshälfte 2022 deutlich höher ausfallen wird als von der EZB bislang erwartet", merkte er an.
In Deutschland war die Inflation im November wegen teurer Energie sogar erstmals seit 29 Jahren über die Marke von fünf Prozent geklettert.
Omikron ist Balsam für Sartorius-Aktie
Die Omikron-Krise tut der Sartorius-Aktie Gutes: Mit einem Plus von 7,7 Prozent stand das Papier am späten Vormittag an der Dax-Spitze. Mit 629,20 Euro notierte sie auf Allzeithoch. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie 6,7 Prozent höher. Das Unternehmen versorgt die meisten Impfstoffhersteller der westlichen Welt mit Produktionsausrüstung.
"Momentan ist davon auszugehen, dass die Impf-Kapazitäten auf Grund der Omikron-Variante nochmals hochgefahren werden", hieß es in Frankfurt. Es sei möglich, dass das Unternehmen dieses Jahr nochmals mit einer Anhebung der Jahresprognose überrasche.
Omikron-Angst auch an der Wall Street
Nach der ersten Erholung am Montag auf den Omikron-Schreck vom Freitag, dominiert heute bereits wieder die Angst vor einer zunächst möglicherweise nicht zu kontrollierenden neuen Virusvariante. Maßgeblichen Anteil daran hat der Chef des US-Biotechnologieunternehmens Moderna. Ihm zufolge, dürften vorhandene Corona-Impfstoffe weniger wirksam gegen Omikron sein und es werde Monate dauern, bevor neue variantenspezifische Impfstoffe in Massen produziert werden könnten.
Die Terminkontrakte auf die US-Aktienindizes liegen bis zu 1,1 Prozent im Minus, wobei die technologielastigen Nasdaq-Indizes etwas weniger nachgeben. Moderna liegen auf Nasdaq.com vorbörslich drei Prozent im Minus nach den jüngsten starken Aufschlägen, Biontech 3,6 Prozent.
Der Dollar hat dagegen damit zu kämpfen, dass die US-Marktzinsen sinken und der Markt wegen der Bedrohung der Konjunktur durch das Omikron-Virus einen strafferen geldpolitischen Kurs in den USA wieder auspreist. Der Dollar-Index gibt kräftig nach um 0,7 Prozent.
Ifo-Chef erwartet keine Rezession in Deutschland
Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest trotz der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus nicht vor einer Rezession. "Eine Rezession würde ich jetzt nicht erwarten", sagte Fuest bei einer Reuters-Podiumsdiskussion. Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes zwei Quartale in Folge sinkt.
Der Ökonom räumte allerdings ein, dass sich die aktuellen Prognosen des Ifo-Instituts - BIP-Stagnation im vierten Quartal, leichtes Wachstum im ersten Quartal - als zu optimistisch erweisen könnten.
Aktienkurs von Immobilienfirma kracht runter
Mit einer Verkaufswelle haben Anleger auf die Zahlen der Adler Group. Der Aktienkurs des Immobilienunternehmens brach zeitweise um gut zwölf Prozent ein, so stark wie zuletzt vor knapp zwei Monaten. Damals hatte ein negativer Bericht des Leerverkäufers Fraser Perring den Titeln den größten Tagesverlust der Firmengeschichte eingebrockt.
Investoren seien enttäuscht, dass Adler die Veröffentlichung der Ergebnisse nicht dazu genutzt habe, sich gegen Perrings Vorwürfe zu verteidigen, sagte ein Börsianer.
Der Dax bleibt ein Kellerkind
Nun wieder eine kurze Wasserstandsmeldung von der Frankfurter Börse: Der Dax dümpelte auch am Mittag knapp oberhalb der 15.000er-Marke herum. Der Leitindex verlor 1,7 Prozent auf 15.029 Zähler. Der EuroStoxx50 sackte um 1,6 Prozent auf 4043 Stellen ab.
