Donnerstag, 21. Januar 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:39 Uhr

Dax-Anleger nehmen den Fuß vom Gas

Zum Start in den Donnerstaghandel stützt die reibungslose Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Der Dax, der am Mittwoch mit 13.921 Punkten aus dem Handel gegangen war, überspringt die 14.000er Marke und markiert bei 14.026 Zählern sein Tageshoch. Danach ist die Luft aber raus. Aus dem Handel verabschiedet sich der deutsche Börsenleitindex mit einem Minus von 0,1 Prozent und 13.907 Punkten.

Neben der Amtseinführung Bidens beschäftigt auch die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die EZB wird nicht den Fuß vom Gas nehmen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf die Ergebnisse: "Die Zinsen bleiben niedrig, Aktien damit attraktiv", unterstreicht sie. "Allerdings haben einige Anleger auf eine positive Überraschung gesetzt, und die blieb aus."

Dax
Dax 13.879,33

Bei den Einzelwerten sind die bisherigen Corona-Gewinner gefragt: Delivery Hero legen etwa 3,5 Prozent zu. Auch Hellofresh und Shop Apotheke bei den Nebenwerten ziehen an. Im Dax greifen die Anleger auch bei Autotiteln zu, sodass Daimler und VW jeweils mehr als zwei Prozent gewinnen. Dagegen führen MTU mit Abschlägen von mehr als drei Prozent die Dax-Verliererliste an.

Delivery Hero
Delivery Hero 108,45
MTU Aero Engines
MTU Aero Engines 199,75

17:08 Uhr

United Airlines verschreckt Anleger mit Rekordverlust

Die Aktien von United Airlines (UAL) fielen gegen den Trend mehr als fünf Prozent. Die Coronavirus-Pandemie brockte der Fluggesellschaft einen überraschend hohen Milliardenverlust ein. Er lag im Gesamtjahr bei 7,1 Milliarden Dollar, im Schlussquartal allein bei 1,9 Milliarden Dollar. Dank geplanter Einsparungen werde die operative Gewinnmarge im Jahr 2023 allerdings den Wert von 2019 wieder übertreffen, prognostiziert Analystin Helane Becker vom Vermögensverwalter Cowen.

United Airlines Holdings
United Airlines Holdings 42,60

16:44 Uhr

Thyssenkrupp stoppt Verkaufsprozess für Tochter

Der Thyssenkrupp-Konzern hat nach einem Bericht des "Handelsblatts" den Verkaufsprozess für seine Zementanlagenbau-Tochter ausgesetzt. Zwar hätten mehrere Unternehmen nach Prüfung der Bücher ein Angebot für das Geschäft abgegeben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ein internes Schreiben des Konzerns. "Die uns vorliegenden Angebote konnten uns nicht überzeugen", heiße es in dem Brief weiter. Von Thyssenkrupp war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 10,97

16:15 Uhr

"Wir werden immer Banknoten haben"

Auch nach Einführung eines digitalen Euro wird laut EZB-Chefin Christine Lagarde Bargeld nicht verschwinden. "Wir werden immer Banknoten haben", sagt sie am Donnerstag nach dem Zinsbeschluss. Eine digitale Form des Euro sei, wenn sie denn komme, keinesfalls als Ersatz für Bargeld gedacht. Beide Formen des Geldes würden dann vielmehr nebeneinander existieren. Doch stehe so schnell keine Entscheidung dazu an, da es sich um eine komplizierte Materie handle und sich noch viele Fragen stellten. "Wir sind eindeutig noch nicht soweit", sagt die Französin.

Lagarde hatte der Nachrichtenagentur Reuters jüngst mit Blick auf einen digitalen Euro gesagt, dass es einige Zeit benötigen werde, um festzustellen, "dass es etwas gibt, was sicher ist". Sie hoffe, dass dies nicht länger als fünf Jahre dauern werde. Die Europäische Zentralbank (EZB) will nach früheren Angaben bis etwa Mitte des laufenden Jahres entscheiden, ob ein entsprechendes Projekt gestartet werden soll.

15:59 Uhr

Biden-Rally an der Wall Street geht gebremst weiter

Am ersten vollen Amtstag des neuen US-Präsidenten Joe Biden setzt die Wall Street ihre Rekordjagd fort. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der technologielastige Nasdaq steigen zur Eröffnung um bis zu 0,5 Prozent und markierten mit 31.241,20 beziehungsweise 13.524,23 Punkten jeweils ein Rekordhoch. Der breit gefasste S&P-500 legt ebenfalls leicht zu, verpasste jedoch zunächst eine neue Bestmarke. "Die Wall Street hatte mit der Amtseinführung von Joe Biden neue Allzeithochs markiert. Heute tun sich die Anleger noch etwas schwer", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte in New York.

