Donnerstag, 03. März 2022Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke und Diana Dittmer
17:50 Uhr

Zitter-Börse: Dax findet keinen Halt - mit dem Ölpreis "schließt sich der Kreis"

Der Dax hat seine Verluste am Donnerstagnachmittag deutlich ausgebaut. Bei Handelsschluss büßte er annähernd 2,2 Prozent ein, damit landete er auf 13.698 Punkten. Das ist der niedrigste Schlusskurs seit gut einem Jahr.

Dax
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Die Stimmung bleibt vorerst angespannt. Neben dem Fortgang des Krieges lastet vor allem der unkalkulierbare Anstieg der Energiepreise auf dem Markt. Nur geringfügiger Rückenwind kam am Nachmittag aus New York, wo die führenden US-Indizes mit Gewinnen in den Tag starteten, die allerdings auch schnell wieder abgeschmolzen waren.

Was als Nächstes passiert, ist völlig ungewiss. Ein Ende der Invasion in der Ukraine ist trotz laufender Verhandlungen nicht in Sicht, und das Schicksal der gesamten Welt scheint in den Händen eines einzigen Mannes zu liegen: Russlands Präsident Wladimir Putin.

"Unsicherheit ist das größte Gift für den Aktienmarkt", kommentiert das Brokerhaus CMC Markets den Handelstag. Klar sein dürfte, "dass sowohl die Volatilität als auch der übergeordnete Abwärtstrend im Deutschen Aktienindex noch eine ganze Weile anhalten sollten".

Kurze, schnelle technische Gegenbewegungen würden weiterhin von Investoren genutzt, das Risiko aus ihren Portfolios rauszunehmen. "Nimmt der Dax die 14.000 Punkte morgen nicht mit ins Wochenende, dürften beim Ausbleiben positiver Nachrichten aus dem Kriegsgebiet schon in der nächsten Woche neue Jahrestiefs auf der Tagesordnung stehen."

Der Ölpreis erreichte heute den höchsten Stand seit 2011. Damit schließe sich auch der Kreis, "denn das letzte Mal notierte der Ölpreis über 115 US-Dollar, als Russland die Krim vor acht Jahren annektierte".

Der Börsen-Tag verabschiedet sich. Das Geschehen rund um die Ukraine-Krise können Sie hier live weiterverfolgen.

17:19 Uhr

Bericht: Iran hat bald genügend angereichertes Uran für Atombombe

Der iranische Vorrat an angereichertem Uran reicht nach Einschätzung von Diplomaten bald für den Bau einer Atombombe. Die Internationale Atomenergiebehörde stellte in einem am Donnerstag bekannt gewordenen Bericht fest, dass der Iran etwa Dreiviertel der dafür nötigen Menge an fast waffenfähigem Uran produziert habe. So habe sich die Menge des auf 60 Prozent angereicherten Urans auf 33,2 Kilogramm verdoppelt. Experten halten 25 Kilogramm von bis auf 90 Prozent angereichertem Uran zumindest für theoretisch nötig, um eine Atombombe zu bauen.

Die USA und Europäer drängen Iran seit Monaten, ein Abkommen bei den internationalen Gesprächen über sein Atomprogramm zu unterzeichnen. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die Regierung in Teheran am Mittwoch gewarnt, dass die Zeit für eine Einigung auslaufe. Die iranischen Öl-Exporte sind unter den US-Sanktionen um über 90 Prozent gefallen. Der Westen hofft auf ein Einlenken des Iran. Die wegen der Ukraine-Krise gefährdete Ölversorgung könnte zu einem guten Teil vom Iran kompensiert werden.

17:12 Uhr

Sanktionen gegen Russland: So will Habeck der Wirtschaft helfen

In einem ausführlichen Pressestatement erläutert Wirtschaftsminister Habeck den aktuellen Zustand der hiesigen Wirtschaft. Dabei geht er auf die Vielschichtigkeit und Schwere der bis jetzt erlassenen Sanktionen ein und stellt "gezielte Entlastungen" gegen kommende Preissteigerungen in Aussicht:

16:57 Uhr

SocGen: Könnten mit Verlust von Russland-Portfolio zurechtkommen

Die französische Bank Société Générale kann nach eigenen Angaben mit einem Ausfall ihres Russland-Portfolios zurechtkommen. "Die Gruppe hat mehr als genug Puffer, um die Konsequenzen eines möglichen Extremszenarios abzufedern, in dem die Gruppe ihre Anteile in Russland ganz verliert", teilte die Bank mit. Insgesamt verfüge SocGen in Russland über Vermögenswerte von 18,6 Milliarden Euro, davon entfielen 15,4 Milliarden Euro auf die russische Sparte SG Russia. Die Bank erklärte, die Situation in der Ukraine und in Russland werde genau beobachtet.

Societe Generale
Societe Generale 27,19

Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine haben die Europäische Union, Großbritannien und die USA eine Reihe von Finanzsanktionen verhängt. Die Äußerungen der Société Générale lassen darauf schließen, dass Banken Vergeltung von Russland befürchten, die möglicherweise eine Enteignung der russischen Vermögenswerte enthält.

16:48 Uhr

Dax und EuroStoxx graben sich ein

Der Verkaufsdruck an den europäischen Aktienmärkten nimmt wieder zu.

Dax und EuroStoxx50 bauen ihre Verluste aus und büßen jeweils mehr als ein Prozent auf 13.809 beziehungsweise 3779 Punkte ein.

16:36 Uhr

Blackrock führt Gespräche mit SEC wegen russischer Wertpapiere

Laut "Wall Steet Journal" gehört Blackrock zu einer Reihe von Firmen, die informelle Gespräche mit der US-Finanzaufsicht SEC führen, weil sie beim Ausstieg aus Positionen in russischen Wertpapieren große Schwierigkeiten haben. Die Börse in Moskau ist als Reaktion auf Finanzsanktionen, die die USA und andere Länder verhängt haben, um Russland für die Invasion in die Ukraine zu bestrafen, geschlossen. Moskau hatte Händlern am Montag verboten, Wertpapiere im Besitz ausländischer Investoren zu verkaufen.