Ranking bewertet Netzbetreiber mit bestem 5G-Ausbau
Deutschlands vergleichsweise schlechter Ausbau mit flächendeckend schnellem Internet ist schon ein Running Gag. Doch der Umstieg auf das wesentlich schnellere 5G seit letztem Jahr zeigt bereits deutliche Verbesserungen. Dennoch gibt es im Bereich schnelles Internet weiterhin weiße Flecken.
KfW sieht deutsche Wirtschaft vor schwierigem Winter
Eine gute und eine schlechte Nachricht: Nach Ansicht der staatlichen Bankengruppe KfW hat die deutsche Wirtschaft nämlich einen schwierigen Winter vor sich, wird im kommenden Jahr aber fast doppelt so schnell wachsen wie in diesem. Lieferengpässe, Energiekosten und vierte Corona-Welle belasteten die Konjunktur im Winterhalbjahr. Aber im kommenden Frühjahr soll dann der Wachstumsschub kommen, erklärte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.
Die KfW erwartet für 2022 ein Anstieg des deutschen BIP um 4,4 Prozent nach 2,6 Prozent in diesem Jahr. Schwer kalkulierbar seien allerdings die Folgen der neuen Corona-Variante Omikron, bei der die Weltgesundheitsorganisation das Risiko als "sehr hoch" einschätzt.
Volvo-Aktie verliert kräftig
Enttäuschende Geschäftszahlen haben der Aktie von Volvo Cars zugesetzt. Das Papier des schweischen Autobauers fiel in Stockholm um rund fünf Prozent. Wegen rückläufiger Absatzzahlen brach der operative Gewinn der Geely-Tochter im dritten Quartal um fast 30 Prozent ein.
Erdogans Zinskeule macht türkische Lira weiter platt
Die Phase der Stabilisierung war nur von kurzer Dauer: Die türkische Lira ist wieder in den Talfahrt-Modus gewechselt und bewegte sich am Vormittag Richtung Allzeittief. Der US-Dollar stieg auf 12,9929 Lira nach einem Tagestief bei 12,7778. Das Allzeithoch des Greenbacks bei 13,6018 ist damit nicht mehr fern.
Commerzbank-Devisenanalyst Tatha Ghose verwies auf Aussagen von Präsident Tayyip Erdogan und Notenbankgouverneur Sahap Kavcioglu. Diese hätten klargestellt, dass die Entscheidungsträger keine Umkehr der Geldpolitik beabsichtigten. Eine weitere Leitzinssenkung am 16. Dezember sei daher sehr wahrscheinlich.
DIW erwartet schrumpfende deutsche Wirtschaft
Die deutsche Konjunktur kann dem heftigen Gegenwind derzeit nicht standhalten und verliert laut Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) an Fahrt. "Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte zum Jahresende 2021 leicht schrumpfen", erklärten die Berliner Wirtschaftsforscher. Ihr Konjunkturbarometer sackte für das vierte Quartal auf den niedrigsten Wert seit dem zweiten Vierteljahr 2020.
"Die Lieferengpässe halten an und drosseln auch im Schlussquartal die Industrieproduktion", erläuterte DIW-Experte Simon Junker. Dennoch werde der wirtschaftliche Schaden wohl nicht so verheerend ausfallen wie im vergangenen Winter - dank der Impfungen und weil sich viele Firmen auf einen Geschäftsbetrieb unter Pandemiebedingungen eingestellt hätten.
Welche Aktien verfügen über Inflationssicherheit?
Dax baut Verlust aus - mehr als 200 Punkte weg
Die Nervosität an den Börsen hat weiter zugenommen. In Frankfurt fiel der Dax am Vormittag um 1,7 Prozent auf 15.018 Punkte. Damit verlor der Leitindex mehr als 200 Zähler. MDax und TecDax verloren dagegen nur 0,6 beziehungsweise 0,2 Prozent. Der EuroStoxx50 notierte 1,6 Prozent tiefer bei 4044 Stellen.
Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus China, wo der staatliche Einkaufsmanagerindex für die Industrie im November stärker stieg als erwartet, gerieten durch die Nachrichten zu Omikron in den Hintergrund.