Biden erhalte von Anlegern Vorschuss-Lorbeeren, sagt Shamik Dhar, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters BNY Mellon: "Der Nutzen der zusätzlichen Konjunkturhilfen wiegt aus ihrer Sicht die Beeinträchtigungen durch höhere Steuern und eine strengere Regulierung mehr als auf. Außerdem wird die Geldpolitik wohl weiter locker bleiben."

15:19 Uhr

Aussicht auf neue Staatshilfe lässt Kurs von Norwegian Air anspringen

Der hoch verschuldeten norwegischen Billig-Fluggesellschaft Norwegian Air winkt neue Staatshilfe. Industrieminister Iselin Nyboe erklärt, Norwegen sei bereit, sich an der Refinanzierung zu beteiligen. Zum Umfang der Finanzspritze sagte er nichts. "Die Unterstützung der Regierung erhöht unsere Chancen, neues Kapital zu beschaffen und uns durch den Wiederaufbauprozess zu bringen, erheblich", sagt Airline-Chef Jacob Schram. Wenn der Wiederaufbau erfolgreich ist, hat Norwegian angekündigt, seine Flotte zunächst auf etwa 50 Flugzeuge zu reduzieren. Norwegian-Air-Aktien springen zehn Prozent an.

Norwegian
Norwegian 5,40

14:54 Uhr

Reisebranche brechen Umsätze weg

In der Coronavirus-Pandemie sind der Reisebranche die Umsätze weggebrochen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lagen der Erlös der Reisebüros, -veranstalter und Reservierungsdienstleister von Januar bis September 2020 um 61 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Besonders groß war der Umsatzeinbruch im zweiten Quartal 2020, in das ein großer Teil des ersten coronabedingten Lockdowns fiel: Von April bis Juni 2020 fiel der Umsatz der Branche um 91 Prozent. Im 3. Quartal hat sich der Rückgang etwas abgeschwächt: Von Juli bis September setzten die Reiseanbieter aber immer noch 75 Prozent weniger um als von Juli bis September 2019.

Wie stark sich die Corona-Krise auf den Tourismus auswirkt, zeigt auch die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland im für den Sektor besonders wichtigen Sommerhalbjahr. Von Mai bis Oktober 2020 gab es in den Beherbergungsbetrieben hierzulande insgesamt 209,6 Millionen Gästeübernachtungen; das waren 31 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

14:29 Uhr

Corona-Profiteure bei Anlegern gefragt

Deutlich im Plus liegen die Papiere des Lieferdienstes Delivery Hero und des Kochboxen-Anbieters Hellofresh mit Aufschlägen von bis zu vier Prozent. Zooplus glänzt sogar mit einem Plus von mehr als zehn Prozent. Shop Apotheke erklimmen ein neues Allzeithoch. ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf zufolge sind all diese Titel angesichts der verlängerten Corona-Beschränkungen von Investoren stärker gesucht, da sie als Profiteure des Zuhause-Bleiben-Trends gelten.

Zooplus
Zooplus 203,50
Shop Apotheke
Shop Apotheke 201,00

 

13:48 Uhr

EZB hält ihren geldpolitischen Kurs

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat seine sehr akkommodierende Geldpolitik nach der Lockerung im Dezember wie erwartet unverändert gelassen. Nach Mitteilung der EZB bleiben sowohl die Leitzinsen als auch die Wertpapierkaufprogramme sowie die sie betreffende Forward Guidance konstant. Der Hauptfinanzierungssatz beträgt 0,00 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz 0,25 Prozent und der Bankeinlagensatz minus 0,50 Prozent.

Der EZB-Rat erwartet, dass die Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2 Prozent liegt. Diese Annäherung soll sich außerdem durchgängig in der Dynamik der Kerninflation widerspiegeln.

13:16 Uhr

Investoren fürchten Bitcoin-Regulierung

Bitcoin
Bitcoin 46.676,50

Die Furcht vor einer schärferen Regulierung unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden drückt den Bitcoin-Kurs. Die Kryptowährung fiel 7,5 Prozent auf 32.779 Dollar und notierte zeitweise sogar zehn Prozent schwächer. Seit ihrem Rekordstand von 42.000 Dollar Anfang Januar hat die Cyberdevise fast ein Viertel verloren.