Einige US-Vermögensverwalter, die sich auf Schwellenmärkte wie Russland konzentrieren, befürchten offenbar, dass Anleger ihr Geld abziehen werden. Wenn die Fonds russische Aktien nicht verkaufen können, um die Nachfrage zu bedienen, könnten die Vermögensverwalter gezwungen sein, ihre Kassenbestände aufzubrauchen oder andere Vermögenswerte zu verkaufen. Blackrock ist der größte Vermögensverwalter der Welt.

15:57 Uhr

Wall Street will nach oben - Powell-Anhörung wirkt nach

Die Aussicht auf behutsame US-Zinserhöhungen gibt der Wall Street erneut Auftrieb. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um jeweils etwa ein halbes Prozent.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte bei einer Kongress-Anhörung am Mittwoch für eine Zinserhöhung von einem Viertel Prozentpunkt plädiert. Damit nahm er Spekulationen auf einen doppelt so großen Schritt Wind aus den Segeln. Neben der gestiegenen Gewissheit beim Thema US-Geldpolitik erhielten die Börsen Unterstützung vom schleppenden Vormarsch russischer Truppen in der Ukraine, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. "Der ukrainische Widerstand ist viel stärker als erwartet."

Bei den Unternehmen rutschten die Aktien von American Eagle gegen den Trend um sieben Prozent ab. Der Modehändler warnte wegen gestiegener Frachtkosten vor einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr 2022. Langfristig gebe es aber gute Chancen auf anhaltendes profitables Wachstum, schrieb Analyst Corey Tarlowe von der Investmentbank Jefferies. Er halte daher an seiner Kaufempfehlung fest.

Die zuletzt kräftig unter Druck stehenden US-Aktienmärkte hatten bereits am Mittwoch Boden gutgemacht. Die Lage an den Märkten bleibt aber weiterhin von der Unsicherheit um den Krieg in der Ukraine geprägt.

15:42 Uhr

Ist Iran wieder im Spiel? Öl kommt von Höchstständen zurück

Der Preis für ein Barrell Brent fällt am Donnerstag innerhalb kurzer Zeit um 6 auf 110 Dollar. Im Handel wird darauf verwiesen, dass die Gespräche zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran anscheinend gut vorankommen. Ein Abschluss des Atomdeals würde dem Iran ermöglichen, wieder Öl im großen Stil zu exportieren.

Der Iran verfügt über die viertgrößten Ölreserven der Welt, die Produktion darbt seit Verhängung der Sanktionen. Es werde davon ausgegangen, dass der Iran mit dem Ende der Sanktionen über die Zeit die Förderung auf 3,7 Millionen Barrel am Tag steigern könne, heißt es auf dem Parkett. Inzwischen hat sich der Preis im volatilen Handel wieder erholt und notiert bei 113 Dollar.

15:13 Uhr

Afrikanische Länder wollen Deutschland Erdgas liefern

Deutschland kann seine Abhängigkeit von russischem Erdgas nach Einschätzung der Wirtschaft durch mehr Importe aus Afrika drücken. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sollte nicht nur in die USA reisen, um verflüssigtes Erdgas (LNG) einzukaufen, sondern auch nach Afrika, "denn kurzfristig können und wollen Länder wie Algerien, Ägypten, Nigeria und Angola Gas nach Europa liefern, um unsere Abhängigkeit von russischen Importen zu verringern", sagte der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing.

Über die 750 Kilometer lange Medgaz-Pipeline, die gerade erweitert werde, fließe das algerische Gas unter dem Mittelmeer bereits in die EU. "Algerien hat in den letzten Tagen angekündigt, die Liefermenge kurzfristig auch erhöhen zu können." Auch Ägypten, Nigeria und Angola seien Produzenten von LNG und wären in der Lage, mehr Flüssiggas nach Europa zu exportieren.

"Dafür braucht es auch gar keine Flüssiggasterminals in Deutschland, denn es gibt schon insgesamt 20 solcher Terminals in Europa", sagte Liebing. Zusammen könnten die vier afrikanischen Länder einen signifikanten Beitrag zur Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas mit Erdgas leisten und die Abhängigkeit von Importen aus Russland senken. "Es braucht nur den politischen Willen, jetzt mit diesen Ländern entsprechende Verträge zu schließen."

15:06 Uhr

Finanzmärkte halten stand: Lehman-Moment abgewendet

Russlands Invasion in der Ukraine und die anschließende Verhängung einer Reihe von Wirtschaftssanktionen waren die größte Bewährungsprobe für die globalen Finanzmärkte seit dem Untergang von Lehman Brothers im Jahr 2008, schreibt Bloomberg. Bisher habe das Netzwerk den Belastungen jedoch standgehalten.

14:45 Uhr

Uniper-Mutter Fortum: Keine Neuprojekte in Russland

Und der Exodus aus Russland geht weiter. Auch der finnische Energiekonzern Fortum reagiert auf den Ukraine-Krieg. "Business as usual" sei keine Option, teilte der Mutterkonzern des deutschen MDax-Konzerns Uniper bei Bilanzvorlage mit. Alle neuen Investitionsprojekte in Russland seien gestoppt worden. Die Gaslieferungen dagegen liefen normal weiter.

Fortum Corporation
Fortum Corporation 13,84

Im vergangenen Jahr profitierte Fortum vor allem von gestiegenen Energiepreisen. Das Ergebnis im operativen Geschäft kletterte auf vergleichbarer Basis um 89 Prozent auf über 2,5 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 500 Millionen auf Russland. Ein erheblicher Teil davon kommt von der Uniper-Tochter Unipro, an der der Düsseldorfer Konzern zu 84 Prozent beteiligt ist. Außerdem stehen bei Uniper knapp eine Milliarde Euro an der auf Eis gelegten Gaspipeline Nord Stream 2 im Feuer. Fortum halte sich an alle Gesetze und Vorschriften, einschließlich Sanktionen, und bereite sich auf verschiedene Szenarien vor, teilte das Unternehmen mit.

14:41 Uhr

Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gesunken

Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 26. Februar stärker abgenommen als erwartet. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 18.000 auf 215.000, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Erwartet worden war nur ein Rückgang auf 225.000.

Für die Vorwoche wurde der Wert nach oben revidiert, auf 233.000 von ursprünglich 232.000. Der gleitende Vierwochendurchschnitt verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 6.000 auf 230.500. In der Woche zum 19. Februar erhielten 1,476 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung. Dies war eine Zunahme gegenüber der Vorwoche um 2.000.