Ganz schwach liefen unter anderem die Autowerte. Daimler, VW und BMW verloren zwischen 2,2 und 2,4 Prozent. Im MDax sackten Lufthansa um zwei Prozent ab.
Rückgang der Arbeitslosenzahl deutlicher als erwartet
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat sich im November erneut deutlicher als erwartet verringert. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 34.000, nachdem sie im Vormonat um revidiert 40.000 (vorläufig: 39.000) zurückgegangen war. Volkswirte hatten ein Minus von nur 23.500 erwartet. Die Arbeitslosenquote sank unerwartet auf 5,3 (Oktober: 5,4) Prozent. Das war der niedrigste Wert seit März 2020 (5,0 Prozent).
Ohne Berücksichtigung von Saisoneffekten verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 60.000 auf 2,317 Millionen. Sie lag damit um 382.000 niedriger als vor Jahresfrist. Die unbereinigte Arbeitslosenquote ging auf 5,1 (5,2) Prozent zurück.
Microsoft-Chef verkauft Hälfte seiner Aktien
Der Vorstandschef von Microsoft, Satya Nadella, hat in der vergangenen Woche etwa die Hälfte seiner Aktien des Softwarekonzerns verkauft. Aus bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Unterlagen geht hervor, dass Nadella innerhalb von zwei Tagen 838.584 Aktien verkauft hat, nachdem er zuvor fast 1,7 Millionen Anteilsscheine hielt.
Die Transaktion brachte dem Manager mehr als 285 Millionen Dollar ein. Laut InsiderScore handelt es sich dabei um den größten Einzelaktienverkauf für Nadella.
"Satya Nadella verkaufte etwa 840.000 seiner Microsoft-Aktien aus Gründen der persönlichen Finanzplanung und Diversifizierung", so ein Microsoft-Sprecher in einer schriftlichen Erklärung. "Er setzt sich für den anhaltenden Erfolg des Unternehmens ein, und seine Bestände übersteigen deutlich die vom Microsoft-Vorstand festgelegten Anforderungen an den Aktienbesitz.
Analysten zufolge könnte der Schritt damit zusammenhängen, dass der US-Bundesstaat Washington Anfang nächsten Jahres eine Sieben-Prozent-Steuer auf langfristige Kapitalerträge einführt, die 250.000 US-Dollar pro Jahr übersteigen.
Führungswechsel setzt Kurs von Zara-Mutterkonzern zu
Ein Führungswechsel bei Inditex verunsichert Anleger. Der Aktienkurs der Zara-Mutter fiel an der Madrider Börse um gut fünf Prozent. Marta Ortega, Tochter des Firmengründers Amancio, übernimmt die Führung des Verwaltungsrats. Parallel dazu ersetzt Oscar Garcia Maceiras Carlos Crespo als Vorstandsvorsitzenden.
Die Analysten des Vermögensberaters Kepler Cheuvreux kritisierten das Timing. Die beiden müssten erst noch beweisen, dass sie den Modehändler in mitten der Corona-Krise sicher steuern könnten.
Türkei hat kräftiges Wachstum und Währungskrise
Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, doch ein starker Kursverfall der Lira aufgrund anhaltend hoher Inflationsängste hat das Land in eine Währungskrise gestürzt. Wie das Statistikamt Turkstat berichtete, wurde das Wachstum durch den privaten Konsum gestützt, der im Jahresvergleich um 9,1 Prozent zulegte, was durch die Aufhebung der meisten Corona-Beschränkungen im Juli begünstigt wurde.
Das Statistikamt korrigierte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal von 21,7 auf 22,0 Prozent nach oben. Die Wirtschaft wuchs in diesem Quartal dank einer Konjunkturbelebung und großer Basiseffekte in Rekordtempo und war neben China das einzige andere G20-Mitglied, das 2020 ein Wachstum verzeichnete, das durch billige Kredite gestützt wurde.