Auf die Stimmung drückt, dass Biden versuchen könnte, Kryptowährungen zu regulieren, sagen Händler. Während einer Anhörung im Senat am Dienstag äußert Janet Yellen, die unter Biden das US-Finanzministerium leiten soll, Bedenken, dass Kryptowährungen zur Finanzierung illegaler Aktivitäten verwendet werden könnten.

Joseph Edwards vom Kryptomakler Enigma Securities sagte, diese Äußerungen hätten zu vermehrten Abflüssen geführt. Es sei aber noch unklar, welche Schritte die Biden-Regierung - wenn überhaupt - Unternehmen würde. "Wir denken jedoch, dass es wahrscheinlich immer noch nur eine momentane Schwäche ist und keine grundlegende Trendumkehr", sagte Edwards.

12:54 Uhr

US-Anleger hoffen auf Fortsetzung der Rekordjagd

Die Rekordjagd an der Wall Street könnte am Donnerstag weitergehen, wenn auch mit gebremstem Tempo. Ein neues umfangreiches US-Konjunkturpaket scheint immer wahrscheinlicher zu werden, da mittlerweile auch einige Abgeordnete der Republikaner ihre Zustimmung signalisiert haben. "Wir wissen, dass ein Deal kommen wird, die Zeichen sind ziemlich klar", so Chef-Stratege Luca Paolini von Pictet Asset Management. Der S&P-Future legt aktuell um 0,2 Prozent zu. Am Vortag hatten sowohl der S&P-500 als auch der Nasdaq-Composite neue Allzeithochs markiert.

Der Markt habe sich dafür entschieden, die unmittelbaren Herausforderungen für die Wirtschaft weitgehend zu übersehen, einschließlich der steigenden Coronavirus-Neuinfektionen und der neuen Beschränkungen, heißt es. Die Einführung der Covid-19-Impfstoffe habe die Hoffnungen angeheizt, dass die Beschränkungen dann wieder aufgehoben werden, was zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung führen werde.

Zudem steht ein ganzer Schwung an Konjunkturdaten auf der Agenda. Dabei dürften vor allem die wöchentlichen Erstanträge im Fokus stehen, nachdem diese in der vergangenen Woche enttäuschend ausgefallen waren. Dazu kommen noch der Philadelphia-Fed-Index für Januar, bei dem mit einem Anstieg gerechnet wird, sowie die Baubeginne und -genehmigungen für Dezember. Daneben gibt die Berichtssaison den Takt vor.

12:30 Uhr

Volkswagen reißt CO2-Ziele

Volkswagen hat dank der Elektro-Offensive die Klimaschutzvorgaben der EU im vergangenen Jahr nur knapp gerissen und kann die damit verbundenen Strafzahlungen in Grenzen halten. Nach vorläufigen Zahlen sank der Durchschnittswert der CO2-Emissionen der Pkw-Neuwagenflotte im Vergleich zu 2019 um rund ein Fünftel auf 99,8 Gramm pro Kilometer. Für die knappe Verfehlung von rund einem halben Gramm habe der Konzern bereits frühzeitig Rückstellungen gebildet, teilt Volkswagen mit. Der Gewinn des Schlussquartals wurde daher nicht belastet.

Grund für das Erreichen der Ziele war neben der stark gestiegenen Zahl an verkauften E-Autos von VW und Audi auch das sogenannte CO2-Pooling. Dabei können mehrere Hersteller sich zusammentun und ihre Flotten gemeinsam ausweisen. Autobauer, die über ihrem Limit liegen, schließen sich - gegen Bezahlung - mit Wettbewerbern zusammen, die darunter liegen. Die Höhe dieser Zahlungen nannte Volkswagen nicht. Hinzu kommt, dass die Luxusmarken Bentley und Lamborghini einzeln bewertet werden und in der Bilanz nicht berücksichtigt sind.

11:53 Uhr

Sage profitiert von Cloud-Diensten

Investoren gefällt ein Umsatzplus von Sage im ersten Quartal. Die Aktien steigen mehr als fünf Prozent und steuern auf ihren stärksten Börsentag seit Juli 2020 zu. Die britische Softwarefirma profitierte von einer größeren Nachfrage nach Cloud-Dienstleistungen und bestätigte zudem ihre Jahresprognose.