14:24 Uhr

5 Millionen Dollar im Feuer: Können russische Firmen noch Fremdwährungsanleihen bedienen?

Sind russische Unternehmen noch in der Lage, ihre Anleihen zu bedienen? Das ist die große Frage.

Laut Bloomberg schauen Marktbeobachter aktuell auf Yandex - eine der größten Suchmaschinen der Welt. Die russische Suchmaschine soll noch heute einen Kupon in Höhe von 4,7 Millionen US-Dollar für eine 2025 fällige Anleihe in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar zahlen. Es ist die erste Kuponzahlung in Fremdwährung durch ein Unternehmen mit Hauptsitz in Russland, seit weitreichende Sanktionen und Kapitalkontrollen bei Anleihegläubigern Befürchtungen aufkommen ließen, dass Unternehmen ihre Schulden möglicherweise nicht mehr bedienen können.

Wie sich diese Couponzahlung entwickelt, werde einen Präzedenzfall für Anleger schaffen, die Fremdwährungsanleihen halten, die von russischen Unternehmen mit Sitz im Ausland ausgegeben wurden, heißt es.

Der staatlich kontrollierte Energieriese Gazprom muss am 7. März eine fällige Schuld in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar begleichen, die von Gaz Capital SA, einem in Luxemburg eingetragenen SPV, ausgegeben wurde. Und eine 2-Milliarden-Dollar-Anleihe des staatlichen Ölproduzenten Rosneft, die von einem in Irland ansässigen Unternehmen ausgegeben wurde, wird am 6. März fällig.

13:51 Uhr

Ukraine-Sanktionen treiben Palladiumpreis in die Höhe

Drohende Lieferausfälle wegen der Sanktionen gegen Russland nach der Invasion in die Ukraine treiben den Preis für Palladium weiter in die Höhe. Das unter anderem in Autokatalysatoren verwendete Metall verteuert sich um knapp fünf Prozent auf 2798 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Das ist der höchste Stand seit fast acht Monaten. Auf Russland entfallen 40 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion. Ebenfalls nach oben geht es für Gold, das in unsicheren Zeiten häufig als sicherer Hafen angesteuert wird. Das Edelmetall verteuert sich um 0,6 Prozent auf 1938 Dollar je Feinunze.

13:36 Uhr

Nestle hält Teil der Ukraine-Aktivitäten für die Versorgung am Laufen

Ein Teil der Lieferkette von Nestle in der Zentral- und Westukraine ist noch in Betrieb, nachdem das Unternehmen seine Fabriken, Lager und die Lieferkette letzte Woche nach dem Einmarsch Russlands vorübergehend geschlossen hatte. Der Schweizer Nahrungsmittel- und Getränkehersteller, der drei Fabriken und rund 5.000 Mitarbeiter in der Ukraine hat, teilte mit, dass ein Teil der Werke "an Orten, an denen es sicher ist, weiterläuft", und dass er sich weiterhin dafür einsetzt, die Versorgung der lokalen Bevölkerung mit wichtigen Nahrungsmitteln und Getränken sicherzustellen.

Nestle
Nestle 112,20

13:29 Uhr

SAP-Chef Klein erhält für 2021 fast sechs Millionen Euro

Nicht alles ist Ukraine-Krieg. Es gibt tatsächlich noch andere Nachrichten:

SAP
SAP 108,38

SAP-Chef Christian Klein hat im abgelaufenen Jahr mit fast sechs Millionen Euro deutlich mehr verdient als in seinem ersten vollen Amtsjahr. Die Vergütung - einschließlich Boni - des 41-Jährigen lag bei 5,87 Millionen Euro, wie aus dem veröffentlichten SAP-Geschäftsbericht hervorgeht. Darin enthalten ist eine für das Corona-Jahr 2020 gewährte Sondervergütung von 1,1 Millionen Euro, die offenbar erst im vergangenen Jahr gezahlt wurde. 2020 hatte der 41-Jährige, der den Softwareriesen aus Walldorf seit April 2020 allein leitet, brutto 1,12 Millionen Euro bekommen, so wenig wie kein anderer Dax-Chef. Mit seiner Vergütung für 2021 dürfte Klein wenigstens im oberen Drittel der Gehaltsrangliste im Dax liegen.

In Summe gab SAP für alle Vorstandsmitglieder im vergangenen Jahr 27,46 Millionen Euro aus, viereinhalb Mal so viel wie 2020 (6,07 Millionen). Das lag nicht nur am steigenden Aktienkurs und den verbesserten Geschäftszahlen, sondern auch am Personalkarussell im Vorstand. Inzwischen besteht der Vorstand aus sieben Mitgliedern. Darunter sind der langjährige Finanzchef Luka Mucic, der seit 2014 dem Führungsgremium angehört, und die ehemalige Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek.

13:20 Uhr

Wie schwer trifft der Ukraine-Krieg die globale Wirtschaft?

Das Mitgefühl mit der Ukraine im Kampf gegen die Übermacht Russland ist groß. Der "Economist" bezieht mit seinem Cover klar Stellung: "No strapline, no flashes" ("Kein Schriftzug, keine Blitzlichter")

Was die Krise für die Welt bedeutet, darüber zerbrechen sich momentan die Experten die Köpfe. Wer sich informieren möchte, hat bei den Kollegen der "Financial Times" die Chance, sich heute Nachmittag in eine Gesprächsrunde einzuschalten:

13:04 Uhr

Russland-Sorgen bei H&M

Die gestoppten Geschäfte in Russland bereiten den Anlegern von H&M Sorge. Die Aktien des Modehändlers fallen in Stockholm um rund vier Prozent auf 145,02 Kronen und damit auf den tiefsten Stand seit November 2020. Die Modekette macht wie viele andere Unternehmen momentan aus Protest gegen den von Russland begonnenen Krieg in der Ukraine dort keine Geschäfte mehr.

H&M
H&M 11,24

12:47 Uhr

Ikea schließt alle Filialen in Russland

Der Exidus der Wirtschaft geht weiter: Auch die weltgrößte Möbelmarke Ikea schließt nach der russischen Invasion in der Ukraine alle ihre Filialen in Russland und stellt ihre gesamte Beschaffung in Russland und Weißrussland ein.