Dax ist wieder im Omikron-Sog - 15.000er-Marke in Sicht
Nichts mit weiterer Erholung am deutschen Aktienmarkt: Die Sorgen um das Omikron-Virus setzen dem Dax heute wieder zu. Der deutsche Leitindex verlor in den ersten Handelsminuten 1,2 Prozent auf 15.102 Punkte. Der EuroStoxx50 fiel um 1,5 Prozent auf 4049 Stellen.
Damit begaben sich die deutschen Indizes auf den Pfad der asiatischen Märkte. Diese hatte auf eine Warnung des Chefs von Moderna, Stephane Bancel, reagiert. Ihm zufolge sind die aktuellen Vakzine weniger wirksam gegen die neue Corona-Mutation.
Moderna-Aussagen schicken Ölpreis auf Talfahrt
Einen drastischen Rückgang erfährt der Ölpreis. Teilnehmer verweisen auf einen Artikel in der "Finanial Times", der den Vorstandschef von Moderna, Stephane Bancel, zitiert. Ihm zufolge dürften die existierenden Impfstoffe gegen die neue Omikron-Variante des Covid-19-Virus weniger wirksam sein. Die Meldung sorgt für kräftige Abgaben an den Börsen in Asien und den vorbörslichen Aktienmärkten in Europa. Der Brentöl-Preis verliert je Barrel 2,5 Prozent auf 71,61 Dollar.
Brent Rohöl I
Omikron-Angst setzt Asiens Börsen erneut zu
Die wieder aufgeflammte Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der neu entdeckten Omikron-Variante des Coronavirus hat die asiatischen Börsen ins Minus. In Tokio fiel der Nikkei nach anfänglichen Gewinnen um 1,6 Prozent auf 27.822 Punkte. In Hongkong rutschte der Hang Seng zeitweise auf ein 14-Monats-Tief von 23.175 Zählern ab. Die Börse Shanghai kam glimpflich davon und notierten kaum verändert bei 3564 Stellen. Hier stützten überraschend starke Konjunkturdaten die Kurse.
Auslöser der aktuellen Verkäufe war eine Warnung des Chefs des Impfstoff-Herstellers Moderna. Stephane Bancel zufolge sind die aktuellen Vakzine weniger wirksam gegen die neue Mutation des Erregers Covid-19.
Vor diesem Hintergrund gerieten konjunkturabhängige Werte unter Druck. So fielen die Aktien der japanischen Autobauer Nissan und Mitsubishi um bis zu 5,2 Prozent. In Seoul gaben die Titel des Batterie-Herstellers LG Chem 2,5 Prozent nach und waren mit 694.000 Won so billig wie zuletzt vor rund einem Jahr.
Globale Mindeststeuer bringt anfangs praktische Probleme
Die globale Mindeststeuer wird einer Studie zufolge je nach Umsetzung vor allem in den ersten Jahren praktische Probleme mit sich bringen. Zu befürchten sei zunächst eine rechtlich unsichere Lage für Unternehmen, hieß es in einer Deloitte-Studie für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Es gebe zudem das Risiko einer Doppelbesteuerung. Für Konzerne sei es nun entscheidend, möglichst schnell Planungssicherheit zu bekommen und eine EU-weite Umsetzung mit möglichst geringen Nebenwirkungen.
Knapp 140 Länder hatten sich zuletzt auf Details einer globalen Steuerreform geeinigt, die ab 2023 greifen soll. Teil davon ist die Mindeststeuer in Höhe von 15 Prozent - für Unternehmen, mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro. Das soll vermeiden, dass weltweit tätige Konzerne immer mehr Aktivitäten in Steueroasen verlegen - und so in machen Fällen trotz gigantischer Umsätze nur auf eine sehr geringe Steuerquote kommen.
Laut der Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte sollte die Umsetzung nah an den Vorgaben der Industriestaaten-Organisation OECD bleiben, die die Verhandlungen zur Steuerreform organisiert hatte. Es müsse einfach zu nutzende Datengrundlagen und Mechanismen zur Streitbeilegung geben.