Sage
Sage 572,00

10:46 Uhr

Rekordauftrag pusht Aktienkurs von Brennstoffzellen-Entwickler

Mit Kursgewinnen von mehr als fünf Prozent warten die Aktien von SFC Energy auf. Das Unternehmen meldet den Eingang ihres größten Einzelauftrages aus Japan für ihre Brennstoffzellen. Mit den Zellen sollen Verkehrsleitanlagen ausgestattet werden. "Brennstofftechnik zeigt hier klar die Überlegenheit gegenüber Solarenergie", kommentiert ein Händler. Denn sie bringe höhere Leistung und sei verlässlicher.

SFC Energy
SFC Energy 26,15

10:25 Uhr

Mytheresa vor IPO mit Milliardenbewertung

Der Münchner Online-Luxusmodehändler Mytheresa wird bei seinem Börsengang in New York mit mehr als 2,2 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen platzierte die US-Hinterlegungsscheine (ADS) der niederländischen Muttergesellschaft MYT Netherlands zu je 26 Dollar, wie Mytheresa mitteilt. Der Preis liegt am oberen Ende der Spanne, die wegen der großer Nachfrage auf 24 bis 26 von zuvor 16 bis 18 Dollar erhöht worden war. Die Emission hat damit ein Volumen von bis zu 467 Millionen Dollar. Mytheresa selbst fließen davon bis zu 370 Millionen Dollar zu, der Rest geht direkt an die Altaktionäre. Die MYT-Papiere sollen am Donnerstag erstmals an der New Yorker Nyse gehandelt werden.

09:25 Uhr

Deutsche Telekom und Cellnex kooperieren

Die Deutsche Telekom und der spanische Funkmastenbetreiber Cellnex legen ihr Funkturmgeschäft in den Niederlanden zusammen. Beide Firmen bündelten ihre jeweiligen Sparten in einer neuen Gesellschaft, die zusammen 4310 Standorte inklusive geplanter Neubauten umfassen solle, teilt die Deutsche Telekom mit. Der Dax-Konzern bringe mehr als 3000 Standorte ein, Cellnex knapp tausend. Dafür erhalte der Bonner Konzern eine Barzahlung von 250 Millionen Euro sowie eine Beteiligung im Umfang von 400 Millionen Euro an der neuen Firma, die ein unabhängig gemanagter Infrastrukturfonds sei. Cellnex habe 200 Millionen Euro zur Fondsgesellschaft mit Namen Digital Infrastructure Vehicle (DIV) zugesagt. Dieser Fonds solle für weitere institutionelle Investoren geöffnet werden. Die Telekom plant nach dem Einstieg anderer Anleger einen Anteil von 25 Prozent an dem Fonds. Er soll in ganz Europa in Infrastrukturprojekte in den Bereichen Glasfaser, Mobilfunk-Standorten und Datenzentren investieren.

Deutsche Telekom
Deutsche Telekom 14,99

 

09:04 Uhr

Biden treibt Dax über die 14.000

Am deutschen Aktienmarkt setzt sich der positive Trend vom Mittwoch auch zum Start in den Donnerstagshandel fort. Der Dax, der am Mittwoch 0,8 Prozent auf 13.921 Punkte zulegen konnte, gewinnt weitere 0,7 Prozent und notiert mit 14.016 Zählern wieder über der psychologisch wichtigen Marke. Die positiven Vorgaben von Seiten der Wall Street helfen dabei.

"Die Stimmung der Anleger ist optimistisch", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Das US-Konjunkturpaket über 1,9 Billionen Dollar ist schon eine Hausnummer, da wird wirtschaftlich sicher einiges passieren", erläutert sie und verweist aber auch auf die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB): "Die Zinsen bleiben weiter niedrig, das Geld fließt weiter, das ist klar. Die Anleger hören aber genau hin, wenn EZB-Chefin Christine Lagarde über die Aussichten sprechen wird, inwieweit die Zentralbank bei weiteren Lockdowns und wirtschaftlichen Einschränkungen bereit ist, zu helfen."

08:49 Uhr

Asien-Börsen bekommen Wall-Street-Hilfe: Panasonic überrascht

Der Höhenflug an der Wall Street hat die asiatischen Börsen am Donnerstag beflügelt. In Japan stieg der Nikkei-Index um 0,8 Prozent auf 28.756 Punkte und stand so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,6 Prozent. Auch in China notierten die Indizes fester.