"Der Krieg hat sowohl enorme Auswirkungen auf die Menschen als auch führt zu ernsthaften Störungen der Lieferkette und der Handelsbedingungen, weshalb die Unternehmensgruppen beschlossen haben, den Ikea-Betrieb in Russland vorübergehend zu unterbrechen", sagten Markeninhaber Inter Ikea und Ladenbesitzer Ingka Group eine gemeinsame Erklärung.

12:30 Uhr

Gazprom, Sherbank, Lukoil: Londoner Börse stoppt Handel von 27 Firmen

Die Londoner Börse hat den Handel mit 27 Unternehmen mit starken Verbindungen zu Russland ausgesetzt, darunter die Energie- und Bankengiganten Gazprom und Sberbank.

Die LSE kündigte an, den Handel mit den Unternehmen, zu denen auch EN+, Lukoil und Polyus gehören, mit sofortiger Wirkung "angesichts der Marktbedingungen und zur Aufrechterhaltung geordneter Märkte" zu blockieren.

12:19 Uhr

Heftiger Inflationsschub: Türkische Lira unter Druck

Die türkische Lira gerät mit extrem hohen Inflationsdaten immer mehr unter Druck. Der Dollar steigt um 0,9 Prozent auf 14,1303 Lira.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 18,81

Die türkische Währung hatte zuletzt unter der gestiegenen Risikoaversion gelitten und im Zuge des Ukraine-Krieges und im vergangenen Jahr noch stärker unter der unorthodoxen Geldpolitik der türkischen Notenbank auf Geheiß des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Vom Allzeittief hatte sich die Lira allerdings wieder etwas erholt, im Dezember 2021 war der Dollar bis auf 18,40 Lira geklettert.

Doch aktuell belastet die Inflation in der Türkei, die sich im Februar weiter verstärkt hat. Die jährliche Inflationsrate schoss auf 54,4 Prozent in die Höhe - der höchste Stand seit 20 Jahren. Im Januar hatte die Rate 48,69 Prozent betragen.

12:12 Uhr

Gewinnmitnahmen: Finanzinvestor KKR versilbert Hensoldt-Aktien

Der US-Finanzinvestor KKR hat den steilen Anstieg des Aktienkurses von Hensoldt zum Teilausstieg bei dem Hersteller von Rüstungselektronik genutzt. KKR verkaufte über Nacht ein Aktienpaket von knapp zehn Prozent an institutionelle Investoren, wie zwei mit der Platzierung vertraute Personen sagten. Dabei habe KKR aber einen ungewöhnlich großen Abschlag auf den Börsenkurs hinnehmen müssen. Der Platzierungspreis lag mit weniger als 21 Euro um 20 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch, wie zwei Insider sagten. Damit erlöst der Investor, der Hensoldt im Herbst 2020 an die Börse gebracht hatte, mehr als 210 Millionen Euro. KKR wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Hensoldt
Hensoldt 26,60

Die mit dem Verkauf beauftragten Investmentbanker hatten auf einen Preis zwischen 21 und 23 Euro gehofft. Am Donnerstagmorgen fielen die Hensoldt-Papiere, die vor der Rückkehr in den Kleinwerteindex SDax stehen, um 12,3 Prozent auf 22,50 Euro, lagen damit aber über dem Platzierungspreis.

Rüstungskonzerne haben zuletzt eorm von den angekündigten Milliardeninvestitionen in die Verteidigung profitiert. Klicken Sie hier:

12:02 Uhr

Liefersorgen heizen Preisrally bei Metallen an

Die Aussicht auf Rohstoff-Lieferengpässe wegen des eskalierenden Streits Russlands mit dem Westen treibt die Preise an den Metallbörsen immer höher.

Kupfer (LME)
Kupfer (LME) 9.196,50

Aluminium kostet in London mit 3691,50 Dollar je Tonne so viel wie noch nie. Nickel zieht um sechs Prozent auf 27.470 Dollar je Tonne an, nachdem es zuvor bei 27.815 Dollar den höchsten Stand seit April 2011 markiert hatte. Kupfer verteuert sich um 2,5 Prozent auf 10.425 Dollar je Tonne. Sanktionen westlicher Nationen haben die drei größten Containerlinien der Welt dazu veranlasst, Frachtlieferungen von und nach Russland auszusetzen.

11:56 Uhr

Inflation und Ukraine: Anleger flüchten in Rohstoffwerte

Sämtliche Sektoren an Europas Börsen sind nach dem Rekordsprung der Produzentenpreise (PPI) auf 30,6 Prozent in der Eurozone ins Minus gedreht. Nur Rohstoffwerte bleiben 3 Prozent im Plus, der Ölsektor pendelt um die Nulllinie. Beides seien "Fluchtwährungen" in der Inflation. Fed-Mitglied Bullard hatte die Lage am Vorabend bereits mit den 1970er-Jahren verglichen. Die Sorge vor einem Kontrollverlust bei der Inflation steigt angesichts der Tatenlosigkeit der EZB.

"Stagflation wird immer mehr zu einem Thema, auf das Portfolios sich aber schwer einstellen lassen", sagt ein Stratege. Schließlich könne ein Aktienportfolio nicht nur in inflationsindexierte Anleihen investieren, und ohnehin sei der Markt nicht tief genug dafür. Wahrscheinlich dürften die Kapitalströme aus Europa abwandern und lieber in den USA investieren.

11:48 Uhr

VW-Konzern stoppt Russland-Geschäft wegen Krieges in der Ukraine

Volkswagen setzt sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. "Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen", hieß aus Wolfsburg. Auch Exporte der größten europäischen Autogruppe nach Russland würden "mit sofortiger Wirkung gestoppt".

VW Vorzüge
VW Vorzüge 126,94

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11:44 Uhr

Russland-Engagement kostet Konzerne 100 Milliarden Dollar Marktwert

Europäische Aktien mit Geschäftsbeziehungen zu Russland haben haben laut der Finanzagentur Bloomberg seit dem Anstieg der Kriegsrisiken mehr als 100 Milliarden Dollar an Marktwert verloren.

"Niemand weiß, wo das enden wird, und wir befinden uns in einem Umfeld maximaler Unsicherheit, das für die meisten Anleger ein Umdenken erfordert", sagte Peter Garnry, Leiter der Aktienstrategie bei der Saxo Bank AS.