"Es ist richtig, dass die EU die Mindeststeuer per Richtlinie für die EU einheitlich und an den OECD-Verhandlungsergebnissen orientiert regeln will", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. "Gleichzeitig müssen Überschneidungen der Mindeststeuer-Regeln mit anderen bestehenden Richtlinien aufgelöst werden." Sonst gebe es eine doppelte Besteuerung von Unternehmen. Die Art und Weise der Umsetzung sei daher entscheidend für Unternehmen, auch beim bürokratischen Aufwand. Neue Steuern müssten vermieden werden. Brossardt verwies auf Pläne für eine Finanztransaktionssteuer, Digitalsteuern in bestimmten Ländern und einen steuerähnlichen CO2-Grenzausgleich. "Diese Projekte dürfen nicht weiterverfolgt werden."
Dax schaltet wieder in den Rückwärtsgang
Wegen der wieder aufgeflammten Furcht vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Zum Wochenbeginn hatte sich der deutsche Leitindex nach dem Ausverkauf vom Freitag wieder stabilisiert und war 0,2 Prozent fester mit 15.280,86 Punkten aus dem Handel gegangen. Nervös macht Börsianer vor allem ein Zeitungsinterview des Chefs des Impfstoff-Herstellers Moderna. Stephane Bancel zufolge sind die aktuellen Vakzine weniger wirksam gegen die neue Mutation des Erregers Covid-19. Die Spitzen von Bund und Ländern wollen im Tagesverlauf über die Pandemie-Bekämpfung beraten. Angesichts der Virus-Sorgen treten die Inflationserwartungen in den Hintergrund. Nach den Inflationszahlen in Deutschland stehen die Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in der Euro-Zone an. Hohe Preise für Tanken und Heizen trieben die deutsche Inflationsrate im November erstmals seit fast 30 Jahren über die Marke von fünf Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht damit den Höhepunkt erreicht.
Omikron: Moderna-Chef warnt
Der Chef des US-Biotech-Konzerns Moderna, Stephane Bancel, geht davon aus, dass bestehende Corona-Impfstoffe weniger wirksam gegen die neue Virusvariante Omikron sein werden als gegen frühere Varianten. Er warnt in der "Financial Times", dass es Monate dauern würde, bevor Pharmaunternehmen neue variantenspezifische Impfstoffe in Massen produzieren könnten.
Die hohe Anzahl der Omikron-Mutationen auf dem Spike-Protein und die rapide Ausbreitung der Variante in Südafrika signalisierten, dass die aktuell verfügbaren Impfstoffe kommendes Jahr modifiziert werden müssten.
Es sei nicht davon auszugehen, dass die Wirksamkeit auf demselben Niveau bleiben werde wie es bei Delta der Fall war, so Bancel. "Ich glaube, sie wird beträchtlich sinken", fügte er hinzu. "Ich weiß nicht, wie viel, weil wir auf Daten warten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe sagen: 'Das sieht nicht gut aus.'"
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Sturz an den Märkten: Nur eine Korrektur oder geht es weiter runter?
Chinas Industrie überrascht
Chinas Industrietätigkeit hat sich im November überraschend belebt und ist zum ersten Mal seit drei Monaten wieder gewachsen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe lag im November bei 50,1 Punkten, gegenüber 49,2 im Oktober, wie Daten des Nationalen Statistikamtes (NBS) zeigen. Der Wert stieg damit über die 50-Punkte-Marke, die Wachstum von Kontraktion trennt. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Wert von 49,6 gerechnet. Sinkende Rohstoffpreise und die Lockerung der Stromrationierung verringerte den Druck auf das verarbeitende Gewerbe, das mit einer schwachen Nachfrage zu kämpfen hat.
Der Dienstleistungssektor ging den offiziellen Daten zufolge im November leicht auf 52,3 zurück gegenüber 52,4 im Oktober. Das nicht-verarbeitende Gewerbe hat weiter mit Maßnahmen gegen vereinzelt wiederaufflammende Coronavirus-Ausbrüche zu kämpfen.