Nikkei
Nikkei 29.413,13

Die reibungslose Amtsübergabe an den neuen US-Präsidenten Joe Biden sorgte für Entspannung und fachte die Erwartungen auf ein neues Konjunkturpaket in den Vereinigten Staaten an. Oppositionelle Republikaner im US-Kongress haben signalisiert, die von Biden geplanten Hilfen im Kampf gegen die Corona-Krise im Volumen von 1,9 Billionen Dollar zu unterstützen. Angesichts der demokratischen Kontrolle des Senats sei nicht nur eine höhere Wahrscheinlichkeit von mehr Unterstützung für die Wirtschaft gegeben, es sei auch von einer höheren Summe auszugehen, sagte Marktstratege Kay Van-Petersen vom Vermögensverwalter Saxo Capital Markets. "Das bedeutet, dass dieser Markt insgesamt viel, viel, viel höher sein sollte und wir dorthin gelangen werden. Wir treten in dieses Regime einer noch beschleunigten Inflation der Anlageklassen ein."

Frische Impulse erhofften sich Börsianer zudem von der anrollenden Bilanzsaison. Bei den Einzelwerten in Tokio stach Panasonic mit einem Kursplus von rund fünf Prozent heraus. Das japanische Unternehmen hat eine Aufbewahrungsbox für Corona-Impfstoffe entwickelt. Aktien der Werbeagentur Dentsu Group stiegen ebenfalls um rund fünf Prozent. Einem Medienbericht zufolge könnte der Verkauf des Tokioter Firmensitzes eine milliardenschwere Summe in die Kasse des Unternehmens spülen.

Panasonic
Panasonic 11,23

08:33 Uhr

Online-Apotheke Zur-Rose-Gruppe wächst in allen Märkten

zur Rose
zur Rose 376,50

Die Online-Apotheke Zur-Rose-Gruppe hat dank einer weiterhin starken Entwicklung besonders in ihrem Deutschland-Geschäft ihr Wachstumsziel für 2020 übertroffen. Bei Vorlage der Umsatzzahlen bekräftigte die Gesellschaft, dass vor Aufwendungen für zusätzliche Wachstumsprojekte ein ausgeglichenes bereinigtes Ebitda erreicht werden soll. Zudem wurde der Mittelfrist-Ausblick bestätigt.

Der Umsatz kletterte 2020, inklusive der akquirierten Online-Versender Medpex und Apotal, in Lokalwährung um 14,4 Prozent auf 1,72 Milliarden Schweizer Franken. Das Unternehmen hatte ein Wachstum von über 10 Prozent angepeilt. Der Umsatz ist damit rund 3 Prozent stärker gewachsen als vom Konsens der Analysten erwartet. Es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen mit Schwung in das neue Jahr gestartet ist. Für die Aktie geht es im frühen Handel um 2 Prozent nach oben, die Aktie des Wettbewerbers Shop Apotheke legt ebenfalls leicht zu.

08:19 Uhr

Ölpreise geben leicht nach

Rohöl WTI
Rohöl WTI 63,25

Die Ölpreise geben im frühen Handel leicht nach. Starke Impulse blieben zunächst aus. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 55,99 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls leicht auf 53,19 Dollar. Etwas belastet wurden die Erdölpreise durch neue Lagerdaten aus den USA. Laut American Petroleum Institute (API) sind die landesweiten Ölreserven in der vergangenen Woche gestiegen.

Heute veröffentlicht das Energieministerium seine wöchentlichen Zahlen. Es wird mit einem Rückgang der Vorräte gerechnet. Zurzeit bewegen sich die Ölpreise in der Nähe ihres höchsten Standes seit knapp einem Jahr. Für Auftrieb sorgen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung durch flächendeckende Corona-Impfungen. Die Corona-Lage bleibt jedoch in vielen Ländern angespannt, was auch die Stimmung am Rohölmarkt belastet.

07:36 Uhr

Euro legt leicht zu

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,22

Der Kurs des Euro ist im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2135 US-Dollar und damit etwas mehr als in der Nacht. Der Dollar gab zu vielen Währungen moderat nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2101 Dollar festgesetzt. Starke Impulse gab es am Morgen noch nicht. Die Finanzmarktstimmung in Asien war insgesamt gut, wodurch der Dollar etwas belastet wurde.

Andere Währungen wie der Euro profitierten leicht. Der Dollar ist eine Reservewährung, die in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird. Bessert sich die Stimmung, verliert der Dollar meist an Wert. Heute wird die EZB über ihre geldpolitische Ausrichtung entscheiden. Wesentliche Neuerungen werden nicht erwartet. Ende vergangenen Jahres hatte die Notenbank ihre Geldpolitik bereits weiter stark gelockert, um der Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen etwas entgegenzusetzen.