Einige Aktien hätten seit dem 18. Februar drei Viertel ihres Wertes verloren. Als Beispiele werden Renault und Wizz Air genannt, die um mehr als 20 Prozent gefallen sind.


Dax
Dax 15.128,27

11:31 Uhr

Anleger schmeißen Engie wegen Nord Stream 2 aus den Depots

Drohende Belastungen aus dem finanziellen Engagement in Nord Stream 2 drücken die Aktien von Engie um mehr als drei Prozent ans Ende des Pariser Leitindex. Der französische Energiekonzern bezifferte sein ausstehendes Kreditrisiko im Zusammenhang mit dem vor dem Aus stehenden Ostseepipeline-Projekt auf bis zu 1,1 Milliarden Dollar. Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine haben die Akien von Engie fast 19 Prozent verloren.

Engie
Engie 13,00

11:23 Uhr

Erzeugerpreise deutlich teurer: Gerät die Inflation außer Kontrolle?

Für lange Gesichter im Handel sorgt der überraschend starke Anstieg der Erzeugerpreise (PPI) in der Eurozone. Sie sprangen im Januar um 30,6 Prozent nach oben und damit über die befürchtete 30-Prozent-Marke. "Es sieht immer mehr danach aus, als ob die Inflation ausser Kontrolle gerät", sagt ein Händler. Denn die treibenden Faktoren wie unter anderem die Ölpreise hätten sich seit diesen Daten noch weiter erhöht.

Während die US-Notebank verstanden hat, dass auch steigende Energiepreise zur Verfestigung von Inflationserwartungen führen, ist seitens der EZB nichts dergleichen zu spüren. Mit Spannung wird daher auf die Begründungen der EZB im Sitzungsprotokoll vom 3. Februar gewartet, dass am Mittag vorgelegt wird.

11:16 Uhr

Maschinenbauer starten mit Auftragsplus ins neue Jahr

Die deutschen Maschinenbauer sind mit Auftragszuwächsen in das neue Jahr gestartet. Die Bestellungen seien im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 19 Prozent gestiegen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Die Orders aus dem Inland seien um 22 Prozent höher ausgefallen, die aus dem Ausland um 18 Prozent. "Die russische Aggression in der Ukraine konnte im Januar natürlich noch keine Rolle spielen, die Auswirkungen des Kriegs werden in den Auftragszahlen frühestens ab März zu sehen sein", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

11:00 Uhr

Russische Unternehmen wollen chinesische Bankkonten eröffnen

Russische Unternehmen wollen angesichts der westlichen Sanktionen wegen der Invasion in der Ukraine verstärkt Bankkonten bei chinesischen Geldhäusern eröffnen. "In den vergangenen Tagen sind 200 bis 300 Unternehmen an uns herangetreten, die neue Konten eröffnen wollen", sagte ein Mitarbeiter der Moskauer Filiale einer chinesischen Staatsbank, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Viele der Firmen machen demnach Geschäfte mit China. Es sei zu erwarten, dass deren Transaktionen mit der chinesischen Währung Yuan zunehmen werden.

Eine Handvoll chinesischer Staatsbanken ist in Moskau tätig, darunter die Industrial & Commercial Bank of China (ICBC), die Agricultural Bank of China, die Bank of China und die China Construction Bank. Letztere lehnte eine Stellungnahme ab, während die anderen drei Geldhäuser nicht auf die Anfrage von Reuters reagierten.

ICBC
ICBC ,48

10:43 Uhr

Dudenhöffer: Russland ist ein "unbedeutender Nischenmarkt"

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Die russische Marke UAZ ist bekannt für rustikale Geländeautos.

picture alliance/dpa/TASS

Von wegen BRIC-Wunder:

Vor mehr als 20 Jahren hatte Goldman-Sachs Manger Jim O´Neill erstmals die Wundergeschichte von den BRIC Staaten erzählt: Brasilien-Russland-Indien-China sollten zu Schwergewichten in der Autoindustrie werden. Die Prognosen für den russischen Automarkt überschlugen sich.

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(Foto: CAR Institut)

Übrig geblieben ist ein "flügelloser Vogel", schreibt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in einer Kurzstudie. Russland sei eher Sanierungsland als ein vielversprechender Markt für die Autoindustrie und "in den nächsten Jahren dürfte sich wenig daran ändern". Russland habe so gut wie keine eigene Technologie. "Dünne fünf Prozent" der in Russland verkauften Neuwagen seien "echte" russische Fahrzeuge, hergestellt nach alten russischen Konzepten von den beiden Autobauern GAZ (Gorkowski Awtomobilny Sawod) und UAZ (Uljanowski Awtomobilny Sawod). Der Rest seien Technologieleigaben aus Europa, Asien und der USA.

10:30 Uhr

Tesla-Fabrik in Brandenburg kurz vor Genehmigung

Die Baustelle der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg - Wann kommt die finale Genehmigung für das Werk?

Tesla-Chef Elon Musk hatte gehofft, schon im Sommer 2021 mit der Produktion in Grünheide starten zu können.

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Die Genehmigung der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin steht unmittelbar bevor. Die Brandenburger Staatskanzlei erklärte , das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren sei kurz vor dem Abschluss. Sie lud für Freitag zu einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach Potsdam ein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird mit einem positiven Bescheid gerechnet, wie bei solchen Verfahren üblich gibt es aber Auflagen. Tesla hat die Fabrik über rund 20 vorzeitige Zulassungen errichtet.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 172,71

10:22 Uhr

Deutscher Exportüberschuss sinkt weiter: Mehr Waren aus Russland importiert

Der im Ausland stark kritisierte deutsche Exportüberschuss ist 2021 bereits das fünfte Jahr in Folge gesunken. Die Exporte übertrafen die Importe um 172,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind 4,2 Prozent weniger als 2020 und sogar 22,8 Prozent weniger als 2019, dem Jahr vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Zu den wenigen Ländern, aus denen mehr Waren ein- als ausgeführt wurden, gehört Russland, das vom Westen wegen der Ukraine-Invasion gerade mit harten Sanktionen belegt wird. Wegen stark gestiegener Preise für Rohöl- und Erdgas kam ein Importüberschuss von 6,5 Milliarden Euro zustande. 2020 hatte es - wegen des niedrigen Preisniveaus im ersten Corona-Jahr - erstmals seit 1993 einen Exportüberschuss im Warenaustausch mit Russland gegeben.