Omikron-Sorgen lassen HSI abrutschen
Nach den coronabedingten Abschlägen zum Wochenstart erholen sich die meisten Börsen in Asien am Dienstag zunächst. Doch mit neuen bestätigten Omikronfällen drehen die Aktienmärkte im Verlauf nach unten ab. In Hongkong oder Singapur setzen sich die jüngsten Abschläge fort. Anleger agierten weiterhin verunsichert, heißt es. Dazu trägt bei, dass der CEO von Moderna die Meinung vertritt, dass die Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe gegen die neue Omikron-Variante geringer sein werde. Gleichwohl gehe die Hoffnung um, dass Omikron keinen globalen Konjunktureinbruch nach sich ziehen werde.
Bestärkt werden Investoren in dieser Sicht von US-Präsident Joe Biden, der aktuell keinen neuen Lockdown plant. Konjunkturdaten aus China bewegen indes kaum: Die Stimmung in der chinesischen Industrie ist im November deutlicher als erwartet gestiegen. Vor allem der Subindex für die Produktion erhöhte sich deutlich. Allerdings trübte sich in der Dienstleistungsbranche die Lage im November ein. Händler verweisen auf die lokalen Lockdowns in China und neue Corona-Ausbrüche.
Zu den schwächsten Börsen der Region zählt Hongkong, wo der HSI im späten Geschäft 1,8 Prozent nachgibt. Analysten verweisen auf die jüngste Schwäche des Hongkong-Dollar. Der Aktienmarkt in Hongkong zählte nicht erst seit heute zu den schwächeren, heißt es am Markt. Belastet werde der chinesische Markt von den insgesamt unsicheren Konjunkturaussichten, so Händler. Es sei insgesamt nicht klar, ob die Talsohle durchschritten sei, sagt Volkswirt Zhiwei Zhang von Pinpoint Asset Management. Daran änderten auch die aktuellen Daten nichts. Gegen den lokalen Trend steigen L'Occitane International um 4,5 Prozent. Der Kosmetikkonzern hat seinen Halbjahresgewinn mehr als verdoppelt. Auf dem chinesischen Festland halten sich die Kurse dagegen knapp im Plus.
Japans Industrie wächst erstmals seit vier Monaten
Die japanische Industrie ist im Oktober zum ersten Mal seit vier Monaten wieder gewachsen. Die Industrieproduktion stieg im Oktober um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit erstmals seit Juni wieder, wie Regierungsdaten zeigen. Der Anstieg blieb jedoch hinter den Markterwartungen von 1,8 Prozent zurück und unterstreicht die anhaltenden Auswirkungen der weltweiten Unterbrechungen der Lieferketten.
Die Wiedereröffnung der Fabriken verschaffte allerdings ein wenig Erleichterung bei den Engpässen in der Automobilbranche. Die Autoproduktion stieg im Oktober ebenfalls zum ersten Mal seit vier Monaten wieder an, da die Auswirkungen der Teileknappheit in Asien nachließen, sagte ein japanischer Regierungsbeamter bei einer Pressekonferenz zu den Daten. "Wir werden wahrscheinlich sehen, dass die Hersteller ihre Produktion im November und Dezember hochfahren, wenn die Auswirkungen der Chip- und Teileknappheit nachlassen." Laut den Angaben erwarten die Hersteller einen Produktionsanstieg von 9,0 Prozent im November, gefolgt von einem Anstieg von 2,1 Prozent im Dezember.
Dollar gewinnt - und verliert
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,1 Prozent auf 113,59 Yen und gibt 0,3 Prozent auf 6,3714 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9224 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1295 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0422 Franken. Das Pfund Sterling stagniert bei 1,3316 Dollar.
Euro / Dollar o
Fed-Chef Powell schürt Inflationssorgen
Die derzeit hohe Inflation könnte nach Einschätzung von US-Notenbankchef Jerome Powell länger als ursprünglich erwartet andauern. Im kommenden Jahr dürfte sich der starke Preisauftrieb wieder verlangsamen und die Nachfrage dürfte in ein besseres Gleichgewicht kommen, sagt Powell. "Es ist schwierig, die Fortdauer und die Auswirkungen der Lieferengpässe vorherzusagen. Aber es scheint derzeit so, dass Faktoren, die die Inflation antreiben, im nächsten Jahr fortbestehen werden", fügt Powell hinzu. Mit der rapiden Verbesserung am Arbeitsmarkt gehe außerdem die Flaute zurück und stiegen die Gehälter in einem flotten Tempo.