07:17 Uhr

Dax nähert sich 14.000er Marke - Vorlagen stützen

Mit einer festeren Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten rechnen Händler für die heutige Sitzung. Der Dax wird vorbörslich bei knapp 13.970 Punkten erwartet, das wäre der bisher höchste Stand in dieser Woche. Händler verweisen auf die günstigen Vorlagen mit neuen Allzeit-Hochs der wichtigen US-Indizes und steigenden Kursen an vielen asiatischen Börsen. "Der Markt setzt weiter auf umfangreiche Stimuli für die Wirtschaft, so auf die Programme von Joe Biden in den USA", sagt ein Marktteilnehmer.

Dax
Dax 13.879,33

Von anderer Seite heißt es, die neue Finanzministerin Janet Yellen habe die Spekulation auf Stimuli zuletzt sogar noch angeheizt und so die Risikobereitschaft erhöht. Aus technischer Sicht steht die jüngste Konsolidierungs-Formation in Form einer technischen Flagge vor der Auflösung nach oben, das wäre bei einem nachhaltigen Anstieg über 13.960 der Fall. Darüber würde ein Anstieg über das Zwischen-Hoch vom vergangenen Donnerstag bei 14.030 positiv, dann wäre ein Test des Allzeit-Hochs bei 14.132 Punkten möglich. Auf der Unterseite bietet der Bereich um 13.700 erste Unterstützung.

Im Blick steht zunächst die Sitzung der Europäischen Zentralbank. Eine Veränderung der Geldpolitik wird zwar nicht erwartet, sie könnte die Situation aber beruhigen, indem sie für den Fall einer Verschärfung der Krise ein Ausdehnen der Anleihenkäufe in Aussicht stellt. Die japanische Notenbank hat am Morgen ihren Kurs bestätigt und dabei die Wachstumsprognose für das kommende Fiskaljahr ab April erhöht. Am Vormittag tagt auch die norwegische Notenbank, und am Nachmittag wird in den USA unter anderem der wichtige Konjunkturindex der Notenbankfiliale in Philadelphia veröffentlicht, der sogenannte Philly-Fed. In der Eurozone werden neue Daten zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht.

06:52 Uhr

Pandemie treibt United Airlines tief in die roten Zahlen

United Airlines Holdings
United Airlines Holdings 42,60

Die Corona-Krise hat der US-Fluggesellschaft United Airlines auch zum Jahresende einen hohen Verlust eingebrockt. Die drei Monate bis Ende Dezember wurden unterm Strich mit einem Minus von 1,9 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) abgeschlossen, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss in Chicago mitteilte. Vor einem Jahr hatte es noch einen Gewinn von 641 Millionen Dollar gegeben. Der Umsatz brach um 69 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar ein.

Angesichts der Pandemie, die den Flugverkehr größtenteils zum Erliegen brachte, fielen auch die Ergebnisse für das Gesamtjahr miserabel aus. United erlitt 2020 einen Verlust in Höhe von 7,1 Milliarden Dollar, nachdem die Airline im Vorjahr noch 3,0 Milliarden Dollar verdient hatte. Die Erlöse gingen um 65 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar zurück. Der Geschäftsbericht enttäuschte die Markterwartungen, die Aktie drehte nachbörslich ins Minus.

06:09 Uhr

Asiatische Börsen verzeichnen Spitzenwerte

Nikkei
Nikkei 29.413,13

Asiatische Aktien sind dem Rekordhoch der Wall Street gefolgt und stiegen auf neue Spitzenwerte. Die reibungslose Amtsübergabe an den neuen US-Präsidenten Joe Biden sorgte für Entspannung und fachte die Erwartungen auf ein umfassendes Konjunkturpaket in den USA an. Oppositionelle Republikaner im US-Kongress haben signalisiert, die von Biden geplanten Hilfen im Volumen von 1,9 Billionen Dollar zu unterstützen.

Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Werte außer Japan stieg zum Handelsbeginn um 0,69 Prozent. Der Hongkonger Hang Seng legte um 0,31 Prozent zu und überstieg die Schwelle von 30.000 Punkten. Australische Werte wuchsen um 0,7 Prozent. Der japanische Leitindex Nikkei legte um 0,72 Prozent zu und lag weniger als ein Prozent von einem 30-Jahre-Hoch entfernt.