10:06 Uhr

Reiche Russen flüchten in Luxusschmuck und -uhren

Um die Erosion ihres Vermögens als Folge der Russland-Sankionen und geschlossenen Aktienmärkte in Russland zu stoppen, geben reiche Russen jetzt mehr Geld für Luxusartikel aus, wie Bloomberg schreibt. Die Verkäufe in den Geschäften von Bulgari in Russland hätten nach der internationalen Reaktion auf die Invasion in der Ukraine stark angezogen, zitiert die Finanzagentur den Vorstandsvorsitzenden des italienischen Juweliers. Schmuck sei in Zeiten, in denen der Bargeldverkehr in Russland stark eingeschränkt sei, eine "sichere Investition".

Große Konzerne wie Apple und Nike ebenso wie die Energiegiganten BP, Shell und Exxon Mobile haben sich mittlerweile aus Russland zurückgezogen. Europas größte Luxusmarken dagegen versuchen weiterhin im Land Geschäfte zu machen: Bulgari, im Besitz von LVMH, steht damit nicht allein da. Auch Cartier von Richemont verkauft immer noch Schmuck und Uhren in Russland, Omega - Uhren der Swatch sind auch nach wie vor erhältlich, ebenso wie Rolex.

Klicken Sie hier: Russland Oligarchen - Früher hofiert, jetzt gejagt:

09:47 Uhr

Lufthansa erneut mit Milliardenverlust

Die Lufthansa hat auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie tiefrote Zahlen geschrieben, den Verlust aber gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Operativ fiel 2021 ein Minus von 2,3 Milliarden Euro an nach 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr, als die Corona-Pandemie ausgebrochen war, wie das Unternehmen mitteilt. Die Lufthansa schnitt damit so ab wie am Markt erwartet. Mehrere Covid-Krankheitswellen weltweit bremsten die Nachfrage, da die Regierungen mit harten Quarantänepflichten und anderen Auflagen die Ausbreitung des gefährlichen Virus bekämpften. Den Nettoverlust konnte die mit Staatshilfe vor dem Aus gerettete Airline-Gruppe um zwei Drittel auf 2,2 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro.

Lufthansa
Lufthansa 9,69

Im laufenden Jahr rechnet die Lufthansa mit einer deutlichen Erholung. Aber eine Rückkehr zu schwarzen Zahlen nach zwei Jahren hoher Verluste stellte die Airline nicht in Aussicht. Wegen der hohen Unsicherheit über die Folgen des Ukraine-Konflikts und die noch anhaltende Pandemie sei eine konkrete Prognose nicht möglich. Analysten prognostizieren einen leichten Gewinn für 2022.

09:43 Uhr

IfW: Russland hat in Handelskrieg deutlich mehr zu verlieren

Die russische Volkswirtschaft würde durch eine Entkoppelung ihrer Handelsbeziehungen von den USA und ihren Partnern nach einer Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) langfristig deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als die der Alliierten. Russlands Wirtschaftsleistung würde in einer Modellierung auf längere Sicht jährlich um knapp 10 Prozent geringer ausfallen, als wenn die Handelsbeziehungen fortbestünden, teilte das Institut mit. Die Alliierten hätten dagegen in diesem Zeithorizont deutlich geringere Einbußen zu beklagen.

Die Einschätzungen ergeben sich den Angaben zufolge aus einer Modellsimulation in einem gemeinsamen Arbeitspapier von Forschern des IfW und des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). "Ein Handelskrieg zwischen Russland sowie den USA und ihren Verbündeten würde Russlands Wirtschaft langfristig empfindlich treffen. Die Alliierten dürften zwar kurzfristig ebenfalls zum Teil stark betroffen sein, auf längere Sicht haben sie aber im modellhaft simulierten Fall insgesamt nur eine um jährlich 0,17 Prozent geringere Wirtschaftsleistung zu befürchten", sagte IfW-Handelsforscher Alexander Sandkamp.

09:36 Uhr

Inflation in der Türkei überspringt Marke von 50 Prozent

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen, die als Mittel im Kampf gegen die Teuerung gelten. Erdogan möchte hingegen über niedrige Zinsen Kredite und Investitionen ankurbeln - damit allerdings erhöht sich die Geldmenge im Umlauf weiter.

imago images/Depo Photos

Die Inflation in der Türkei hat sich im Februar weiter verstärkt. Wie das türkische Statistikamt Turkstat mitteilte, stieg die jährliche Inflationsrate auf 54,44 Prozent. Das ist der höchste Stand seit März 2002.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 18,81

Im Januar hatte die Rate 48,69 Prozent betragen. Den größten Anstieg verzeichnete der Verkehrssektor, gefolgt von Einrichtungsgegenständen und Haushaltsgeräten sowie Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken. Den Daten zufolge stiegen die Verbraucherpreise im Februar gegenüber dem Vormonat um 4,81 Prozent. Im Vormonat waren sie um 11,10 Prozent gestiegen. Die Türkei steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, in den vergangenen Monaten hatte die Inflation immer neue Höchstwerte erreicht. Die Preissteigerung ist mittlerweile eines der wichtigsten Themen der türkischen Politik.

09:31 Uhr

Ost-Ausschuss: Wirtschaftliche Erwägungen müssen jetzt zurückstehen

Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft stellt sich hinter die Russland-Sanktionen und fordert gezielte Hilfen für stark betroffene Mittelständler. "Alle sind der Überzeugung, dass diese Sanktionen notwendig sind", sagte Geschäftsführer Michael Harms der ARD. "Die deutsche Wirtschaft ist hier einheitlich in ihrer Position."

Wirtschaftliche Erwägungen müssten jetzt zurückstehen. Die Auswirkungen auf Unternehmen seien "massiv", allerdings werde "es nicht viele Unternehmen geben, die wirklich existenziell betroffen sind". Betroffen seien vor allem einige spezialisierte Mittelständler. "Denen sollte dann auch gezielt geholfen werden", forderte Harms. Aus Eigeninteresse müsse man aber "einen gewissen Handel mit Russland noch aufrechterhalten". Dies gelte vor allem für die Energiebeziehungen, wo Deutschland vor allem beim Gas "kritisch abhängig" von Russland sei.