Der jüngste Anstieg der Covid-19-Fälle in Verbindung mit der neuen Omikron-Variante stelle Risiken für die Beschäftigung und das Wirtschaftswachstum sowie eine erhöhte Unsicherheit für die Inflation dar. Powell versprach, dass die US-Notenbank Fed zu ihrem Preisstabilitätsziel stehe. Die Zentralbank werde die Konjunktur und den Arbeitsmarkt unterstützen sowie eine Preisspirale verhindern. Die Inflation ist so hoch wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. An den Märkten wird damit gerechnet, dass unter der Führung Powells im Juni 2022 die Zinswende eingeleitet wird. Dann könnte der geldpolitische Schlüsselsatz um einen Viertel Prozentpunkt angehoben werden. Derzeit wird er in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent gehalten.
Anleger in Asien setzen auf Erholung
Die asiatischen Aktienmärkte notieren zunächst fester. Die Anleger sind in Bezug auf die neue Omikron-Variante vorsichtig optimistisch, dass sie keine weitreichenden Störungen der Erholung der Weltwirtschaft verursachen wird. "Natürlich gibt es noch diese weitere neue Variante, aber solange es nicht zu erneuten und weit verbreiteten Lockdowns kommt, ist der V-förmige Aufschwung ungebrochen, insbesondere in den USA. Die Gewinnprognosen sind stabil und die Haushalte verfügen über viel Geld", sagte John Milroy, Anlageberater bei Ord Minnett in Sydney. Gestützt wurden die Hoffnungen der Anleger durch positive Konjunkturdaten aus China. Chinas Industrietätigkeit hat sich im November überraschend belebt und ist zum ersten Mal seit drei Monaten wieder gewachsen.
Der Nikkei legt 0,5 Prozent auf 28.430 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix steigt ein Prozent auf 1967 Zähler. Der Shanghai Composite notiert 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,3 Prozent.
Inflation und Zinsen: Das wird für den Dax heute wichtig
Nach den Verlusten von etwa 5,5 Prozent in der Vorwoche hat der Dax zum Auftakt der neuen Handelswoche Gewinne verbucht, wenn auch in einem überschaubaren Rahmen: Der deutsche Leitindex legte knapp 24 Punkte oder 0,2 Prozent auf 15.281 Zähler zu. Allerdings hatte er im Verlauf deutlich höher gelegen, was das Tageshoch von 15.442 Stellen zeigt. Dieses Niveau konnte der Dax, der zuvor einen "Black Friday" erlebt hatte, nicht halten. Gleichzeitig sorgt genau das dafür, dass der Index zum Handelsstart in den Dienstag deutlich fester notieren dürfte. Der Grund: Die Wall Street konnte nach dem Handelsschluss hierzulande noch vergleichsweise deutlich zulegen.
Das bestimmende Thema zum Wochenauftakt waren die deutlich gestiegenen Verbraucherpreise. Inflationssorgen und Zinsdiskussionen sorgten für Misstöne auf dem Parkett. Auch heute gibt es in dieser Hinsicht Daten: Frankreich, Italien, die EU und am Nachmittag auch die USA veröffentlichen sie. Aus Paris und Rom folgen zudem Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal. Hierzulande stehen Arbeitsmarktdaten auf der Agenda, in den USA sind es der Index Einkaufsmanager Chicago und nach Börsenschluss die Rohöllagerbestände.
Ihren Wirtschafts- und Kapitalmarktausblick veröffentlicht die Deka. Daneben stehen Ergebniszahlen der Adler Group auf der Agenda. Nach US-Börsenschluss legen dann noch der SAP-Konkurrent Salesforce sowie Hewlett-Packard Geschäftszahlen vor, nachdem das bereits am Morgen der Lufthansa-Rivale Easyjet getan hat.
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