09:16 Uhr

EZB-Ratsmitglied warnt vor Stagflation

EZB-Ratsmitglied Mario Centeno warnt wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine vor einer Stagflation in Europa."Es liegen Stagflations-Szenarien vor uns", sagte der Portugiese. Die Entwicklung werde von der Dauer des Konflikts abhängen und der konzertierten Reaktion bei der Fiskalpolitik der Europäer.

Die Finanzsanktionen dürften verheerende Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft haben, ergänzte Centeno. Der Weggang vieler großer ausländischer Firmen dürfte die Lage in Russland verschlimmern. Der Begriff Stagflation beschreibt eine Situation eines Währungsraumes, in der wirtschaftliche Stagnation und Inflation miteinander einhergehen. Die USA, die EU und Großbritannien haben nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine beispiellose Schritte unternommen, um Russlands Wirtschaft und Finanzsystem zu isolieren.

09:10 Uhr

Dax schnauft durch

Der deutsche Leitindex pendelt zum Auftakt um die 14.000 Punkte von unten und startet damit kaum verändert in den Handelstag. Aktuell notiert der Dax bei 14.022 Zählern 0,1 Prozent höher.

Dax
Dax 15.128,27

Ein nächster Widerstand liegt laut Marcel Mußler von den Mußler-Briefen bei 14.182 Punkten. Darüber sei der Weg frei bis zum Abwärtstrend, der bei 14.414 bis 14.354 Punkten verlaufe. Große Sprünge erwarten Händler heute jedoch nicht.

Unterstützung könnte von der Wall Street kommen, wo am Vorabend eine kräftige Erholungsrally eingesetzt hatte. Kurstreiber waren Aussagen von Fed-Präsident Jerome Powell, der sich klar in Richtung einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte positionierte. Damit wurden noch verbliebene Sorgen vor einem großen 50-Punkte-Schritt ausgepreist. Jedoch stellte Powell unmissverständlich klar, dass die Inflationsbekämpfung das Ziel der US-Notenbank sei und behielt sich größere Schritte jederzeit vor. Damit nahm er einen anderen Standpunkt ein als Fed-Mitglied Bullard, der die rasant steigende Inflation mit den 1970ern verglich.

08:50 Uhr

Brent nähert sich 120-Dollar-Marke

Die Furcht vor einer Energiekrise treibt den Ölpreis immer weiter in die Höhe.

Der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee steigt um bis zu 4,7 Prozent auf 118,22 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostet damit so viel wie seit neun Jahren nicht mehr. Das US-Öl WTI verteuert sich um 3,8 Prozent auf 114,78 Dollar je Fass, das ist der höchste Stand seit knapp elf Jahren.

08:36 Uhr

Merck-Dividende überrascht

Alle Erwartungen erfüllt haben die Zahlen von Merck KGaA. Größere Abweichungen von den Prognosen seien in einer ersten Einschätzung nicht zu erkennen, der Ausblick auf weiteres Wachstum sei gut, meint ein Händler: "Der Dividendenvorschlag ist eine Überraschung. Sie soll auf ein Rekordhoch von 1,85 Euro und damit gleich um 45 Cent erhöht werden. Dies könnte die Aktie für Käufer in defensiven Branchen interessant machen.

Merck KGaA
Merck KGaA 191,05

08:21 Uhr

Stabilisiert sich der Dax?

Genau eine Woche nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit leichten Aufschlägen von 0,3 Prozent bei etwa 14.050 Zählern taxiert.

Am Mittwoch hatte er nach einer Berg- und Talfahrt 0,7 Prozent im Plus bei 14.000,11 Punkten geschlossen. An der Wall Street machte die Aussicht auf nur behutsame Zinserhöhungen der Notenbank Fed den US-Anlegern Mut. Die wichtigsten Indizes schlossen fester.

Der Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen für den Westen bleiben das Thema Nummer eins auf dem Börsenparkett. Vor diesem Hintergrund richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die europäischen Erzeugerpreise für Februar, nachdem der Anstieg der Verbraucherpreise ein Rekordhoch von 5,8 Prozent erreicht hatte. Experten erwarten bei den Erzeugerpreisen ein Plus von 27 Prozent - ebenfalls ein Rekordhoch. Daneben dürfte eine neue Welle von Firmenbilanzen die Investoren auf Trab halten. Die Lufthansa hat auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie tiefrote Zahlen geschrieben, den Verlust aber gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Wegen der hohen Unsicherheit über die Folgen des Ukraine-Konflikts und die noch anhaltende Pandemie gab der Konzern keine konkrete Prognose für 2022 ab. Bei der österreichischen Raiffeisen Bank erhofft sich der Markt Details zu einem möglichen Rückzug des Instituts aus Russland.

08:09 Uhr

Ratingagenturen senken Russland Bonität auf Ramsch

Die Ratingagenturen Moody's und Fitch haben die Bonitätsbewertung Russlands um jeweils sechs Stufen herabgesetzt. Auch bei diesen beiden Agenturen fallen Russland-Anleihen damit aus dem Investmentgrade-Bereich heraus und gelten nun als hochspekulative Anlage. Am Wochenende hatte bereits Standard & Poor's Russland auf Junk-Niveau abgestuft. Die Agenturen prüfen weitere Abstufungen.

Moody's senkte das Rating auf B3 von Baa3. Fitch stufte das Land auf B von BBB ab. Beide verwiesen auf die massiven Sanktionen, die der Westen nach der Invasion der Ukraine gegen das Land verhängt hat.

07:59 Uhr

Asien-Börsen leicht erholt

Die asiatischen Börsen bewegen sich auf einem leichten Erholungskurs. Eine für Donnerstag angekündigte zweite Gesprächsrunde zwischen russischen und ukrainischen Delegierten lässt Anleger etwas hoffen auf ein Ende des Krieges. Allerdings setzen russische Truppen ihre Angriffe fort und beschießen immer rücksichtsloser Städte und zivile Einrichtungen. Nach Angaben der US-Regierung nehmen die Invasoren zunehmend Zivilisten ins Visier. Gerade wegen der Schreckensnachrichten aus dem Kriegsgebiet klammere man sich umso mehr an die Gespräche der Konfliktparteien, heißt es.

Rückenwind für den Aktienmarkt kommt derweil von der US-Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell avisierte für die in zwei Wochen stattfindende Sitzung angesichts der stark erhöhten Inflation zwar eine Zinserhöhung; allerdings sprach er sich - auch wegen schwer abwägbaren Folgen des Kriegs in der Ukraine - für eine Erhöhung um lediglich 25 Basispunkte aus. Zuletzt hatten einige Notenbanker auch schon für Spekulationen über einen größeren Zinsschritt gesorgt, angesichts der galoppierenden Inflation.

In China zeigt sich der HSI in Hongkong freundlich, nachdem er zuvor aber auch stärker unter dem Ukraine-Krieg gelitten hatte. Der HSI ist abhängiger von internationalen Faktoren. Der Schanghai-Composite notiert dagegen knapp im Minus - etwas gebremst von schwachen Konjunkturdaten. Bei den chinesischen Dienstleistern hat sich die Geschäftsaktivität im Februar verlangsamt. Der entsprechende Caixin-Markit-Einkaufsmanagerindex sank auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Der auf Daten der staatlichen Statistikbehörde basierende offizielle Einkaufsmanagerindex war im Februar dagegen leicht geklettert. Die Analysten von China Fortune Securities glauben, dass die meisten negativen Faktoren nun eingepreist seien. Zudem verweisen sie auf die unterstützende Geldpolitik in China.

Auffallend fest zeigt sich der südkoreanische Kospi (+1,5%). Hier verweist man auf die Entwicklung in den USA. Energie- und Technologiewerte treiben den Markt. Während erstere von den abermals deutlich anziehenden Ölpreisen beflügelt werden, profitieren die zinssensiblen Technologietitel von Powells Andeutungen eines nur kleinen Zinsschrittes im März. Im Ölsektor ziehen SK Innovation um 4,3 Prozent an, unter den Technikwerten Samsung Electronics um 1,3 Prozent.

07:49 Uhr

Dieser Wert sticht SAP-Rivalen aus

Unter den Einzelwerten am US-Aktienmarkt waren Hewlett Packard Enterprise (HPE) nach starken Zahlen zum ersten Geschäftsquartal gesucht und legten mehr als zehn Prozent zu. Salesforce.com übertraf zwar im vierten Quartal die eigenen Ziele, der Ausblick auf das erste Quartal und das Gesamtjahr fiel aber eher durchwachsen aus. Der Kurs stieg um 0,7 Prozent.

Hewlett Packard Enterprise
Hewlett Packard Enterprise 14,80

salesforce.com
salesforce.com 153,26
SAP
SAP 108,38

07:14 Uhr

Euro unter Druck

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,1 Prozent auf 115,63 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,3181 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9202 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,1100 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 1,0219 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,3392 Dollar. ´

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,09
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,92

 

07:03 Uhr

Tokioter Börse auf Wall-Street-Spuren

Die Aussicht auf behutsame Zinserhöhungen der US-Notenbank ermutigt die Anleger in Asien. Fed-Chef Powell hatte anlässlich einer Anhörung im US-Kongress angekündigt, an der Anhebung des Leitzinses im März festzuhalten. Doch vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs befürworte er eine Anhebung um 25 Basispunkte. "Bisher scheinen die Anleger eine größere Chance auf eine "Stagflation light" abzuwägen, was bedeutet, dass Sanktionen zu noch mehr Inflation in den Industrieländern und etwas weniger Wirtschaftswachstum führen", sagte Thomas Mathews, ein Marktökonom bei Capital Economics.

Der Nikkei liegt im Verlauf 0,8 Prozent höher bei 26.608 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index steigt 1,3 Prozent und lag bei 1884 Zähler. Der Shanghai Composite notiert unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,4 Prozent.

Nikkei
Nikkei 27.327,11

06:49 Uhr

Diese Aktie zündet ein Kursfeuerwerk

Nordstrom reagierten mit einem Kursfeuerwerk von rund 38 Prozent auf die Vorlage des Quartalsberichts und vor allem einen viel besser als erwartet ausgefallenen Gewinnausblick des Kaufhausbetreibers. Die Aktien der Wettbewerber Macy's und Kohl's legten in diesem Sog um 6,8 bzw 3,9 Prozent zu.

Nordstrom
Nordstrom 17,17

06:25 Uhr

Rückschlag oder Trendwende? Das wird für den Dax heute wichtig

Montag und Dienstag kassiert der Dax einen Abschlag von insgesamt 4,6 Prozent. Erst zur Wochenmitte versucht sich der deutsche Börsenleitindex an einer Stabilisierung. Am Handelsende steht ein Plus von 0,7 Prozent bei einem Stand von 14.000 Zählern. Punktlandung also, nachdem er am Dienstag noch bei etwas mehr als 13.900 geschlossen und im Tagestief zur Wochenmitte bis auf knapp über 13.700 Zähler weiter abgerutscht war. Die marktbeherrschenden Themen waren erneut der Krieg Russlands in der Ukraine und die auch deshalb wieder an Fahrt gewinnende Inflationsdrucke, der die Notenbanken beschäftigen dürfte. Der Ölpreis kletterte über die Marke von 111 Dollar je Fass der Nordseesorte Brent.

Ob sich die Beruhigung als eine Bodenbildung erweist, könnte sich bereits im heutigen Handel zeigen. Neben diversen Geschäftsberichten, überwiegend aus der zweiten Reihe, stehen auch einige impulsversprechende Konjunkturdaten auf der Agenda - so etwa Einkaufsmanagerdaten für das nicht-verarbeitende Gewerbe aus Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, der EU, Großbritannien und auch aus den USA. Die EU-Erzeugerpreise dürften besonders im Fokus der Anleger stehen, ebenso wie das Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) von Anfang Februar. Nachmittag folgen noch Zahlen zum Auftragseingang der US-Industrie, Produktionsdaten ex Agrar, der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe sowie die wöchentlichen Erstantrage auf US-Arbeitslosenhilfe.

Unternehmensseitig liefert etwa der Oracle- und Salesforce-Konkurrent SAP frische Zahlen. Daneben veröffentlicht mit Merck ein weiteres Dax-Unternehmen seine Geschäftszahlen. Zudem präsentieren Evonik, Lufthansa, Kion, Drägerwerk, GFT, Ströer und Gea ihre Ergebnisse ab.

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